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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2022

Volle Leseempfehlung

Die Mauersegler
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Was für ein Buch! Wow, ich bin tatsächlich komplett begeistert, und kann mir durchaus vorstellen, dieses Buch noch einmal zu lesen, was selten vorkommt, und es bekommt mit Sicherheit einen Platz im realen ...

Was für ein Buch! Wow, ich bin tatsächlich komplett begeistert, und kann mir durchaus vorstellen, dieses Buch noch einmal zu lesen, was selten vorkommt, und es bekommt mit Sicherheit einen Platz im realen Behalteregal. Es hat mich auf eine Art und Weise unterhalten, wie es nur ganz große Erzähler wie Isabel Allende und Gabriel Garcia Marquez es können. Der Name des hiesigen Autors sagte mir zugegebenermaßen bisher rein gar nichts, Schande über mich, das hat sich ja nun Gott sei Dank geändert, und ich werde bestimmt noch mehr von ihm lesen wollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht unser Protagonist Toni, Mitte 50, somit genau in meinem Alter, vielleicht hat mich die Lektüre deshalb auch so sehr berührt. Die Hauptfigur ist Philosophieprofessor, ein Studienfach, das auch ich mir durchaus hätte vorstellen können, er lebt in Madrid, leider war ich tatsächlich noch nie in Spanien, die geschilderten Orte haben mich wahnsinnig interessiert und neugierig gemacht, ich konnte mir alles derart bildlich vorstellen und habe nun große Lust, hinzufahren und mir Madrid selbst anzuschauen. Toni hat beschlossen, sich in einem Jahr das Leben zu nehmen, da er dessen überdrüssig und unglücklich ist. Ihm bleiben noch 365 Tage zu leben, genauso viele Kapitel hat dieses Buch, die Idee fand ich grandios. Der Protagonist lässt sein Leben an sich vorbei ziehen, wir erfahren, dass er eigentlich alle Menschen aus seinem Umfeld hasst, ausgenommen seinen Hund. Da auch ich eine extrem enge Bindung zu meinem Vierbeiner habe, hat mich auch dieser Wesenszug berührt. Anhand seiner Figuren und dem Leben von Toni behandelt Fernando Aramburu essentielle Themen wie Freundschaft, Liebe, Tod, das Älterwerden, Lebensfreude und den Verlust derselbigen. Ich mag seinen Schreibstil sehr, konnte komplett in die Geschichte eintauchen. Für mich war das ganz großes Kino, es gibt für mich die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.09.2022

Spannende Lebensbeichte

Kerl aus Koks
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Zugegebenermaßen hatte ich gar keine großen Erwartungen an dieses Buch, denn Herr Brandner war mir ehrlich gesagt nur am Rande bekannt. Aufmerksam geworden war ich lustigerweise durch das Titelbild von ...

Zugegebenermaßen hatte ich gar keine großen Erwartungen an dieses Buch, denn Herr Brandner war mir ehrlich gesagt nur am Rande bekannt. Aufmerksam geworden war ich lustigerweise durch das Titelbild von dem entzückenden kleinen Kerl auf dem Cover, der mein (Mutter)herz mit seinem verschmitzten Gesichtsausdruck sofort für sich eingenommen hatte. Auch der Schreibstil der Leseprobe hat mir gut gefallen, und so wurde ich auch von der Lektüre des gesamten Werkes nicht enttäuscht. Brandner erzählt seine Geschichte unter einem Alter ego, in Bayern geboren, von der Mutter in den Ruhrpott "verschleppt", sie selbst kümmerte sich offenbar nicht allzu viel um ihn, was Gott sei Dank vom Stiefvater wieder wett gemacht wurde. Dem einen oder anderen mögen die zahlreichen Frauengeschichten zu viel gewesen sein, mich hat es in keiner Weise gestört, ich fühlte mich perfekt unterhalten von Brandners Lebensbeichte, der abwechslungsreiche sehr flüssige Schreibstil hat mich durch das Buch getragen, ich finde, das schreit nach einer Verfilmung. Hier gibt es erst einmal von mir die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.09.2022

Großartiger Auftakt einer neuen historischen Krimireihe

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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Das Cover dieses historischen Krimis hatte mich sofort auf den ersten Blick angesprochen, die schwarz-weiße Sepia Fotografie, die eine Telefonistin im vergangenen Jahrhundert zeigt, hat mir von Beginn ...

Das Cover dieses historischen Krimis hatte mich sofort auf den ersten Blick angesprochen, die schwarz-weiße Sepia Fotografie, die eine Telefonistin im vergangenen Jahrhundert zeigt, hat mir von Beginn an gefallen. Sowohl Klappentext und Leseprobe hatten mich sehr neugierig gemacht, und auch die Lektüre des gesamten Buches hat gehalten, was sie versprach! Im Mittelpunkt steht die junge Alma Täuber, die in den legendären zwanziger Jahren ein sogenanntes Fräulein vom Amt war, und Telefonverbindungen herstellte, diese Arbeit; die mit Sicherheit keine leichte war, hatte mich irgendwie schon immer fasziniert. Mit der Protagonistin hat das Autorinnen Duo, das sich hinter dem Pseudonym Charlotte Blum verbirgt, eine sympathische, sehr authentische Figur geschaffen, die in ihrer Art und ihrem Selbstbewussten ihrer Zeit ein wenig voraus zu sein scheint. Wie Alma sich Widerständen, die ihr als Frau in den Weg gestellt werden, entgegen setzt, hat mir sehr gefallen. Während ihrer Tätigkeit auf dem Amt bekommt sie ein Telefonat mit, bei es offenbar um geheimnisvolle Machenschaften geht, Alma wird hellhörig, hat dies alles mit einer toten Frau zu tun, die in Baden-Baden aufgefunden wird? Da man Alma, due Verdacht schöpft, in Polizeikreisen nicht zu glauben scheint, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Hierbei wird die junge Frau unterstützt von ihrer mehr als sympathischen und extrem aufgeweckten Freundin Emmi, mit der Alma eine Art WG teilt. Auch Polizeianwärter Ludwig, an dem Alma Gefallen gefunden zu haben scheint, kreuzt immer wieder ihren Weg und vertraut ihr offenbar weitaus mehr als seine Kollegen. Die Autorinnen haben einen tollen Reihen Auftakt präsentiert, der perfekt das Flair und die Atmosphäre im mondänen Baden-Baden in den zwanziger Jahren widerspiegelt. Kein reißerischer Actionthriller, eher ruhige unblutige Krimiunterhaltung mit historischem Hintergrund, ich fühlte mich perfekt unterhalten, spreche eine absolute Leseempfehlung aus und freu mich bereits jetzt auf den nächsten Band aus der Feder von Charlotte Blum!

