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Veröffentlicht am 19.09.2022

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Was ich euch verschweige
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DCI Jonah Sheens sitzt mit seiner Tochter im Biergarten, als plötzlich ein blutüberströmtes junges Mädchen vor ihm steht. Keely Lennox ist nicht verletzt und antwortet auf die Frage, ob sie Hilfe braucht, ...

DCI Jonah Sheens sitzt mit seiner Tochter im Biergarten, als plötzlich ein blutüberströmtes junges Mädchen vor ihm steht. Keely Lennox ist nicht verletzt und antwortet auf die Frage, ob sie Hilfe braucht, dass nicht sie, aber ihre Schwester dringend welche bräuchte. Wo sich ihre Schwester befindet und was passiert ist, verrät Keely nicht. Erst muss Jonah sich ihre Geschichte anhören, und zwar von Anfang an, als die Schwestern vor vielen Jahren ihre Mutter verloren haben. Eine Geschichte, die so brutal und erschütternd ist, dass man diese kaum glauben kann. Und genau das wird im folgenden Verlauf zum großen Problem.

Der vierte Teil der Reihe um DCI Sheens und sein Team knüpft fast nahtlos an das vorherige Buch an, zumindest was das Privatleben der Ermittler betrifft. Dieses ist aber fast unwichtig im Vergleich zum neuen Fall für das Team, der verworrener und komplizierter nicht sein könnte. Die Autorin bleibt ihrer Erzählweise treu, die Gegenwart wechselt sich mit der Erzählung von Keely ab, sodass es lange dauert, bis ein klares Bild entsteht. Je weiter die Erzählung der Jugendlichen voranschreitet, desto entsetzter bin ich, dennoch bleiben Fragen offen und so richtig stimmig scheint mir vieles nicht zu sein. Als ich glaube, dass es genauso weitergeht, kommt eine Wendung, die alles auf den Kopf stellt. Ungeheuerliches kommt ans Licht, Spuren werden verfolgt, der ein oder andere Verdacht verworfen, neue Beweise entdeckt. Und als ich schon sicher bin, den Durchblick erlangt zu haben, gibt es eine Enthüllung, die mich kalt erwischt und so überraschend ist, dass ich innehalten und das bisher gelesene Revue passieren lassen muss.

Wer denkt, das wäre es nun gewesen, kennt die Autorin schlecht, denn eine letzte Überraschung hat sie noch parat. Ein Kriminalroman, der keine Wünsche offen lässt und mich wieder total begeistern konnte. Lediglich in der Mitte gab es einen kleinen Hänger, aber dies hat das letzte Drittel wieder wettgemacht. Die Auflösung ist stimmig, alle Fragen beantwortet und mir bleibt nur, auf den nächsten Teil zu warten und zu hoffen, dass es nicht allzu lange dauern wird. Volle Punktzahl gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.09.2022

Der Tod in deinem Bett

Neben wem du erwachst
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Stell dir vor, du wachst nach einer durchzechten Nacht auf, ein mörderischer Kater kündigt sich an, du möchtest dich an deinen Mann schmiegen, der neben dir im Bett liegt, und plötzlich merkst du, dass ...

Stell dir vor, du wachst nach einer durchzechten Nacht auf, ein mörderischer Kater kündigt sich an, du möchtest dich an deinen Mann schmiegen, der neben dir im Bett liegt, und plötzlich merkst du, dass da ein Fremder liegt. Als wäre das nicht schlimm genug, fühlst du, dass das Bett in Blut schwimmt und der Mann neben dir nicht nur fremd, sondern auch tot ist. So ergeht es Louise, als sie aufwacht, und dann trifft diese eine fatale Entscheidung, bevor sie die Polizei ruft.

Dies ist der dritte Teil der Buchreihe um DCI Jonah Sheens und sein Team. Man muss die ersten beiden Teile nicht gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen, aber es wäre von Vorteil. Zum einen, weil es grandiose Kriminalromane sind, zum anderen, weil das Privatleben der ermittelnden Beamten immer wieder thematisiert wird, wenn auch nicht zu übermäßig, denn der jeweilige Fall steht immer sehr im Vordergrund. Der Schreibstil ist flüssig und der Erzählstil toll gewählt; die Gegenwart wechselt sich ab mit einer Art Brief, mit dem Louise sich an ihren Mann wendet. So verfolge ich parallel die Ermittlungen und kann gleichzeitig lesen, welche Erinnerungen Louise schriftlich festhält. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die meine Vermutungen ad absurdum führen, was mich aber nicht davon abhält, weiterhin zu raten, was tatsächlich geschehen sein könnte. Als sich dann ein Tathergang klar herauskristallisiert, bin ich entsetzt, erschüttert und den Tränen nahe. Dennoch schafft es die Autorin, mich auf den letzten Seiten noch mehrfach zu überraschen, denn natürlich war das noch nicht alles. Letztendlich ist es unglaublich, wie gut die losen Fäden zusammengeführt und miteinander zu einem Ganzen verbunden werden.

