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Veröffentlicht am 28.10.2025

Eher schwach

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Ines und Marco Winkler ziehen mit ihrer kleinen Tochter Emilia in ihr erstes eigenes Haus, mit von der Partie ist der Labradoodle James. In der neu gebauten Siedlung Auf Mons kommen sie schnell mit den ...

Ines und Marco Winkler ziehen mit ihrer kleinen Tochter Emilia in ihr erstes eigenes Haus, mit von der Partie ist der Labradoodle James. In der neu gebauten Siedlung Auf Mons kommen sie schnell mit den Nachbarn in Kontakt, die Gemeinschaft scheint gut zusammenzupassen. Als Ines eines Nachts aufwacht, weil sie sich beobachtet fühlt, bekommt die Idylle erste Risse, und als Marco im Nachbarhaus eine tote Frau findet, ist das Grauen riesig, denn jeder könnte der nächste sein.

Nach dem großartigen Psychothriller von Arno Strobel letztes Jahr war ich sehr gespannt auf sein neues Buch, der Klappentext versprach zwar nichts weltbewegend Neues, aber dennoch eine nervenaufreibende Geschichte. Leider muss ich sagen, dass ich ziemlich enttäuscht bin, denn nach einem interessanten Einstieg wähnte ich mich in einer Zeitschleife und drehte mich zusammen mit Marco im Kreis. Begleitet wurden wir dabei von James, dessen Namensgeber der echte Hund des Autors ist, und der viel, sehr viel Platz im Buch bekam, inklusive genauer Angaben, wann er sich gelöst hat und wo seine Hinterlassenschaften entsorgt worden sind. Ich verstehe, dass man seinem Tier ein Denkmal setzen möchte, aber dies ist einfach der falsche Weg.

Die Geschichte plätscherte überwiegend vor sich hin, erst nach zweihundert Seiten schreckte ich kurz aus meiner Lethargie hoch, um festzustellen, dass sich nicht wirklich was in der Siedlung getan hat und Marco immer noch den gleichen Überlegungen nachhing. Ja, es gab Tote, es gab Verdächtige und eine Drohung gab es auch. Und Hundespaziergänge! Davon gab es mehrere. Wie schön. Die Auflösung kam sehr überraschend, keine Ahnung, wo die plötzlich hergekommen ist. In sehr kurzer Zeit war das Buch zu Ende und ich enttäuscht, dass da nicht mehr gewesen ist. Insgesamt ein ruhiger Spannungsroman, der okay war. Nicht mehr und nicht weniger.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

davor und danach

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen
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»Ich klammere mich an die Vorstellung, dass durch diesen Bericht die Scham die Seite wechseln wird. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass mein Text auch anderen Menschen, die manipuliert werden, hilft, sich ...

»Ich klammere mich an die Vorstellung, dass durch diesen Bericht die Scham die Seite wechseln wird. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass mein Text auch anderen Menschen, die manipuliert werden, hilft, sich wieder aufzurichten.« (Seite 209)

Durch einen Zufall erfährt die Familie von Dominique Pelicot, dass er fast zehn Jahre lang seine Frau betäubt hat, um sie durch fremde Männer sexuell missbrauchen zu lassen. Weder Gisèle Pelicot, noch die restlichen Familienmitglieder ahnten auch nur im geringsten das tatsächliche Ausmaß dieses Missbrauchs, wie er in der Folgezeit ans Licht kommt. Caroline Darian schildert im vorliegenden Buch, wie sie diese Zeit erlebt und überlebt hat.

»Ich werde ihm nie verzeihen, was er in all den Jahren getan hat. Und doch bleibt mir das Bild des Vaters, den ich zu kennen glaubte. Es ist trotz allem fest in mir verankert, mein Lebenshintergrund.« (Seite 13)

Dieser Tatsachenbericht ist der ehrlichste, erschütterndste und mutigste Text, den ich in letzter Zeit lesen durfte. In Tagebuchform zählt Caroline Darian schonungslos die Fakten auf, erzählt davon, wann und wie sie erfahren hat, was Dominique Pelicot seiner Frau, seiner Tochter und der restlichen Familie angetan hat. Sie schildert die Ängste, die sie ausgestanden, die Fragen, die sie sich gestellt hat und legt die unglaublichen Perversionen ihres Erzeugers auf den sprichwörtlichen Tisch. Leicht ist dieses Buch nicht zu lesen, viele Pausen brauchte ich, um es zu beenden. Ein schockierendes Werk, das Praktiken offenlegt, die mich sprachlos machen. Ein wichtiges Buch, das zeigt, dass nicht die Opfer sich schämen sollen, sondern die Täter.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Der Tod ist nicht das Ende

Die Toten von nebenan
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Frau Löffler hat einen Fahrradunfall und kehrt nach diesem Schreck heim, wo sie alles verändert vorfindet. Nicht nur trifft sie längst verstorbene Nachbarn wieder, sondern auch ihre tote Großmutter, die ...

Frau Löffler hat einen Fahrradunfall und kehrt nach diesem Schreck heim, wo sie alles verändert vorfindet. Nicht nur trifft sie längst verstorbene Nachbarn wieder, sondern auch ihre tote Großmutter, die sie darüber aufklärt, dass sie gestorben sei und nun im Jenseits existiert. Hier sind die Toten in ihrem alten Zuhause ansässig, unsichtbar für die Lebenden. So könnte es friedlich und ruhig weitergehen, wenn es Herrn Tober nicht gäbe, der neu ins Viertel kommt und den Toten das Paradies auf Erden verspricht. Natürlich nicht ohne eine Gegenleistung, versteht sich.

