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Veröffentlicht am 12.02.2026

Bemerkenswerte Frauen

Die Erfinderin der Freiheit
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Der Roman " Die Erfinderin der Freiheit" von Elke Becker spielt in Dresden 1908 und im Mittelpunkt stehen vier Frauen, die alle in einem Haus wohnen und nicht nur Nachbarinnen, sondern auch Freundinnen ...

Der Roman " Die Erfinderin der Freiheit" von Elke Becker spielt in Dresden 1908 und im Mittelpunkt stehen vier Frauen, die alle in einem Haus wohnen und nicht nur Nachbarinnen, sondern auch Freundinnen sind. Christine arbeitet als Therapeutin im Sanatorium Lahmann, dort fallen regelmäßig Damen während ihrer Anwendungen in Ohnmacht. Christine entdeckt, dass die eng geschnürten Korsetts der Grund dafür sind und entwickelt den ersten BH, wobei ihre Freundin Julia diese bestickt. Doch die Damenwelt tut sich schwer mit diesem neuen Kleidungsstück und so braucht Christine viel Überzeugungskraft und immer neue Verbesserungen am BH selber. Dann gibt es noch Lotta, die mehrere Jobs hat, um sich finanziell über Wasser zu halten und ein Zimmer bei Christine bewohnt. Außerdem ist da noch Amalie, mir ihren zwei Kindern und einem Ehemann, der mit seinen Ideen und Unternehmen pleite gegangen ist. Amalie erfindet den Kaffeefilter und lässt sich auf ihren Zweitnahmen darauf ein Patent ausstellen. Dazu spielen im Roman die Liebe bzw. Romanzen eine große Rolle und bringen das Leben der Freundinnen "durcheinander" - stellenweise wie ein Krimi.

Ich möchte nicht mehr verraten, aber der Roman hat mir einen interessanten Einblick in die Welt vor über 100 Jahren gegeben und die Rolle der Frau. Absolut faszinierend fand ich, wie erfindungsreich die Frauen waren und insbesondere die Geschichte von Amalie bzw. die Melitta-Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat viele Facetten des Lebens geschildert, alles in einem kurzen Zeitrahmen und auf 368 Seiten. An einigen Stellen hätte ich mir mehr "Infos" bzw. Tiefe gewünscht und auf anderes hätte ich verzichten können., Sehr gut gefallen hat mir auch das Nachwort mit weiteren Erklärungen.

Insgesamt ein Roman, der mich in eine andere Zeit hat abtauchen lassen und dessen damalige Erfindungen uns heute noch begleiten. Interessant in dem Zusammenhang, dass der Porzellanfilter gerade wieder sehr "en vogue" ist.

Vier Sterne

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Emotional fordernde Geschichte, die mir Gänsehaut aufgrund der Authentizität bereitet hat

Der letzte Sommer der Tauben
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Noah ist vierzehn Jahre alt und sein Leben ändert sich gerade sehr. Zuvor haben seine Eltern ein Modegeschäft betrieben und haben dort u.a. schicke Damenmode verkauft. Jetzt darf seine Mutter dort nicht ...

