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Veröffentlicht am 19.02.2018

Erstaunliche Fähigkeiten, Mafiapaten und der ZAP-Day

Die erstaunliche Familie Telemachus
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„Zum ersten Mal verließ Matty Telemachus seinen Körper im Sommer 1995, als er vierzehn Jahre alt war. Vielleicht ist es zutreffender zu sagen, dass sein Körper ihn hinauswarf, sein Bewusstsein auf einem ...

„Zum ersten Mal verließ Matty Telemachus seinen Körper im Sommer 1995, als er vierzehn Jahre alt war. Vielleicht ist es zutreffender zu sagen, dass sein Körper ihn hinauswarf, sein Bewusstsein auf einem Geysir aus Lust und Scham in die Luft katapultierte.“

Teddy Telemachus ist das Oberhaupt einer erstaunlichen Familie. Die erstaunliche Familie Telemachus trat eins auf, um den Menschen ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten vorzuführen. Nach einem Fernsehauftritt, der im Fiasko endete, war ihre Karriere beendet und alle Familienmitglieder schlagen sich mehr schlecht als recht im Leben. Als Teddy sich mit Graciella anfreundet, der Schwiegertochter des Mafiapaten Nick Pusateri, eskaliert alles und der von seinem Sohn Buddy vorhergesehene ZAP-Day kommt näher.

Die Familie ist einfach großartig. Teddy, der sich durchs Leben flunkert und betrügt, seine Tochter Irene, die jede Lüge sofort erkennt und deshalb niemandem vertraut, sein Sohn Frankie, der das Spielergen seines Vaters geerbt hat und sich und seine eigene Familie ständig in Schwierigkeiten bringt, und sein Sohn Buddy, der die Zukunft vorhersehen kann und sich auf das Ende vorbereitet. Dazu kommt noch Irenes Sohn Matty, der seine Fähigkeit mit Eintritt der Pubertät erlangt und von seinem Onkel Frankie für einen nicht ganz legalen Coup in Anspruch genommen wird. Die Familie ist chaotisch, aber total liebenswert, und brachte mich ständig zum Lächeln, weil wieder mal etwas total Verrücktes passiert ist. Es ist spannend, die Familie zum von Buddy vorhergesehenen ZAP-Day zu begleiten, weil man unbedingt wissen will, was an diesem Tag passieren wird, auf den sich Buddy akribisch vorbereitet.

Das Buch hat mich wirklich sehr gut unterhalten, weil ich jedes Familienmitglied einfach großartig finde. Alle schleppen eine Menge Ballast mit sich herum, aber jeder ist für den anderen da und unterstützt jede noch so verrückte Idee. Teddy und seine Kinder und Enkelkinder mit ihren Fähigkeiten sind liebenswert und verrückt.

Ein Buch über eine außergewöhnliche Familie, die trotz vieler Widrigkeiten zusammenhält. Toll!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Geschichte
  • Humor
  • Fantasie
Veröffentlicht am 19.02.2018

Wenn die Liebe nicht BÄMM macht

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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„Brigitte war einer dieser Menschen, die Gewohnheiten als etwas Negatives empfanden. Doch mir gaben sie Sicherheit und in dieser unübersichtlichen, chaotischen Welt das gute Gefühl, zu wissen, was kommen ...

„Brigitte war einer dieser Menschen, die Gewohnheiten als etwas Negatives empfanden. Doch mir gaben sie Sicherheit und in dieser unübersichtlichen, chaotischen Welt das gute Gefühl, zu wissen, was kommen würde.“

Isabelle ist 27 und mag ihr Leben gerne sortiert. Sie hat feste Gewohnheiten, von denen sie nur ungerne ablässt. Als plötzlich ihr Stammlokal schließt, in dem sie jeden Mittag eine Suppe gegessen hat, wird durch den neuen Inhaber des Restaurants ihr ganzes Leben durcheinander geworfen. Nicht nur, dass er sich weigert, ihr eine simple Suppe zu Mittag zu servieren, nein, er und seine Schwester drängen sich auch noch ständig ungefragt in Isabelles Leben. Doch plötzlich stellt Isabelle fest, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man mal nicht an einem bestimmten Tag seine Wäsche wäscht oder die Wohnung putzt … und es ist auch schön, ungeplant Zeit mit Jens und Merle zu verbringen! Doch das Leben hält noch mehr Überraschungen für Isabelle bereit, mit denen sie erst mal umgehen muss.

