Kein typischer 08/15 Roman
Ava liebt nochEhrlich gesagt bin ich mit der Protagonistin Ava bis zum Schluss nicht so richtig warmgeworden. An sich ist das Buch echt gut und Vera Zischke schreibt auch verdammt direkt, ohne dieses ganze Drumherum-Gerede. ...
Ehrlich gesagt bin ich mit der Protagonistin Ava bis zum Schluss nicht so richtig warmgeworden. An sich ist das Buch echt gut und Vera Zischke schreibt auch verdammt direkt, ohne dieses ganze Drumherum-Gerede. Dieses Gefühl, im Alltag zwischen Wäschebergen und Terminen festzustecken, während der Ehemann sein eigenes Ding durchzieht, hat sie wirklich auf den Punkt getroffen. Man spürt richtig, wie Ava nur noch funktioniert.
Mein Hauptproblem war aber, dass ich mich einfach nicht in sie hineinfühlen konnte. Ich saß oft da und dachte mir: „Warum machst du das jetzt so?“. Ich habe die Story zwar gerne gelesen, aber emotional hat sie mich nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.
Was ich wiederum echt positiv fand, ist, dass das Buch sich was traut. Es ist kein typischer 08/15-Roman, bei dem alles rosarot ist. Die Geschichte mit dem deutlich jüngeren Schwimmlehrer Kieran ist spannend, weil sie zeigt, dass man auch mit über 40 noch mal alles infrage stellen darf. Auch das Ende fand ich richtig gut, gerade weil es eben nicht diese Standard-Lösung ist, die man erwartet.
Mein Fazit dazu ist, dass es handwerklich top und absolut nicht schlecht ist, aber Ava und ich werden in diesem Leben wohl keine Besties mehr.