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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2023

Vi ses i Österlen

In Schweden stirbt es sich am schönsten
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Zum Inhalt:
Peter Vinstons Urlaub wird unterbrochen, als die Leiche des Trödlers Nalle auf einem Antikmarkt gefunden wird. Auf Bitte der dortigen Polizei ermittelt er ein zweites Mal gemeinsam mit Tove ...

Zum Inhalt:
Peter Vinstons Urlaub wird unterbrochen, als die Leiche des Trödlers Nalle auf einem Antikmarkt gefunden wird. Auf Bitte der dortigen Polizei ermittelt er ein zweites Mal gemeinsam mit Tove Esping. Dass Peters Exfrau und deren Mann Gastgeber einer Antik-Show sein werden, bedeutet Fluch und Segen zugleich: Einerseits bekommen Peter und Tove Informationen aus erster Hand zu möglichen Mord-Motiven, andererseits fällt es insbesondere Peter schwer, Berufliches und Privates streng zu trennen.

Mein Eindruck:
Das Autorenduo de la Motte und Nilsson bietet perfekte Unterhaltung in wunderbarer Umgebung. Insbesondere Schweden-Liebhaber wissen, dass Antik-Märkte und dazu passende Fernsehshows (die oft in schöner Kulisse ausgestrahlt werden), ein wichtiger Teil der dortigen Lebensweise sind. An- und Verkauf gebrauchter Gegenstände hat nichts Anrüchiges, sondern ist so normal wie Zimtschnecken und Fleischbällchen. Das Zusammenspiel unterschiedlichster Charaktere macht noch mehr Spaß als im ersten Teil und dass einige Figuren ihr Wiedersehen feiern, gefällt. Wie im richtigen Leben trifft man sich auf kleiner Fläche wieder. Weitere Pluspunkte sind die perfekte Anzahl Charaktere, die genug Tiefe haben, um interessant zu sein, viele Motive, welche die Leser verwirren und dadurch einige Möglichkeiten für die Person, die letztendlich für alles verantwortlich ist. So knobelt man bis zum gut hergeleiteten Schluss, der mit seiner Auflösung im Verdächtigen-Kreis an Hercule Poirot oder - für jüngere Menschen - Death in Paradise erinnert.

Mein Fazit:
Der nächste Urlaub kommt bestimmt! Hoffentlich!!

Veröffentlicht am 11.06.2023

Guter Start

Totes Moor
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Zum Inhalt:
Vor Jahren verschwand die Jugendliebe Janosch Janssens und sein Vater wurde von einer übereifrigen Polizistin in den Selbstmord getrieben. Jetzt ist Janosch selbst Gesetzeshüter und Matildas ...

Zum Inhalt:
Vor Jahren verschwand die Jugendliebe Janosch Janssens und sein Vater wurde von einer übereifrigen Polizistin in den Selbstmord getrieben. Jetzt ist Janosch selbst Gesetzeshüter und Matildas Leiche wird von Wanderern im Moor gefunden. Grund genug, sich in die Ermittlungen einzumischen. Selbst dann, wenn das bedeutet, ausgerechnet mit Diana Quester, der Polizistin von damals, zusammenzuarbeiten.

Mein Eindruck:
Es gibt den üblichen Polizisten mit Problemhintergrund und es gibt Janosch Janssen. Lars Engels schafft es, eine Figur, die es wirklich nicht leicht mit familiären und beruflichen Herausforderungen hat, trotzdem lebensnah und vor allen Dingen optimistisch zu zeigen. Zudem erdenkt sich Engels für seine Figuren eine Umgebung, die zwar dörflich, aber nicht mit Hinterwäldlern ausgestattet ist: Man kennt sich, man hilft sich und schließt die Reihen gegen alles, was dem Gekungel schaden könnte. Das könnte zu einer gewissen Tristesse führen, doch dem wirkt Engels gekonnt mit einem spitzbübischen Humor entgegen. Der Silberstreif an Janoschs persönlichem Horizont lässt auf für die Leser weitere amüsante Momente in kommenden Krimis hoffen.

Mein Fazit:
Die noch ausbaufähigen Figuren machen jetzt schon Spaß

Veröffentlicht am 11.06.2023

Perfekt

The Catch – Sie sagt, er sei perfekt. Doch ich weiß, dass er lügt ...
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Zum Inhalt:
Ein Traummann - so denkt die Tochter. Ein Albtraummann - denkt der Vater. Denn dieser entdeckt Seiten an Ryan, die ihm nicht gefallen. Leider handelt es sich um Gefühle und nicht um Tatsachen ...

