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Veröffentlicht am 29.04.2026

Frauen wollen gesehen werden

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt
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„...Wenn eine große Idee geboren wird, ist es immer interessant zu sehen, wer die Weichen zur rechten Zeit gestellt hat – oder nicht?…“

Mit dieser Frage auf einer der ersten Seiten des Buches werde ich ...

„...Wenn eine große Idee geboren wird, ist es immer interessant zu sehen, wer die Weichen zur rechten Zeit gestellt hat – oder nicht?…“

Mit dieser Frage auf einer der ersten Seiten des Buches werde ich in die Geschichte eingeführt, die im Jahre 1810 in Berlin beginnt.
Die Autorin hat einen abwechslungsreichen und sehr gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der gehobene Schriftstil passt sich an die Zeitverhältnisse an. Er beinhaltet außerdem zwei Besonderheiten. Jedes Kapitel beginnt mit dem Ausschnitt aus einem Märchen. Dann folgen erste Gedanken der Chronistin, deren Name bis zum Schluss im Dunklen bleibt. Auch zwischendurch meldet sie sich, um historische Zusammenhänge gekonnt zu vertiefen.
In der Geschichte begegnen mir viele historische Persönlichkeiten, die mit kurzem Lebenslauf am Anfang des Buches vorgestellt werden.
Die eigentliche Handlung beginnt im literarischen Salon der Frau von Grotthuis. Dort trifft man sich zu Gesprächen. Man diskutiert die Rolle der Frau in den Dramen Shakespeares und erfährt Neues über die Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Die Frauen haben es satt, nur eine schöne Staffage zu sein und sich auf gewisse Themen beschränken zu müssen.
Es ist die Zeit der Napoleonischen Kriege. In Berlin wird die Universität eröffnet.

„...Diese Universität steht für Freiheit. Was wir heute eröffnen, ist kein gewöhnlicher Ort der Wissenschaft. Sie ist nicht nur eine Keimzelle von Wissen, sondern eine Stätte der Erhebung….“

Damit lehnt sich Fichte in seiner Eröffnungsrede weit aus dem Fenster. Er plädiert für Bildung. Aber Frauen bleibt der Zugang verwehrt.
Die Frauen suchen nach eigenen Wegen, um sichtbar zu werden. Die junge Annette von Droste – Hülshoff möchte zu den erlesenen Kreis gehören. Sie interessiert sich für Politik. Ihr Großvater aber ermahnt sie:

„...Politik verlangt Stärke und Standhaftigkeit, Eigenschaften, die dem Wesen der Frau fremd sind. Verstricke dich nicht in Bereiche, die dir fremd sind…“

Sehr gut wird dargestellt, wie es zur Gründung der Liga kommt, wie neue Mitglieder aufgenommen werden, mit Widersprüchen und unterschiedlichen Meinungen umgegangen wird und welche Wege gefunden werden, um auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings ist das immer eine Spagat zwischen aktiven Handeln und verdeckten Operationen. Die Reaktionen der Herren nämlich sind heftig.

„...Aber wenn ein Stein erst einmal ins Rollen kommt, dann sei demjenigen Gnade gegeben, der sich davor legt…“

Ausführlich wird im Roman auch darüber berichtet, wer alles an der Sammlung der Märchen beteiligt war und welche Gedanken man sich darüber gemacht hat, wie sie geändert werden könnten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es beleuchtet ein bisher wenig beachtetes Stück Geschichte.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Vielfältige Einblicke in Südkorea

Schlaflos in Seoul
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„...Bis heute ist Südkorea der einzige UN-Mitgliedsstaat, der sich von einem Entwicklungshilfeempfänger zu einem Geberland gewandelt hat…“

Dieser Satz befindet sich auf der ersten Seite des Buches. Gleichzeitig ...

„...Bis heute ist Südkorea der einzige UN-Mitgliedsstaat, der sich von einem Entwicklungshilfeempfänger zu einem Geberland gewandelt hat…“

Dieser Satz befindet sich auf der ersten Seite des Buches. Gleichzeitig wird dort dargelegt, was das konkret für das Land bedeutet. Wie aber sieht man das, wenn man als Deutsche im Land lebt? Die Autorin beschreibt ihre Zeit in Seoul auf lockere, humorvolle und manchmal leicht chaotische Art.
Die behandelten Themen sind vielschichtig. Es gibt eine Menge an historischen Fakten, vor allem dann, wenn die Wirkungen der Ereignisse oder Regeln bis heute anhalten. Wie formulierte es ein koreanischer Freund?