Ein einschneidendes Ereignis im Leben einer der beteiligten Personen am Ende des Buches wird Konsequenzen haben, da trifft es sich gut, dass der nächste Teil der Reihe soeben erschienen und auch bereits auf meinem Stapel der demnächst zu lesenden Bücher bereit liegt. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Ein verhängnisvoller Wurf

Bullauge
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Auf einer Demonstration wird der Polizist Kay Oleander von einer Bierflasche im Gesicht getroffen und verliert ein Auge. Kurze Zeit später trifft er auf Silvia Glaser, auch sie eine Versehrte, verletzt ...

Auf einer Demonstration wird der Polizist Kay Oleander von einer Bierflasche im Gesicht getroffen und verliert ein Auge. Kurze Zeit später trifft er auf Silvia Glaser, auch sie eine Versehrte, verletzt und verbittert auf den ersten Blick. Zusammen kommen sie einer Sache auf die Spur, die ungeheuerlich ist.

Ehrlich gesagt weiß ich anfangs nicht, ob dieses Buch ernst gemeint ist oder Satire. Nun kenne ich mich mit einer Verletzung, wie der Protagonist sie erlitten hat, natürlich nicht aus, aber wenn man danach so drauf ist wie er, dann sollte man aus dem Dienst entfernt werden, und zwar sowohl aus dem Außen-, wie auch dem Innendienst. Am besten erstmal aus jedem Dienst, vor allem aber aus der Öffentlichkeit, weil man eine Gefahr für sich, auf jeden Fall aber für die Allgemeinheit wäre.

Der erste Teil des Buches ist so wirr und chaotisch, dass ich an einen Drogenrausch denken muss; natürlich nicht bei mir, aber beim Protagonisten selbst. Die Gedanken, aber auch seine Gespräche sind unvollständig, oft konfus und ergeben - zumindest für mich - meistens keinen Sinn. Da hilft es auch nicht, eine weitere Person hinzuzuziehen, die genauso neben der Spur zu sein scheint. Ich war froh, als das Vorgeplänkel vorbei war und es endlich zur Sache zu gehen schien.

„Da war nichts Merkwürdiges an meinem Verhalten, im Gegenteil: Mir schien, als würde ich mich nach einer langen Zeit der Verirrung wieder der Normalität annähern; als wäre ich endlich nüchtern genug, meinen Zustand zu akzeptieren und die Ratschläge, die in den vergangenen Wochen auf mich eingeprasselt waren, ad acta zu legen und meinen eigenen Vorstellungen zu folgen.“ (Seite 129)

Im zweiten Teil ist mehr Struktur drin, der Schreibstil zwar immer noch ungewöhnlich und der Ich-Erzähler kompliziert, aber nun wird langsam klar, worauf es hinausläuft. Atemlos verfolge ich die Ereignisse, hoffe auf Erlösung und kann doch nur hilflos zusehen, wie alles den Bach hinunterläuft. Tragisch und emotional verläuft die Geschichte, nichts anderes habe ich erwartet und bin trotzdem mehr als erstaunt, wie sehr mich das Finale erschüttert und mitnimmt. Das Ende ist stimmig, der Abschluss perfekt. Ein ungewöhnlicher Lesegenuss, der mich noch eine Zeitlang beschäftigen dürfte. Dafür gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Was geschah mit Emily?

Die Vergessene
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Die siebzehnjährige Emily macht sich bereit für ihren Highschool-Abschlussball, auf dem sie nicht willkommen ist. Denn Emily verbirgt ein Geheimnis, das vielen Personen gefährlich werden könnte. Eine dieser ...

Die siebzehnjährige Emily macht sich bereit für ihren Highschool-Abschlussball, auf dem sie nicht willkommen ist. Denn Emily verbirgt ein Geheimnis, das vielen Personen gefährlich werden könnte. Eine dieser Personen bringt Emily für immer zum Schweigen. Ein Zeitsprung, es sind vierzig Jahre später. Andrea Oliver hat gerade ihre Ausbildung zum US-Marshal beendet, ihr erster Auftrag ist es, eine Richterin zu beschützen, die Morddrohungen erhält. Aus persönlichen Gründen fängt Andrea nebenher an, eigene Ermittlungen anzustellen, um herauszufinden, was damals mit Emily passiert ist. Ihr ist nicht klar, wie gefährlich diese Suche für sie werden könnte.

