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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2021

Tief verborgene Familiengeheimnisse

Das letzte Bild
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Eva ist 43 Jahre, verheiratet, Mutter eines 15jährigen Sohnes und Schriftstellerin. Als sie einem Morgen das Phantombild einer ermordeten Frau in der Zeitung entdeckt, gerät bei ihr alles ins Wanken. Die ...

Eva ist 43 Jahre, verheiratet, Mutter eines 15jährigen Sohnes und Schriftstellerin. Als sie einem Morgen das Phantombild einer ermordeten Frau in der Zeitung entdeckt, gerät bei ihr alles ins Wanken. Die Frau, deren Identität bis jetzt nicht geklärt werden konnte, sieht ihrer Mutter und ihr sehr ähnlich. Sie begibt sich auf Spurensuche.
Der Roman "Das letzte Bild" von Anja Jonuleit hat mir herausragend gut gefallen. Ich konnte mich gut in die Protagonistin Eva hineinfinden und es hat mich sehr berührt, was sie alles erfahren hat, ebenso wie sich die Beziehung zu ihrer Mutter verändert hat. Gelungen war der Perspektivwechsel zwischen Eva und der mittlerweile toten Frau, sowie zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Beide Erzählperspektiven wurden sehr intensiv dargestellt, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte, es aber getan habe, um das Geschriebene "sacken" zu lassen. Evas Mutter hat die Zeit des Nationalsozialismus als kleines Mädchen erlebt und das, was ihr persönlich wiederfahren ist, hat sie ihr ganzes Leben und auch Evas Leben geprägt. Es hat mir sehr gut getan zu lesen, dass nun, nachdem viele Geheimnisse gelüftet worden sind, selbst Evas Mutter mit über 80Jhren ihr Leben noch mal neu "gestaltet". Eine jahrzehntelange Last ist von ihr genommen worden.
Dieser Roman birgt ein Plädoyer gegen das Vergessen oder Beiseiteschieben von "Erinnerungen" an die damalige Zeit.
Chapeau, fünf Sterne!



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Veröffentlicht am 11.10.2021

Dem Leben jederzeit eine neue Chance geben

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Der Postbote Albert Entwistle lebt für seinen Job, jedoch mit 65 Jahren steht nun der Ruhestand an. Plötzlich gerät sein ruhiges, zurückgezogenenes Leben völlig aus dem Gleichgewicht als auch noch seine ...

Der Postbote Albert Entwistle lebt für seinen Job, jedoch mit 65 Jahren steht nun der Ruhestand an. Plötzlich gerät sein ruhiges, zurückgezogenenes Leben völlig aus dem Gleichgewicht als auch noch seine alte Katze stirbt und als er sich traut den Menschen ins Gesicht zu sehen, mit ihnen zu sprechen, erhält sein Leben eine neue positive Wendung.
Mich hat das Cover des Buches aufgrund der Farbgebung und des Titels sofort angesprochen, denn es klang schon ein wenig geheimnisvoll.
Der Autor hat es Dank seines wundervollen Schreibstils geschafft, dass ich mitten in das Leben von Albert hineinversetzen konnte. Mir kamen zwischendurch die Tränen, aber es gab auch Stellen an denen ich schmunzeln musste. Aus dem introvertierten und unsicheren Albert wurde Stück für Stück ein immer offener Mensch, der seine Meinung kundtat, Empathie zeigte und in dem er anderen Menschen, wie der jungen, alleinerziehenden Nicole hilft, auch selbst Hilfe und Zuwendung erfährt.
Mich hat dieses Buch total begeistert, denn es zeigt, was Lieblosigkeit und Ausgrenzung aus Menschen macht bzw. wieviel Zuneigung und Liebe bewirken können. Obwohl Albert im Fokus der Geschichte steht, stellt der Autor auch die anderen Person sehr intensiv dar, so dass ich auch sie vor Augen hatte.
Eine wundervolle Geschichte, die aufzeigt, dass man sich trauen soll, seine Träume zu leben.

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Veröffentlicht am 05.10.2021

Kriminalroman, der mich intelligent und spannend unterhalten hat

ELBTIER
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Kommissar Philip Goldberg und seine Kollegen Hauke Thomsen sowie Peter Brandt bekommen es in ihrem 6. Fall mit verschwundenen Haustieren zu tun.

Außerdem sitzen ihnen zwei externe Ermittler im Nacken, ...

Kommissar Philip Goldberg und seine Kollegen Hauke Thomsen sowie Peter Brandt bekommen es in ihrem 6. Fall mit verschwundenen Haustieren zu tun.

Außerdem sitzen ihnen zwei externe Ermittler im Nacken, die sich die Arbeit der Polizeistation in Kophusen anschauen wollen. Es formiert sich eine Bürgerwehr und zudem wird ein Schädel gefunden. Während die Beamten ihrer Ermittlungen aufnehmen, spitzt sich die Lage zu.

Mich hat die Story von Anfang an begeistert, denn sie beginnt sofort spannend und die Protagonisten, die ich schon aus anderen Büchern kenne, laufen zu ihrer persönlichen Höchstform auf. Ich mag es, wie alles ,detailreich und gleichzeitig auf den Punkt gebracht, beschrieben wird. Es entstehen Bilder in meinem Kopf. Besonders gut gefallen mir die Dialoge, bei denen ich manches Mal schmunzeln musste. So scheinbar ganz nebenbei platziert die Autorin geschickt auch noch Themen wie Fremdenfeindlichkeit, die Problematik von 'Bürgerwehren, doch verliert sie nie den roten Faden bezüglich der verschwundenen Tiere und lässt die Beamten am Ende beide Fälle gekonnt auflösen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 03.10.2021

Grandioser vierter Teil - unbedingt lesen!

Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen
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Bei dem Roman "Die Schwestern vom Ku'damm - Ein neuer Morgen" von Brigitte Riebe handelt es sich um den abschließenden vierten Teil der Reihe.

In diesem Teil liegt der Fokus auf Miriam Feldmann, der unehelichen ...

Bei dem Roman "Die Schwestern vom Ku'damm - Ein neuer Morgen" von Brigitte Riebe handelt es sich um den abschließenden vierten Teil der Reihe.

In diesem Teil liegt der Fokus auf Miriam Feldmann, der unehelichen Tochter von Friedrich Thalheim, dem Patriachen des Kaufhauses Thalheims, wo Miriam als Chefdesignerin tätig ist. Es ist das Jahr 1966 in Berlin, Miriam ist gerade mit Ehemann und der 14jährigen Adoptivtochter in eine Reihenhaushälfte gezogen, da gerät ihr Leben aus den Fugen. Wunderbarerweise ist sie auf einmal doch schwanger, womit sie mit 42 Jahren nicht mehr gerechnet hat, trifft einen Menschen wieder, der im Krieg für sie eine große Bedeutung hatte und in ihr werden viele Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit in der Kriegszeit wach.

Neben ihrem Privatleben gibt es auch einen Umbruch im Modehaus Thalheim sowie die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auch gerade Tempo aufnehmen.

Die Autorin erzählt die Geschichte von Miri und ihrer Familie in der Zeit von 1966-71 in Berlin sowie das Leben von Miri in Rückblenden von 1933-45 mit Schwerpunkt auf die Zeit zwischen 1943-45. Geschickt verwebt die Autorin Auslöser in der Gegenwart mit der Geschichte in der Vergangenheit. Die Geschichte hat mich völlig in sich hineingesogen und so bin ich noch Tage nach dem Lesen des Buches von der Gechichte gebannt. Schöne Erlebnisse, auch die pralle Lebensfreude kommen durch die Beschreibung der Mode und der Musik zum Tragen, Liebe offenbart sich in vielen Facetten in der Vergangenheit und Gegenwart, genauso wie Hass auf Menschen, die anders sind, als man selber. Es geht aber auch um Abschied, Trauer und Neubeginn und überall werden parallel zu den persönlichen und privaten Ereignisssen, die politischen Entwicklungen sowie historischen Ereignissen eingebunden. Dieser Roman ist nicht nur ein grandioser Familienroman sondern auch ein Stück Erinnerungskultur, der alle meine Sinne angesprochen hat. Grandios!

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Schwestern im Hungerwinter 1946/47 in Hamburg

Der schwarze Winter
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In dem Winter 1946/47 kämpfen neben vielen anderen Menschen auch die 24jährige Rosemarie und ihre fast 12 Jahre ältere Schwester Silke ums Überleben. Hunger, Kälte und die nackte Existenzangst bestimmen ...

In dem Winter 1946/47 kämpfen neben vielen anderen Menschen auch die 24jährige Rosemarie und ihre fast 12 Jahre ältere Schwester Silke ums Überleben. Hunger, Kälte und die nackte Existenzangst bestimmen den Alltag. Als die beiden Schwestern aufgrund des übergriffigen Bauerns von dem Bauernhof fliehen, dem sie zugeteilt worden sind, gelangen sie nach Hamburg, wo sie quasi zunächst illegal leben, da die Briten einen Zuzugsstopp verhängt haben.
Über die schwierigen Verhältnisse nach dem Krieg habe ich bisher noch nie einen Roman gelesen, der den Fokus auf den Schwarzmarkt und die Gefahren des Alltags der Menschen legt, die schon fast alles verloren haben. Es ist ein anderer "Krieg", der zwischen diesen Menschen nun tobt, denn jeder möchte überleben und einige möchten sich auf Kosten anderer bereichern. Frauen - inbesondere wenn sie sehr jung waren, waren in Augen einger Männer quasi "Freiwild". Zwischen all den Gefahren des Alltags lernen die Schwestern ganz unterschiedliche Menschen kennen, wobei sie manchmal die Gefahr, die von einigen ausgeht unterschätzen. Andere dagegen erweisen sich fast unverhofft als sehr gute Freunde und zwischendurch wurde mir beim Leben trotz der Düsternis der Geschichte trotzdem ein wenig warm ums Herz, wenn ein Gefühl von Leichtigkeit sich breit machte und ein wenig Liebe in der Luft lag.
Sehr gerne hätte ich noch mehr über die Vergangenheit der Schwestern erfahren, die nur sehr kurz angerissen wurde. Wobei hier zwei Facetten des Nationalsozialismus gezeigt wurden, denn Rosemarie war nie dafür und Silke war eine glühende Anhängerin, der im Laufe der Story noch mal gründlich ihr Irrtum klar wird.
Vier Sterne für einen sehr interessanten Roman, wobei ich 1 Stern für die in meinen Augen geringe Hintergrundsgeschichte der Schwestern abziehe, aber das empfindet jeder sicherlich anders.

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