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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2018

Außergewöhnlich und lehrreich

Gott
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Der Autor Reza Azlan studierte Religionswissenschaften und lebt in den USA. Er schrieb bereits mehrere Sachbücher zum Thema Religion und setzt sich dabei für Toleranz im Miteinander ein. Für ihn ist es ...


Der Autor Reza Azlan studierte Religionswissenschaften und lebt in den USA. Er schrieb bereits mehrere Sachbücher zum Thema Religion und setzt sich dabei für Toleranz im Miteinander ein. Für ihn ist es möglich, dass sich die Menschen trotz unterschiedlicher Zugehörigkeiten zu bestimmten Kirchen, gut verstehen.

Das Buch Gott – Eine Geschichte der Menschheit fällt bereits durch das sehr schön gestaltete Cover auf. Der Name Gottes ein wenig hervorgehoben und in goldener Schrift auf beigem Untergrund, das hat was. Es wirkt elegant und so, dass hier die Wichtigkeit der Figur ausgedrückt wird. Sprachgewaltig und mit etlichen Beispielen zeigt Herr Azlan den Lesern, wie sich die Religionen in den zurückliegenden Jahren entwickelten. Weit vor der Zeit von Adam und Eva hielten sich Menschen an Götter und deren Aufgaben. Die Belege dafür sind in verschiedenen Höhlen zu finden. Spannend ist auch, wie sich aus den verschiedenen Göttern ein Glaube zum Monotheismus entwickelte. Dass in der Bibel steht, „Er erschuf ein Bild, das uns gleich sei“ bemängelt der Autor unter anderem ebenfalls. Er ist der Meinung, dass der Mensch sich ein Bild schuf, welches ihm selbst ähnlich ist. Nämlich Gott in seiner Gestalt. Als alter Mann mit Bart oder, wie bei den Muslimen, die keine Zeichnungen von Allah dulden. Im Buch kommen auch die Gedanken von Freud und Durkheim zum Ausdruck. Mit anderen Worten kontroverse Ansichten verschiedener Persönlichkeiten. Einfühlsam und deutlich erklärt der Autor auch die Evolution und welche Rolle Religion und Mensch dabei spielt.

Mit gefiel das Buch sehr gut. Gefangen in Dogmen einer Religion wurde ich mehr als 50 Jahre davon beeinflusst. Der Absprung ist schwer und dieses Buch hätte mir dabei mit Sicherheit geholfen. Interessant ist neben der Beschreibung von Quellen auch, dass der Autor mit Fotos arbeitete. Das lockert auf und unterstreicht seine Worte. Das Buch empfehle ich allen, die sich für die Seele, Gott und dem Grund für das Vorhandensein von Religionen interessiert.

Veröffentlicht am 03.12.2018

Sie hat es drauf

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Bücher von Nele Neuhaus werden nicht ohne Grund von so vielen Lesern stets ungeduldig erwartet. Während bei ihren Kollegen und Kolleginnen spätestens nach dem 3. Buch einer Serie Langeweile auftritt, ist ...

Bücher von Nele Neuhaus werden nicht ohne Grund von so vielen Lesern stets ungeduldig erwartet. Während bei ihren Kollegen und Kolleginnen spätestens nach dem 3. Buch einer Serie Langeweile auftritt, ist sie ist ein Garant für spannende Unterhaltung. Ja, und das sogar nach 9 Büchern einer Reihe. Muttertag kam pünktlich vor dem Weihnachtsfest heraus und Nele Neuhaus zeigte mal wieder, dass sie es kann.

In der Geschichte geht es um ein Ehepaar, dass vor Jahren Pflegekinder bei sich aufnahm und ihnen ein Familienleben bot. Pia Sander (seit der Hochzeit heißt sie so) und Bodenstein müssen den Mord am Ehemann, Herrn Reifenrath klären. Es gibt etliche Verdächtige und bis zum Schluss lässt die Autorin ihre Leser ratlos sein. Sie kennt sich im Metier aus, welches sie beschreibt. Da sind die Heimkinder, die unter unmenschlichen Bedingungen ihr Dasein fristeten oder die Ermittler, welche mit Leid und Tod konfrontiert werden. Beides ist perfekt beschrieben und nah am Geschehen.

Mir gefiel das Buch sehr gut. Das liegt auch daran, dass es nicht in Folie eingeschweißt war und der Verlag damit einen wichtigen Schritt in Richtung Umweltschutz geht. Die Spannung war schnell erzeugt und hielt sich bis zum grandiosen Finale auf hohem Niveau. Dass hier nicht nur der Tod des Ehemanns sondern auch das Verschwinden seiner Frau aufgeklärt werden konnte, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Für mich ist es erstaunlich, wie die Autorin es schafft, auch den neunten Fall von Sander und Bodenstein so spannend und einfallsreich zu gestalten. Hut ab und eine klare Empfehlung von mir.

Veröffentlicht am 01.12.2018

Solider Krime für angenehme Unterhaltung

Die Sonne über Berlin - Nebelwände
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Die Autorin des Krimis „Die Sonne über Berlin-Nebelwände“ hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich und dabei einige beruflich relevante Stationen bewältigt. Sie studierte Journalistik in Leipzig und ...

