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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Kein typischer 08/15 Roman

Ava liebt noch
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Ehrlich gesagt bin ich mit der Protagonistin Ava bis zum Schluss nicht so richtig warmgeworden. An sich ist das Buch echt gut und Vera Zischke schreibt auch verdammt direkt, ohne dieses ganze Drumherum-Gerede. ...

Ehrlich gesagt bin ich mit der Protagonistin Ava bis zum Schluss nicht so richtig warmgeworden. An sich ist das Buch echt gut und Vera Zischke schreibt auch verdammt direkt, ohne dieses ganze Drumherum-Gerede. Dieses Gefühl, im Alltag zwischen Wäschebergen und Terminen festzustecken, während der Ehemann sein eigenes Ding durchzieht, hat sie wirklich auf den Punkt getroffen. Man spürt richtig, wie Ava nur noch funktioniert.

Mein Hauptproblem war aber, dass ich mich einfach nicht in sie hineinfühlen konnte. Ich saß oft da und dachte mir: „Warum machst du das jetzt so?“. Ich habe die Story zwar gerne gelesen, aber emotional hat sie mich nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.

Was ich wiederum echt positiv fand, ist, dass das Buch sich was traut. Es ist kein typischer 08/15-Roman, bei dem alles rosarot ist. Die Geschichte mit dem deutlich jüngeren Schwimmlehrer Kieran ist spannend, weil sie zeigt, dass man auch mit über 40 noch mal alles infrage stellen darf. Auch das Ende fand ich richtig gut, gerade weil es eben nicht diese Standard-Lösung ist, die man erwartet.

Mein Fazit dazu ist, dass es handwerklich top und absolut nicht schlecht ist, aber Ava und ich werden in diesem Leben wohl keine Besties mehr.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Hat mir wirklich gut gefallen

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Kennt ihr das? Man funktioniert im Alltag, aber irgendwie fühlt sich das eigene Leben fremd an. Genau da steht Sophie in "Statt aus dem Fenster zu schauen". Sie kauft spontan ein altes, baufälliges Haus ...

Kennt ihr das? Man funktioniert im Alltag, aber irgendwie fühlt sich das eigene Leben fremd an. Genau da steht Sophie in "Statt aus dem Fenster zu schauen". Sie kauft spontan ein altes, baufälliges Haus auf dem Land. Ich dachte mir anfangs die ganze Zeit, wie absurd ist das eigentlich? Aber irgendwie wollte ich dann unbedingt weiterlesen und sehen was passiert.

Was mich besonders beeindruckt hat war, dass Sophie hier einfach ins kalte Wasser springt. Sie bricht radikal mit ihrer Routine und vertraut total auf ihr Bauchgefühl, auch wenn das erst mal total verrückt wirkt.

Man merkt richtig, dass sie erst durch diesen ganzen Stress und die Probleme anfängt, über sich hinauszuwachsen. Nicht, weil plötzlich ein Wunder passiert, sondern weil sie Dinge anpackt, die sie sich früher nie zugetraut hätte. Sie repariert nicht nur dieses Haus, sondern reißt dabei vor allem ihre eigenen inneren Mauern ein. Sie lernt sich in dieser extremen Situation nochmal ganz neu kennen.

Der Schreibstil ist eher ruhig, aber im Kopf passiert trotzdem unfassbar viel. Man ist Sophie extrem nah. Mich hat dieser Impuls total angesprochen, einfach mal zu machen, ohne alles totzugrübeln. Vielleicht auch, weil ich selbst dazu neige, Sachen ewig aufzuschieben oder zu zerdenken.

Ein Punkt, der mich etwas rausgebracht hat, war die Struktur. Es gibt keine Kapitel, sondern lange Abschnitte, dadurch fehlt manchmal ein natürlicher Rhythmus beim Lesen (zumindest ging mir das so).

Trotz des kleinen Kritikpunkts hat mich das Buch echt überzeugt. Ich würde es jedem empfehlen, der das Gefühl kennt, dass man zwar funktioniert, aber eigentlich mal einen kompletten Neustart bräuchte.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

War okay

Hazel sagt Nein
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Stell dir vor, du ziehst mit deiner Familie von New York ins Ländliche, um dort ein ruhigeres Leben zu führen. Aber direkt am ersten Schultag knallt es und der Schulleiter eröffnet, dass du seine diesjährige ...

