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Veröffentlicht am 28.12.2023

Ein Leben lang muss man lernen zu lieben

Untreue
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Untreue" war mein erstes Buch von Paulo Coelho, und ich hatte zugegebenermaßen recht hohe Erwartungen, denn dem Autor eilt natürlich sein enormer Bekanntheitsgrad, ja Weltruhm voraus. Insofern war ausgerechnet ...

Untreue" war mein erstes Buch von Paulo Coelho, und ich hatte zugegebenermaßen recht hohe Erwartungen, denn dem Autor eilt natürlich sein enormer Bekanntheitsgrad, ja Weltruhm voraus. Insofern war ausgerechnet dieser Titel vermutlich nicht unbedingt die beste Wahl, mit seinem Werk zu starten, doch davon lasse ich mich definitiv nicht abschrecken, denn der Schreibstil und die psychologische Finesse von Coelho konnte mich trotz der schwierigen für mich sehr unsympathischen Protagonistin überzeugen! Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 31jährige Linda, die auf den ersten Blick alles zu haben scheint, was man sich für ein "perfektes Leben" wünscht. Sie ist angeblich mit ihrem Traummann verheiratet, hat zwei Kider mit ihm, ist beruflich erfolgreich, arbeitet als bekannte Journalistin und zumindest materiell scheint es ihr an nichts zu fehlen. Doch in ihrer Ehe vermisst sie die Leidenschaft und dies führt bei der jungen Frau zu einer ernsthaften Depression. Sie betrügt ihren Ehemann mit Ihrer Jugendliebe, die sie bei einem Interview wiedertrifft. An dem Zwiespalt, in den sie diese Affäre stürzt, die nun beginnt, scheint die Protagonistin zu zerbrechen. Das ganze ist aus Lindas Perspektive in der Ich-Form erzählt, und der Leser erlebt hautnah, wie die Hauptfigur immer weiter in einer Spirale der inneren Zerrissenheit kaputt zu gehen scheint. Stellenweise war ich zugegebenermaßen genervt von Linda und ihrer egoistischen Art, sich in alles rein zu steigern scheint, dass es mir manchmal schwer fiel, das Buch wieder zur Hand zu nehmen, deshalb war ich anfangs geneigt, hier schlechter zu bewerten. Doch der schnörkellose Schreibstil Coelhos und seine psychologische Finesse, wie er es schafft, den Leser in die kranke Gedankenwelt der Protagonistin eintauchen zu lassen, haben mich dennoch derart beeindruckt, dass ich unbedingt zeitnah noch mehr von diesem Autor lesen muss, um zu erfahren, wie er sich anderen Themen nähert.Außerdem haben mich seine Ausführungen zum Thema Untreue, die er in Form der Gedanken Lindas zum Ausdruck bringt, sehr beschäftigt und werden dies vermutlich auch noch länger tun. Aus diesen Gründen vergebe ich 3.5 auf vier aufgerundete Sterne.

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Veröffentlicht am 27.12.2023

Sogartige Spannung

Twelve Secrets -
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Der Debutroman Twelve Secrets hatte bei mir eigentlich keine hohen Erwartungen geweckt, der Klappentext klang einfach spannend, und bereits die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht. So war ich in die ...

Der Debutroman Twelve Secrets hatte bei mir eigentlich keine hohen Erwartungen geweckt, der Klappentext klang einfach spannend, und bereits die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht. So war ich in die Geschichte gestartet. Mit einer absolut sogartigen Spannung hat mich der Autor Robert Gold in seine Story hinein katapultiert, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Investigativjournalist Ben soll ein Trauma seiner Kindheit, nämlich den Tod seines Bruders Nick nochmal in einer Story aufarbeitet, wogegen er sich anfangs mit Händen und Füßen wehrt, letztendlich aber nicht drum herum kommt. Die Handlung ist unheimlich komplex, weißt zahlreiche Geheimnisse auf, die sich in den verschiedenen Handlungssträngen entwickeln. Erst nach und nach wurden mir all das als Leser klar, ich musste ganz genau aufpassen, um keins der zahlreichen Details zu verpassen. Der Schreibstil hat mir genau wie das Cover sehr sehr gut gefallen. Gott sei Dank sieht es so aus, als handelte es sich hier um einen Reihenauftakt, so dass wir uns auf eine Fortsetzung freuen dürfen. An dieser Stelle erst einmal die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.11.2023

Eine junge Frau zwischen Mutterliebe und Spionagetätigkeit

Bevor die Welt sich weiterdreht
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Bereits die Leseprobe hatte mich extrem in den Bann gezogen, die Geschichte der Krankenschwester Johanna, die bei der Pflege eines Soldaten im ersten Weltkrieg in diesen verliebt und schwanger wird, ist ...

