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Veröffentlicht am 26.01.2026

Von wegen Heimat

Gromzell
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Hinter diesem so harmlos als "Heimatroman" bezeichneten Buch verbirgt sich eine bitterböse Abrechnung mit der kleingeistigen Dorfkultur. Als die 108-jährige Marie stirbt, setzt dies eine Lawine in Gang: ...

Hinter diesem so harmlos als "Heimatroman" bezeichneten Buch verbirgt sich eine bitterböse Abrechnung mit der kleingeistigen Dorfkultur. Als die 108-jährige Marie stirbt, setzt dies eine Lawine in Gang: nachdem die Menschen in Gromzell scheinbar ewig leben, wird nun die Sterblichkeit wieder präsent, der sichere Kokon platzt auf und die Saat sind Zweifel und Zwietracht. Es brodelt in der scheinbar so harmonischen Dorfgemeinschaft, Aberglaube greift um sich und beinah sieht man die Dörfler schon mit den Mistgabeln zum Schloss ziehen...aber nein, das ist ja eine andere Geschichte. Obwohl nicht viel fehlt, um diese Assoziation zu wecken, vor allem gegen Ende. Besonders erstaunt hat mich das Schicksal von Anna, die einst aus dem Dorf nach Berlin gezogen war, aber nun zur Beerdigung zurückkehrt. Ihre anfängliche Ablehnung gegen das kleinbürgerliche Brauchtum, dem sie einst nur zu gerne entflohen ist, gerät ins Wanken - ist es nicht auch schön, statt in der Anonymität der Großstadt hier in der Gemeinschaft behütet zu sein? Mich hat es jedenfalls total gegruselt, je weiter diese skurrile und makabre Geschichte voranschritt. Und richtig unheimlich wurde es dann ja auch noch. Fazit: ganz unerwartetes, daher besonders schönes Lese-Highlight.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Ein Zauber überdauert Zeit und Raum

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Bei diesem Buch hat mich vor allem die Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart, dann aber auch der regionale und historische Bezug und zu guter Letzt das Thema Hexen gereizt. Gekonnt hat die Autorin ...

Bei diesem Buch hat mich vor allem die Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart, dann aber auch der regionale und historische Bezug und zu guter Letzt das Thema Hexen gereizt. Gekonnt hat die Autorin das Jahr 1460 und die Gegenwart in wechselnden Kapiteln zum Leben erweckt, und mit jeder Seite wurde die Verbindung von Damals und Heute klarer und stärker. Damals: zwei Schwestern, die zur Zeit der Hexenverfolgung nur durch den grössenwahnsinnigen Marschall, der in Ratingen das Sagen hat, geschützt werden, müssen im Ausgleich unsägliche Dinge für ihn tun. Heute: drei anfangs fremde Personen werden von Visionen geplagt, die nicht nur die Vergangenheit wieder zum Leben erwecken. Ein alter Zauber überdauert die Zeit und fordert erneut seine Opfer - es sei denn diesmal gelingt es ihn zu brechen.
Der Roman vereint so viele Perspektiven und Elemente, dass es unglaublich spannend war, die Fäden zu verbinden und immer wieder die Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart auszumachen. Auch die inneren Konflikte der drei Hauptpersonen werden gut herausgearbeitet: Feuerwehrmann Mark, der seit einem Großbrand unter Visionen leidet und nicht mehr er selbst ist, Melanie, die zeitlebens von beängstigenden Visionen verfolgt wird, und Cat, die irgendwie in das Geschehen hineinrutscht und von vergangen Erlebnissen träumt, die sich viel zu real anfühlen. Ein Aufeinandertreffen der drei ist unvermeidlich, aber das volle schockierende Ausmaß ihrer Beziehung zueinander wird erst im Laufe des Buches enthüllt. Auch der Bezug zur realen Geschichte Ratingens wurde geschickt in den Roman eingearbeitet. Eine klitzekleine Kritik meinerseits ist die Länge des Buches - gegen Ende hatte ich den Eindruck, die Autorin verzettelt sich etwas und zögert das unausweichliche Finale ein bisschen zu sehr hinaus. Fazit: gefällt mir bei Romanen auf verschiedenen Zeitebenen die Vergangenheit meist besser, halten sich hier das Damals und Heute in punkto Spannung absolut die Waage.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Wie abgefahren war das denn bitte?

Tödliches Familienidyll
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Was vom Titel her zwar spannend, aber auch ein wenig gediegen klingt, entpuppt sich als absolutes Horror-Szenario. Besonders gefallen hat mir das rasante Tempo, mit dem sich die Geschichte in kürzester ...