Stell dir vor, du ziehst mit deiner Familie von New York ins Ländliche, um dort ein ruhigeres Leben zu führen. Aber direkt am ersten Schultag knallt es und der Schulleiter eröffnet, dass du seine diesjährige ‚Auserwählte‘ sein sollst.“

Hazel sagt Nein und damit tritt sie eine Lawine in der Kleinstadt los, die die ganze Familie ordentlich durchschüttelt.

Eigentlich finde ich die Grundidee richtig gut.
​Doch so stark der Einstieg ist, so anstrengend war das Lesen für mich streckenweise. Das ständige Hin- und Her zwischen den Charakteren hat mich ein bisschen genervt, weil diese vielen Perspektivwechsel haben den Lesefluss eher gestört als geholfen. Ich wollte eigentlich bei Hazels Geschichte bleiben. Hinzu kommt, dass der Schreibstil oft sehr distanziert wirkt und sich viele Nebenthemen, wie Hazels endlose College-Bewerbungen, wie Kaugummi ziehen. Das nimmt der eigentlichen Thematik leider viel Raum weg.

Im hinteren Teil kriegt die Geschichte zum Glück die Kurve. Man will dann doch unbedingt wissen, wie Hazel gegen diesen Typen ankommt und ob die Wahrheit am Ende ans Licht kommt. Hier wird die Story richtig glaubwürdig, weil Hazel konsequent bleibt und ihr „Nein“ knallhart durchzieht. Das hat das Buch für mich dann doch noch ein Stück weit gerettet.

​Mein Fazit:
Ein Roman mit einer starken Botschaft, der sich aber durch die verschiedenen Perspektiven oft selbst im Weg steht. Am Ende war es für mich leider nur ein „okay.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

So ein gutes Buch

Aura
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Ich dachte am Anfang echt, das wird so eine typische, vielleicht etwas dramatische Liebesgeschichte. Jasper kommt am Anfang so krass rüber, dieses klassische Love Bombing, wo er Esme mit Aufmerksamkeit ...

Ich dachte am Anfang echt, das wird so eine typische, vielleicht etwas dramatische Liebesgeschichte. Jasper kommt am Anfang so krass rüber, dieses klassische Love Bombing, wo er Esme mit Aufmerksamkeit und Liebe förmlich erstickt. Man denkt erst, „voll süß“, aber dann fängt es an, richtig unangenehm zu werden.

​Es ist total krass beschrieben, wie er sie manipuliert und kontrolliert. Ich wollte Esme die ganze Zeit schütteln und da rausholen.

​Aber der absolute Hammer ist das Ende.
​Ganz ehrlich, ich habe diesen Twist null kommen sehen. Ich war so geschockt, als ich die letzten Kapitel gelesen habe. In dem Moment macht es im Kopf einfach nur „Klick“ und man checkt plötzlich alles. Jedes kleine Detail ergibt auf einmal Sinn. Vor allem, warum das Buch überhaupt „Aura“ heißt. Der Titel ist nach dem Ende so viel genialer, als ich am Anfang dachte.

​Wenn ihr was lesen wollt, das euch psychologisch richtig abholt und am Ende komplett den Boden unter den Füßen wegzieht, dann müsst ihr dieses Buch lesen! Es war einfach so gut. 🙌


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Veröffentlicht am 02.03.2026

Sehr emotional

Papa weg. Mama müde. Ich laut.
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Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Parsad kann wirklich stolz auf sich sein und auf alles, was sie hinter sich hat. Auf 214 Seiten habe ich mit mitgefiebert, war wütend, traurig und habe gelacht.

Mehr ...

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Parsad kann wirklich stolz auf sich sein und auf alles, was sie hinter sich hat. Auf 214 Seiten habe ich mit mitgefiebert, war wütend, traurig und habe gelacht.

Mehr als einmal habe ich gemerkt, wie sehr mich ihre Worte persönlich berühren. Einige Stellen haben mich regelrecht erschüttert. Mit den aktuellen schmerzhaften Nachrichten, die uns erreichen, schmerzen sie noch mehr. 💔

Danke für dieses offene und sehr persönliche Buch. Ich wünsche mir, dass es viele Menschen erreicht.

„Dass ich eigentlich eine viel größere Familie haben könnte, zerreißt mich. Je mehr Zeit vergeht, je älter ich werde, umso mehr verzweifle ich an meinem fast leeren Buch.“ 🥺💔

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