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Veröffentlicht am 18.09.2022

Überzeugender Krimireihen Auftakt im Gastronomie Milieu

Teufelsfrucht
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Ich hatte eigentlich gar keine großen Erwartungen an dieses Buch, aber da ich ein Fan von lokalen Krimis und noch dazu Krimireihen bin, stand dieses hier schon lange auf meiner "Will-ich-unbedingt-lesen" ...

Ich hatte eigentlich gar keine großen Erwartungen an dieses Buch, aber da ich ein Fan von lokalen Krimis und noch dazu Krimireihen bin, stand dieses hier schon lange auf meiner "Will-ich-unbedingt-lesen" Liste. Und ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht! Im Mittelpunkt steht Xavier Kieffer, ein sehr sympathischer Koch und Restaurant Inhaber, der mit seiner Gaststätte in Luxemburg ansässig ist. Ich war zugegebenermaßen noch nie in dieser Gegend und habe trotzdem das verwendete Lokalkolorit als sehr angenehm und gelungen empfunden und konnte mir die geschilderte Atmosphäre sehr gut vorstellen. Als in Kieffers Gasthof ein Gastrokritiker tot zusammen bricht, unser Protagonist sogar als Täter eines vermeintlichen Mordes in Verdacht gerät, wird der Koch selbst zum Ermittler. Die Krimihandlung ist nicht unbedingt durchweg spannend; was meiner Leseunterhaltung keinerlei Abbruch getan hat. Eher im Gegenteil, diese Art von unaufgeregten unblutigen Lokalkrimis fällt exakt in mein Beuteschema. Da ich selbst aus der Spitzengastronomie komme, haben mir die vielen verwendeten Fachbegriffe besonders gut gefallen. Überhaupt hat der Autor einen tollen, sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der die Lektüre äußerst kurzweilig gestaltete. Auf jeden Fall werde ich diese Reihe weiter verfolgen, und spreche außerdem eine Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 13.09.2022

Hin und her gerissen

Das neunte Gemälde
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Bei diesem Buch "Das neunte Gemälde" von Andreas Storm bin ich hin und her gerissen, was die Bewertung angeht. Normalerweise bin ich mir doch sicher, hat es mir gefallen oder nicht, hier schwanke ich und ...

Bei diesem Buch "Das neunte Gemälde" von Andreas Storm bin ich hin und her gerissen, was die Bewertung angeht. Normalerweise bin ich mir doch sicher, hat es mir gefallen oder nicht, hier schwanke ich und kann auch gar nicht so einfach auf den Punkt bringen, woran es gelegen hat. Positiv ist auf jeden Fall, dass sich der Autor an ein brisantes und wichtiges Thema, nämlich Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg, gemacht hat, deshalb hatte ich mich für die Lektüre entschieden, da ich einen spannenden Krimi erwartet hatte. Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen, jedes Kapitel wird mit Ort und Jahreszahl überschrieben, das gibt einem wenigstens eine recht gute Orientierung, wann und wo wir uns befinden. Trotzdem habe ich mich mit dem Lesen nicht leicht getan, was zum einem am ausufernden oft zu detailreichen Schreibstil, aber auch den vielen unterschiedlichen handelnden Personen und dem extremen Fachjargon aus der Kunstszene, schwierig für einen Laien wie mich, gelegen hat. Der Protagonist Lennard Lombert, wenn auch etwas sperrig und distanziert, was seinen Charakter und den Eindruck, den ich von ihm hatte betrifft, trotzdem mochte ich ihn irgendwo, weil er im Gegensatz zu manch anderem Ermittler aus aktuellen Krimis nicht rotzig frech, sondern sehr gebildet und stilvoll daher kommt. So war auch die Sprache des Autors angenehm gewählt und gehoben, teilweise aber eben auch zu kompliziert, so dass sich das Buch nicht einfach so weg lesen lässt, sondern extreme Konzentration erfordert, u. ich manchen Satz tatsächlich zweimal lesen musste, um bei der Stange zu bleiben. Der Kunstexperte Lombert wird also zum Ermittler, macht sich auf die Suche nach einem vermissten, dem sogenannten neunten Gemälde, was verbirgt sich dahinter? Er gerät in BKA-Untersuchungen, das Ganze erstreckt sich über mehrere Generationen, an und für sich wirklich eine tolle Idee, ein origineller Plot, wie ich fand, aber leider hat der Autor das Potential nicht ausgeschöpft, obwohl er Fiktion und Realität gekonnt verknüpfen konnte, aber mir hat einfach die Spannung gefehlt!

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