Ich mochte Isabelle und ihre etwas verschrobene Art von Anfang an. Diesen Zwang, alles genau am richtigen Tag zu machen und keinen Millimeter von ihren Gewohnheiten abzuweichen, fand ich zwar sehr streng, aber auch wirklich komisch. Wie sie nach und nach aus sich herausgeht und Merle und Jens immer weiter in ihr Leben lässt, hat mir dann sehr gut gefallen. Ich habe oft laut gelacht, wenn Isabelle mal wieder ins Fettnäpfchen getreten ist, weil sie sich entweder schockverliebt hat oder von Jens aufgezogen wurde. Auch alle anderen Charaktere fand ich sehr schön gezeichnet. Die junge Merle, die mit aller Gewalt auf sich aufmerksam machen will, ihren gestressten Bruder Jens, aber auch Isabelles Freunde, die es immer wieder schaffen, Isabelle mit einem Wort klar zu machen, dass sie ein Gewohnheitstier ist, auch wenn diese nichts Schlimmes daran finden kann.

Wirklich amüsante und kurzweilige Geschichte, die mich gut unterhalten hat!

Veröffentlicht am 18.02.2018

Luc Verlains zweiter Fall

Château Mort
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„Die Trauben dieses Jahres, die da unten hingen an den Reben, diese prallen roten Trauben, sie wären der letzte simple Wein, den er herstellen würde. Ihm hatte sein Roter immer geschmeckt, es war ein solider, ...

„Die Trauben dieses Jahres, die da unten hingen an den Reben, diese prallen roten Trauben, sie wären der letzte simple Wein, den er herstellen würde. Ihm hatte sein Roter immer geschmeckt, es war ein solider, guter Wein, ein Genuss für Menschen, die etwas von Wein verstanden, aber auch auf ihren Geldbeutel achteten.“

Sommer im Aquitaine. Und eine Hitzewelle, wie es sie schon lange nicht gegeben hat, liegt über dem Land. Trotzdem findet der traditionelle „Marathon du Medoc“ statt, ein Marathon, bei dem sich die Teilnehmer in verrückte Verkleidungen werfen und auf der Strecke an den verschiedenen Weingütern ein Gläschen Rotwein trinken. Luc Verlain begleitet das Spektakel auf dem Motorrad, um es zu überwachen, als das Unfassbare passiert. Eine Gruppe von Läufern bricht zusammen, einer stirbt sogar. Hubert de Langeville, ein Winzer von einem der Traditionsweingüter, wurde ermordet. Doch wer steckt hinter dem perfiden Anschlag?

Es ist so entspannend, Luc wieder in seinem Wirkungsgebiet am Atlantik zu erleben. Das schöne Leben zwischen Strand und den diversen Bars und Weingütern ist schön beschrieben und lädt wieder einmal zum Urlaub ein. Luc passt so gut hinein in dieses sorglose Leben zwischen Wein, gutem Essen und Sonnenterrassen. Auch der Fall ist spannend, weil ausgerechnet Lucs Freund Richard und seine Frau ein Motiv gehabt hätten. Doch Luc will nicht glauben, dass ausgerechnet die beiden etwas mit Huberts Tod zu tun haben könnten. Das wiederum bringt ihm Ärger ein mit seiner Kollegin und Fast-Freundin Anouk, die enttäuscht von ihm ist, weil er Richard nicht verdächtigen will.

Die Mördersuche ist verzwickt und erst kurz vor Schluss hatte ich eine Ahnung auf den Täter, ahnte aber nicht, dass es noch weitere Überraschungen geben wird. Wieder ein guter Fall für Luc Verlain, den ich sehr gerne mit ihm zusammen gelöst habe, während ich das schöne Leben im Aquitaine genossen habe. Gut!

Veröffentlicht am 16.02.2018

Ein kleines Wort ohne Sinn

Der Wortschatz
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„Wenn man schreibt, schließt man die Welt aus. Wenn du dich bei geschlossener Tür konzentrierst, kannst du neue Welten erschaffen. Jedes Wort, das du schreibst, fügt dieser Welt ein weiteres Detail hinzu. ...

