Cover-Bild Geliebte Mutter – Canım Annem
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Steidl Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 25.10.2024
  • ISBN: 9783969994023
Çiğdem Akyol

Geliebte Mutter – Canım Annem

Titel der Hotlist 2025! Als Aynur mit Alvin verheiratet wird, blühen in Istanbul die Tulpen. Aynur ist 19 Jahre alt, trägt gerne Schlaghosen und taillierte Blusen und hat für Frauen mit Kopftuch nur Spott übrig. Alvin, ein Mann vom Dorf, ungebildet und aus einer frommen Familie, arbeitet in Deutschland unter Tage. Almanya ist eine Verheißung, die Aynur nie gelockt hat, doch ihr Bruder will sie aus dem Haus haben und sie muss sich fügen.
Die Geschwister Meryem und Ada sind längst erwachsen als Alvin stirbt. Für sie ist es ein glücklicher Tag. Zu tief sind die Wunden, die ihnen beide Eltern in ihrem gemeinsamen Unglück zugefügt haben.
Çiğdem Akyol erzählt von den Folgen einer erzwungenen Ehe, vom Verlust von Identität und einer andauernden Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Heimkehr. Die Geschichte zeigt aber auch, wie es Ada und Meryem gelingt, aus Klassenschranken auszubrechen, sich selbst zu behaupten und aufzusteigen. Tragik, Hoffnung und Freude stehen in diesem Roman eng nebeneinander.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Klare Leseempfehlung

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Dieses Buch hat mich tief bewegt und mehrfach zu Tränen gerührt. Es ist nicht nur ein Roman, sondern ein Spiegel der Erfahrungen vieler Menschen, deren Geschichte oft ungehört bleibt. 🤍

Eine ganz klare ...

Dieses Buch hat mich tief bewegt und mehrfach zu Tränen gerührt. Es ist nicht nur ein Roman, sondern ein Spiegel der Erfahrungen vieler Menschen, deren Geschichte oft ungehört bleibt. 🤍

Eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Nur ein Mädchen

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Aynur wird mit neunzehn Jahren verheiratet, ihr Bruder, der sie unbedingt loswerden will, sucht ihr Alvin als Ehemann aus, einen ungebildeten jungen Mann aus einer frommen Familie, mit dem sie nach Deutschland ...

Aynur wird mit neunzehn Jahren verheiratet, ihr Bruder, der sie unbedingt loswerden will, sucht ihr Alvin als Ehemann aus, einen ungebildeten jungen Mann aus einer frommen Familie, mit dem sie nach Deutschland zieht, wo dieser unter Tage arbeitet. Ihre beiden Kinder Meryem und Ada schlagen Jahrzehnte später beide unterschiedliche Wege ein, der Kontakt zu den Eltern schläft ein, und als der Tod des Vaters im Raum steht, müssen sie sich entscheiden zwischen Hass und Vergebung.

»Ich war glücklich: das Glück einer Frau, die es geschafft hat, einen fast vierzig Jahre andauernden Hindernislauf zu überstehen. Ich bin Mensch, ich bin Frau, ich bin Tochter, ich bin Aus- und Aufsteigerin, Migrantin. Ich bin Meryem, mit Alvins Tod endlich angekommen.« (Seite 23)

Dies ist ein Mutter- und Tochter-Roman, aber nicht nur, denn weit nach hinten holt die Autorin aus und lässt Meryem zwar regelmäßig zu Wort kommen, erzählt aber auch über das Leben von Aynur, der Mutter, und wie sie zu der geworden ist, die Meryem liebt, aber auch verachtet, die sie hasst, aber dennoch regelmäßig vermisst und die sich letztendlich entscheiden muss, welche Gefühle vorrangig an die Oberfläche dürfen, wenn es um ihre Familie geht. Es geht um Zwangsheirat und Liebe, um Hoffnungen und Wünsche, aber auch gebrochene Versprechen und Sucht, Gewalt findet regelmäßig statt. Traurig, verstörend, erschütternd und berührend. Für mich ein Buch, das zu den besten gehört, die ich dieses Jahr gelesen habe. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Mein Highlight des Jahres 2024

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Aynur ist eine Frau moderner Erziehung. Als in Istanbul die Tulpen blühen, zerbricht Aynur unter der Entscheidung, die ihr Leben prägen soll. Gegen ihren Wunsch wird sie mit Alvin verheiratet, der in Deutschland ...

