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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2022

Endlich Urlaub

Das Hotel - ein Mysterythriller
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Zum Inhalt:
Gute Bücher lesen, in den Wellen plantschen und ansonsten endlich einmal dem Nichtstun frönen, - so hat sich Alice ihren Aufenthalt im All-Inclusive-Resort vorgestellt. Seltsam ist nur, dass ...

Zum Inhalt:
Gute Bücher lesen, in den Wellen plantschen und ansonsten endlich einmal dem Nichtstun frönen, - so hat sich Alice ihren Aufenthalt im All-Inclusive-Resort vorgestellt. Seltsam ist nur, dass sie sich das Gelesene einfach nicht merken kann, noch komischer, dass plötzlich ein renitenter Teenager verschwindet und das noch nicht einmal den Eltern auffällt. Kurz: Es ist etwas faul im Staate Urlaubsglück und Alice beginnt zu forschen. Gegen alle Widerstände.

Mein Eindruck:
Viele Bücher im Bereich der Spannungsliteratur versuchen es, nur wenigen gelingt es: Einen echten Moment der Verblüffung zu erzeugen! „Das Hotel“ ist so ein Buch. Frau von Haderer verführt ihre Kundschaft auf fantastische Weise dazu, sich während des Lesens verschiedene Möglichkeiten zu erdenken, um dann alle wieder einzukassieren. Der Spannungsaufbau gelingt ihr dabei mühelos, ihre Charaktere verhalten sich (vor allen Dingen mit dem Wissen um ihr Wesen im Nachhinein) stringent und auch die Art und Weise, wie die Autorin ganz profan ihr sprachliches Handwerk beherrscht, ist aller Ehren wert.
Ein absoluter Pageturner, der zum Nachdenken anregt. Ganz ohne politisch korrekten Zeigefinger und Belehrung. Super.

Mein Fazit:
Vor und hinter den Kulissen der perfekte Urlaubs(lese)spaß

Veröffentlicht am 03.08.2022

Täter und Opfer

Willkommen in Wisewood
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Gefangen
Zum Inhalt:
Nat ist eine erfolgreiche PR-Frau mit einem privaten Kümmernis: Sie hat schon seit einiger Zeit nichts mehr von ihrer Schwester Kit gehört, die sich zu einem Selbstfindungsseminar ...

Gefangen
Zum Inhalt:
Nat ist eine erfolgreiche PR-Frau mit einem privaten Kümmernis: Sie hat schon seit einiger Zeit nichts mehr von ihrer Schwester Kit gehört, die sich zu einem Selbstfindungsseminar auf einer abgelegenen Insel angemeldet hat. Doch dann trifft überraschend eine Email mit alarmierendem Inhalt ein und Nat macht sich auf den Weg nach Wisewood, um ihre Schwester vor einer bitteren Erkenntnis zu schützen.

Mein Eindruck:
Bei diesem Buch musste ich direkt an eine meiner Lieblingsserien ”Death in Paradise” denken, in der an einer Stelle ein Klassiker der Weltliteratur falsch zitiert wird: ”Jeder erschafft sich seine eigenen Frankensteins“. Denn genau das passiert in diesem Buch: Erziehungsmethoden und wohlgemeintes Verhalten führen dazu, dass im Grunde möglicherweise liebenswerte Menschen auf ihrem weiteren Lebensweg falsch abbiegen und zu manischen und gefährlichen Kotzbrocken mutieren, die ihrerseits ihr Umfeld manipulieren. Dieser Aspekt ist der Autorin sehr gelungen. Was weniger gefällt ist der Klappentext, der ein völlig falsches Bild der Insel zeichnet, - die Personen können sehr wohl die Insel verlassen, manche wollen es nur nicht mehr und sträuben sich gegen eine Veränderung des Status Quo. Dadurch ergibt sich gegen Ende so mancher Bruch, den man als Leser/in nicht unbedingt nachvollziehen kann oder möchte und der eher dem Gedanken „jetzt werde ich noch richtig einen raushauen“ geschuldet ist als einem befriedigenden Abschluss einer zumeist elegant erdachten Story.

Mein Fazit:
Bis kurz vor Schluss richtig klasse

Veröffentlicht am 02.08.2022

Spaßig

Dunkle Gemäuer
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Zum Inhalt:
Bei einer Verfilmung in „True-Crime“-Umgebung verschwinden erst Requisiten und dann die Kamerafrau Mona. Die Produktionsfirma will sich mit der Sabotage nicht abfinden und engagiert die Detektivin ...

Zum Inhalt:
Bei einer Verfilmung in „True-Crime“-Umgebung verschwinden erst Requisiten und dann die Kamerafrau Mona. Die Produktionsfirma will sich mit der Sabotage nicht abfinden und engagiert die Detektivin Suzanne, welche ihren Mitarbeiter Harry als Klein-Schauspieler einschleust. Als Monas Leiche gefunden wird, vertieft sich Suzanne in die Ermittlung, obwohl die Polizei und Staatsanwaltschaft davon nicht angetan sind. Denn anders als der geistergläubige Regisseur vermutet sie den Täter im Hier und Jetzt.