„Wenn man schreibt, schließt man die Welt aus. Wenn du dich bei geschlossener Tür konzentrierst, kannst du neue Welten erschaffen. Jedes Wort, das du schreibst, fügt dieser Welt ein weiteres Detail hinzu. Schreibst du aber nicht, bleibt die Welt stehen. Nichts regt sich. Nichts spricht. Traurig, nicht wahr?“

Ein kleines Wort wird aus seiner Welt gerissen und gerät mitten hinein in eine fantastische Reise durch die Welt der Sprache. Es erfährt unterschiedliche interessante Dinge, besucht fantastische Orte – immer auf der Suche nach seinem eigenen Sinn. Wird es dem Wort gelingen, die Wahrheit über sich selbst und die vielen Worte um sich herum herauszufinden?

Das Buch fasziniert von der ersten Zeile. Welches Wort begleitet der Leser auf seiner Suche nach dem eigenen Sinn? Die Geschichte fasziniert mit vergessenen Worten, Worten, die sich umstellen, um ihre Bedeutung zu ändern, mit dem Wortsinn von Eselsbrücken und Teekesselchen, wir begleiten das Wort in den Ort „Sprachen“, in dem es an den dort stattfindenden „Wortspielen“ teilnimmt, bei der Flucht vor den Klammern, die das Wort bedeutungslos machen wollen, bis hin an den Ort Babel, wo so viele Worte umherschwirren, dass alles keinen Sinn mehr macht. Dabei bleibt immer die Frage, um welches Wort es sich handelt und welche Dinge es auf seiner Reise lernen und erfahren soll.

Die Geschichte ist poetisch, voller schöner Worte, die einem die faszinierende Welt der Worte und Sprache näher bringen. Dabei musste ich oft schmunzeln, weil die Welt der Worte so viele schöne und weise Gedanken hervorbringt. Das Buch hat mich fasziniert und meine Fantasie beflügelt, wie es früher nur Märchen geschafft haben. Im Klappentext des Buches wird es sehr schön so ausgedrückt: „Ein Buch für Erwachsene als sie noch Kinder waren.“ Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Veröffentlicht am 16.02.2018

Einfach nur Harper

Tanz, meine Seele
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„Ich möchte mit Gewichten an den Füßen zur Brücke hoppeln und mich darüber wuchten, und dabei möchte ich den Leuten, die mich irritiert beobachten, zurufen, dass ja wohle jede Selbstmörderin das Recht ...

„Ich möchte mit Gewichten an den Füßen zur Brücke hoppeln und mich darüber wuchten, und dabei möchte ich den Leuten, die mich irritiert beobachten, zurufen, dass ja wohle jede Selbstmörderin das Recht hat, auf Nummer sicher zu gehen, und jetzt blockieren Sie nicht weiter die Straße, es gibt gleich nichts mehr zu sehen.“

Harper ist 20, jobbt in einer Studentenkneipe und studiert – obwohl sie die Uni nie von Innen sieht. Ihre große Leidenschaft ist das Tanzen und für diesen Traum lebt sie. Sie lässt sich treiben und nimmt auch ihre Beziehung zu Jungs nicht ernst. Bis sie ihren Lebenstraum in Frage stellt und zum ersten Mal tiefere Gefühle für einen Mann entwickelt. Kann ihr Traum trotzdem noch wahr werden?

Oh, ich liebe Harper. Sie ist unangepasst und genießt ihr Leben, ohne ihren großen Traum aus den Augen zu verlieren. Sie hat eine gestörte Beziehung zu ihrer Mutter und will Gefühle nicht an sich heranlassen. Doch für ihre Freunde ist Harper immer da. Ihre Freundin Andra ist das genaue Gegenteil von Harper. Sie glaubt an die große Liebe und gerät doch immer an die falschen Kerle, während es Harper nur darum geht, die Jungs abzuschleppen, ohne daraus eine Beziehung entstehen zu lassen. Das Verhältnis der beiden Freundinnen zu verfolgen hat viel Spaß gemacht. Auch Harpers Gedanken sind witzig, so dass ich während des Lesens oft laut gelacht habe. Bei den Tanzszenen kam ihre Liebe dazu sehr gut rüber und man merkte, dass sie für das Tanzen lebt. Als sie ihren Lebenstraum in Frage stellt, spürt man ihre Verzweiflung und hofft, dass sie einen Weg findet, ihre Gefühle auch beim Tanzen zu zeigen.

Ein tolles Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Ich liebe Harper und habe mich über jeden Erfolg in ihrem Leben gefreut. Tolle Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!