Gemeinsam einsam?
Gedankenspiele über die EinsamkeitMit der Reihe „Gedankenspiele über ...“ lädt der Droschl Verlag dazu ein, alltägliche Themen neu zu betrachten und ihnen mit Neugier und Offenheit nachzuspüren. In „Gedankenspiele über die Einsamkeit“ ...
Mit der Reihe „Gedankenspiele über ...“ lädt der Droschl Verlag dazu ein, alltägliche Themen neu zu betrachten und ihnen mit Neugier und Offenheit nachzuspüren. In „Gedankenspiele über die Einsamkeit“ widmet sich Milena Michiko Flasar einem Gefühl, das wohl jeder Mensch kennt und das doch selten so differenziert betrachtet wird.
Flasar gehört für mich zu den Autorinnen, die scheinbar mühelos über alles schreiben können. Ihre Gedanken wirken nie schwer oder belehrend, sondern leicht, klar und einladend. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, ihr beim Nachdenken zuzuhören und gleichzeitig meinen eigenen Gedanken nachzuhängen. Vielleicht lese ich Milena Michiko Flasar deshalb so gerne, weil ihre Texte etwas in mir zum Klingen bringen. Sie regen zum Nachdenken an und wirken oft noch lange über die letzte Seite hinaus nach.
Einsamkeit beschreibt sie nicht als bloßen Mangel an Gemeinschaft, sondern als etwas, das untrennbar zum Menschsein dazugehört. Nähe und Distanz, Verbundenheit und Alleinsein stehen dabei nicht im Widerspruch zueinander, sondern bedingen sich gegenseitig.
Besonders gefallen hat mir, dass Flasar keine fertigen Antworten liefert. Stattdessen eröffnet sie Denkwege, denen man folgen, widersprechen oder die man für sich selbst weiterspinnen kann. Gerade in ruhigen Momenten entfaltet das Büchlein seine besondere Wirkung.
Fazit:
Ein kluges, feinfühliges Gedankenspiel über ein Thema, das uns alle betrifft. Ein Buch zum Innehalten, Nachdenken und Wieder-zur-Hand-Nehmen.