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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2019

spannender, nervenkitzelnder Thriller

Der Kastanienmann
0

In Kopenhagen hält der „Kastanienmann“ die Medien und Bevölkerung in Atem. Kommissarin Naia Thulin und ihr vorübergehend zugeteilter Kollege Mark Hess werden an einen Tatort gerufen, der für grosse Aufregung ...

In Kopenhagen hält der „Kastanienmann“ die Medien und Bevölkerung in Atem. Kommissarin Naia Thulin und ihr vorübergehend zugeteilter Kollege Mark Hess werden an einen Tatort gerufen, der für grosse Aufregung sorgt. Im Wald wurde eine junge entstellte Frauenleiche aufgefunden. Über ihr hat der Täter sein Markenzeichen „ein Kastanienmännchen“ aufgehängt, das den beiden Kommissare sowie dem kriminaltechnischen Team ein grosses Rätsel aufgibt. Das Besondere an diesem Kastanienmännchen ist, dass ein Fingerabdruck entdeckt wurde, der von einem verschwunden Mädchen stammt, das vor einem Jahr entführt wurde – nämlich die Tochter der Politikerin Rosa Hartung. Der Täter dieser Entführung wurde ziemlich rasch festgenommen, verhört und nach seinem Geständnis verurteilt. Einzig, wo er die Leiche des Mädchens vergraben hat, an diesen Ort kann er sich nicht mehr erinnern. Es dauert nicht sehr lange, bis ein weiterer Mord geschieht, und ein zweites Kastanienmännchen vorgefunden wird.

Sören Sveistrup hat mit „der Kastanienmann“ einen Debüt-Thriller zum Besten gebracht, der es in meinen Augen absolut in sich hat. Sein ausführlicher und lebendiger Schreibstil hat mich förmlich in die Geschichte hineingezogen. Die beiden eigenwilligen Ermittler haben anfänglich ziemlich Mühe mit ihrer Zusammenarbeit. Mit der Zeit ergibt sich diese Schwierigkeit, doch ihr Ermittlungsstil wird von ihrem Vorgesetzten mehr gerügt als gelobt. Dies hält die beiden jedoch nicht ab, sich immer wieder zu fragen, was steckt wirklich dahinter. Als weitere Morde geschehen, wo wiederum ein weiteres Kastanienmännchen zurückgelassen wurde, glauben sie immer mehr, dass die Morde und die Entführung des Mädchens einen Zusammenhang haben.

Der Spannungsbogen beginnt schon im Prolog mit einem langen zurückliegenden Fall. Mit vielen dramatischen und vielseitigen Entwicklungen, sowie falschen Spuren wird der Leser immer wieder in die Irre geführt. Die Auflösung des Falles war so stark beschrieben, dass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin. Wer sich hinter dem Täter versteckte und seine Beweggründe, haben mich ziemlich nachdenklich zurückgelassen. Zum Teil haben sie mich richtiggehend wütend gemacht. Erst fast am Schluss werden die vielen Fragen und Unklarheiten schlüssig und nachvollziehbar erklärt.
Fazit:
Dieser Thriller hat mich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen überzeugt. Für Thrillerfans eine absolute Leseempfehlung

Veröffentlicht am 14.11.2019

Spannend, mystisch, tödlich

Totenstille
1

Die junge Journalistin Tuva Moodyson ist erst kürzlich aus London nach Schweden in das kleine Städtchen Gavrik zurückgekehrt, wo sie einen Job bei der Lokalzeitung findet. Ihrer schwerkranken Mutter zuliebe, ...

Die junge Journalistin Tuva Moodyson ist erst kürzlich aus London nach Schweden in das kleine Städtchen Gavrik zurückgekehrt, wo sie einen Job bei der Lokalzeitung findet. Ihrer schwerkranken Mutter zuliebe, hat sie diesen Weg gewählt, um möglichst viel Zeit mit ihr zusammen noch zu verbringen. Im nahen gelegenen Utgard-Wald nicht weit weg von Mossen wird eine männliche Leiche gefunden. Das besondere Merkmal ist, dass ihm beide Augen entfernt wurden. Schon vor 20 Jahren wurden Männer erschossen und deren Augen entfernt. Alle in Grafik denken, dass der Medusa-Mörder zurückgekehrt ist, der seinerzeit nie gefunden wurde. Vielleicht könnte es aber auch einen Nachahmungstäter handeln. Wo steht da ein Zusammenhang? Tuva sieht ihre Chance gekommen, über diese Morde zu schreiben. Ein Aufgabe, in die Tuva sich besessen stürzt.
Obwohl sie gehörlos ist, findet sie dank ihren Hörgeräten und dem Lippenlesen immer einen Weg, ihre eigenen Recherchen zu verfolgen. Ihre Urangst vor dem tiefen dunklen Wald versucht sie mit allen Mitteln zu überwinden. Viele Bewohner Gavriks sind jedoch von ihrer schroffen und direkten Art überhaupt nicht begeistert, was auch ich unterstützen kann.

Das Cover widerspiegelt für diesen Kriminalroman eine fast friedliche Idylle. Das einzige was vielleicht ins Auge springt, sind die dunklen Wolken und Rabenvögel, die auf ein dunkles Geheimnis hinweisen. Warum der Täter Medusa-Killer genannt wird, ist für mich ein Rätsel geblieben.

Will Deans Schreibstil hat einen einfachen und klaren Schreibstil. Auffällig sind die vielen teilweisen sehr ausführlichen Beschreibungen einer Situation oder Gegenstandes. Auch die weiteren darin vorkommenden Personen sind hervorragend ausgearbeitet und beschrieben. Ich konnte sie mir bildlich vorstellen. Trotzdem ist leider der mittlere Teil etwas langatmig und füllend ausgefallen. Wie mehr ich mich jedoch dem Schluss näherte, umso schwungvoller endete das Buch. Ja, die Ereignisse überschlugen sich förmlich. Manchmal war es so spannend, dass ich fast vergessen habe zu atmen.

Ein spannender Krimi, der ein paar Fragen unbeantwortet lässt, was mich störte. Trotzdem würde ich mich freuen, sollte es eine Fortsetzung geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 07.11.2019

van Veeterens Herausforderung

Der Verein der Linkshänder
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Ende der 50er Jahre haben vier junge Linkshänder den „Verein der Linkshänder“ gegründet. Untereinander haben sie sich wohl gefühlt. Mit der Zeit haben sie sich etwas aus den Augen verloren, bis im Jahr ...

Ende der 50er Jahre haben vier junge Linkshänder den „Verein der Linkshänder“ gegründet. Untereinander haben sie sich wohl gefühlt. Mit der Zeit haben sie sich etwas aus den Augen verloren, bis im Jahr 1991 vier von ihnen bei einem Hotelbrand um Leben kamen. Der fünfte verschwand. Van Veeteren und sein Team haben dazumal diesen Fall übernommen und aufgeklärt. Für sie war schnell klar, die fünfte Person war der Täter. Im Jahr 2012 kam dann Mr Zufall ins Spiel, als eine Leiche in der Nähe des Hotels im Wald gefunden wurde. D.h. der wahre Mörder läuft immer noch frei herum. Van Veeteren wird informiert, dass sie sich dazumal geirrt haben und der Fall ganz anders verlaufen ist. Ausgerechnet kurz vor seinem 75. Geburtstag – der Fall wird neu aufgerollt.

Der Einstieg ins Buch ist mir nicht gerade leicht gefallen. Doch mit der Zeit fand ich diesen Roman immer spannender. Geholfen haben mir die relativ kurzen Abschnitte mit den Titeln. So ist es mir gelungen, den roten Faden nicht zu verlieren und eine gewisse Übersicht zu behalten.

Wie er die Geschichte präsentiert sowie sein ganz spezieller Schreibstil einfach genial. Gespickt mit humoristischen Einlagen, gibt dem Ganzen nicht ganz ein so betrübtes Bild. Es hat in meinen Augen nur wenige Durststrecken, wo ich gefunden habe, so müsste es nicht sein. Auf über 600 Seiten habe ich mich gefragt, wer ist denn jetzt der wahre Mörder? Nach dem letzten Mord, als dann auch Barbarotti und Eva Backmann ins Team geholt werden, lüftet sich langsam die ganze Nebelgeschichte. Die vielen Puzzle-Teile die sie gesammelt haben, können endlich zu einem schlüssigen Bild zusammengeführt werden.

Auf der literarischen Seite finde ich diesen Roman ein Highlight. Frühere Romane von Nesser haben mich nicht immer so überzeugt. Das Cover ist mit seinen Seeufern strömt etwas Beruhigendes aus. Die Dunst- und Nebelschleier lassen ahnen, dass es sich hier um einen vertrackten Fall handeln könnte.

Das neueste Werk von Nesser empfehle ich gerne weiter, denn es ist absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 14.10.2019

ein Krimi mit viel Lokalkolorit

Schuldacker
2

Der dritte Fall mit Tenbrink und Bertram scheint anfänglich einfach zu lösen. Das Opfer Paul Winterpacht stand selbst wegen eines Tötungsdelikts vor Gericht. Für diesen Totschlag wurde er nur mit einer ...

