Eine neue Perspektive
Ein guter Blick fürs BöseEin guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott führt ins Kalifornien des Jahres 1966 und stellt drei Frauen in den Mittelpunkt: Margo, Bev und Elsie.
Ihr Leben scheint zunächst gewöhnlich, bis die Polizei ...
Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott führt ins Kalifornien des Jahres 1966 und stellt drei Frauen in den Mittelpunkt: Margo, Bev und Elsie.
Ihr Leben scheint zunächst gewöhnlich, bis die Polizei vor der Tür steht und ihre Ehemänner als Serienmörder verhaftet werden. Von einem Moment auf den anderen verlieren sie nicht nur ihre Partner, sondern auch ihren Platz in der Gesellschaft. Obwohl sie nichts von den Taten wussten, geraten sie selbst unter Verdacht und werden ausgegrenzt.
Durch ihr gemeinsames Schicksal finden die drei zueinander und geben sich Halt in einer Welt, die ihnen mit Misstrauen begegnet. Als in ihrer Umgebung erneut Frauen ermordet werden und die Ermittlungen der Polizei ins Leere laufen, beginnen Margo, Bev und Elsie, eigene Fragen zu stellen und schließlich selbst nach Antworten zu suchen. Denn niemand war niemand war jemals näher an Serienmörder dran als sie.
Elisabeth Arnotts Geschichte eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf das Krimigenre: Drei Frauen, die einst an der Seite von Mördern lebten, ohne es zu wissen, rücken hier selbst ins Zentrum der Geschichte und genau darin liegt die besondere Stärke des Romans.
Eingebettet in die 1960er-Jahre wird schnell deutlich, wie sehr das Leben der Protagonistinnen von gesellschaftlichen Erwartungen geprägt ist. Es ist eine Zeit, in der Frauen sich ihren Platz erst erkämpfen müssen, während männliche Dominanz den Alltag bestimmt. Diese Dynamik zieht sich spürbar durch die Geschichte und macht das Lesen stellenweise fast schwer auszuhalten. Besonders in den kleinen, fast beiläufigen Szenen zeigt sich diese Schieflage eindrücklich – etwa wenn Beverley ihren Geliebten umsorgt, ihn versorgt wie ein Kind, während er dieses Verhalten ganz selbstverständlich erwartet.
Arnotts Figuren bleiben dabei zunächst auf Distanz. Ihre Entscheidungen wirken nicht immer greifbar, ihre Beweggründe teils unklar. Doch genau darin liegt auch eine Entwicklung: Mit fortschreitender Handlung gewinnen Margo, Bev und Elsie an Tiefe, werden verständlicher, greifbarer und letztlich auch stärker.
Neben den leisen, gesellschaftskritischen Tönen überzeugt der Roman auch durch seine Spannung. Die geschickt gesetzten Wendungen und Spannungsbögen tragen mühelos durch die Geschichte. Immer wieder meint man, der Lösung näher zu kommen nur um am Ende völlig überrascht zu werden.
Fazit:
Ein Krimi, der nicht nur unterhält, sondern mit gesellschaftskritischen Aspekten auf sich aufmerksam macht.