»Jetzt musste Frau Löffler mit Erschrecken feststellen, dass sie erneut mittendrin im Sumpf des Lebens stand, wieder Neid, Hass, Rachsucht, Enttäuschung, Angst, Sehnsucht nach Anerkennung, in jeder Hinsicht nach mehr empfand. Sie war gekränkt und gierig.« (Seite 137)

Fast nichts beschäftigt die Menschen mehr, als die Frage danach, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Und wenn es das gibt, wie sieht es dann aus? Das Szenario, das die Autorin sich hier hat einfallen lassen, fand ich super, denn auch wenn die Versuchungen und Verführungen der Menschen durch unerklärliche Kreaturen nichts Neues sind, war die Geschichte sehr unterhaltsam und die Darstellung, wie es sein könnte, einfach großartig. Abgesehen von ein paar Längen konnte mich die Erzählung durchgehend überzeugen, sodass ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Wer Lust hat auf eine etwas andere Story mit viel Humor, der sollte zugreifen.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Die Reise geht weiter

Nagashino V: Onryo – So rufen sie des Berges Wind
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Kenshin und Watanabe-San machen sich auf eine Wanderung zu den heiligen Bergen von Dewa. Es ist eine Reise, die voller Gefahren steckt, denn die Totengeister sind rachsüchtig und dürsten nach Blut.

Dieses ...

Kenshin und Watanabe-San machen sich auf eine Wanderung zu den heiligen Bergen von Dewa. Es ist eine Reise, die voller Gefahren steckt, denn die Totengeister sind rachsüchtig und dürsten nach Blut.

Dieses Buch schließt nahtlos an den vierten Teil an, es kann nicht unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden. Es gibt zu Beginn zwar eine Zusammenfassung aller Bücher, allerdings ist es zum besseren Verständnis unumgänglich, die Reihenfolge der tollen Jugendbuchreihe einzuhalten.

Bereits zum fünften Mal entführt Christiane Kromp die Leserinnen und Leser in eine Welt voller Magie, Geister, spiritueller Begegnungen sowie Abenteuern, die sich über Jahrhunderte hinweg abspielen. Auch die Liebe kommt dabei nicht zu kurz. Die Einblicke in die japanische Kultur sind faszinierend, ob Religion oder asiatische Rituale, Essgewohnheiten oder Kampftechniken, das Wissen, das vermittelt wird, ist enorm. Gekonnt führt die Autorin durch die Geschichte, baut Spannung auf und lässt ihren Helden dramatische Situationen durchstehen. Das Ende ist offen und lässt mich ungeduldig auf die Fortsetzung warten. Hoffentlich nicht zu lange. Das hat Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein Schmuckstück fürs Bücherregal

Von Göttern und Menschen
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»Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Möglichkeit gefunden, in der Zeit zurückzureisen und eine Stadt im antiken Griechenland zu besuchen. Schauen Sie sich um: Sie sind umgeben von Mythen. Auf dem Marktplatz ...

»Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Möglichkeit gefunden, in der Zeit zurückzureisen und eine Stadt im antiken Griechenland zu besuchen. Schauen Sie sich um: Sie sind umgeben von Mythen. Auf dem Marktplatz stehen prächtige Statuen, Athene mit einem Speer in der Hand oder Poseidon mit seinem Dreizack.« (Seite 13)

Dieses Buch enthält die umfangreichste und für mich persönlich am besten recherchierte sowie am unkompliziertesten erzählte Sammlung von griechischen Mythen und Sagen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie langwierig und anstrengend die Recherche dafür gewesen sein muss, welchen Aufwand Sarah Iles Johnston betrieben hat, um dieses phantastische Werk zu schaffen. Natürlich kenne ich die bekanntesten Götter, fast jeder weiß, wer Zeus, Poseidon, Athene und Orion sind. Wie aber verhält es sich mit Hyrieus, der Orion erschaffen hat, warum starb Dionysos und wer gebar ihn wieder, und ist Artemis gar kein Parfüm, sondern doch eine Göttin? Wer immer schon wissen wollte, wie alles begann, für den ist dieses Buch ein toller Einstieg und ein großartiges Nachschlagewerk.

Bereits das ausführliche Vorwort fesselte mich, die folgenden Geschichten, aus dort genannten Gründen nicht immer chronologisch erzählt, lassen mich restlos begeistert zurück. Dabei wird man erschlagen von der Hülle und Fülle an Namen, fremd klingenden Worten, manche davon klingen, wie zufällig aneinandergereihte Buchstaben, andere wiederum verursachen Bilder im Kopf, die passend zur jeweiligen Person oder einer Gottheit sind. Es ist nicht notwendig, dass man sich die Namen alle merkt, die wichtigsten Figuren tauchen wiederholt auf, andere verschwinden und hinterlassen keine Lücke, manche kehren kurz oder dauerhaft zurück. Die Erzählungen sind unterschiedlich lang, alle haben jedoch gemeinsam, dass sie unterhaltsam und oft spannender als ein Thriller sind.

Die Götter waren gut, die Götter waren böse, sie waren fies, durchtrieben, hochmütig, arrogant und oft auch grundlos gemein. Sie ließen es krachen und sprangen über Tisch und Bänke; irgendwoher müssen ja die unzähligen Nachkommen, ob göttlich oder sterblich, hergekommen sein. Die Götter konnten gut sein, sanftmütig und freundlich, ihre Taten durch Mitleid gesteuert, dem Menschen zugewandt, hilfreich zum Glück.

Gerne empfehle ich dieses Buch weiter, für Anfänger, Fortgeschrittene oder Leserinnen und Leser, die ein Geschenk suchen, denn das Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern mit dem tollen Cover und dem wunderschönen Farbschnitt zudem ein richtiges Schmuckstück. Die wirklich sehr schönen Illustrationen, die der Sohn der Autorin beigesteuert hat, vervollständigen das Gesamtbild. Große Empfehlung.

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