Noah ist vierzehn Jahre alt und sein Leben ändert sich gerade sehr. Zuvor haben seine Eltern ein Modegeschäft betrieben und haben dort u.a. schicke Damenmode verkauft. Jetzt darf seine Mutter dort nicht mehr arbeiten, darf das Haus nur noch verhüllt und in Begleitung eines männlichen Verwandten verlassen. Schicke, farbenfrohe Mode ist verboten und muss verbrannt werden sowie selbst auf den Verpackungen von Kleidung die Haut der Frauen komplett bis auf einen Schlitz für die Augen mit Stiften geschwärzt werden muss. Es sind Zigaretten, Handys, etc. verboten und sollen abgegeben werden bzw. vor die Tür gelegt werden, wo sie dann eingesammelt werden.
Es ist gefährlich sich den neuen mächtigen Menschen zu widersetzen und es stellt sich auch die Frage, wer Freund und wer Feind ist.
Noahs Zufluchtsort ist dort, wo seine Tauben beim Onkel nebenan leben. Sie sind seine Freunde und dürfen fliegen. Seine Tauben bedeuten für ihn ein Stück Freiheit, doch auch den Tauben wird die Freiheit genommen.
Der Autor erzählt seine Geschichte in kurzen Kapiteln und vielleicht habe ich es auch nur deswegen geschafft, die Geschichte zu Ende zu lesen, denn sie hat mich emotional sehr herausgefordert, dabei schreibt er fast unaufgeregt und sachlich.
Trotz der dramatischen Ereignisse, gibt es zwischendurch auch kleine Begebenheiten, die mich lächeln lassen und auch Hoffnung geben. Der Wille vieler Menschen nach Freiheit ist noch nicht gebrochen.
Fünf Sterne für diesen aufwühlenden Roman

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Verworrenes Privatleben, spannender, verzwickter Fall

Schattenmädchen
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Bei diesem Krimi handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe und dies ist wichtig zu wissen, denn ich finde, dass man ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile Schwierigkeiten haben wird das Privatleben ...

Bei diesem Krimi handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe und dies ist wichtig zu wissen, denn ich finde, dass man ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile Schwierigkeiten haben wird das Privatleben bzw. die Persönlichkeit der Ermittler zu verstehen. Fredrika Storm und Henry Calment sind die Ermittler und sie haben beide ein "schwieriges" Privatleben, auf das ich hier nicht weiter eingehen möchte, doch trotzt Vorkenntnisse der ersten beiden Teile, die mir sehr gut gefallen haben, hatte ich dieses Mal meine Schwierigkeiten mit den beiden, da ich ihr Handeln so gar nicht verstehen konnte. Bei dem Fall selbst geht es um eine verschwundene Studentin, die nach einer Party bei einem erfolgreichen Technologieunternehmen verschwindet. Die Spurensuche und Vernehmenungen fand ich faszinierend und spannend, insbesondere da ein alter Fall auf einmal mit dem aktuellen Fall in Verbindung steht. Der Fall löst sich am Ende ganz anders auf als erwartet und ich habe leider Fragezeichen im Gesicht stehen gehabt, so dass ich den Epilog drei Mal gelesen habe und ich glaube nun, dass ich die Auflösung verstanden habe. Trotzdem bleibt für mich einiges ungeklärt bzw. hätte ich gerne noch weiteres über das Leben der Figuren nach der Auflösung erfahren.
Insgesamt dieses Mal drei Sterne, da mir vieles zu verworren war und das Privatleben der Ermitltler mir dieses Mal definitiv zu viel war. Interessant fand ich den Hintergrund des Buches, was die Autorin im Nachwort erzählt. Trotz der Kritik, die Leseprobe des vierten Teils im Anhang des Buches, hat mich sehr angesprochen, so dass ich diesen gerne lesen würde.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Sehr facettenreicher Roman über Berchtesgaden und die Menschen im Mai 1945

Berchtesgaden
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Der Schauplatz des Roman ist der Obersalzberg, in Berchtesgaden, der Lieblingsort des Führers und der Roman beginnt mit der Kapitulation im Mai 1945.und endet im August 1945. Als Leserin werde ich unmittelbar ...

