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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2025

Gewohnt spannend

Ihr werdet sie nicht finden
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Sieben Jahre saß Jonas Waider im Gefängnis, nachdem er den mutmaßlichen Täter im Fall des Verschwindens seiner Tochter zur Rechenschaft gezogen hat. Nun ist er wieder frei und macht sich erneut auf die ...

Sieben Jahre saß Jonas Waider im Gefängnis, nachdem er den mutmaßlichen Täter im Fall des Verschwindens seiner Tochter zur Rechenschaft gezogen hat. Nun ist er wieder frei und macht sich erneut auf die Suche nach Isabell. Zeitgleich sucht die Privatdetektivin Franca Lichtenwalter nach einer Vermissten, ihre Suche überschneidet sich mit dem alten Fall und bald ermitteln Jonas und Franka zusammen, denn die vermisste junge Frau taucht plötzlich auf und weiß anscheinend Einzelheiten über das Jahre zurückliegende Verbrechen.

Das vorliegende Buch ist kein reißerischer Thriller, ruhig und bedacht lässt Andreas Winkelmann die beiden ungleichen Protagonisten ihre Suche führen, bietet mir durch Rückblenden Einblicke in vergangene Ereignisse und löst dabei langsam den Knoten, sodass zum Vorschein kommt, was damals geschah. Auf der Suche nach der Lösung passiert allerhand, das Ende überrascht mich und auch sonst einiges, was ans Licht kommt, ist wirklich unfassbar. Insgesamt eine spannende Suche nach der Wahrheit, die mich sehr gut unterhalten hat. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Wiedersehen auf Camino Island

Die Legende
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Auf einer kleinen, vor Florida gelegenen Insel haben sich vor dreihundert Jahren entflohene Sklaven angesiedelt, die geflohen sind. Mittlerweile ist Dark Isle jedoch seit Jahrzehnten unbewohnt und durch ...

Auf einer kleinen, vor Florida gelegenen Insel haben sich vor dreihundert Jahren entflohene Sklaven angesiedelt, die geflohen sind. Mittlerweile ist Dark Isle jedoch seit Jahrzehnten unbewohnt und durch den verheerenden Hurrikan Leo weitestgehend zerstört. Als ein Bauunternehmen ankündigt, dort bauen und unter anderem ein Casino errichten zu wollen, meldet sich Lovely Jackson und macht ihren Besitzanspruch an Dark Isle geltend, da sie die letzte Überlebende ihrer Familie sei. Eine außergerichtliche Einigung ist nicht möglich, sodass ein Gerichtsverfahren unvermeidbar scheint. Mit Hilfe des Buchhändlers Bruce Cable sowie der Schriftstellerin Mercer Mann, die die Geschichte der entflohenen Sklaven neu erzählen möchte, zieht Lovely in den Kampf gegen das Unternehmen und den Staat Florida, der plötzlich ebenfalls der Eigentümer sein will. Und dann ist da noch der Fluch, der auf der Insel liegt.

»Die Linien zwischen den Konfliktparteien waren gezogen, Grauzonen gab es nicht. Ein reicher weißer Konzern versuchte, sich historisch bedeutsames Land unter den Nagel zu reißen, das einst ehemaligen Sklaven gehört hatte.« (Seite 348)

Das vorliegende Buch ist der dritte Teil der sehr unterhaltsamen Reihe um Camino Island und den Buchhändler Bruce Cable. Man muss die vorherigen Bücher nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können, wer diese aber kennt, kann sich auf ein Wiedersehen mit Bruce und vielen anderen, teils schrulligen, oft amüsanten und faszinierenden Persönlichkeiten freuen.

Dem ersten Band »Das Original“ folgte das etwas schwächere »Das Manuskript« und so waren meine Erwartungen an das kürzlich erschienene Werk schon ein bisschen hoch, wie ich zugeben muss. Und John Grisham hat mich nicht enttäuscht, denn zusätzlich zu der spannenden Story habe ich eine Lektion in die Abgründe der Kolonialgeschichte bekommen. Die Rückblicke in die Vergangenheit über die Verschleppung der Vorfahren von Lovely waren fast spannender als die aktuellen Ereignisse in der Gegenwart. Zusammen mit der Vorbereitung des Prozesses, garniert mit den üblichen fiesen Tricks der Gegenseite, folgte ich dem Weg der Beteiligten bis zum Höhepunkt, der in einer gerichtlichen Verhandlung mündete. Wie diese ausging und was letztendlich mit Dark Isle sowie dem fürchterlichen Fluch geschah, muss jeder selbst nachlesen. Mir jedenfalls hat der wiederholte Ausflug nach Camino Island sehr viel Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Familiendrama

Die Garnett Girls
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Margo Garnett plant eine Party, schließlich hat sich ihre mittlere Tochter Imogen endlich verlobt mit ihrem Wunschkandidaten William. Imogen allerdings ist sich gar nicht sicher, ob sie das will, und stürzt ...

Margo Garnett plant eine Party, schließlich hat sich ihre mittlere Tochter Imogen endlich verlobt mit ihrem Wunschkandidaten William. Imogen allerdings ist sich gar nicht sicher, ob sie das will, und stürzt sich in eine Affäre. Ihre Schwestern Rachel und Sasha haben ebenfalls ihre eigenen Probleme. Zur Sprache kommt davon aber vorerst nichts auf den Tisch, die vier Frauen sind genug damit beschäftigt, die Geister der Vergangenheit fernzuhalten.

