Cover-Bild Gromzell
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Edition W GmbH
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 173
  • Ersterscheinung: 26.01.2026
  • ISBN: 9783949671241
Dirk Bernemann

Gromzell

Ein Heimatroman
Als die älteste Bewohnerin des kleinen Ortes Gromzell mit 108 Jahren verstirbt, ist die Dorfgemeinschaft schwer erschüttert. Der Tod hat sich ausgerechnet Marie geholt, die ihm doch so lange von der Schippe gesprungen war. Die Trauernden suchen Trost bei Gott, doch als der Tod weiter um sich greift, wächst der Drang, selbst zur Tat zu schreiten und den Dorffrieden wiederherzustellen. Gestört wird dieser auch durch die aus Berlin zurückgekehrte Anna, deren Großeltern einst die umstrittene Deibelstube betrieben. Zudem ist da noch dieser Journalist, der über Maries Tod berichten will. Und stimmt es eigentlich, dass eine Berührung des Bestatters Eric Schade einem den eigenen, baldigen Tod ankündigt? Während zwischen Glaube und Aberglaube nach dem Schuldigen für all das Unheil gesucht wird, schwebt über dem Dorf ein ungewöhnlich großer schwarzer Vogel mit seltsam menschlichen Augen.
»Gromzell« erzählt vom ewigen Widerstreit zwischen Leben und Tod sowie der Unfähigkeit des Menschen, aus freien Stücken zu verwelken, was bisweilen groteske Blüten trägt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Die ungeschönte Seite der Provinz: Meine Gedanken zu Gromzell

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Wer bei dem Untertitel „Ein Heimatroman“ an gemütliche Dorfgeschichten denkt, wird bei Dirk Bernemann ziemlich schnell eines Besseren belehrt. In Gromzell geht es zwar um das Leben auf dem Land, aber eben ...

Wer bei dem Untertitel „Ein Heimatroman“ an gemütliche Dorfgeschichten denkt, wird bei Dirk Bernemann ziemlich schnell eines Besseren belehrt. In Gromzell geht es zwar um das Leben auf dem Land, aber eben um die dunkle, ungeschönte Seite davon. Alles beginnt mit dem Tod der ältesten Bewohnerin, was im Dorf eine Dynamik auslöst, die tief in die Abgründe und die Einsamkeit der Menschen blicken lässt. Bernemann beschreibt den Verfall und die festgefahrenen Strukturen so präzise, dass man die beklemmende Atmosphäre beim Lesen fast körperlich spürt.
Schon das Cover bereitet einen perfekt auf den Inhalt vor: Es ist in einem intensiven, fast schon giftigen Violett gehalten, was sofort signalisiert, dass hier keine klassische Idylle wartet. In Kombination mit der schlichten, aber markanten Typografie wirkt es modern und ein bisschen unheimlich – genau wie die Geschichte selbst.
Besonders fasziniert hat mich die Sprache. Der Stil ist direkt, manchmal fast schon schmerzhaft ehrlich und verzichtet auf jeglichen unnötigen Ballast. Die Sätze sind so unmittelbar und roh, dass sie perfekt zu der trostlosen Umgebung passen. Die Figuren sind keine Sympathieträger im klassischen Sinne, sondern Menschen mit echten Fehlern, die in einer sterbenden Umgebung feststecken und versuchen, irgendwie mit ihrer Vergangenheit und der Gegenwart klarzukommen.
Insgesamt ist das Buch eine intensive Erfahrung für alle, die Literatur suchen, die hängen bleibt und auch mal wehtut. Es ist ein moderner Anti-Heimatroman, der das Dorfleben nicht verklärt, sondern zeigt, was passiert, wenn die Fassaden bröckeln. Wer Lust auf eine Geschichte hat, die sich weit abseits vom Mainstream bewegt und einen nachdenklich zurücklässt, sollte das Buch auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Von wegen Heimat

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Hinter diesem so harmlos als "Heimatroman" bezeichneten Buch verbirgt sich eine bitterböse Abrechnung mit der kleingeistigen Dorfkultur. Als die 108-jährige Marie stirbt, setzt dies eine Lawine in Gang: ...

