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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2026

SChwierige Ermittlungen

Die Mallorca-Kommissarin - Schatten über Calvià
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„...Was sie gesehen hatte, wäre besser ungesehen geblieben…“

Dieser Satz im Prolog bezieht sich auf ein Gemälde. Er baut sofort Spannung auf.
Die Autorin hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Obwohl ...

„...Was sie gesehen hatte, wäre besser ungesehen geblieben…“

Dieser Satz im Prolog bezieht sich auf ein Gemälde. Er baut sofort Spannung auf.
Die Autorin hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, hatte ich kein Problem der Handlung zu folgen.
Der Schriftstil sorgt für den hohen Spannungsbogen, unter anderen durch die kurzen Kapitel.
Die Kommissarin Thea besucht in Palma zusammen mit ihrer Freundin Becca die Vernissage der jungen Künstlerin Juna. Die Bilder werden wie folgt charakterisiert.

„...Weiche Linien im Diskurs mit kraftvollen Farben formten Landschaften oder Gesichter, die an einer Stelle brachen und sich aufzulösen schienen…“

Als die beiden Frauen am nächsten Tag die Künstlerin in ihrer Wohnung besuchen wollen, ist sie tot. Im Haus finden sie Bilder, die Kopien eines bekannten Gemäldes von Goya sind. Der Fall landet bei David, dem Freund von Thea., denn Thea selbst befindet sich im Sabbatical. Das hindert sie aber nicht daran, sich umzusehen und die richtigen Fragen zu stellen.
Da die Vermutung einer Fälschung von Gemälden nahe liegt, wird Luca, ein Experte auf dem Gebiet, hinzugezogen. Seine Aufgabe ist es, in Galerien zu recherchieren. Da es auch um deutsche Galeristen geht, nimmt er Thea mit.
Das Buch vermittelt mir eine Menge an Informationen über den Kunstmarkt. So erfahre ich unter anderem, wie Preise zustande kommen.
Ein Galerist verweist die Ermittler an einen Gutachter, weil ein Gemälde zu völlig überhöhten Preis verkauft wurde.

„...Selbst mit aggressiven Marketing liegt seine Marktwert bei höchstens einer Million. Und das auch nur, weil er gerade im Trend liegt…“

Bei Luca schrillen alle Alarmglocken. Doch der Fall hat nichts mit dem Mord zu tun. David und sein Team kommen nicht voran. Thea stellt fest:

„...In diesem Punkt tickten sie ähnlich. Wenn ein Fall sie gepackt hatte, verbissen sie sich darin, bis er gelöst war…“

Es gibt zwei Verdächtige, doch keine Beweise. Bei der Observation wird es für David und Thea gefährlich.
Es gilt noch einige Klippen zu umschiffen, bis endlich der Täter gestellt ist.
Der Krimi hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Schöner historischer Roman

Karolinenhöhe
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„...Um sie her war ein Gewirr unterschiedlicher Sprachen, von denen sie keine einzige erkannte oder gar verstand. Frauen in gerüschten Kleidern, Männer in teuren Anzügen, bevölkerten die Bahnhofshalle ...

„...Um sie her war ein Gewirr unterschiedlicher Sprachen, von denen sie keine einzige erkannte oder gar verstand. Frauen in gerüschten Kleidern, Männer in teuren Anzügen, bevölkerten die Bahnhofshalle mit ihrem Mosaikfußboden…“

Die Krankenschwester Ida ist in Baden - Baden angekommen. Sie hat in Berlin alles hinter sich gelassen und hofft nun auf eine Anstellung in der Naturheilanstalt Lichtental auf der Karolinenhöhe.
Die Autorin hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er passt zu den historischen Gegebenheiten des Jahres 1910.
Im Einstellungsgespräch lernt Ida das Prinzip der Lebensreform kennen. Es geht um vegetarische Ernährung und die Nutzung von Licht, Luft und Wasser Man bewegt sich leicht bekleidet oder nackt im Freien. Einige der Regeln gelten auch für die Angestellten.

„...Sie werden noch viel lernen müssen. Aber die Substanz ist vorhanden, darauf können wir aufbauen. Und ich empfinde Sie als offenen Menschen, der bereit ist zu lernen…“
Einige der Gäste mit ihren Beschwerden werden genauer vorgestellt. Nicht jeder ist gewillt, sich dem Prinzip unterzuordnen.
Auch Ida ist zwiegespalten. Einerseits macht ihr die Arbeit Freude, sie fühlt sich leicht und beschwingt und weiß die frische Luft nach dem Berliner Grau zu schätzen. Andererseits würde sie gern einmal die Regeln brechen. Sie sind ihr zu strikt.
Ida lernt Carl kennen. Die beiden diskutieren eifrig über den angeblichen Widerspruch zwischen Naturverbundenheit und Technik.

