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Veröffentlicht am 23.04.2020

Rundes Ende der Trilogie

Ruinen der Macht
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Im letzten Teil der Trilogie ist die von Semire und Quliûn angezettelte Revolution in vollem Gange. Die magisch erbauten Paläste sind zerstört, die magisch unterstützten Spielereien funktionieren nicht ...

Im letzten Teil der Trilogie ist die von Semire und Quliûn angezettelte Revolution in vollem Gange. Die magisch erbauten Paläste sind zerstört, die magisch unterstützten Spielereien funktionieren nicht mehr, es herrscht ein Chaos aus Plündereien und drohendem Hunger. Das Volk füllt sich die Taschen mit den zurückgbliebenen Schätzen der Wohlhabenden, die Tiefen Häuser werden nicht müde gegeneinander zu intrigieren um ein Stückchen Macht zu erlangen.

Wünsche werden auf unerwartete und nicht unbedingt erhoffte Weise erfüllt.

Quilûn und Semire müssen in die Tiefe des Berges gehen um die Geister der Ahnen zu besänftigen und ihre Welt zu retten unterstützt von der Magierin Kyrin.

Von Band I bis zum Finale hat Quilûn eine erstaunliche Entwicklung vom begnadeten Maler über die ungeliebte und nicht voll ausgefüllte Rolle des Grafen von Haus Schneegrund bis zum Revolutionsführer und, wie sich im Laufe der Geschichte zeigen wird, noch mehr entwickelt. Auch Semire muss ihre Rolle völlig neu überdenken.


Der Fortgang und die Entwicklung in der Trilogie um "Die Gezeiten der Macht" ist stimmig und nachvollziehbar. Die persönlichen Entwicklungen der Protagonisten sind spannend zu beobachten und überzeugen.

Das Ende ist nur fast etwas überraschend und wird durch den Epilog mehr als zufriedenstellend abgerundet.

Ob das Ende gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Wie im richtigen Leben und eben auch in den Romanen von Robert Corvus gibt es nicht nur Gut und Schlecht, es liegt viel dazwischen was das Leben ausmacht.

Wie immer schont der Autor seine Figuren nicht, von machem muss der Leser sich unerwartet und unerwünscht verabschieden, aber auch ein Hauch Romantik fehlt in dem ganzen Kampfgetümmel nicht.

Wieder versteht Herr Corvus es, Kopfkino zu produzieren. Seien es blutige Kampfszenen oder die faszinierende Welt in der Tiefe des Berges, die Fantasie des Lesers bekommt genügend geboten.

Ich habe machmal etwas den Faden verloren, welches Haus gerade gegen welches andere intrigiert oder wer mit wem paktiert. Das hat meinen Lesefluss zeitweise unterbrochen, soll aber mein einziger Kritikpunkt sein.

Die Trilogie ist rund und spannend.

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Knochenarbeit vom Feinsten

Priest of Bones
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Inhalt:

Der ehemalige “Geschäftsmann” Tomas Piety kehrt mit den Resten seines Trupps aus einem blutigen Krieg in dem er als Hauptmann und Militärgeistlicher gedient hat. Kehrt in seine Heimatstadt ...

Inhalt:

Der ehemalige “Geschäftsmann” Tomas Piety kehrt mit den Resten seines Trupps aus einem blutigen Krieg in dem er als Hauptmann und Militärgeistlicher gedient hat. Kehrt in seine Heimatstadt zurück, um seine Geschäfte, Kneipen, Gasthäuser und Bordelle, wieder zu übernehmen
Dort muss er feststellen, dass alle Läden von einer Gruppe andere Halunken übernommen wurde, die von dem mysteriösen Bloodhand befehligt werden.
Er erobert sich seine Geschäfte zurück, muss aber bald erfahren, dass die Unternehmungen Bloodhands in höchsten Kreisen Besorgnis erregen.
Er bekommt Besuch einer Geheimagentin der Königin. Mit ihrer Hilfe soll er das ´weiter Vordringen und die Machtergreifung auf den Straßen durch Bloodhand und seine Männer unterbinden.
Es gibt für Tomas und seine Männer viel „Knochenarbeit“, was den Titel gut erklärt.