Hinter diesem so harmlos als "Heimatroman" bezeichneten Buch verbirgt sich eine bitterböse Abrechnung mit der kleingeistigen Dorfkultur. Als die 108-jährige Marie stirbt, setzt dies eine Lawine in Gang: nachdem die Menschen in Gromzell scheinbar ewig leben, wird nun die Sterblichkeit wieder präsent, der sichere Kokon platzt auf und die Saat sind Zweifel und Zwietracht. Es brodelt in der scheinbar so harmonischen Dorfgemeinschaft, Aberglaube greift um sich und beinah sieht man die Dörfler schon mit den Mistgabeln zum Schloss ziehen...aber nein, das ist ja eine andere Geschichte. Obwohl nicht viel fehlt, um diese Assoziation zu wecken, vor allem gegen Ende. Besonders erstaunt hat mich das Schicksal von Anna, die einst aus dem Dorf nach Berlin gezogen war, aber nun zur Beerdigung zurückkehrt. Ihre anfängliche Ablehnung gegen das kleinbürgerliche Brauchtum, dem sie einst nur zu gerne entflohen ist, gerät ins Wanken - ist es nicht auch schön, statt in der Anonymität der Großstadt hier in der Gemeinschaft behütet zu sein? Mich hat es jedenfalls total gegruselt, je weiter diese skurrile und makabre Geschichte voranschritt. Und richtig unheimlich wurde es dann ja auch noch. Fazit: ganz unerwartetes, daher besonders schönes Lese-Highlight.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Ein schöner, bitterböser Heimatroman

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Aus den verschiedenen Perspektiven seiner Bewohner und Bewohnerinnen schildert der Autor das Leben in einem Bergdorf namens Gromzell. Die Strukturen einer dörflichen Gemeinschaft werden mit Humor offengelegt ...

Aus den verschiedenen Perspektiven seiner Bewohner und Bewohnerinnen schildert der Autor das Leben in einem Bergdorf namens Gromzell. Die Strukturen einer dörflichen Gemeinschaft werden mit Humor offengelegt und analysiert. Ausgehend vom Tod der ältesten Bewohnerin Marie werden die Charaktere treffend in einer Ausnahmesituation in der Enge des Dorfes beschrieben. Er demaskiert Aberglauben, Borniertheit und Beharrungswillen durch die bedrohlich wahrgenommene Veränderung aufgrund des Todesfalls. Dirk Bernemann gelingt es meisterhaft, Gromzell und seine Bevölkerung verdichtet aus Klischees, Vorurteilen, Glaube und Abhängigkeiten zu schildern. Das Ganze geschieht mit einer großen psychologischen Tiefe, ist nachvollziehbar, intelligent und aufgrund der guten Beobachtungs- und Analysegabe des Autors bitterböse und sehr unterhaltsam. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, die Charaktere fand ich glaubhaft und das auch manchmal absurde Verhalten in ihrer speziellen Gedanken- und Erlebniswelt nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Marie ist tot

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Einen Heimatroman lese ich sehr selten. Dieser hier ist ein sehr düsterer.
Gromzell ist ein Ort, in dem 1086 Menschen leben. Maria, die mit 108 älteste, ist gerade gestorben. Das bringt das Dorf aus der ...

Einen Heimatroman lese ich sehr selten. Dieser hier ist ein sehr düsterer.
Gromzell ist ein Ort, in dem 1086 Menschen leben. Maria, die mit 108 älteste, ist gerade gestorben. Das bringt das Dorf aus der Ruhe und bewirkt eine Reihe von Eskalationen. Der Tod scheint allgegenwärtig.
Es ist ein kurzer, dichter Roman. Dirk Bernemann setzt auf symbolträchtige Elemente, z.B. der große schwarze Vogel. Vielleicht braucht es einen Gewaltausbruch, damit das Dorf wieder zur Ruhe kommt.
Dirk Bernemann enttäuscht seine Leser nicht.