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Veröffentlicht am 30.08.2025

(Vor-) Lesen macht die Gedanken bunt

Humbi und Mohna auf der wilden Wiese
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Humberta, Hummelkönigin von Felsenstein, kurz Humbi genannt, ist eine Steinhummel und gehört, wie andere Wildbienenarten wie zum Beispiel Wespen und Ameisen, zu den Hautflüglern. Eines Tages lernt sie ...

Humberta, Hummelkönigin von Felsenstein, kurz Humbi genannt, ist eine Steinhummel und gehört, wie andere Wildbienenarten wie zum Beispiel Wespen und Ameisen, zu den Hautflüglern. Eines Tages lernt sie die Mohnbiene Mohna kennen und die beiden freunden sich an. Bald sind Mohna und Humbi unzertrennlich und alles könnte so schön sein, als eines Tages die »Trampler« in ihren Lebensraum dringen. Zusammen mit Ignatz dem Igel bilden sie das Team mit Herz und Stachel und machen sich auf den Weg, den Grund dafür zu finden.

Dieses Kinderbuch ab 9 Jahren hat mir persönlich den Tag versüßt und ich bin nun wirklich weit von dieser Altersempfehlung entfernt. Dies macht aber nichts, denn diese Geschichte dürfte Jung und Alt begeistern, ob beim selbst lesen oder vorlesen, was wunderbar geht. Es handelt von Freundschaft und dem Zusammenhalt, Aspekte der Natur sowie des Umweltschutzes werden spielend eingebunden und interessante Pflanzen, Insekten und Tiere entdeckt. Vervollständigt wird es durch zauberhafte schwarzweiße Illustrationen von Hannelore Demel-Lerchster. Gerne empfehle ich es weiter und wünsche viel Spaß mit diesem großartigen Abenteuerbuch.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Fiktiv, aber durchaus real

Mut beginnt im Herzen
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»Das alles ist so irrational, und es wundert mich nicht, dass mich kaum jemand verstehen kann. Vermutlich kann man das alles nur nachvollziehen, wenn man selbst mit Ängsten zu tun und Ähnliches schon erlebt ...

»Das alles ist so irrational, und es wundert mich nicht, dass mich kaum jemand verstehen kann. Vermutlich kann man das alles nur nachvollziehen, wenn man selbst mit Ängsten zu tun und Ähnliches schon erlebt hat. In Momenten, in denen es mir gut geht, kann ich es selbst nicht richtig begreifen.« (Seite 109)

Stell dich nicht so an, reiß dich mal zusammen, das kann alles doch gar nicht so schlimm sein. Alles Sätze, die jeder schon einmal gehört und auch anderen gesagt hat, davon bin ich überzeugt und schließe mich dabei selbst nicht aus. Aber wie ist das für Betroffene, wenn es um etwas geht, das nicht sichtbar, nicht greifbar, sondern unbegreiflich und kaum zu erklären ist? Tessa Randau greift im vorliegenden Buch auf die eigene Erfahrung zurück, sie weiß also, wovon sie schreibt, auch wenn die Geschichte selbst fiktiv ist. Alles fängt mit einer Panikattacke an, ganz plötzlich, ohne Vorwarnung, und ab da ist das Leben nicht mehr so wie es vorher war. Dieses Buch ist kein Ratgeber, kann Betroffenen aber Mut machen und sie dazu bringen, über ihr eigenes Leben nachzudenken, Entscheidungen zu reflektieren und das ein oder andere anstoßen, damit es anders wird. Angst und Angststörungen waren für mich persönlich zum Glück bisher nie ein Thema, aber nach dieser Lektüre hat sich mein Blickwinkel verschoben und ich verstehe besser, um was es dabei geht. Danke dafür.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Wunder- und hoffnungsvoll

Das schöne Lächeln von Riambel
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In einem Fischerdorf namens Riambel im Süden von Mauritius lebt die fünfzehnjährige Noemi zusammen mit ihrer Mutter in einer Barackensiedlung. Bald ist sie gezwungen, ihrer Mutter zur Hand zu gehen, indem ...

In einem Fischerdorf namens Riambel im Süden von Mauritius lebt die fünfzehnjährige Noemi zusammen mit ihrer Mutter in einer Barackensiedlung. Bald ist sie gezwungen, ihrer Mutter zur Hand zu gehen, indem sie im Haushalt der reichen Familie De Grandbourg mithilft, statt zur Schule zu gehen.

»Wir leben in einer Cité, oder Kan Kreol (so nennen sie hier unsere Elendsviertel). Es ist auch unter dem Namen Africa Town bekannt - ein Slum, wo die Armen und Unerwünschten in hastig errichteten Baracken zusammengepfercht leben. Wie dicht aneinandergereihte Sardinenbüchsen.« (Seite 16)

Alle Menschen sind gleich, manche aber ein bisschen gleicher. Mit Hin- und Verweisen auf die Geschichte Mauritius sowie die mit der Sklavenhaltung verbundene Kolonialzeit folgen wir Noemi, deren Lebensweg förmlich vorgezeichnet zu sein scheint, wie bereits bei ihrer Schwester, Mutter, Großmutter und all den Frauen davor. Die Armut und der Rassismus, schlecht versteckt oder ganz offen nach außen getragen, sind allgegenwärtig und ein Entkommen nicht in Sicht. Da ein Wunsch, dort etwas Hoffnung, ein Funke Glück, und schon schwirren Träume umher, die nach und nach platzen und aufzeigen, dass es Wunder nicht gibt. Ein leises Buch, das umso lauter schreit. Ein großartiges Debüt, das nachhallt. Lesen!