Meine Meinung
Die Geschichte wird von Tomas erzählt. Er berichtet in der Sprache des Soldaten, trocken und schnörkellos, mit einem gewissen Sarkasmus, den das Leben ihm beigebracht hat.
Diese Erzählweise macht die Geschichte authentisch und spannend.
Tomas Piety ist nicht unbedingt gesetzestreu und zartfühlend, aber er steht für die Seinen ein, ob es die Familie sein ehemaliger Trupp oder die Menschen in „seinen“ Straßen sind.
Seine Vorgehensweise ist oft brutal aber aus der Situation geboren und , zumindest in seinen Augen, angemessen.
Trotzdem hat er in kürzester Zeit geschafft, mein Herz zu erobern, ebenso wie die meisten seiner Truppe, allen voran Bloody Anne.
Ein magisches Element kommt noch mit dem jungen Billy the Boy hinzu, dessen Geschichte wird sicher noch spannend.
Peter McLean hat einige spannende Figuren geschaffen, die er immer in der ihnen gerecht werdenden Sprache sprechen lässt, allen voran der Erzähler Tomas.

Das Cover sagt schon aus, worum es geht, Waffen und Blut an und in den Häusern lässt gleich vermuten, dass es sich nicht um eine romantische Liebesgeschichte handelt. Obwohl ich sagen muss, auch Liebe und Romantik finden ein Plätzchen in all der „Knochenarbeit“

Kurz gesagt, ich war von der ersten Seite an gefesselt und freue mich auf eine Fortsetzung.


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Veröffentlicht am 01.03.2020

Thriller der leisen Sorte

Sieben Lügen
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Inhalt:
In Sieben Lügen erzählt die Protagonistin Jane einer zunächst ungenannten Person ihre Geschichte, ihre Geschichte und die ihrer Freundin seit Kindertagen Marnie,
Sie erzählt , wie aus einer kleinen ...

Inhalt:
In Sieben Lügen erzählt die Protagonistin Jane einer zunächst ungenannten Person ihre Geschichte, ihre Geschichte und die ihrer Freundin seit Kindertagen Marnie,
Sie erzählt , wie aus einer kleinen Notlüge unter Freundinnen, eine Geschichte wird, in der die Lügen größer werden und aus einer Kinderfreundschaft nach und nach eine geradezu krankhafte Fixierung auf Marnie wird, in der Jane keine Grenzen und Skrupel mehr kennt, um Marnie einzig für sich zu haben.

Meine Meinung:
Der Erzählstil von Sieben Lügen ist eher ruhig und unaufgeregt.
Zunächst glaubt ist der Leser noch bereit, Mitleid mit Jane zu haben, doch im Lauf der Erzählung zeigt sie immer mehr Züge einer geradezu psychopathischen Besessenheit.

Keine der Protagonistinnen schafft es schlussendlich Sympathien bei mir zu wecken. Jane in ihrer steigenden Wahnhaftigkeit und Marnie in ihrer letztlich egoistischen Oberflächlichkeit schaffen es zu keiner Zeit, mich auf ihre Seite zu ziehen.

Trotz der mangelnden positiven Gefühle gegenüber den beiden, schafft Elisabeth Kay es vortrefflich, einen gewissen Sog zu erzielen. Die Geschichte lebt nicht von Action und spritzendem Blut, sondern vom Miterleben, wie Janes Wahn sich allmählich steigert.

Wer atemberaubende Spannung sucht, ist mit Sieben Lügen daher schlecht bedient.
Mich hat trotz einiger Längen Janes Erzählung in den Bann gezogen.
Im letzten Drittel verlaufen einige erfolgversprechende Aspekte der Geschichte leider etwas im Sande aber die Lösung ist ein Stück weit überraschend. Leider ist das Ende dann etwas unausgegoren und nicht ganz schlüssig.

Nichtsdestotrotz hat Frau Kay mir einige recht beklemmend gut Lesestunden verschafft, so dass die Bezeichnung Thriller ihre Berechtigung hat. Es ist eben ein Thrill der leisen Sorte, der vielleicht sogar realistischer ist als so mancher Thriller mit viel Blut und Splatter.
Gute Idee mit manchmal nicht ganz gelungener Umsetzung

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Der Wolf heult wieder

Wolves – Die Jagd beginnt (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 3)
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Baxters mühsam und auch nur halbwegs stabilisiertes Privatleben wird durch Wolfs Wiederauftauchen durcheinander gerüttelt.
Auch die Geduld seiner anderen Freunde und Exkollegen stellt auf eine ...

