Profilbild von mimitatis_buecherkiste

mimitatis_buecherkiste

Lesejury Star
offline

mimitatis_buecherkiste ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mimitatis_buecherkiste über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2021

Das Leben in Reimen

Mein richtiges Herz. Das ist anderwärts!
0

Joachim Ringelnatz war mir bisher nur vom Namen her ein Begriff, seine Reime und Gedichte waren mir vollkommen unbekannt. Als ich die Gelegenheit bekommen habe, das kleine Büchlein, das so passend mit ...

Joachim Ringelnatz war mir bisher nur vom Namen her ein Begriff, seine Reime und Gedichte waren mir vollkommen unbekannt. Als ich die Gelegenheit bekommen habe, das kleine Büchlein, das so passend mit dem Zusatz „Gedichte für die Hosentasche“ beworben wird, zu lesen, griff ich sehr gerne zu. Diesen Gedichten wird ein komprimierter Lebenslauf vorangestellt, der mir zuerst verrät, dass Joachim Ringelnatz am 07. August 1883 als Hans Bötticher geboren wurde, sein Pseudonym „Ringelnatz“ benutzte er erst im Jahr 1919. Anscheinend hatte er ein bewegtes Leben, berühmt geworden ist er aber, wie so viele Künstler vor und nach ihm, erst nach seinem Tod im Jahre 1934.

Das Büchlein ist eine schöne Zusammenfassung seiner Gedichte, die das Herz erfreuen und dazu noch lustig sind. Eindeutig zweideutig nimmt Ringelnatz sich viele Themen vor; Kinder, der eigene Körper, die Liebe und vieles mehr, alles wird liebevoll geneckt und in Reime gepackt. Für sich selbst oder als kleines Mitbringsel ist dieses kleine Buch, das in jede Tasche passt, geeignet. Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht und ich werde das Buch sicherlich der ein oder anderen Person in meinem Umfeld schenken. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Schenk- bzw. Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2021

Ein Serienkiller mit künstlerischer Ader

Lagerraum 113
0

Kriminalkommissarin Vanessa Lux wird nach längerer Auszeit wieder einer Kriminalfachinspektion zugeteilt, die unter anderem Mord- und Totschlagfälle bearbeitet. Trotz des Umstandes, dass es sich um das ...

Kriminalkommissarin Vanessa Lux wird nach längerer Auszeit wieder einer Kriminalfachinspektion zugeteilt, die unter anderem Mord- und Totschlagfälle bearbeitet. Trotz des Umstandes, dass es sich um das alte Team ihres Vaters handelt, der im Dienst ermordet wurde, ist Vanessa entschlossen, sich davon nicht beirren zu lassen. Der Fall, den sie zusammen mit ihrem neuen Team aufklären soll, fängt skurril an, denn es handelt sich um keine Leiche, wie anfangs vermutet, sondern um die lebensechte Nachbildung eines Mordopfers. Der Fall ist längst abgeschlossen, der Täter gefasst. Einer der damals ermittelnden Beamten war Vanessas Vater, der andere der jetzige Teamleiter. Als eine weitere Attrappe auftaucht und kurz danach die passende Leiche, ist klar, dass hier ein perfides Spiel im Gange ist.

Der Prolog wirft mich in die Vergangenheit, um mit dem ersten Kapitel sofort ins jetzige Geschehen einzusteigen. Vanessa ist eine sympathische Protagonistin, es wird abwechselnd ihre sowie die Sicht eines ihrer neuen Kollegen geschildert. Beide, Vanessa und Falk, bleiben mir bis zuletzt etwas fremd, obwohl ich einiges über Vanessas Situation erfahre. Hierbei achtet die Autorin einerseits darauf, alles sehr aktuell und realistisch zu schildern, andererseits agieren die beiden stellenweise fahrlässig und beinahe kriminell, was mich etwas verwundert hat. Der Fall ist interessant, aber schon früh wird mein Augenmerk auf eine bestimmte Person gelenkt, was mich irgendwie sehr stört. Hier hätte ich mir ein anderes Vorgehen gewünscht. Alles in allem ist es aber ein solider Kriminalroman; zwar ohne nennenswerte Überraschungen oder Wendungen, aber sehr angenehm und flüssig zu lesen. Das Ende ist nicht überraschend, aber passend. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt, da großes Potenzial vorhanden ist und ich gespannt bin, welche Entwicklung die Charaktere noch durchmachen werden. Von mir gibt es dreieinhalb Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2021

Musik ist ihr Leben

Playlist
0

Als die 15-jährige Feline verschwindet, wendet sich ihre Mutter an den Privatermittler Alexander Zorbach. Als dieser auf eine Playlist stößt, die Feline anscheinend während ihrer Gefangenschaft verändert ...

Als die 15-jährige Feline verschwindet, wendet sich ihre Mutter an den Privatermittler Alexander Zorbach. Als dieser auf eine Playlist stößt, die Feline anscheinend während ihrer Gefangenschaft verändert hat, ist klar, dass diese noch lebt. Zusammen mit Alina Gregoriev versucht Zorbach, das Rätsel um die Playlist zu entschlüsseln.