„...Was sich in Seoul nicht innerhalb weniger Monate ändert, ändert sich nie oder höchstens ganz langsam…“

Deutlich wird, dass jeder, der nicht koreanisch spricht, schnell an Grenzen stößt. Englisch wird nicht überall verstanden. Allerdings sind seit dem Zeitpunkt, wo die Autorin in Seoul war, einige Jahre vergangen.
Hart ist das Arbeitsleben in Korea. Jeder muss Tag und Nacht erreichbar sein. Der Chef bestimmt, wann der Arbeitstag endet.

„...Flache Hierarchien sind unbekannt. Koreanische Chefs regieren ihr Büro wie kleine Diktatoren. Was sie sagen, wird nicht als Vorschlag oder Anregung angesehen, sondern als Gesetz...“

Natürlich erfahre ich auch eine Menge über das Alltagsleben der jungen Generation. Hochzeiten, Umgang mit Alkohol oder Schwiegermütter sind Themen. Die Autorin verschweigt auch nicht die vielen Fettnäpfchen, in die sie getreten ist.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Hier werden kulturelle Unterschiede pointiert und auf leichte Art dargestellt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Spannend

Die drei ??? Kids 41 - Insel der Haie
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„...Eine richtige Pirateninsel? Und wir sollen sie bewachen?….“

Justus, Peter und Bob sind begeistert. Zusammen mit Peters Vater sollen sie die Gerätschaften einer Filmcrew auf Shark Island, der Insel ...

„...Eine richtige Pirateninsel? Und wir sollen sie bewachen?….“

Justus, Peter und Bob sind begeistert. Zusammen mit Peters Vater sollen sie die Gerätschaften einer Filmcrew auf Shark Island, der Insel der Haie, bewachen. Angeblich befindet sich dort der Schatz des Piraten Pim Paul.
Der Autor hat ein spannendes Abenteuer geschrieben. Der Schriftstil ist kindgerecht, die Handlung leicht verständlich.
Auf der Insel bekommen sie zuerst von einem Mitarbeiter erklärt, was bei Filmaufnahmen zu beachten ist.

„...Niemand darf verletzt werden. Deshalb muss man bei allem so tun, als ob und deshalb sind Filmaufnahmen ja auch so wahnsinnig teuer…“

Dann ist plötzlich Peters Vater verschwunden. Jetzt nimmt der Spannungsbogen Fahrt auf. Die Handlung überrascht durch unerwartete Wendungen. Die drei Kids lassen sich eine Menge einfallen, um Peters Vater zu finden.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Überraschungen auf Malta

Ein Sommer auf Malta
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„...Den Start in ihr neues Leben auf Malta hatte sich Linda entspannter vorgestellt, aber gut. „Wenn immer alles glatt geht, hat man hinterher nichts zu erzählen“, hätte ihre Mutter dazu gesagt…“

Der ...

„...Den Start in ihr neues Leben auf Malta hatte sich Linda entspannter vorgestellt, aber gut. „Wenn immer alles glatt geht, hat man hinterher nichts zu erzählen“, hätte ihre Mutter dazu gesagt…“

Der Start des Flugzeugs wird begleitet von Babygeschrei. Obwohl Linda es ablehnt, wird ihr ein neuer Platz zugewiesen, damit Mutter und Kind mehr Raum haben.
Die Autorin hat eine lockerleichte Geschichte geschrieben, die aber auch wichtige Fragen des Zusammenlebens thematisiert. Der Schriftstil lässt sich flott lesen.
Nach der Trennung von ihrem Freund hat sich Linda für vier Wochen um einen Job als Englischlehrerin auf Malta beworben. Sie wird eingestellt. Bevor sie mit der Arbeit beginnt, findet aber noch die Hochzeit ihrer besten Freundin Claire mit dem Sizilianer Enzo auf Malta statt.
Im Flugzeug erhält Linda einen Platz neben Clive. Der ist Scheidungsanwalt. Das erste Gespräch der beiden ist sehr amüsant und bringt die Gegensätze gekonnt auf den Punkt. Trotzdem gibt er Linda einige Ratschläge.

„...Wenn überhaupt leihen Sie sich einen Kleinwagen, sonst bleiben Sie früher oder später in einem der immer enger werdenden Häusergassen stecken wie ein Fisch in der Reuse. Und Sie brauchen gute Nerven, denn die Malteser lieben das Gaspedal…“

Noch weiß Linda nicht, wie oft sie Clive in Malta wiedersehen wird. In der Sprachschule macht ihr Niko den Hof.
Und dann kommt für sie eine unangenehme Überraschung. David, ihr Ex, hat es geschafft, ebenfalls eine Einladung zur Hochzeit zu bekommen. Seine manipulative Art sorgt für erhebliche Unruhe. Linda kann ihrer Freundin nicht lange böse sein.