Der dritte Fall mit Tenbrink und Bertram scheint anfänglich einfach zu lösen. Das Opfer Paul Winterpacht stand selbst wegen eines Tötungsdelikts vor Gericht. Für diesen Totschlag wurde er nur mit einer Bewährungsstrafe verurteilt, was viele nicht verstanden. Viel zu human. So glaubten viele, dass sich hier jemand aus der Familie gerächt hat. Doch diese Familie gehört der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten an, die keine Gewalt kennen, eher verzeihen. Die Ermittlungen gestalten sich ziemlich schwierig und konfus. Weitere Dorfbewohner gehören der selbsternannten „Landwehr“ an, die vom Lokalreporter Gerd Nollmann geleitet wird. Viele Aussagen und Spuren, doch keine konkrete Ergebnisse, bis es zu einem weiteren Mordopfer kommt.

Zur Abwechslung mal ein nicht allzu blutiger Krimi, dafür sehr viel Lokalkolorit. Die einzelnen Charakteren, speziell die beiden Kommissare, sind gut ausgearbeitet. Die beiden haben ab und zu nicht die gleiche Meinung. Genau das macht es aus, dass sie gut zusammen arbeiten und harmonieren. Das Münsterland und seine Dorfbewohner mit ihren Eigenheiten spielen eine grosse Rolle zum eigentlichen Krimi. Von Kapitel zu Kapitel steigt die Spannung. Bis fast zum Schluss bin ich nicht drauf gekommen, wer der Täter ist und was seine Beweggründe waren. Der angenehme lockere Schreibstil von Tom Finnek gefällt mir.
Ein nicht alltäglicher fast unblutiger Krimi, wie ich ihn für Zwischendurch gerne mag. Der Krimi endet mit einem Cliffhanger, da bin jetzt schon gespannt, was mich erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2019

Jagd auf einen brutalen, gnadenlosen Serienmörder

Lazarus
0

Joona Linnas steht wieder am Anfang, denn nach seiner Meinung und Intuition ist sein grösster Herausforderer und Serienkiller Jurek Walter nicht tot. Saga Bauer, die total überzeugt ist, dass er tot ist, ...

Joona Linnas steht wieder am Anfang, denn nach seiner Meinung und Intuition ist sein grösster Herausforderer und Serienkiller Jurek Walter nicht tot. Saga Bauer, die total überzeugt ist, dass er tot ist, wird schon bald eines Besseren belehrt. Einige Spuren weisen darauf hin, dass Jurek wiederum einen willigen und brutalen Helfer gefunden hat, der in seinem Auftrag Jagd nach speziellen Opfern macht. Joona bleibt nichts anderes übrig, als seine Tochter Lumi, gemäss seinem Notfallplan, in Sicherheit zu bringen. Deshalb tauchen er und Lumi vorerst unter. Auf sich allein gestellt versuchen Saga Bauer und ihr Partner Nathan diesen emotionslosen, kaltblütigen Killer zu stellen. Schnell müssen sie einsehen, dass er ihnen immer einen Schritt voraus ist. Dadurch gerät auch die Familie von Saga in höchste Gefahr. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als diese umgehend in Sicherheit zu bringen. Die grosse Frage, gelingt es Joona und Saga ihre Liebsten zu schützen?

Gleich in den ersten Seiten geschieht ein brutaler Mord. Geht dieser auf das Konto von Jurek Walter. In sehr kurzen Kapiteln beginnt eine Mordsserie, die halb Schweden in Aufruhr bringt. Als Leser tappt man Langezeit im Dunkeln. Die Autoren verstehen es sehr gut, eine Spannung aufzubauen, die einem fast den Atem nimmt. Regelrecht wird man durch die Seiten gepeitscht. Die fast 640 Seiten habe ich in kürzester Zeit verschlungen. Bis zum Schluss hofft man, dass die Opfer befreit werden können. Vor allem Saga muss einen sehr harten Schicksalsschlag verkraften.

Die einzelnen Figuren sind wiederum sehr vielschichtig und tiefgründig beschrieben. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich deren Angst selbst in mir spürte. Der rasante und klare Schreibstil unterstützt das ganze Geschehen sehr gut.

Eines ist klar, „Lazarus“ ist kein Thriller für Zartbesaitete. Es fliesst viel Blut und die Taten sind sehr nachhaltig beschrieben. Warum ich nur 4 Sterne gebe hat damit zu tun, dass die Täter überirdische Fähigkeiten haben und die Abläufe der Taten.

Die letzten 100 Seiten haben es absolut in sich. Selbst ich war froh, dass es jetzt vorbei ist oder doch nicht? Bin mal gespannt, wie es weitergeht.