Alexander Zorbach dürfte allen eingefleischten Fitzek-Fans bekannt sein aus den Büchern „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“, gleiches gilt für Alina Gregoriev. Man muss diese Bücher nicht gelesen haben, um Playlist lesen zu können. Bei mir ist es zehn Jahre her und trotzdem konnte ich der Story gut folgen, zumal es immer wieder Hinweise und Erklärungen gab, was damals passiert ist. Wer die oben erwähnten Bücher aber noch lesen möchte, sollte nicht mit Playlist anfangen, eben weil der Inhalt der ersten Teile verraten wird.

Der Aufbau der Geschichte ist wie immer gleich, hier bleibt der Autor sich selbst treu. Entweder man mag es, oder man liest es nicht. Auch wenn ich anfangs etwas Probleme damit hatte, dass es Schlag auf Schlag ging, die Kapitel kurz und sehr viele Personen involviert waren, kam ich trotzdem schnell in die Story rein. Diese ist fast durchgehend rasant und es war faszinierend, wie die Songs der Playlist in die Geschichte eingebaut worden sind. Bemängeln möchte ich hierbei aber, dass oft englische Texte ohne eine deutsche Übersetzung abgedruckt waren. Ja, man kann diese schnell selbst übersetzen; genauso leicht hätte man aber die deutsche Übersetzung dahinter schreiben können.

Wie immer gab es unerwartete Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen. Der Hinweis auf einen möglichen Verdächtigen führte mich in die Irre, obwohl ich so sicher war, schlauer als der Autor zu sein. Tja, falsch gedacht. Die Rätsel waren gut, die Story spannend. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich vergebe 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2021

Kurz, knackig und kriminell.

Eifersucht
0

Wie der Titel schon verrät, geht es in diesem Buch um Eifersucht. Der Duden spricht von einer starken, übersteigerten Furcht, jemandes Liebe oder einen Vorteil mit einem anderen teilen zu müssen oder an ...

Wie der Titel schon verrät, geht es in diesem Buch um Eifersucht. Der Duden spricht von einer starken, übersteigerten Furcht, jemandes Liebe oder einen Vorteil mit einem anderen teilen zu müssen oder an einen anderen zu verlieren. Man kann auch von Neid, Missgunst, Zweifel oder Argwohn sprechen. Keine schönen Emotionen, allerdings sind diese menschlich und nicht jeder hat diese Sucht im Griff.

In diesen sieben Storys ist die Eifersucht fast immer das Motiv für unterschiedliche Verbrechen. Die Geschichten sind mal kurz, mal länger und haben mir bis auf eine unglaublich gut gefallen. Diese eine passte nicht ganz in diese Sammlung, mir fehlten da gänzlich die Emotionen, vor allem aber die hier im Mittelpunkt stehende Eifersucht. Es sind allesamt keine sehr spannenden Storys, es geht eher darum, wie unterschiedlich Menschen mit diesem Gefühl umgehen, was dieses Gefühl mit ihnen macht und welche Konsequenzen sie bereit sind zu tragen, wenn sie ihm nachgeben und etwas Unüberlegtes tun. Mir hat die Sammlung viel Spaß gemacht, ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2021

Nichts geschieht grundlos

Grund
0

Die Erzählfigur, deren Geschlecht nicht eindeutig verraten wird, erzählt, dass sie im Alter von elf Jahren ihren Vater in einen Brunnen gestoßen und danach Jahrzehnte lang bis zu seinem Tod gefangen gehalten ...

Die Erzählfigur, deren Geschlecht nicht eindeutig verraten wird, erzählt, dass sie im Alter von elf Jahren ihren Vater in einen Brunnen gestoßen und danach Jahrzehnte lang bis zu seinem Tod gefangen gehalten hat. Die Stimme erzählt ihre und die Geschichte ihrer Familie, deutet an und führt aus, vor allem aber lügt sie oft.

„Und das war natürlich wieder eine Lüge. Ich lüge andauernd, aber das brauchen gute Geschichten: Lügen und Hoffnungslosigkeit.“ (Seite 10)

Schon der erste Satz verrät, dass der Vater tot ist. Darauf baut die Story auf, die die Gegenwart und die Vergangenheit beleuchtet. Die Stimme ist ein listiger Erzähler; obwohl sie mich immer wieder darauf hinweist, dass sie oft lügt, falle ich wenige Seiten später darauf rein, wenn sie das Gegenteil behauptet. Oft vergesse ich die Warnung auch und gehe völlig in der Erzählung auf. Die Autorin spielt mit mir, wiegt mich in Sicherheit, um dann Wahres gegen Lügen und kurz darauf die Lügen erneut gegen die Wahrheit auszutauschen. Ich habe versucht, das Geschlecht der Erzählfigur herauszufinden und war mir oft ziemlich sicher, es richtig geraten zu haben. Trotzdem ergab rückblickend einiges keinen Sinn und mir blieben bis zuletzt Zweifel, ob ich richtig liege.

Ein wunderbares Verwirrspiel, eingebettet in eine dramatische Geschichte, die wie nebenbei erzählt und nicht unnötig aufgebauscht wird, was aber umso mehr zur Spannung beiträgt. Bücher, die mich total im Dunklen tappen lassen, mich an der Nase rumführen und trotzdem so begeistern, sind selten, aber umso schöner ist es, wenn ich ein solches Exemplar finde. Ich wurde bestens unterhalten, vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere