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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2026

Ein vorläufiger würdiger Abschluss

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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An den vorläufig letzten Teil der Reihe bin ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge rangegangen – denn eigentlich möchte ich gar nicht, dass Art Meyer aus meinem Leben verschwindet. In diesem ...

An den vorläufig letzten Teil der Reihe bin ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge rangegangen – denn eigentlich möchte ich gar nicht, dass Art Meyer aus meinem Leben verschwindet. In diesem Band begleiten wir ihn nun vorerst ein letztes Mal auf der Suche nach der Wahrheit hinter dem Verschwinden des Kanzlers Henrik Westphal.

Schon ab der ersten Seite wird man wieder mitten ins Geschehen geworfen und die Spannung ist quasi mit Aufklappen des Buches direkt vorhanden. Durch die Perspektivwechsel erleben wir erneut eine rasante Jagd voller überraschender Wendungen und gut platzierter Plot-Twists mit ein paar ordentlichen glaubwürdigen Emotionen oben drauf.

Besonders gut gefallen hat mir die Geschichte rund um die junge Frau Kessy und der Blickwinkel außerhalb des politischen Geschehens – aus der Sicht einer zunächst unbeteiligten Person, die plötzlich doch mitten ins Geschehen hineingezogen wird.

Der Schreibstil ist wie gewohnt grandios. So viele Handlungsstränge schlüssig miteinander zu verknüpfen und dabei die Spannung über eine so hohe Seitenzahl hinweg konstant hochzuhalten, ist für mich eine echte Kunst. Den Schluss hab ich nicht kommen sehen und hätte ihn mir anders gewünscht aber wer weiß, vielleicht ist das ja noch nicht das Ende…

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Fordernd, psychologisch stark und stimmig

Home Before Dark
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Auf den ersten Seiten lernen wir Marsi kennen und erfahren von ihrem geheimnisvollen Brieffreund, den sie bis heute noch nie getroffen hat – der aber vermutlich etwas mit dem Tod ihrer Schwester zu tun ...

Auf den ersten Seiten lernen wir Marsi kennen und erfahren von ihrem geheimnisvollen Brieffreund, den sie bis heute noch nie getroffen hat – der aber vermutlich etwas mit dem Tod ihrer Schwester zu tun hat. Ein stärkeres Motiv herauszufinden, was passiert ist, gibt es also wohl kaum für sie. Auch hat mir gefallen, dass Marsis Gefühle dabei total offengelegt wurden: ihre innere Zerrissenheit, ihre Schuldgefühle und diese ständige Unsicherheit, was sie eigentlich glauben kann und was nicht. Die Belastung ist hoch und als Leser merkt man, wie sie immer mehr den Halt verliert.

Im ersten Drittel hatte ich noch etwas Probleme mit den vielen Namen und den ständigen Zeitsprüngen, aber das hat sich mit jeder Seite gelegt. Vor allem die Perspektive aus der Vergangenheit rund um ihre Schwester Stina hat noch mal zusätzliche Spannung und wichtigen Kontext reingebracht.

Das Ende hat mich dann tatsächlich noch mal positiv überrascht und am Schluss hat vieles Sinn ergeben – auch wenn die Geschichte insgesamt stark auf die Psyche ausgelegt ist, was ich aber ziemlich gut und gelungen fand.

Fazit: Eine etwas fordernde, aber am Ende überraschend stimmige Geschichte mit starkem psychologischen Fokus. Da geht auf jeden Fall eine Empfehlung raus!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Grundsätzlich nicht neu aber innerhalb dieser vertrauten „Insel-Thriller“-Konstellation ganz unterhaltsam

Bachelorette Party
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Als perfektes Setting dient eine abgelegene Insel, die eine geheimnisvolle Vergangenheit mit sich trägt. Dadurch liegt von Beginn an ein gewisser grauer Schleier über der scheinbar glamourösen Oberfläche. ...

Als perfektes Setting dient eine abgelegene Insel, die eine geheimnisvolle Vergangenheit mit sich trägt. Dadurch liegt von Beginn an ein gewisser grauer Schleier über der scheinbar glamourösen Oberfläche. Auch die Isolation auf der Insel trägt maßgeblich zu der dichten und teils beklemmenden Atmosphäre bei und verstärkt das Gefühl, dass sich die Figuren ihrer Situation nicht entziehen können.