„...Das war es, was Ida an Carl zu schätzen begann. Er konnte unerträglich herablassend und belehrend sein, aber welcher Mann war das nicht? Jedenfalls keiner, den Ida kannte. Gleichzeitig hatte er Humor und nahm sich selbst nicht so ernst...“.
Eduard Enslinger, der Direktor der Anstalt, weiß genau, was er will. Das macht er auch dem Pfarrer deutlich, der sich wegen der Nacktheit der Patienten beschwert. Das Gespräch habe ich mit leichtem Schmunzeln gelesen.
Das Buch bezieht seine innere Spannung aus den komplexen Beziehungen der Protagonisten und aus unerwarteten Wendungen im Geschehen. Ida gewinnt zunehmend an Selbstbewusstsein. Sie weiß nun, was sie will.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Reise ins Nichts

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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„...Das nächste Blatt zeigte eine Meerlandschaft. Wenn er die Augen leicht zusammenkniff, glaubte er wahrzunehmen, wie das Wasser sich in der Bucht kräuselte…“

Wir schreiben das Jahr 1822. Gregor MacGregor ...

„...Das nächste Blatt zeigte eine Meerlandschaft. Wenn er die Augen leicht zusammenkniff, glaubte er wahrzunehmen, wie das Wasser sich in der Bucht kräuselte…“

Wir schreiben das Jahr 1822. Gregor MacGregor hat gerade sein Buch vollendet, ein Buch, das Menschen für wenig Geld ein Paradies für die Zukunft vorgaukelt.
Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist abwechslungsreich. Er passt sich der jeweiligen Situation an.
Dass Geschehen wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der eine beginnt im Jahre 1816. Damals wurde General MacGregor durch seinen Marsch auf Barcelona zum Sieger der Befreiungskrieg. Die Kriegsereignisse werden sehr detailliert beschrieben. MacGregor erscheint aber auch hier schon als ein Mann, der nur sein Ziel vor den Augen hat. Das Schicksal seiner Untergebenen lässt ihn kalt. Die Härte der Ereignisse darf ich vor allem mit den Augen von Liam betrachten, der dem Hunger seiner irischen Heimat entfliehen wollte und nun den Hunger des Krieges kennenlernt. Im Gegensatz zum General zeigt er Empathie gegenüber anderen.
Der zweite Handlungsstrang fängt im Jahre 1822 an. Die Kaufmannstochter Julie aus Frankfurt hat sich in den Pferdeknecht Carl verliebt. Sie hatte das Privileg, mit ihrem Bruder gemeinsam Unterricht zu erhalten, allerdings nur in ausgewählten Fächern. Ihr Vater begründet das so:

„...Wenn sie eine gute Partie machen wolle, dürfe sie nicht so schlau daherkommen, hatte der Vater sie gewarnt, übermäßiges Wissen lasse eine Frau nur naseweis wirken…“

Als der Vater hinter das Verhältnis kommt, entlässt er Carl und präsentiert Julie Justus als neuen Kandidaten. Doch die lehnt ab, stellt sich stur und folgt Carl bis London. Dort erkaufen sie sich vom MacGregor einen Platz auf einem seiner Schiffe und ein Stück Land in Poyais.. Mit ihnen reist Jim, der in Schottland ein Sägewerk hat und Mahagoniholz aus dem neuen Land vermarkten will.
Sehr genau erfahre, ich gekonnt die Passagiere manipuliert wurden. Auf dem Schiff gibt es schon einen Theaterdirektor und einen Banker für den Neuanfang.
Die Ankunft katapultiert die Menschen in eine bittere Realität. Vorhanden ist buchstäblich nichts. Es gibt auch keinen Ansprechpartner. Jeder geht mit der Katastrophe anders um. Resignation macht sich breit. Das Klima ist ungewohnt. Medizin fehlt. Nahrung ist begrenzt.
Die Verhältnisse werden sehr realistisch geschildert. Die innere Spannung ergibt sich aus den unterschiedlichen Vorstellungen der Passagiere und ihren Reaktionen. Nur wenige kämpfen um einen Ausweg aus der prekären Lage.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie durch Skrupellosigkeit und Geldgier die Gutgläubigkeit und Naivität geschickt ausgenutzt und manipuliert werden kann.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Spannender Kindeerkrimi

Bolle und die Bolzplatzbande: Das Römergrab
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„...Willst du auf Conchita eine Weile aufpassen? Ich habe nämlich eine Reise gebucht und kann sie nicht mitnehmen…“

Das kommt für Laura überraschend. Damit hätte sie nie gerechnet, als der weiße Pudel ...