Aynur ist eine Frau moderner Erziehung. Als in Istanbul die Tulpen blühen, zerbricht Aynur unter der Entscheidung, die ihr Leben prägen soll. Gegen ihren Wunsch wird sie mit Alvin verheiratet, der in Deutschland als Gastarbeiter malocht und all das ist, was Aynur verachtet: fromm, ungebildet, traditionell.
Die Jahre in Deutschland vergehen, aus der Ehe gehen die beiden Kinder, Meryem und Ada hervor. Alvin regiert seine Familie mit Gewalt, Aynur prägt ihren Kindern ein, dass sie besser und fleißiger sein, um ein besseres Leben zu haben als ihre Eltern. Ada und Meryem erleben eine Kindheit mit prägenden Entbehrungen, die sie hinter sich zu lassen versuchen. Am Ende des Lebens werden sie von ihren Traumata wieder eingeholt und versuchen sich den aus den tiefen ihres Bewusstseins an die Oberfläche drängenden Fragen zu stellen. Warum hat Aynur Alvin nicht verlassen, sondern ein halbes Jahrhundert Ehe unter diesem Damiliendespoten erduldet? Warum fehlte es den Kindern an der Liebe, die ihre Mutter selbst so schwer vermisst hat? Wie sehr können sich die zerbrochenen Teile einer Familie im Altern und Sterben bei all den zugefügten Wunden annähern?

Çidem Akyols Roman um die Gastarbeiterfamilie war mein letztes Highlight des Jahres 2024. Akyols Stil, die anklagende Stimme der Tochter oft sprechen zu lassen, hat für mich ein großes Identifikationspotential gehabt. Dabei hat sie sie all die Fragen stellen lassen, die auch mich umtrieben hätten in ihrem Familienumfeld. Das Buch konnte nicht anders als mir unter die Haut zu gehen, der literarisch verarbeitete Schmerz sickert unabwendbar in die lesende Seele. Und auch, wenn man mentale Wunden versteht, offenbart sich in dieser Geschichte, die mich so stark an Fatih Çevikkollus Sachbuch "Kartonwand" erinnert hat, ein generationsübergreifendes Elend, das man nicht verstehen kann, wenn man keine migrantischen Wurzeln hat.

Veröffentlicht am 10.02.2025

Große Leseempfehlung!

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„Kennst du die Angst, nach Hause zu kommen und nicht zu wissen, ob die Mutter vielleicht mit ner Vase erschlagen in der Ecke liegt?"

GELIEBTE MUTTER CANIN ANNEM
Çiğdem Akyol

1974:
Aynur wird mit 18 Jahren ...

„Kennst du die Angst, nach Hause zu kommen und nicht zu wissen, ob die Mutter vielleicht mit ner Vase erschlagen in der Ecke liegt?"

GELIEBTE MUTTER CANIN ANNEM
Çiğdem Akyol

1974:
Aynur wird mit 18 Jahren von ihrem Bruder zwangsverheiratet - mit einem Mann, der unter ihrem Stand ist, der aus allen Poren nach Armut riecht und diesen Geruch sein Leben lang nicht loswerden wird. Ihr Bruder will sie einfach nur aus dem Haus haben und redet ihr ein, der Bewerber Alvin lebe in Deutschland ein luxuriöses Leben und habe eine bedeutende Arbeit.
Doch die Realität ist eine andere: Alvin schuftet unter Tage, sie wohnen zu viert in einer kleinen Wohnung ohne Bad, und Geld gibt es kaum. In Deutschland kennt sie niemanden, die Sprache spricht sie nicht, und die Tage ziehen endlos an ihr vorbei.