Dies ist die Fortsetzung des großartigen Bestsellers „Ein Teil von ihr“ und ein Wiedersehen mit Andrea, die in diesem Buch nebst ihrer Mutter die Hauptperson gespielt hat. Man muss den Vorgänger nicht zwingend gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen, ich würde es aber zum besseren Verständnis raten, zumal es viele Hin- und Verweise auf die Vorgeschichte gibt, die auch in diesem Thriller wieder eine Rolle spielen. Die Story springt zwischen 1982 und der Gegenwart vierzig Jahre später hin und her. Die Vergangenheit ist interessant, aber dennoch wird nichts verraten, das einen Hinweis auf die schuldige Person geben könnte, was die Suche in der Gegenwart umso spannender macht. Anfangs habe ich meine Probleme damit, mich an die Vorgeschichte zu erinnern, aber durch die vielen eingestreuten Anmerkungen erinnere ich mich bald an viele Einzelheiten. Immer tiefer tauche ich in die Geschichte ein, die mit jeder Seite vielschichtiger und komplexer wird. Je mehr ans Licht kommt, desto erschütterter bin ich darüber, was geschehen ist. Immer wieder gehe ich die Verdächtigen durch und revidiere meine Meinung, dennoch bin ich meilenweit von der tatsächlichen Auflösung entfernt. Diese habe ich überhaupt nicht erwartet, obwohl es im Nachhinein die logischste Erklärung für den Tathergang ist.

Ein unglaublich spannender Thriller, der mich begeistert zurück- und auf eine weitere Fortsetzung hoffen lässt. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.09.2022

Verzweifelte Suche nach der Wahrheit

Was ans Licht kommt
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Ein anonymer Anruf im Februar des Jahres 1986 alarmiert die Polizei. Ein Mann behauptet, er habe eine Frau vergewaltigt und kündigt an, es wieder tun zu wollen. Kurz danach wird das Opfer gefunden, das ...

Ein anonymer Anruf im Februar des Jahres 1986 alarmiert die Polizei. Ein Mann behauptet, er habe eine Frau vergewaltigt und kündigt an, es wieder tun zu wollen. Kurz danach wird das Opfer gefunden, das an den Verletzungen stirbt. Der Polizist, der die junge Frau fand, macht sich verbissen auf die Jagd nach dem Täter, findet diesen aber nicht. Über dreißig Jahre nach seinem Tod findet sein Sohn auf dem Dachboden die Ermittlungsakte nebst einem Karton weiterer Unterlagen und stellt eigene Nachforschungen an. Dabei kommen Dinge ans Licht, die besser verborgen geblieben wären.

Meine Erwartungen an das Buch waren hoch, ich habe ein Jahres-, mindestens aber ein Monatshighlight erwartet. Geworden ist es keines davon, was ich wirklich schade finde, denn die Geschichte enthält alles, was ich in einem Kriminalroman sehr mag; ein ungelöster Fall, mysteriöse Verwicklungen, ungewöhnliche Figuren, Geheimnisse. Dennoch hatte ich die meiste Zeit das Gefühl, der Autor lässt mich außen vor, und nicht nur das, seinen Figuren erging es ebenso. Fast alle sind wortkarg, tun geheimnisvoll, machen alles mit sich aus, keiner spricht mit anderen. Immer wieder hat eine Person einen Gedanken, einen Einfall oder ein Gefühl, die nicht klar kommuniziert werden. Das kann spannend sein, wenn es aber permanent passiert, ist es irgendwann einfach nur noch frustrierend.

Dabei ist die Story selbst unglaublich interessant, allerdings fehlt es in der Umsetzung an Spannung. Zu ausschweifend, zu langatmig wird diese erzählt und erst im letzten Drittel kommt etwas Schwung in die ganze Sache. Allerdings geht es da genauso weiter; niemand stimmt sich ab, jeder macht sein Ding und es dauert unglaublich lange, bis endlich Licht ins Dunkel kommt. Ich habe einen Verdacht, der sich zunächst nicht bestätigt, und dann kommt eine Wendung, die ich nicht erwartet habe und diese ist ungeheuerlich. Dieser Ansatz hat mich wirklich überrascht und ich habe versucht, mich zu erinnern, ob es Hinweise darauf gab. Dennoch war durch die vielen Längen bereits ein wenig die Luft raus, hier hätte eine Kürzung wohl Wunder gewirkt, und ich glaube, die Story hätte eher ihre volle Wucht entfalten können. Die erneute Kehrwende kam dann zwar unerwartet, aber der große Knall blieb trotzdem aus. Als sich dann erstaunlicherweise mein Anfangsverdacht bestätigt, fühle ich keine Befriedigung, sondern bin froh, dass dieses Verbrechen, das so viele Jahre ungeklärt blieb, endlich einen Abschluss finden kann, und das Buch damit auch.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass hier viel Potential verschenkt wurde. Eine Straffung der Story hätte zur Folge gehabt, dass ich mich mehr darauf hätte einlassen können. Zu krampfhaft hat der Autor sich bemüht, eine besondere Atmosphäre zu schaffen und dadurch leider das Gegenteil erreicht. Das Buch ist nicht schlecht, aber eben auch nicht herausragend, sodass ich die goldene Mitte wähle und drei Sterne vergebe. Beim nächsten Buch wird hoffentlich alles anders.

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