Mein Eindruck:
Julia Bernard ist die Komposition aus Spannung und Humor in ihrem badisch-schwäbischen Heimatkrimi gut gelungen. Ihre Figuren sind liebenswert aber nicht albern und weder sie noch ihre Charaktere verheddern sich in den diversen Nebenschauplätzen, die sich Bernard erdenkt. Egal ob chaotisches Privat- oder Liebesleben, künstlerische Differenzen am Set oder Gekabbel am Arbeitsplatz, - für alles finden sich ein guter Ansatz und eine noch bessere Begründung. Keine Figur ist unnötig (auch die tierischen haben ihre Berechtigung) und insbesondere bei Harrys Gehversuchen in der Filmwelt werden die Lachmuskeln trainiert. Die Aufklärung der Taten ist stimmig und nachvollziehbar; die mordende Person kann beim Lesen erschlossen werden. Der Cliffhanger zum Schluss ist allerdings echt gemein, - man blättert um und es kommt…. nichts!

Mein Fazit:
Schon wegen des Cliffhangers möchte man das nächste Buch sehr gerne sehr schnell in Händen halten

Veröffentlicht am 02.08.2022

Nicht spannend

P.S. Morgen bist du tot
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Zum Inhalt:
Chloe ist Psychopathin und hat als solche für die Mitwirkung an einem speziellen Programm ein Stipendium erhalten. Das kommt ihr auch deshalb sehr gelegen, weil ihr Vergewaltiger aus Jugendtagen ...

Zum Inhalt:
Chloe ist Psychopathin und hat als solche für die Mitwirkung an einem speziellen Programm ein Stipendium erhalten. Das kommt ihr auch deshalb sehr gelegen, weil ihr Vergewaltiger aus Jugendtagen ungestraft an derselben Uni studiert. Der Wunsch, Will am Jahrestag des Verbrechens zu töten wird dadurch gefährdet, dass jemand beginnt, die Studenten aus dem Psychopathen-Programm zu ermorden.

Mein Eindruck:
Entweder liegt es am fehlenden Psychopathen-Gen oder –ganz im Gegenteil – vielleicht besitze ich es sogar: Diese Geschichte hat mich nicht berührt. Die Idee mit dem Countdown ist gut und zu Beginn fiebert man mit Chloe, der Protagonistin des Buches, doch der zweite Handlungsstrang lenkt sehr bald vom ersten ab. Zusätzlich versucht die Autorin für die beiden Hauptnebenfiguren, die gemeinsam mit Chloe das Rätsel um die Mordserie aufzuklären gedenken, einen schwierigen familiären Hintergrund zu etablieren; ein bisschen Liebe gibt es als Sahnehäubchen dazu. Doch wegen inhaltlicher Übersättigung plätschert dann jeder Teil oberflächlich vor sich hin, nichts geht in die Tiefe und die ganzen Tode lassen einen kalt (die Gefühle übrigens ebenfalls). Einen echten Höhepunkt sucht man ebenfalls vergebens, - das Buch ist zu Ende und man fühlt sich wie nach dem Genuss von Fastfood – okay, während man es isst, hungrig danach.

Mein Fazit:
Kann man lesen, muss man aber nicht

Veröffentlicht am 27.07.2022

Ultraspannend, ultrabrutal

Die Rache der Väter
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Zum Inhalt:
Ein schwules Ehepaar wird ermordet. Die Väter der beiden - einer - Buddy Lee - weiß, der andere - Ike - schwarz, beide mit krimineller Vergangenheit - tun sich zusammen, um die Täter zu finden, ...

Zum Inhalt:
Ein schwules Ehepaar wird ermordet. Die Väter der beiden - einer - Buddy Lee - weiß, der andere - Ike - schwarz, beide mit krimineller Vergangenheit - tun sich zusammen, um die Täter zu finden, da die Polizei ihrer Meinung nach zu schnell aufgibt. Dabei bedienen sie sich aller Mittel, - gerne einmal auch illegal.

Mein Eindruck:
Cosby schreibt sehr mitreißend und sorgt dafür, dass seine Leser nicht nur schnell in der Geschichte versinken, sondern auch voll Mitgefühl mit seinen Protagonisten über die ein oder andere brutale Szene hinweggucken. Schließlich ist es für den guten Zweck und der heiligt oft die Mittel. Dass beide Männer einen Lernprozess durchmachen - früher waren sie von der Homosexualität ihrer Söhne abgestoßen und haben sie für krankhaft gehalten - ehrt die Charaktere. Leider belässt der Autor es nicht dabei, sondern bringt zusätzlich noch Rassismus ins Spiel. Natürlich liegt alles nur an den bösen Weißen, wenn Ike Probleme hat und keinesfalls an seiner kriminellen Vorgeschichte und der Art, wie er sich Problemen stellt, wenn sie beispielsweise in Form eines baggernden Typen in einer Schwulenbar auftauchen.
Doch abgesehen von diesen belehrenden Teilen ist "Die Rache der Väter" ein rasanter Thriller mit guter Botschaft, liebenswerten Charakteren, abstoßenden Bösewichtern - Grautöne gibt es nicht - und dem perfekten Schluss. Wenn die moralische Keule eine Nummer kleiner ausfällt, ist das nächste Buch von Cosby ein Fall für den Wunschzettel.

Mein Fazit:
Leichen pflastern ihren Weg, - Spaß macht es trotzdem