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Schonungslos ehrlich

Trost
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»Ich fragte mich, was es mit dieser Fähigkeit, diesem Gefühl, diesem Zustand, dieser Geste auf sich hat, die vielen von uns fehlt. Was wir von anderen verlangen, zutiefst bedürfen, aber selbst nicht richtig ...

»Ich fragte mich, was es mit dieser Fähigkeit, diesem Gefühl, diesem Zustand, dieser Geste auf sich hat, die vielen von uns fehlt. Was wir von anderen verlangen, zutiefst bedürfen, aber selbst nicht richtig zu geben wissen: Trost.« (Seite 14)

Mit gerade einmal 31 Jahren erhält Madeleine Hofmann die Diagnose Brustkrebs. Plötzlich ist das Leben nicht mehr unbeschwert, jede Begegnung mit anderen Menschen fühlt sich irgendwie befangen an. Wie gibt man Trost und wie empfängt man ihn? Ist Trost erlernbar und wie kann man andere trösten? Diese und andere Fragen stellt sich Madeleine Hofmann, die als Autorin und freie Journalistin in Berlin lebt.

»Dies ist kein Buch ausschließlich über Krebs, es ist ein Buch über meine persönlichen Erfahrungen und Begegnungen, ein Buch über Menschen und übers Menschsein. Eine Reise entlang der vielgestaltigen Trost-Inseln, die das Leben zu bieten hat.« (Seite 15)

In dem Buch gibt es keine bahnbrechenden Erkenntnisse, es gibt keine Anleitung oder Hinweise darauf, wie man mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung richtig umgehen kann. Dies ist verständlich, da jeder Mensch anders ist, individuell denkt und handelt. Es gibt aber viele wunderschöne Sätze, interessante Denkanstöße und auch Situationen, aus denen man für sich selbst etwas mitnehmen kann. Und genau dies habe ich getan.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Anders als erwartet

Tokyo Sympathy Tower
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Japan in naher Zukunft: Mitten in Tokyo soll ein Luxusgefängnis entstehen, inklusive jedem erdenklichen Komfort, denn Empathie ist das höchste Gut, auch wenn es um Kriminelle geht. Die 37-jährige Architektin ...

Japan in naher Zukunft: Mitten in Tokyo soll ein Luxusgefängnis entstehen, inklusive jedem erdenklichen Komfort, denn Empathie ist das höchste Gut, auch wenn es um Kriminelle geht. Die 37-jährige Architektin Sara Makina wird mit der Planung und dem Bau beauftragt. Sara gefällt der Name nicht und auch das Konzept selbst bereitet ihr Kopfzerbrechen. Ihre Bedenken diskutiert sie mit einem KI-Chatbot, der eine eigene Meinung vertritt.

Dystopie, Utopie oder einfach ein Buch über die zukünftigen und gar nicht mehr so kleinen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz? Fest steht, dass das vorliegende Buch durch den Akutagawa-Preis, die bedeutendste Auszeichnung für japanische Literatur, nicht so viel Berühmtheit erlangte, wie durch die Dankesrede der Autorin, in der diese zugegeben hat, einzelne Passagen im Buch mithilfe der KI geschrieben zu haben. Dies führte zu einer umfassenden Berichterstattung in den Medien sowie zahlreichen Interviews und Diskussionen über Kunst, Literatur sowie das Urheberrecht.

Der Klappentext versprach eine Geschichte, die ich nicht bekommen habe. Zu Beginn fand ich das Spiel mit der Sprache noch ganz amüsant, als jedoch die Gespräche - wenn man von solchen überhaupt sprechen kann, wenn ein Gesprächspartner künstlich ist - mit der KI begannen und der junge Liebhaber der Architektin ins Spiel kam und übernahm, war ich allerdings maximal verwirrt. Nicht nur verwechselte ich eine lange Zeit beide, ohne es zu merken, auch wusste ich mehrfach nicht, wer die dritte Person ist. War es die KI, waren es Aufzeichnungen einer weiteren Person, oder bin ich irgendwo falsch abgebogen, sodass ich nun nicht mehr folgen kann? Und wer zum Teufel ist Masaki Seto - war dies ein Traum oder Realität? Irgendwann kam ich mir selbst vor wie eine Figur in einem schlechten Film.

Leider erreichte mich das Buch überhaupt nicht. Für Leserinnen und Leser von Zukunftsromanen, die das Spiel mit Worten mögen und ungewöhnliche Plots lieben, ist es sicherlich eher die richtige Lektüre. Reinlesen lohnt sich.

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