Erst mit der Geburt ihrer beiden Kinder, Ada und Meryem, empfindet sie für eine kurze Zeit so etwas wie Glück. Sie beginnt in einer Fabrik zu arbeiten, und endlich können sie sich eine eigene Wohnung leisten.

Doch Alvin verfällt dem Glücksspiel. Die Schulden türmen sich, er versetzt alles, was er zu Geld machen kann. Immer häufiger schlägt er seine Familie. Auch Aynur lässt ihre Verzweiflung an ihrer Tochter Meryem aus - mal aus Hilflosigkeit, mal aus Frustration.

Während Aynur sich aufreibt, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, zerbricht in ihnen eine ganze Welt.

Die heranwachsenden Kinder schwanken zwischen Scham und Sehnsucht: Scham über Eltern, die nach all den Jahren noch immer gebrochenes Deutsch sprechen, und die Sehnsucht danach, von ihnen geliebt und anerkannt zu werden. Sie wollen anders sein - freier, selbstbestimmter - und doch suchen sie immer wieder den Stolz in den Augen ihrer Eltern.

Çiğdem Akyol zeichnet in diesem Roman ein beklemmendes, toxisches Familienporträt. Die Gewalt und Spielsucht des Vaters stehen im Mittelpunkt. Doch statt ihre Kinder zu schützen, hält die Mutter an ihm fest - aus Angst, aus Abhängigkeit, vielleicht auch aus Resignation. Ein Leben in einem Land, dessen Sprache sie noch immer nicht sicher spricht, ganz allein? Unvorstellbar.

Was dieses Buch neben seiner Tragik so besonders macht, ist der großartige Schreibstil der Autorin. Flüssig, eindringlich - und immer wieder unterbrochen von Passagen, in denen Meryem in der Ich-Perspektive direkt an ihre Mutter schreibt.

Mich hat das Buch tief berührt. Noch lange werde ich darüber nachdenken. Und immer wieder stellte ich mir beim Lesen die Frage: Wie unwillkommen mussten sich die Gastarbeiter damals gefühlt haben? Ohne Integration, ohne echtes Ankommen?

Ein Meisterwerk, das gelesen werden muss!
#Highlight – Eine große Leseempfehlung!
5/5

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Die bewegende Geschichte einer auf Zwang und Gewalt gegründeten Familie

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Der Roman über die Gastfamilie Güney enthält autobiographische Elemente, beginnt mit der Zwangsverheiratung der 19-jährigen Aynur Güvenilir in Istanbul, endet mit einem gehassten, glückspielsüchtigen ...

Der Roman über die Gastfamilie Güney enthält autobiographische Elemente, beginnt mit der Zwangsverheiratung der 19-jährigen Aynur Güvenilir in Istanbul, endet mit einem gehassten, glückspielsüchtigen Ehemann und zwei traumatisierten, erwachsenen, beruflich erfolgreichen Kindern in Herne. Die Tochter und Ich-Erzählerin Meryem ist mit dem Tot ihres Vaters im Jahr 2017 endlich angekommen als Aus- und Aufsteigerin, als Migrantin in der BRD. Ihr gewalttätiger Vater hat besonders die Mutter so schändlich behandelt, dass die Geschwister Ada und Meryem traumatisiert aus dieser Kindheit in Herne entfliehen, studieren wie von der hart arbeitenden Mutter erhofft entfernt von den problematischen Eltern. Die unruhigen politischen Verhältnisse in der Türkei werden zwischendurch kurz skizziert, im Zentrum jedoch stehen die Konflikte dieser Familie im Mittelpunkt mit Schulden durch die Glückspielsucht des arbeitslosen Vaters, mit Traumatabewältigung bis zu Suizidversuchen, auch bis zu religiösen Missklängen. Die Charaktere wirken realistisch, in ihrer Klarheit teils erschütternd. Das ambivalente emotionale Verhältnis der Tochter zur Mutter schwankt zwischen Liebe und Wut, Schuld und Dankbarkeit. Der Schreibstil, besonders in den Dialogen, ist oft schonungslos anklagend.
Ein sehr emotionaler Roman

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