Besonders Tessa sticht mit ihrem Podcast hervor. Sie nimmt eine Außenseiterrolle ein, wirkt zugleich aber wie die Einzige Vernünftige, die bestimmte Zusammenhänge hinterfragt und nicht alles einfach hinnimmt. Ihre Sicht hab ich gerne gelesen. Auch entsteht durch sie eine interessante Dynamik innerhalb der Gruppe. Die anderen Figuren waren hingegen alle sehr blass und eher schwer auseinanderzuhalten.

Den flüssigen Schreibstil mit den kurzen Kapiteln hab ich insgesamt sehr gemocht. Die Geschichte baut kontinuierlich eine leise, unterschwellige Spannung auf. Diese entlädt sich schließlich in einem zentralen Plot, den ich ganz interessant aber auch ein bisschen übertrieben fand.

Das Setting, die Figuren, die Stilelemente…alles grundsätzlich nicht neu und schnell wieder vergessen, deswegen auch nicht mehr Sterne. Trotzdem fand ich die Geschichte innerhalb dieser vertrauten „Insel-Thriller“-Konstellation ganz unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Spannend, modern und bildstark

Moorland. Die Zwillinge
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Was mich direkt gepackt hat, war das Setting. Das Moor. Irgendwie fühlt es sich anders an als viele typische Thriller-Schauplätze – und gleichzeitig passt es perfekt zu einem deutschen Thriller. Diese ...

Was mich direkt gepackt hat, war das Setting. Das Moor. Irgendwie fühlt es sich anders an als viele typische Thriller-Schauplätze – und gleichzeitig passt es perfekt zu einem deutschen Thriller. Diese Landschaft hat etwas Urzeitliches an sich: düster, zeitlos, trügerisch ruhig. Ein Ort, der Geheimnisse bewahrt wie in einer feuchten Gruft und Fehler nicht einfach verzeiht. Winkelmann beschreibt diese Umgebung so bildhaft, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, den feuchten Torf unter den Füßen zu spüren.

Auch die Figuren haben mich wirklich überzeugt. Besonders die Dynamik zwischen Malia und Ruth hat mich total abgeholt. Aber auch die anderen Figuren und ihre Verflechtungen sind sehr durchdacht konstruiert. Man merkt, wie sorgfältig Winkelmann hier an der Gesamtarchitektur der Geschichte gebaut hat.
Spannend fand ich außerdem, wie der Thriller durch das TikTok-Thema einen modernen Dreh bekommt. Es verbindet die uralte Moorlandschaft mit der schnellen, digitalen Gegenwart – als würden zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinandertreffen.

Besonders stark fand ich die Idee, dass in dieser Geschichte nicht nur Menschen eine Bedrohung darstellen, sondern auch die Landschaft selbst. Das Moor wirkt fast wie eine eigene Figur – unberechenbar, still beobachtend und jederzeit bereit, jemanden zu verschlucken.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Psychologisch raffiniert

The Exes
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Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren ...

Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren bei Natalie hinterlassen haben. Am Anfang wirkt das Ganze wie ein Puzzle, bei dem man noch nicht weiß, welches Teil wohin gehört. Aber die Autorin schafft es auf den nachfolgenden Seiten, jeden Faden wieder aufzunehmen. Was erst wirr erscheint, entpuppt sich rückblickend als sehr klug konstruiert.

Natalie ist so vielschichtig, dass die paar Zeilen hier gar nicht ausreichen, um sie zu beschreiben. Wir erleben vor allem tiefe Gedanken in einen Mensch, der viel durchgemacht hat - selber aber auch nicht unschuldig ist. Diese Spiel zwischen Engel und Teufel war einfach nur genial inszeniert. Zudem werden zwischen den Zeilen wichtige Themen angesprochen.

Hervorheben möchte ich auch den Schreibstil: melodisch, tiefgründig, voller Metaphern, aber trotzdem total flüssig zu lesen. Außerdem ist die Anzahl der kleinen Plot-Twists mit großer Wirkung hier schon fast absurd. Eine Theorie zu entwickeln ist hier sinnlos. Wirklich stark. Das Ende hab ich bis jetzt zwar nicht ganz verstanden, aber je länger ich drüber nachdenke - vielleicht war auch das genau der Plan haha.

Für mich war die psychologische Tiefe hier brutal genial in Zusammenspiel mit der Erzählweise, dem Schreibstil und dem Engel vs. Teufel Spiel. Ich bin ohne große Erwartungen reingegangen und hab unfassbar viel bekommen.

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