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Veröffentlicht am 10.10.2022

Verstörend reale Utopie

Unsre verschwundenen Herzen
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Dies war mein erster Roman der Autorin, von der ich bisher nur den Namen kannte. Die Handlung hat mich spontan angesprochen, und ich habe mir eine spannende Geschichte über das Schicksal eines Jungen versprochen, ...

Dies war mein erster Roman der Autorin, von der ich bisher nur den Namen kannte. Die Handlung hat mich spontan angesprochen, und ich habe mir eine spannende Geschichte über das Schicksal eines Jungen versprochen, der sich in einer feindseligen Welt auf die Suche nach seiner Mutter macht. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die schleichende Bedrohung durch PACT auf subtile Art zu schildern, und es war erschreckend zu sehen wie die Bevölkerung - ob bewusst oder unbewusst - den immer strengeren Regeln folgte und dabei ihr Mitgefühl und ihr eigenes Urteilsvermögen verlor. Die Geschichte von Bird, und was er in seinem jungen Leben bereits erfahren musste, hat mich dabei sehr berührt.
Meine einzige Kritik liegt beim Schreibstil, von dem ich immer wieder den Eindruck hatte, dass die Handlung zugunsten wortgewaltiger und bildreicher Formulierungen um ihrer selbst willen in den Hintergrund treten musste. Hier hätte ich mir manchmal eine direktere Schilderung gewünscht. Das dramatische Ende schliesslich war vorhersehbar, aber passend. Insgesamt ein lesenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Weihnachten mal anders

Ein Alman feiert selten allein
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Dieses Buch hat mich gleich auf zwei Ebenen fasziniert: zum einen musste ich über die Familie von Jonas schmunzeln, die Weihnachten penibelst durchplant und dabei keinen Raum für Zufälle lässt. Oft wusste ...

Dieses Buch hat mich gleich auf zwei Ebenen fasziniert: zum einen musste ich über die Familie von Jonas schmunzeln, die Weihnachten penibelst durchplant und dabei keinen Raum für Zufälle lässt. Oft wusste ich nicht ob ich lieber lachen oder weinen sollte - zum Glück läuft Weihnachten bei viel entspannter ab.
Weit interessanter fand ich aber die Einblicke in die Traditionen von Elifs Familie und deren Erfahrungen mit dem deutschen Weihnachtsfest. Da gab es viele peinliche Situationen, in denen man sich für Jonas Familie regelrecht fremdschämen musste.
Der Schreibstil wirkte Elifs Naturell entsprechend eher spontan als durchstrukturiert, was aber auch einen Grossteil des Charmes dieser Geschichte ausgemacht hat. Was auf den ersten Blick eine kurzweilige und unterhaltsame Beobachtung des Weihnachtsfestes bietet, regt auf den zweiten durchaus auch zum Nachdenken an - über Weihnachten an sich und wie man dem Fest begegnet, aber auch über Toleranz und Familie. Ein etwas anderes Weihnachtsbuch und gerade deshalb besonders.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Hörenswert

Der gelbe Vogel
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Eine beeindruckende Geschichte, in der auch die immer wieder aufblitzenden humorvollen Momente eine bedrückende Grundstimmung nicht ganz vertreiben können. Stetig wird die Hoffnung geschürt, dass am Ende ...

Eine beeindruckende Geschichte, in der auch die immer wieder aufblitzenden humorvollen Momente eine bedrückende Grundstimmung nicht ganz vertreiben können. Stetig wird die Hoffnung geschürt, dass am Ende noch alles gut, oder wenigstens besser, wird - umso erschütterter ließ mich das Ende zurück. Aber vielleicht hat das Buch auch gerade deshalb eine derart große Wirkung und klingt noch lange nach. Als Hörbuch, in dem der Erzähler durch leichte Nuancierungen nicht nur die unterschiedlichen Stimmen, sondern auch Stimmungen perfekt einfängt, wirkt die Geschichte dann noch einmal viel intensiver. Fazit: hörenswert!

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Ein Thriller der Extraklasse!

Das versunkene Dorf
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Nach einem Dienstunfall, der ihr Gesicht entstellt, wird Noémie Chastain von ihrer Einheit in Paris in die Provinz abgeschoben, wo sie es schon bald mit einem ungewöhnlichen, weit in die Vergangenheit ...

Nach einem Dienstunfall, der ihr Gesicht entstellt, wird Noémie Chastain von ihrer Einheit in Paris in die Provinz abgeschoben, wo sie es schon bald mit einem ungewöhnlichen, weit in die Vergangenheit des besonderen Ortes zurückreichenden Mordfall zu tun bekommt. Und während Noémie die Geheimnisse des Ortes enthüllt, findet sie auch zu sich selbst zurück.

Eine bemerkenswerte Protagonistin und ein raffiniert konstruierter Fall - dieser Thriller hat mich von der ersten bis zur überraschenden letzten Seite nicht mehr losgelassen. Leider gibt es die weiteren Krimis des Autors noch nicht in deutscher Übersetzung, aber ich hoffe das wird bald nachgeholt.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Torte!

Elvis Gursinski und der Grabstein ohne Namen
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Als erstes ist mir bei dem Buch der Schreibstil aufgefallen, der mit seiner lockeren Art und den herrlich skurrilen Wortschöpfungen von Dalia überzeugt, dabei aber auf Umgangssprache verzichtet, die ich ...

Als erstes ist mir bei dem Buch der Schreibstil aufgefallen, der mit seiner lockeren Art und den herrlich skurrilen Wortschöpfungen von Dalia überzeugt, dabei aber auf Umgangssprache verzichtet, die ich gelesen zumeist unpassend finde.
Mit Elvis hat die Autorin einen sympathischen Protagonisten geschaffen, der zugleich als Identifikationsfigur wie auch heimlicher Held verstanden werden kann. Dazu bietet Dalia, die sich im Verlauf des Buches als unerwartete Freundin herausstellt, mit ihrer direkten und unverblümten Art einen wunderbar passenden Kontrast.
Elvis lebt mit seinen Eltern auf dem Friedhof, und er kann die Stimmen der dort begrabenen Leute hören. Doch irgendetwas stimmt nicht: Elvis Mutter verhält sich noch merkwürdiger als sonst und unheimliche Dinge geschehen im Zimmer im zweiten Stock. Und so ist es an Elvis, den Ereignissen mit Dalias Hilfe auf den Grund zu gehen...
Ein wundervolles Buch, das weit mehr zu bieten hat als Gruselstimmung - mit viel Herz wird eine Geschichte von Familie und Freundschaft und noch viel mehr erzählt.

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