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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Zeitweise spannend

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Die Geschichte fängt sehr spannend an und genauso wie Greta und ihr Vater tappen wir am Anfang im Dunkeln, was es mit der Geschichte von Kaspar Hauser und mit der Bedrohung seines Lebens auf sich hat. ...

Die Geschichte fängt sehr spannend an und genauso wie Greta und ihr Vater tappen wir am Anfang im Dunkeln, was es mit der Geschichte von Kaspar Hauser und mit der Bedrohung seines Lebens auf sich hat. Während Gretas Vater ein hochintelligenter verschrobener Mann ist, der vor allem theoretisch nachforscht, sein Zimmer kaum verlässt und die meiste Zeit herumnörgelt, ist Greta lieber draußen unterwegs und schaut sich die Dinge direkt vor Ort an. So gehen wir gemeinsam mit Greta auf Entdeckungsreise durch das historische Nürnberg und zu Besuch bei Kaspar Hauser. Dabei zeigt sich schnell, dass auch Greta eine besondere Auffassungs- und Kombinationsgabe hat. Und obwohl sie immer wieder mit den Konventionen der Zeit zu kämpfen hat, geht sie ihren Weg mit großer Beharrlichkeit und Wagemut. Ganz sympathisch war mir Greta nicht, aber ihr teils arrogant wirkendes, teils unbeholfenes Auftreten wird durch ihre besondere Situation, durch das viele Reisen mit ihrem Vater kaum Umgang mit Gleichaltrigen gehabt zu haben, entschuldigt.
Nun zu Kaspar Hauser: er ist und bleibt ein Rätsel, und so faszinierend seine Geschichte auch ist, konnte ich mit ihm so gar nicht warm werden, zu unglaublich und oft unlogisch fand ich sein Verhalten, dass ich auch mit seiner mysteriösen Vergangenheit nicht in Einklang bringen konnte.
Die Ermittlungen von Greta und ihrem Vater kamen zwar voran, gestalteten sich aber zäh und Spannung war eher verhalten vorhanden, so mich das Buch nur mässig fesseln konnte. Die Auflösung der Bedrohung Kaspar Hausers wirkte auf mich zu konstruiert und fand ich in ihrer Natur letztlich auch ein wenig enttäuschend.
Fazit: interessante Geschichte mit mässiger Spannung.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Spice statt Glitzer

In the Shadows we wait
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Das Buch hat mich ein wenig nostalgisch gemacht, hat es mich doch an die große Welle der Vampir-Romane erinnert, auf der ich eine Weile mitgeschwommen bin. Toll fand ich, dass die Vampire hier nicht nur ...

Das Buch hat mich ein wenig nostalgisch gemacht, hat es mich doch an die große Welle der Vampir-Romane erinnert, auf der ich eine Weile mitgeschwommen bin. Toll fand ich, dass die Vampire hier nicht nur gut sind, sondern vor allem für das Wohl des eigenen Clans handeln, auch wenn dabei Menschen unter die Zähne kommen. Das hatte durchaus ein bisschen Mafia-Flair, gepaart mit einer epischen Romanze, die Jahrhunderte währt und sich in der Gegenwart neu finden muss.
Xara war die typische weibliche Protagonistin und fand ich im Vergleich zu den männlichen Figuren fast ein bisschen farblos und vorhersehbar. Adrian und Chris sind definitiv meine Lieblingsfiguren - der große Schmuse-Hund Lup läuft natürlich außer Konkurrenz. Adrian und Chris wirken einfach sehr authentisch und real, und ihre gegensätzliche Art macht sie zum perfekten Paar. Juraj war anfangs der typische Macho, entwickelte aber schnell eine unvorhergesehene Tiefe, neben anderen dunklen Geheimnissen. Bei Dorian wirkte natürlich vor allem seine Ausstrahlung und Präsenz, und seine aus der Zeit gefallene Art bot einen schönen Kontrast zur modernen Welt, mit der er sich immer noch schwertut. Dass Xara zwischen Dorian und Juraj gefangen ist und beide Männer anziehend findet, war ungewöhnlich, aber nicht neu und wurde von der Autorin glaubwürdig umgesetzt. Abseits der stets vorhandenen erotisch aufgeladenen Stimmung hat mich aber vor allem die Geschichte der Vampire und natürlich Ksarynas, die Clan-Strukturen und die gesamte "Welt" der Vampire fasziniert. Dass Menschen unbewusst als Blutbank handeln wurde mir dabei etwas zu beiläufig abgehandelt und schien nicht weiter schlimm zu sein, wo Xara sich doch sonst über alles Mögliche aufregte. Abgesehen davon war die Geschichte spannend und flüssig zu lesen, und die unterschiedlichen Erzählperspektiven spiegelten sehr gut die unterschiedlichen Charaktere der beteiligten Personen wider. Bei der Fortsetzung bin ich auf jeden Fall dabei.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Herausfordernd

Zeitbrand: Genesis
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Trotz des auffälligen - und wunderschönen - Äußeren handelt es sich hier keineswegs um die gängige Farbschnitt-Drachen-Fantasy, den zwischen den Buchdeckeln geht es gnadenlos brutal, aber gleichzeitig ...