Zum Inhalt:
Ein Traummann - so denkt die Tochter. Ein Albtraummann - denkt der Vater. Denn dieser entdeckt Seiten an Ryan, die ihm nicht gefallen. Leider handelt es sich um Gefühle und nicht um Tatsachen und Ed bemüht sich verzweifelt, seine Tochter Abbie davon zu überzeugen, dass Ryan nur ein Trugbild ist. Oder ist letztendlich sein Gefühl ein falsches?

Mein Eindruck:
T.M. Logan schafft es meisterhaft, die Leser ebenfalls im Unsicheren zu lassen. Auch diese zweifeln, wem sie glauben sollen - dem zunehmend paranoiden Ed oder seiner abgeklärten Familie. Dieses Wechselbad der Gefühle führt zu einer wunderbaren Spannung und das direkt, sofort und ohne Blut, Schweiß und Tränen. Das Grauen kommt langsam, dann jedoch gewaltig und mündet in ein furioses Finale. Damit ist dieses Buch ein absolut perfektes Exemplar der Gattung "Psychothriller".

Mein Fazit:
Ein klares Ja zur Fingernagelmodellage

Veröffentlicht am 11.06.2023

Leichte Opfer gesucht

Nordwestschuld
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Zum Inhalt:
Als eine Frau mittleren Alters vermisst gemeldet wird, tauchen die Knochen einer anderen Verschwundenen auf. Beide haben im Internet die Liebe gesucht und sind auf nigerianische Verbrecher ...

Zum Inhalt:
Als eine Frau mittleren Alters vermisst gemeldet wird, tauchen die Knochen einer anderen Verschwundenen auf. Beide haben im Internet die Liebe gesucht und sind auf nigerianische Verbrecher reingefallen. Deren Geschäftsprinzip beruht auf dem Vorgaukeln von Gefühlen, um ihre Opfer finanziell auszubeuten.

Mein Eindruck:
Svea Jensen durchsetzt ihren Kriminalroman mit - wie sie im Abspann schreibt - echten Kontaktversuchen, denen sie ausgesetzt war. In ihrem Buch versieht sie die weiblichen Opfer mit durchaus unterschiedlichen sozialen Hintergründen und stellt dabei klar, dass keiner vor den abgefeimten Methoden sicher ist und auch Bildung nicht schützt. Dass sie das Machtgefüge der nigerianischen Mafia und die Abhängigkeiten dort ebenfalls thematisiert, kommt ihr besonders zur Ehre. Denn bei allem Abscheu wird deutlich, dass ein Ausstieg aus dem Milieu nicht möglich ist und jeder Fehler tödlich sein könnte. Das Privatleben ihrer Ermittler lässt Jensen nicht zu kurz kommen, - störend wirkt es aber nicht. Denn Probleme sind hier da, um in Angriff genommen zu werden und kein Lückenfüller, um eine Verlags-Seitenvorgabe zu erfüllen.

Mein Fazit:
Geht unter die Haut

Veröffentlicht am 11.06.2023

JGA

One of the Girls
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Zum Inhalt:
Lexi will heiraten und ihre beste Freundin Bella organisiert den Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel. Dort müssen Braut und fünf Freundinnen erkennen, dass einige Lebenslügen ...

Zum Inhalt:
Lexi will heiraten und ihre beste Freundin Bella organisiert den Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel. Dort müssen Braut und fünf Freundinnen erkennen, dass einige Lebenslügen und Geheimnisse nicht nur die Beziehungen untereinander in Gefahr bringen... bis schließlich eine Leiche geborgen werden muss.

Mein Eindruck:
Die Idee, zwei Sprecherinnen einzusetzen ist sehr gelungen. Die eine bringt die Geschichte aus der Sicht einer der Frauen in der dritten Person voran; die andere reflektiert in der ersten Person quasi als gemeinschaftliches Über-Ich aus der Zukunft die Geschehnisse auf der Insel. Letztere lässt die Leser rätseln, wer denn nun gestorben ist, erstere bringt einem Gedanken und Gefühle der Beteiligten nah. Clarke gibt sich viel Mühe, die Nebel nur langsam zu lüften und schießt an einigen Stellen dann doch über das Ziel hinaus. Alles für eine gute Story und den unerwarteten Twist. Der Schluss kommt dann letztendlich nicht ganz so überraschend wie gewünscht und es ist etwas zu viel Zuckerguss dabei. Doch gut unterhalten fühlt man sich von dem Roman auf jeden Fall und die Urlaubsstimmung grüßt ganz eifrig.

Mein Fazit:
Im wahrsten Sinne des Wortes eine sehr gute Urlaubslektüre