Was vom Titel her zwar spannend, aber auch ein wenig gediegen klingt, entpuppt sich als absolutes Horror-Szenario. Besonders gefallen hat mir das rasante Tempo, mit dem sich die Geschichte in kürzester Zeit zu einem ausgewachsenen Alptraum entwickelt. Fangen die ersten Seiten noch gemächlich an, geht es plötzlich Schlag auf Schlag - im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit Blut wird hier nicht gegeizt. Zugegebenermaßen finde ich die Kurzbeschreibung im Nachhinein nicht ganz passend, da hier der zeitliche Ablauf irgendwie anders klingt und ich auch eine völlig andere Ausgangssituation erwartet hatte. Aber was ich letztlich zu lesen bekam, war noch viel besser und hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Selbst über die haarsträubenden Zufälle, die die beteiligten Personen auf spektakuläre Weise wieder zusammengeführt haben, konnte ich angesichts des wirklich perfiden Plots und der fiesen Wendungen gut hinwegsehen. Fazit: ein Wahnsinns-Debüt, das die Nerven auf eine harte Probe stellt.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Ein Wort verändert viele Leben

Hazel sagt Nein
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Das Buch beginnt hochdramatisch mit der Szene, wie Hazel ihrem Direktor ein deutliches Nein entgegenbringt, als dieser sie ganz offen damit konfrontiert, sie für das neue Schuljahr als seine neue Affäre ...

Das Buch beginnt hochdramatisch mit der Szene, wie Hazel ihrem Direktor ein deutliches Nein entgegenbringt, als dieser sie ganz offen damit konfrontiert, sie für das neue Schuljahr als seine neue Affäre auserkoren zu haben. Was sich aus dieser Szene entwickelt, ist einfach unglaublich: nicht nur Hazels Familie und natürlich die des Direktors, sondern die ganze Schule, der ganze Ort und schließlich sogar das Land werden von den Wellen, die dieses unglaubliche Ereignis schlägt, mitgerissen. Und Hazel steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit - was sie einerseits ablehnt, andererseits aber auch genießt, ist es doch ein Sprungbrett für ihre Traumkarriere als Schriftstellerin. Aber will sie wirklich ihren Ruhm auf diesem widerlichen Moment aufbauen? Nach und nach wird enthüllt, wie Hazels Bruder, ihre Eltern, die Tochter des Direktors, nicht nur durch die Enthüllung dieses Moments selbst, sondern auch durch die Folgen ihrer teils unbedachten Reaktionen aus der Bahn geworfen werden. Neben Anfeindungen aus der Nachbarschaft gibt es vor allem öffentlichen Zuspruch und Unterstützung - und leider kippt die Geschichte an diesem Punkt für mich, da der Missbrauch plötzlich in den Hintergrund tritt und die Geschichte in eine Art Werbekampagne umschlägt, die Hazel als neue Autorin und Heldin feiert. Das ernste Thema wird nur noch am Rande aufgegriffen und die anfängliche Schockwirkung verpufft regelrecht. Erst zum Ende hin wird der im Mittelteil allzu unterhaltsame Ton wieder ernster und kehrt zum Ursprung zurück und bekommt so gerade noch die Kurve. Trotzdem verlaufen die wichtigen Themen zu sehr im Sande und ich hatte mir insgesamt mehr Tiefe von dem Buch erwartet.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Mehr als Zombies

Die Einsamen und die Toten
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Eigentlich hab ich es nicht so mit Zombie-Romanen, da sie in der Regel alle nach gleichem Schema ablaufen. Dieser Roman war jedoch anders, und ich konnte ihn nicht aus der Hand legen... Neben Zombies gibt ...

Eigentlich hab ich es nicht so mit Zombie-Romanen, da sie in der Regel alle nach gleichem Schema ablaufen. Dieser Roman war jedoch anders, und ich konnte ihn nicht aus der Hand legen... Neben Zombies gibt es hier noch einige andere klassische Kreaturen, die dem Buch eine zusätzliche Dimension und ja, in meinen Augen auch Tiefe verliehen haben. Auch gefiel mir der wissenschaftliche Aspekt sehr gut, der die Handlung nicht bloß auf reine Hirnschlürferei und Gemetzel reduziert hat. Toll fand ich, dass man das Geschehen aus der wechselnden Perspektive einer Handvoll von völlig unterschiedlichen Charakteren erlebt, und so immer wieder neue Facetten präsentiert bekommt, die sich wie ein Puzzle zusammensetzen und sich am Ende zusammenfügen - auch im wahrsten Sinne des Wortes, da die Personen nach und nach aufeinander treffen. Fazit: wer Zombies mag, wird diesen Roman lesen wollen. Alle anderen auch.

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