Bereits die Leseprobe hatte mich extrem in den Bann gezogen, die Geschichte der Krankenschwester Johanna, die bei der Pflege eines Soldaten im ersten Weltkrieg in diesen verliebt und schwanger wird, ist sehr fesselnd geschrieben. Von Beginn an ist man in der Handlung drin, die Charaktere sind authentisch geschildert, der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm, ich konnte das Buch so gut wie nicht aus der Hand legen! Nachdem der Vater ihres Kindes gefallen ist, kehrt die junge Frau in ihre Heimat in der Schweiz zurück und erhofft sich die Hilfe ihrer Familie, doch kommt es anders als gedacht, denn das Kind wird ihr weggenommen, haben doch ihr Vater und ihre Schwester andere Pläne mit Johanna. Sie soll standesgemäß heiraten und da wäre ein uneheliches Kind nur im Wege. Als ihr eine geheimnisvolle Gräfin verrät zu wissen, wohin man ihre Tochter gebracht haben könnte, lässt sich die junge Frau auf einen Handel ein und als Spionin anwerben. Sie gerät in die Machenschaften der verschiedenen Geheimdienste, alles sehr spannend konzipiert, und auch ein kleiner Schuss Romantik macht das Ganze besonders lesenswert. Dass in Kürze eine TV-Serie basierend auf dieser Geschichte erscheint, freut mich natürlich besonders! Hier gibt es selbstverständlich erst einmal die Höchstbewertung und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.11.2023

Wege aus dem Schmerz - wenn es doch nur so einfach wäre

Wege aus dem Schmerz
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In dem Buch "Wege aus dem Schmerz" von Alan Gordon und Alon Ziv werden dem Leser nicht weniger als bahnbrechende, wissenschaftliche Ansätze zur Heilung chronischer Schmerzen angekündigt. Unendlich viele ...

In dem Buch "Wege aus dem Schmerz" von Alan Gordon und Alon Ziv werden dem Leser nicht weniger als bahnbrechende, wissenschaftliche Ansätze zur Heilung chronischer Schmerzen angekündigt. Unendlich viele Menschen leiden an permanenten Schmerzen der unterschiedlichsten Ursachen, sei es aufgrund von Migräne, Rückenschmerzen und Arthrose, um nur einige Dinge zu nennen. Selbstverständlich greift man als unmittelbar Betroffener zur Lektüre und hat entsprechend hohe Erwartungen. Zuerst werden auf anschauliche Art und Weise die Zusammenhänge zwischen Gehirn und schmerzenden Körperteilen geschildert. Ein einfacher Schreibstil, der auch den Laien alles begreifen lässt, macht das Lesen angenehm, ja sogar unterhaltsam. Dann folgen die Erklärungen zu den vermeintlich neuen Ansätzen, nämlich die sogenannte "Pain Reprocessing Therapy", der Patient soll quasi die "erlernten" Schmerzen wieder "verlernen". Obwohl man zahlreiche Fallbeispiele genannt bekommt und einen sogenannten "Heilungsplan" an die Hand bekommt, fühlte ich mich trotzdem mit allem relativ allein gelassen und empfand alles als sehr theoretisch. Für mich selbst anwenden konnte ich das Gelesene kaum. Bestimmt ist es eine interessante Lektüre, aber ob sie wirklich zu so bahnbrechenden Verbesserungen führt wie angekündigt, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube, es ist ein Buch unter vielen.

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Veröffentlicht am 10.11.2023

Genialer Thriller - ein Highlight

Wie Sterben geht
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Wow - dieser Thriller hat mich wirklich geflasht! Gleich im Vorfeld fand ich sowohl Klappentext als auch das Cover extrem ansprechend, die gezeigte Glienicker Brücke, Symbol der Teilung von Ost und West, ...

Wow - dieser Thriller hat mich wirklich geflasht! Gleich im Vorfeld fand ich sowohl Klappentext als auch das Cover extrem ansprechend, die gezeigte Glienicker Brücke, Symbol der Teilung von Ost und West, aufs Titelbild zu nehmen, war für mich äußerst gelungen! Im Mittelpunkt steht die BND Mitarbeiterin Nina, die fast wie die Jungfrau zum Kind zu einem Agentenjob kommt und somit auch ins Visier der Gegenspionage gerät. Der Autor verwebt hiermit auch eine Liebesgeschichte, was ich alles andere als kitschig, sondern äußerst gelungen empfunden habe. Andreas Pflüger war für mich als Autor neu, seinen Schreibstil mochte ich unglaublich gerne. In fast abgehackten Sätzen, tatsächlich so, als würde man einen Thriller anschauen, katapultiert er einen in die Handlung hinein, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Alle Charaktere sind sehr authentisch skizziert, ich konnte mir alles bildlich vorstellen u. wurde auf extrem spannende Art und Weise unterhalten. Für mich stellt "Wie sterben geht" ein Highlight dar, u. ich spreche sehr gerne eine absolute Leseempfehlung aus!

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