„...Claire sprühte vor Lebensfreude und Energie, war dazu ein echter Kumpel und immer da, wenn man sie brauchte, aber sie liebte es auch, zu provozieren…“

Ganz nebenbei erfahre ich Etliches über Malta. Mit den Protagonisten besuche ich nicht nur die Strände.
Viele gut ausgearbeitete Gespräche sorgen für eine kontinuierlichen Fortgang der Geschichte. Dabei spielen nicht zuletzt der Umgang miteinander und die Vorrtellungen von einem Zusammenleben eine Rolle.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Spannend und informativ

Ein Ort, der bleibt
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„...und spätestens bis zu Beginn der Sommersemesters wird den Nazi aufgefallen sein, wie auslaugend Monokulturen sind. Wenn nur braune Köpfe denken, kommt nichts Fruchtbares dabei heraus. Und ein stramm ...

„...und spätestens bis zu Beginn der Sommersemesters wird den Nazi aufgefallen sein, wie auslaugend Monokulturen sind. Wenn nur braune Köpfe denken, kommt nichts Fruchtbares dabei heraus. Und ein stramm ausgestreckter rechter Arm wird weder Getreide pflanzen noch Äpfel pflücken…“

Der jüdische Botaniker Professor Alfred Heilbronn sollte sich irren. Da hilft ihm auch seine Ironie nichts. Noch im Jahre 1933 überredet ihn seine Frau Magda, das Angebot an die Universität nach Istanbul anzunehmen.
Die Autorin hat einen spannenden und gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Dadurch entfaltet sich das Leben in Istanbul wie ein Bild vor meinen Augen.
Die innere Spannung ergibt sich aus den politischen Verhältnissen und den komplexen Beziehungen der Protagonisten. Kurze Abschnitte und schnell wechselnde Handlungsorte tragen ebenfalls dazu bei.
Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Am Anfang gibt es kurze Rückblende. Nur so ist die Entwicklung mancher Protagonisten nachzuvollziehen.

„...Iss Honig und frag nicht nach der Biene…“

Dieses türkische Wort hört die wissbegierige Mehrpares schon in ihrer Kindheit. Trotzdem hat sie die Möglichkeit, das erste Mädchengymnasium in Istanbul zu besuchen. Sie steht auch vor der Schule, als diese abbrennt.
Unter dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk wird viel Wert auf die Entwicklung von Bildung und Forschung gelegt. Dazu werden ausländische Wissenschaftler in die Türkei eingeladen. Das ermöglicht vielen jüdischen Wissenschaftlern, Deutschland den Rücken zu kehren. Auch ihnen wurde mit dem Buch ein Denkmal gesetzt.
Alfred und Magda Heilbronn leben sich schnell in Istanbul ein. Magda lernt die Sprache und fertigt Übersetzungen an. Der Sohn Hans beginnt ein Medizinstudium. Nur Antje wird in der Deutschen Schule gemobbt, da auch hier nationalsozialistischen Gedankengut Einzug gehalten hat. Auf dem Gelände des ehemaligen Mädchengymnasiums entsteht eine botanischen Forschungsinstitut und ein Garten, der Pflanzen aus aller Welt enthält. Mehrpares wird zu Alfreds Assistentin und schreibt ihre Doktorarbeit.
Ich mag den feinen Humor der Geschichte. Lassen wir mal Magda, noch in Deutschland, zu Wort kommen.

„...Den Doktortitel verschweigt sie. Kerle, die so einfältig sind, sich in diese Uniform stecken zu lassen, können mit akademischen Graden ohnehin nichts anfangen. Insbesondere, wenn der Doktor einen Frauennamen vorangestellt ist…“

In der Rahmenhandlung wird die Städteplanerin Imke an der Seite des Architekten Kai nach Istanbul geschickt. Es wird eine Gutachten über Fortbestand oder Abriss des Instituts und die Zukunft des Gartens erwartet. Dadurch erhalte ich einen Einblick in die heutigen Verhältnisse in der Türkei.
Auch Alfred und seine Familie erleben eine Türkei der Widersprüche. Vor allem nach dem Tode von Atatürk scheint vieles in der Schwebe. Noch ist dass Land im Spiel der Mächtigen neutral.
Im Anhang gibt es jeweils einen kurzen Lebenslauf zu den historischen Personen und ergänzende Informationen der Autorin. Vorn befindet sich eine Karte von Istanbul.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es arbeitet ein Stück eher unbekannter Geschichte auf. Die Kombination von Privatleben und beruflicher Entwicklung der Protagonisten finde ich gelungen.

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