Trotz des auffälligen - und wunderschönen - Äußeren handelt es sich hier keineswegs um die gängige Farbschnitt-Drachen-Fantasy, den zwischen den Buchdeckeln geht es gnadenlos brutal, aber gleichzeitig auch anspruchsvoll und komplex zu. Der Autor schafft eine geteilte Welt, auf deren einer Seite Ordnung und Geld herrschen, und auf deren anderer das Wohle aller über dem des Einzelnen steht. Trotzdem versinken beide Hälften in archaischen Riten, mittelalterlichem (Aber-)Glauben und schockierenden Regeln, die sprachlos machen - und das nicht zuletzt auch ob der expliziten Darstellung sowohl von blutigen Kampf- als auch Sex-Szenen. Immer regieren mit der Macht, dem religiösen Wahn, Unterdrückung, Hass und Gier die animalischen und dunkelsten Instinkte des Menschen, und so ist es auch nicht weiter verwunderlich dass die Hauptpersonen zumeist unsympathisch sind. Das Buch wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, und die vielen Charaktere sind anfangs noch verwirrend, doch nach und nach nimmt jeder seinen Platz ein im Kampf Kaerthas gegen Nyssari, die einst von der Ewigen Flamme geteilt wurden.
Die erste Hälfte hat mir besonders gut gefallen, in der man anhand eingestreuter Details die Welt kennenlernt und natürlich die Charaktere und ihre Eigenheiten. Die zweite Hälfte verlor sich manchmal zu sehr in expliziten Darstellungen und führte mir zu plötzlich noch weitere Personen ein, deren Bedeutung vorerst nicht ersichtlich ist. Man merkt, dass dies kein Einzelband ist, da selbst am Ende noch fast zu viele Fragen offen bleiben, die sich leider wohl erst in den weiteren Bänden beantworten lassen. Nichtsdestotrotz war ich beeindruckt von der Idee und der, zugegebenermaßen oft kontroversen, ausgefeilten Umsetzung.
Fazit: (ab)gehobene Fantasy für starke Nerven, die mich zwar mit vielen Fragen, aber auch großen Erwartungen an und Vorfreude auf den Folgeband zurücklässt.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Ein Leben, ein Jahrhundert.

Schwebende Lasten
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Das Buch hat mir unheimlich gut gefallen, es liest sich sehr flüsEin Leben, ein Jahrhundert. sig, aber auch ein wenig atemlos da Hanna von einem Schicksalsschlag nach dem anderen getroffen wird. Genau ...

Das Buch hat mir unheimlich gut gefallen, es liest sich sehr flüsEin Leben, ein Jahrhundert. sig, aber auch ein wenig atemlos da Hanna von einem Schicksalsschlag nach dem anderen getroffen wird. Genau das ist die Stärke, aber auch mein einziger Kritikpunkt: es gibt kaum einen ruhigen Moment zum Innehalten, in dem man das Gelesene reflektieren könnte. Einerseits wunderbar, da es keine langwelligen Füllszenen gibt, andererseits herausfordernd, da man sich ständig und plötzlich auf neue Umstände einlassen muss. Da halfen tatsächlich nur echte Pausen, in denen man das Buch kurz zur Seite legt, um das Gelesene zu "verdauen". Ganz toll fand ich, dass jedes Kapitel durch die Beschreibung einer Pflanze eingeleitet wurde, ich mag solche Einschübe, bei denen man ganz nebenbei noch etwas lernen kann. Vor allem die Schachblume hat es mir angetan, die ich natürlich sofort recherchiert habe um ein Bild vor Augen zu haben: wunderschön!
Beeindruckend fand ich, wie Hanna sich durchs Leben kämpft, und das immer sehr pragmatisch, denn ihr blieb ja auch kaum etwas anderes übrig mit den Kindern. Obwohl mir erzählerisch der erste Teil besser gefallen hat, fand ich den zweiten Teil inhaltlich interessanter, da es für mich viele neue Einblicke in das Leben im geteilten Deutschland gab, Sehr gelungen war meiner Meinung nach auch, wie sich mit den Anfängen im Blumenladen und dem Ende, bei dem Hanna die Blumen wieder für sich entdeckt, der Kreis mit den alles verbindenden und immer wiederkehrenden Blumen schließt.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Alle sind verdächtig

Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt
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Ein passabler Krimi, der über weite Strecken spannend erzählt ist und die eigenen Vorahnungen und Spekulationen mit geschickten Wendungen widerlegt und in völlig neue Bahnen lenkt. Gestört hat mich allerdings ...

Ein passabler Krimi, der über weite Strecken spannend erzählt ist und die eigenen Vorahnungen und Spekulationen mit geschickten Wendungen widerlegt und in völlig neue Bahnen lenkt. Gestört hat mich allerdings die sehr empfindliche Darstellung Emilias, die einerseits hartgesottene Thriller schreibt, andererseits bei jedem Geräusch zusammenzuckt - das passte für mich nicht so recht zusammen, und gerade aufgrund ihrer beruflichen "Expertise" hätte sie so manches Vorkommnis besser einordnen können müssen. Aber wenn es um das eigene Wohl geht reagiert man vielleicht hysterischer. Fazit: spannende Unterhaltung mit kleinen Mängeln.

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