Die Autorin des Krimis „Die Sonne über Berlin-Nebelwände“ hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich und dabei einige beruflich relevante Stationen bewältigt. Sie studierte Journalistik in Leipzig und wurde sogar mit einem Grimmepreis geehrt. Ich Ziel war es dabei stets, dass sie einen eigenen Verlag gründet und dieser auch erfolgreich ist. Ihr neues Werk stammt aus diesem Verlag und das kann sich durchaus sehen (lesen) lassen.

In diesem Krimi geht es nicht nur um Industriespionage. Verschiedene Handlungsstränge gibt es dabei und sie spielen nicht ausschließlich in Deutschland. Anfangs waren sie für mich ein wenig suspekt aber beim Eintauchen in die Geschichte erkannte ich rasch, dass die lockeren Fäden sehr schnell zu einem perfekten Ganzen geflochten werden konnten.

Keine Fragen, der Markt an guten Thrillern und Krimis ist eigentlich gedeckt. Das kann ich beurteilen, da ich sehr viel lese und fast alle neuen Werke des Genres kenne. Autoren, deren Werke ich tatsächlich als gut einschätze sind selten und zählen nur mitunter zum Mainstream. Das Buch von Carla Kalkbrenner ist eine Ausnahme. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten. Der Täter war nicht schon nach wenigen Minuten gefunden. Die Sprache ist gehoben und sämtliche Unterhaltungen der Akteure lassen sich mühelos nachvollziehen. Für mich ist es ein Buch, welches ich sehr gerne las und immer mal wieder lesen werde.

Veröffentlicht am 01.12.2018

Ausführlich und bestens recherchiert

Der Hexenjäger
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Bevor die Autorin Astrid Fritz sich dem Schreiben historischer Romane widmete, war sie als Studierende in unterschiedlichen Fächern aktiv. Dazu gehörten unter anderem die Tiermedizin und die Theaterwissenschaft. ...

Bevor die Autorin Astrid Fritz sich dem Schreiben historischer Romane widmete, war sie als Studierende in unterschiedlichen Fächern aktiv. Dazu gehörten unter anderem die Tiermedizin und die Theaterwissenschaft. Beim Verfassen des „Stadtführers von Freiburg“ stieß sie bei der umfangreichen Recherche auf den Namen Catharina Stadellmenin. Diese Frau wurde im Jahr 1599 als „Hexe“ verbrannt und wurde die Hauptperson im ersten Roman von Astrid Fritz.

Auch im hier vorgestellten Buch geht es um vermeintliche Hexen. Der Hexenjäger schildert das Leben einer jungen Frau mit Namen Susanna. Die hatte das Pech, dass sie dem Prior des Dominikanerklosters sehr gut gefiel. Sein Name: Heinrich Kramer und laut eigener Beschreibung ein glühender Verfechter der Verfolgung von Hexen. Laut der von ihm verbreiteten Ansichten gehören diese einer satanischen Sekte an und müssen ausgerottet werden. Hätte Susanna seinem Werben stattgegeben, wäre nichts geschehen. Das konnte sie aber nicht und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Noch nie las ich einen Roman von Astrid Fritz und war gespannt auf das Buch. Das gefiel mir ausgesprochen gut und es wird nicht das letzte sein, welches ich von Astrid lese. Die Gründe sind dabei, dass mir die Sprache sehr gut gefällt. Frau Fritz versteht es ausgezeichnet, den Leser zu unterhalten und fast unbemerkt ihr Wissen um historische Fakten zu vermitteln. Der Anhang im hier vorgestellten Buch ist ausführlich geschrieben und lässt sich fundiert nachvollziehen. Wer denkt, dass er schon alles über die Hexenverfolgung damaliger Zeit weiß, der sollte trotzdem ein Buch von Frau Fritz lesen. Er wird erstaunt sein, wie viele Überraschungen er erlebt.

Veröffentlicht am 01.12.2018

Spannend bis zum letzten Kapitel

Durst (Ein Harry-Hole-Krimi 11)
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Jo Nesbo ist ein schwedischer Schriftsteller, der nicht nur durch seine Figur Harry Hole bekannt wurde. Ich las auch andere Bücher von ihm und wurde bisher nicht enttäuscht.

Im elften Fall der Serie ...

Jo Nesbo ist ein schwedischer Schriftsteller, der nicht nur durch seine Figur Harry Hole bekannt wurde. Ich las auch andere Bücher von ihm und wurde bisher nicht enttäuscht.

Im elften Fall der Serie rund um Harry geht es um einen widerwärtigen Mörder, der es auf alleinlebende Frauen abgesehen hat. Harry ist aus dem Polizeidienst ausgetreten und arbeitet als Referendar an einer Uni. Verheiratet mit seiner großen Liebe Rakel ist Alkohol kein Thema mehr für ihn. Nachdem der Mörder mehrmals zuschlug wird er gebeten, den ermittelnden Kommissaren zu helfen.

Das Hörbuch gefiel mir ausgesprochen gut. Es ist spannend und nicht absolut unglaubwürdig. Okay, dass Mörder Blut ihrer Opfer trinken, ist wohl nicht gerade "normal". Aber welcher Mord ist das überhaupt? Die Stimme von Uve Teschner passt perfekt. Er versteht es, die verschiedenen Charaktere alleine durch die Sprache zu unterstreichen. Ein hervorragendes Hörbuch nicht nur für lange Winterabende.