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Veröffentlicht am 20.10.2025

Chaotisch und bunt

Der Duft von Raureif
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Der neue Roman des Autorinnenduos ist genauso chaotisch, albern, herzlich und durchgedreht wie bereits die Storchen-Bücher. Der Humor lag nicht immer auf meiner Wellenlänge und manches Mal waren mir die ...

Der neue Roman des Autorinnenduos ist genauso chaotisch, albern, herzlich und durchgedreht wie bereits die Storchen-Bücher. Der Humor lag nicht immer auf meiner Wellenlänge und manches Mal waren mir die Figuren, vor allem die beiden Halbschwestern Isa und Bella, zu unreif und unüberlegt. Gestört hat mich, dass das Hauptproblem, wie die beiden das geerbte Schloß halten wollen, auch nicht ansatzweise gelöst wurde, es gab lediglich einige halbherzige Versuche, aber das reicht einfach nicht. Und so schön es ist, nicht alles schwarz zu sehen und auch Spaß zu haben, konnte ich die ganze Geschichte letztlich nicht ernst nehmen. Also habe ich mich dann einfach berieseln und überraschen lassen, ohne weiter drüber nachzudenken, und so konnte ich das oft weltfremde Geschehen als leichte Unterhaltung genießen. Da Weihnachten erst später im Buch eine Rolle spielt, finde ich den Titel fast ein bisschen irreführend, da die Geschichte kein reiner Weihnachtsroman ist. Der Vorteil ist: es eignet sich zu jeder Jahreszeit gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Zusammengewürfelt

Minecraft. Rezepte aus der Würfelwelt. Das offizielle Koch- und Backbuch
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Natürlich wird dieses Buch jedem Minecraft-Fan sofort ins Auge fallen, und voller Erwartung auf würfelige Rezepte habe auch ich das Buch gelesen. Was dann kam war für mich leider mehr als enttäuschend. ...

Natürlich wird dieses Buch jedem Minecraft-Fan sofort ins Auge fallen, und voller Erwartung auf würfelige Rezepte habe auch ich das Buch gelesen. Was dann kam war für mich leider mehr als enttäuschend. Das Buch teilt sich nach Gebieten auf, so gibt es einen Abschnitt Wald, Gebirge usw. Es gibt einen einleitenden Teil, in dem ein paar allgemeine Fakten über die Natur vermittelt werden. Danach noch ein paar Tipps, wie man sich dort verhalten oder wie man die Umwelt schützen kann, und illustriert mit entsprechenden Pixelbildern. Dann endlich: die jeweiligen Rezepte, wobei sich mir der Zusammenhang zwischen der Auswahl und dem Kapitel nicht erschließt. Auch wirken die Rezepte ziemlich planlos zusammengewürfelt (ha!), und die Fotos sind leider - sofern überhaupt vorhanden - absolut lieblos und haben optisch auch so gar nichts mehr mit Minecraft zu tun, wie das Coverfoto zumindest im Ansatz vermuten ließe. Es gibt höchstens eine Handvoll Gerichte, die immerhin in Würfelform präsentiert werden, der Rest könnte aus jedem beliebigen Kochbuch stammen. Ärgerlich auch, das einige Zutaten zumindest hierzulande nicht allzu leicht zu beschaffen sein dürften - gut, das Buch wurde ja auch übersetzt, aber bei einem Kochbuch freue ich mich dann doch, wenn zumindest eine einheimische Alternative zu einer exotischen Zutat genannt wird.
Fazit: in meinen Augen ist dieses Buch reine Geldmacherei, die zwar auf den ersten Blick mit Minecraft wirbt, aber dahingehend leider nicht viel bietet. Kann man sich sparen.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Wunderschöner Aufwand

Kleine Lieblinge
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Ich schätze ich habe eine andere Auffassung von "leicht zu machen". Wer hat schon Wollvlies oder einen Forstnerbohrer zuhause rumliegen? Ich hatte daher einfachere Basteleien erwartet, die man ohne vorherige ...

Ich schätze ich habe eine andere Auffassung von "leicht zu machen". Wer hat schon Wollvlies oder einen Forstnerbohrer zuhause rumliegen? Ich hatte daher einfachere Basteleien erwartet, die man ohne vorherige Einkaufstour mit dem, was die Natur und ein üblicher Haushalt zu bieten hat, bewerkstelligen kann. Versteht mich nicht falsch: die kleinen Lieblinge in diesem Buch sind wirklich wunderschön anzusehen, aber eben nicht das was ich vom Buch erwartet hatte. Und mir persönlich ist der Inhalt leider auch auch zu Püppchen- und Filz-lastig, beides nichts was ich mir in die Wohnung stellen würde. Fazit: nicht meins, aber wen das Buch anspricht der sollte unbedingt reinblättern und selbst entscheiden, Geschmäcker sind eben verschieden.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Queer, Cozy, Noir

Lavender House
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Das Buch fängt die nostalgische Atmosphäre der 50er Jahre perfekt ein und schafft einen queeren Krimi im Noir-Feeling, der seinesgleichen sucht. Bei einer Razzia wurde Evander "Andy" Mills in einer eindeutigen ...