„...Willst du auf Conchita eine Weile aufpassen? Ich habe nämlich eine Reise gebucht und kann sie nicht mitnehmen…“

Das kommt für Laura überraschend. Damit hätte sie nie gerechnet, als der weiße Pudel auf sie zulief. Die Frau kennt sie eigentlich gar nicht.
Die Autorin hat einen spannenden Kinderkrimi geschrieben. Der Schriftstil ist kindgerecht und gut verständlich.
Im Mittelpunkt stehen Laura, Wladi, Semi und Kevin. Wladi hatte Laura angerufen, weil es bei Bolle ein Problem gab. Der aber ist plötzlich verschwunden.
Die Kinder machen sich auf die Suche nach Bolle. Dabei stoßen sie auf eine Baustelle mit einem alten Römergrab, dass Bolle bewachen sollte. Dort wurde ein Hundeskelett gefunden und das ist nun auch nicht mehr da.
Gleichzeitig muss Laura ihren Eltern irgendwie verklickern, dass sie einen Hund in Obhut hat. Wegen ihrer kleinen Schwester könnte das schwierig werden.
Die Geschichte ist abwechslungsreich und voller überraschender Wendungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Oma Käthe ermittelt wieder

Die stummen Turteltauben von Sylt
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„...Hinnerk nahm einen weiteren kräftigen Zug von seiner Pfeife und schloss die Augen. Er wollte viel lieber die morgendlichen Sonnenstrahlen genießen, die sich auf seinem Gesicht und der Terrasse breitmachten, ...

„...Hinnerk nahm einen weiteren kräftigen Zug von seiner Pfeife und schloss die Augen. Er wollte viel lieber die morgendlichen Sonnenstrahlen genießen, die sich auf seinem Gesicht und der Terrasse breitmachten, statt mit Käthe solche Lappalien zu diskutieren…“

Aber wenn Käthe einmal in Fahrt ist, ist sie schwer zu bremsen. Und das Thema Spitznamen oder Kosenamen beschäftigt sie gerade.
Der Autor hat erneut einen humorvollen Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker. Er bringt das Flair an der Nordsee gut rüber.
Als Hinnerk eine Sirene hört, ist er ganz schnell weg. Käthe folgt ihm. Am Strand treffen sie auf Kriminalkommissar Nils, Hinnerks Sohn, und zwei Leichen. Eine davon ist Nils` ehemalige Grundschullehrerin. Nils ist alles andere als begeistert von der Ankunft seines Vaters.

„...Papa! Vergiss es. Du bist im Ruhestand. Und jetzt verweise ich dich des Tatorts. Auf der Stelle…“

Die Kriminalpolizei geht von Suizid oder erweiterten Suizid aus. Als aber die beste Freundin der Toten sich bei Hinnerk meldet, ist dem klar, dass es Mord sein muss. Er nimmt die Ermittlungen selbst in die Hand. Der Gerichtsmedizinerin entlockt er geschickt das Ergebnis der Obduktion.
Für den Fall gibt es zwei Ansätze. Zum einen ist es die Familie, zum anderen war die Tote auf einem Datingportal unterwegs. Dort legt sich Käthe ein Profil zu.
Die Treffen von Käthe mit den Partnern sind manchmal zum Schreien komisch. Natürlich wirkt das Ganze dabei etwas überspitzt.
Auch bei der Familie darf Käthe ihre schauspielerischen Leistungen einsetzen. Erstaunlich, wie sie dabei mit all ihren Lügen durchkommt. Sie muss nur aufpassen, dass sie sich nicht selbst widerspricht. Den Befragten fallen nicht einmal zeitliche Ungereimtheiten auf.
Es gibt immer wieder überraschende Wendungen. Dafür sorgt auch Ellen, Hinnerks Schwester, die mit Käthe meist im Clinch liegt.
Natürlich lösen die beiden Senioren den Fall.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich köstlich amüsiert.

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