Der Schauplatz des Roman ist der Obersalzberg, in Berchtesgaden, der Lieblingsort des Führers und der Roman beginnt mit der Kapitulation im Mai 1945.und endet im August 1945. Als Leserin werde ich unmittelbar in die damalige Zeit katapultiert und bin mittendrin im Zeitgeschehen. Laut Klappentext steht die 19jährige Sophie im Nittelpunkt der Handlungnebst Frank Rosenzweig, der jüdischen Glaubens ist und rechtzeitig aus Deutschland in die USA geflohen ist und der nun die Führungsposition im Military Government inne hat. Der einst zum Tode verurteilte Berchtesgadener Rudolf Kriss ist zurückgekehrt und nun Bürgermeister. Außerdem gibt es noch den schwarzen GI Sam, der sich in Sophie verliebt.
Das sind aber längst nicht alle Personen, die im Roman zu Wort kommen bzw. deren Handeln geschildert wird und das sind eine große Menge an Figuren. Dadurch wird mir die Vielschichtigkeit klar, denn es gibt nicht nur die Opfer, die Täter, die Guten und die Schlechten, sondern eine ganze Menge dazwischen und jeder von ihnen geht ganz unterschiedlich mit dem Geschehenen um.
Durch die Menge an Personen lerne ich diese nur aufgrund einzelner Situationen/Szenen kennen oder über das, was von ihnen erzählt wird. Obwohl ich mittendrin in der damaligen Zeit bin, die in meinen Augen sehr anschaulich geschildert wird, bleibe ich auf Distanz als Leserin. Ich hätte mir gewünscht, dass statt der Fülle an Ereignissen und Personen, sich mehr auf einige fokussiert worden wäre, so wären, glaube ich , mehr Nähe und Emotionen entstanden.
Vermisst habe ich ein Personenverzeichnis zu Beginn des Buches. Das Ende des Romans ist in vielen Bereichen offen gehalten, wobei ich mir gewünscht hätte, das ich hier in einem Epilog noch mehr Infos erhalten hätte. Aber vielleicht gibt es noch einen zweiten Teil und den würde ich gerne lesen.
Vier Sterne

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Ehe und das Leben auf dem Prüfstand

Die Liebe, später
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Kora (Journalistin)und Anselm(Biologe) sind über zwanzig Jahre verheiratet, haben keine Kinder und haben die meiste Zeit eine Wochenendehe geführt. Nun ändert sich ihr beider Leben gerade komplett, während ...


Kora (Journalistin)und Anselm(Biologe) sind über zwanzig Jahre verheiratet, haben keine Kinder und haben die meiste Zeit eine Wochenendehe geführt. Nun ändert sich ihr beider Leben gerade komplett, während Anselm in Rente geht und Pläne für diese Zeit hat, stellt Kora gerade alles in Frage. Sie befindet sich in einer Krise, denn nach einer Herzoperation und sie sich dem Tode näher fühlte als dem Leben, hat sie sich zwar zurück gekämpft, aber ihr Arbeitgeber möchte sie loswerden. Jetzt blickt sie auf scheinbar privat verpasste Chancen. Sie geht Anselm räumlich aus dem Weg und folgt dem Hilferuf eines Freundes aus der Vergangenheit und irgendwann steht die Ehe auf dem Prüfstand.
Ich kann mir die beiden Menschen gut vorstellen und mich auch gut in beide hineinversetzen, wobei ich glaube, dass man als Leser dem Paar altersmäßig auch nahe sein muss. Der Erzählstil ist abwechslungsreich, weil die Autorin in die Erzählung der Gegenwart, Ausflüge in die Erinnerungen von Kora an ihre Zeit als junge Erwachsene einfügt, dann an ihre Zeit um Krankenhaus sowie der Text stets aufgelockert wird mit Fünf Fragen, Gedanken , ...über Sachen, die Kora Angst machen, über die Rente, über die Erkennungsmerkmale der Liebe, Geheimnisse, über Anselm....
Diese Fünf Punkte zu einem Thema haben mir besonders gut gefallen und mich nachdenklich gestimmt, aber mich auch zum Schmunzeln gebracht.
Manchmal stockte der Lesefluss bei mir trotzdem, da mir Kora dann ein wenig zu viel mit sich selbst beschäftigt war.
Positiv fand ich, dass ich mit der Zeit auch mehr über Anselm erfahre. Das Ende finde sehr gelungen,weil es vieles offenbart und optimistisch ist.
Ich habe den Roman gerne gelesen insgesamt vier Sterne

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