Das Buch fängt die nostalgische Atmosphäre der 50er Jahre perfekt ein und schafft einen queeren Krimi im Noir-Feeling, der seinesgleichen sucht. Bei einer Razzia wurde Evander "Andy" Mills in einer eindeutigen Situation auf der Toilette erwischt und daraufhin aus dem Polizeidienst entlassen. Da kommt der Auftrag aus Lavender House, dem Sitz der Familie und des Seifenimperiums Lafontaine gerade recht. Es stellt sich heraus, dass Lavender House ein Zufluchtsort für queere Menschen ist, und nach dem Mord an der Matriarchin wird Andy mit den Ermittlungen betraut. Nach und nach lernt Andy die Familienmitglieder und Bediensteten kennen, aber er entdeckt auch die nie gekannte Freiheit, die in Lavender House herrscht, wo alle offen zeigen und leben können wie und wer sie sind. Doch die Freiheit kommt nicht ohne ihren Preis, denn nach außen hin muss die Familie den Schein waren, und so ist Lavender House zugleich ein goldener Käfig.
Mich hat an der Geschichte vor allem der Krimiteil gereizt, der einem "Locked Room" Rätsel gleicht. Das die Queerness einen derart großen Raum einnimmt war mir anfangs nicht bewusst, aber sie hat die Geschichte ungemein bereichert und einzigartig gemacht. Und obwohl sie fortwährend präsent war, wirkte sie kein bisschen aufgesetzt oder zu gewollt, sondern fügte sich perfekt ins Geschehen ein und vermittelte einen glaubwürdigen Eindruck davon, wie queere Menschen zu der damaligen Zeit von der Gesellschaft behandelt wurden: verurteilt, verfolgt und ausgestoßen. So war Lavender House Fluch und Segen zugleich, bot es doch letztlich nur eine geschützte Blase, außerhalb derer man sich immer noch verstellen und verstecken musste. Und ausgerechnet dieser Schutz kippt, als klar wird dass jemand von den Bewohnern einen Mord begangen hat und man auch hier nicht mehr sicher ist.
Mit Spannung habe ich Andys Ermittlungsarbeit verfolgt, bei der wir die einzelnen Personen, ihre Motivation und Ansichten kennenlernen und so immer tiefer in das Geflecht aus Täuschung und Intrigen eindringen, dass Lavender House umgibt. Wem kann man hier trauen? Die Ermittlungen bringen Andy außerdem dazu, sein eigenes Leben, sein bisheriges Handeln als Polizist - oder besser gesagt seine Unterlassungen - zu überdenken und so wird aus Angst Stärke und Entschlossenheit, die Dinge zu ändern. Mich hat das Buch absolut gefesselt und ich würde mich riesig freuen, wenn es ein baldiges Wiedersehen mit Andy gäbe.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Familiegeschichte mit sehr viel Drama

Wenn unsere Welt kippt
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Das Buch umfasst eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, wobei die vergangene Generation fast wie eine Märchengeschichte anmutet, da sie von der Erzählerin mit einigen fantastischen Details ...

Das Buch umfasst eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, wobei die vergangene Generation fast wie eine Märchengeschichte anmutet, da sie von der Erzählerin mit einigen fantastischen Details ausgeschmückt wird. Kern der Historie ist ein Fluch, der sich wie ein roter Faden durch die Zeit windet und auch in der Gegenwart noch seinen Zauber zu wirken scheint. Da sind die Brüder Wynton und Miles, die sich hassen, und da ist die kleine Schwester Dizzy, die irgendwo dazwischen steht. Als alle drei, aber jeder für sich, eine Begegnung mit einem einzigartigen Mädchen hat, beginnen die festgefahrenen Muster zu bröckeln und die Dinge verschieben sich - die Welt kippt. Aus den Perspektiven der Geschwister und des Mädchens, aber auch durch tagebuchartige Einschübe weiterer Familienmitglieder entfaltet sich eine komplexe, komplizierte Familiengeschichte, die vor Drama überquillt. Und genau das ist sowohl die Faszination als auch der Schwachpunkt des Buches: auf gefühlt jeder Seite passiert etwas so einschneidendes, einzigartiges, unglaubliches, dass es mir letztlich einfach zu viel Drama wurde. Es fehlten die kurzen Verschnaufpausen, die kleinen Alltagsmomente, die einem Zeit gaben das Gelesene zu verdauen. Daher musste ich das Buch immer wieder zur Seite legen, um im Kopf wieder Freiraum zu schaffen, um wieder aufnahmefähig zu sein für noch mehr Schicksalsschläge - diese Familie geht wirklich an keiner Tragödie vorbei. Letztlich verströmen viele Teile des Buches einen ganz besonderen Zauber und sind wunderschön zu lesen, andererseits geht es auch immer wieder ganz profan um die sexuellen Fantasien von Dizzy und Miles, und auch dies in unnötigem Übermaß und auf eine Art und Weise, die mich die Altersempfehlung des Buches überdenken und eher nach oben korrigieren lässt. Meine absolute Lieblingsperson in der Geschichte war der Hund Sandro, der in Gedanken zu Miles sprechen kann und mit seinen einfühlsamen, aber auch deutlichen Worten immer wieder die Stimmung auflockert. Das Ende, an dem alle losen Fäden unweigerlich zusammenlaufen, war mir dann im Vergleich leider viel zu kurz und unauffällig und ließ leider auch einige offenen Fragen unter den Tisch fallen.
Fazit: eine einzigartige, vor Drama und Tragödien überbordende Familiengeschichte, die beim Lesen ganz besondere, ja magische Momente beschert, aber auch viel abverlangt.

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