Wer beim vorliegenden Buch einen amüsanten und leichten Roman erwartet, wird enttäuscht, denn das Grundthema ist, dass der Vater der drei Mädchen, die mittlerweile junge Frauen sind, die Familie vor zwanzig Jahren verlassen hat. Warum er dies tat und wo er hingegangen ist, blieb ein Geheimnis, das zu lüften sich die jüngste der drei Schwestern vorgenommen hat. Hinzukommen persönliche Erfahrungen der Frauen in ihren Beziehungen sowie der Umgang miteinander. Dies war interessant, auch wenn ich zu Beginn nicht sicher war, ob es mir gefallen würde. So richtig nahekommen bin ich keiner der vier Akteurinnen, obwohl diese durch den Wechsel der Perspektive genug Raum bekamen. Dafür las sich das Buch sehr leicht und als das Geheimnis gelüftet wurde, hat mich die Lösung überrascht, wenngleich diese nicht wirklich bahnbrechend gewesen ist. Alles in allem ein unterhaltsames Familiendrama, das mich zufriedengestellt hat.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Großes Highlight

Stromlinien
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Alea Eggers saß achtunddreißig Jahre im Gefängnis, ihre Töchter Enna und Jale zählen die Tage bis zu ihrer Entlassung. Als der große Tag gekommen ist, verschwindet Alea spurlos und auch Jale ist plötzlich ...

Alea Eggers saß achtunddreißig Jahre im Gefängnis, ihre Töchter Enna und Jale zählen die Tage bis zu ihrer Entlassung. Als der große Tag gekommen ist, verschwindet Alea spurlos und auch Jale ist plötzlich unauffindbar. Enna macht sich auf die Suche, nach Mutter und Schwester, aber auch nach der Wahrheit, was vor über achtunddreißig Jahren geschah, das ihre Familie für immer zerstört hat.

»Mama war währenddessen die ganze Zeit auf einer der Elbinseln gefangen gewesen. Und Jale und ich waren mit unserem Boot zwischen den Ufern hin und her gefahren, ohne Orientierung, ohne Halt, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, woher dieses Loch kam, das inmitten unserer Familie klaffte, inmitten von uns selbst.» (Seite 339)

Mit dem vorliegenden Buch habe ich ein weiteres Highlight gefunden, es reiht sich sogar in die bisher magere Ausbeute meiner Jahreshighlights ein. Und das, obwohl ich anfangs sicher war, dass mich die zahlreichen Naturbeschreibungen ein bisschen stören würden, allerdings fügten sich diese nach und nach in die Geschichte ein, bis ich es mir gar nicht mehr anders hätte vorstellen können, denn die Geschichte selbst hatte es in sich.

Mehrere Generationen verbindet das Buch, nicht alle sind miteinander verwandt, vor über hundert Jahren nimmt alles seinen Anfang, obwohl es fast das Ende war. Zu Beginn wusste ich nicht, wer all diese Menschen sind, deren Leben vor mir ausgebreitet wurden, zu unterschiedlich waren die Namen und das Umfeld, in dem diese Menschen verwurzelt gewesen sind, wobei Enna die einzige Ich-Erzählerin geblieben ist. Dies klärte sich aber irgendwann von selbst, was erstaunlich und faszinierend war, so perfekt griffen die Lebensläufe ineinander. Geheimnisse, Verbrechen, Streitigkeiten und ein Wechselbad der Gefühle, unerwartete Wendungen, interessante Charaktere und Ereignisse, die tatsächlich passiert sind, all das findet man im Buch, aber noch so viel mehr. Eine komplexe und vielschichtige Geschichte, die irgendwann spannender war als mancher Thriller, die mich alles vergessen ließ, was um mich war. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Leider enttäuschend

Ocean – Gefangen im Blau
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Helen und Frank haben Eheprobleme, die unlösbar erscheinen, besonders nachdem Helen eine traumatische Erfahrung gemacht hat und sich schwer damit tut, wieder ins Leben zurückzukehren. Ein Segeltörn über ...

Helen und Frank haben Eheprobleme, die unlösbar erscheinen, besonders nachdem Helen eine traumatische Erfahrung gemacht hat und sich schwer damit tut, wieder ins Leben zurückzukehren. Ein Segeltörn über den Atlantik soll helfen, schließlich lernten sich beide an Bord der Innisfree kennen und lieben. Zusammen mit ihrem Sohn und der Pflegetochter machen sie sich auf die Reise, die allerdings droht, zum Albtraum zu werden.

»Wieder einmal flossen Realitäten ineinander, blieb mir die Luft weg angesichts meiner widersprüchlichen Empfindungen. Selbst in einer lebensbedrohlichen Situation ist es durchaus möglich, dem eigenen Ehemann den Tod zu wünschen und sich zugleich danach zu sehnen, dass er einen noch einmal - ein allerletztes Mal - zärtlich berührt.« (Seite 261)

Das vorliegende Buch ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass manchmal weniger mehr ist. Der Roman fängt mit einer Tragödie an und versucht danach permanent und unermüdlich, sprichwörtlich noch einen draufzusetzen, um aufzuwühlen, zu schockieren und wahrscheinlich auch zu unterhalten, wobei letzteres für mich persönlich grandios gescheitert ist. Nicht nur, dass die Protagonistin Handlungen vollzieht, die mich irgendwann an ihrem Geisteszustand haben zweifeln lassen, die Story selbst ist unrealistisch, um nicht zu sagen unglaubwürdig und katastrophal konstruiert. Das ist wirklich schade, denn der Klappentext klang toll und der Anfang war durchaus vielversprechend. Für mich hat es aber leider nicht gepasst.

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