Baxters mühsam und auch nur halbwegs stabilisiertes Privatleben wird durch Wolfs Wiederauftauchen durcheinander gerüttelt.
Auch die Geduld seiner anderen Freunde und Exkollegen stellt auf eine harte Probe, da er den offensichtlichen Selbstmord seines früheren Kollegen und bestem Freund Finley als solchen nicht anerkennen will und gnadenlos in der Verganheit gräbt um Beweise für seinen Mordverdacht zu finden.
Tatkräftig unterstützt wird das Team bei den Recherchearbeiten wieder von Alex Edwards, der sich inzwischen als Privatdedektiv versucht.
Nicht nur mit seiner drohenden Inhaftierung hat Wolf zu kämpfen, auch seine Partnerin Emily Baxter steht ihm zunächst wegen seiner Taten aus Band 1 eher negativ eingestellt gegenüber. Aber Finley zuliebe raufen sich alle zusammen und dank Wolfs Hartnäckigkeit und der Zusammenarbeit aller Beteiligten geligt es, die Ursache von Fileys Tod in einem Drogenfall der Vergangenheit auszumachen.
Der steinige Weg zur Lösung des Falls war durch Wendungen und Irrtümer wieder sehr spannend ausgearbeitet

Mir gefiel sehr der Stil, die Geschichte von Finley in Rückblenden Stück für Stück kennen zu lernen. Nicht nur den besagten Fall sondern auch Dinge aus seinem Leben.
In Band 1 war das Augenmerk verstärkt auf William Wolf Fawkes gerichtet, in Band 2 auf Emily Baxter und nun erfährt der Leser auch Einzelheiten aus Finleys Leben.
Das rundet die gesamte Geschicht schön ab

Wunderbar auch wieder der sehr spezielle britische Humor, der immer wieder aufblitzt.

Das Cover ist wie bei den Bänden zuvor wieder ein Eyecatcher, der den Griff zu dem Buch geradezu herausfordert

Zwar könnte man jeden Band auch einzeln lesen, für mich macht es aber mehr Sinn, die Reihe komplett und in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man sonst viele Handlungen und Zusammenhänge nicht versteht und einen "unfertigen" Eindruck der Geschichte bekommt.
Meine Empfehlung ist es also, sich alle 3 Bände zu Gemüte zu führen, da man sonst zeitweise etwas planlos da sitzt.

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Veröffentlicht am 02.12.2019

Leider heißt es Abschied nehmen

Jenseits von tot
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Auch im dritten und leider letzten Teil treffen wir auf alte Bekannte. Zombie und Eddie kommen sich näher, ihre kleine Patchworkfamilie funktioniert bestens.
Als gerade alles so schön ist, kommt Eddie ...

Auch im dritten und leider letzten Teil treffen wir auf alte Bekannte. Zombie und Eddie kommen sich näher, ihre kleine Patchworkfamilie funktioniert bestens.
Als gerade alles so schön ist, kommt Eddie ein Todesfall dazwischen. Von allen als natürlicher Tod abgeschrieben, hört Eddie auf ihr bewährtes Bauchgefühl und beginnt zu ermitteln erneut unterstützt von Zombie.
Im Rahmen dieser Ermittlungen tun sich vielschichtige Verwicklungen auf, die mit dem Tod des Opfers noch lange nicht aufgelöst und beendet sind.
Zombie öffnet sich Eddie zunehmend und die Bedeutung desTitels wird bald klar.
Auch Flo und die hilfreichen Freundinnen begegnen uns erneut mit neuen Problemen, die es zu bewältigen gilt.


Lucie Flebbe hat mit "Jenseits von Tod" wieder einen vielschichtigen, auch die Gesellschaft kritisch beleuchtenden Krimi geschaffen. Sie zeigt Probleme der heutigen Zeit auf, ohne dabei aber mit dem Zeigefinger zu wedeln, einfach indem sie sie in ihre Geschichte einbaut. so regt sie bei aller guten Unterhaltung auch zum Nachdenken an.
Zombie besticht wieder durch deinen schwarzen Humor und einfach dadurch, dass er ist wie er ist. Lucie kämpft immer noch mit ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Vorgesetzten Adrian, wird mit Hilfe Zombies und ihrer Freundinnen immer besser. wir erfahren viel über Zombie und seine Geschichte sowie seine Ängste.


Mit dem dritten Band der Trilogie hat die Frau Flebbe meiner Meinung nach den besten der Reihe geschrieben. In jedem Band hat sie sich zwar nicht gescheut, gesellschaftliche Probleme in ihre Erzählung einzubinden und zu beleuchten, aber fand ich diesmal besonders beeindruckend,
die Entwicklung der Protagonisten gefiel mir sehr. Vor allem Zombies Geschichte und die Gründe dafür, dass er eben so geworden ist haben viele Emotionen geweckt, ebenso seine unumstößliche Liebe zu Eddie und seine Unsicherheit in Bezug auf ihre Gefühle.


Band 3 ist der perfekte Abschluss zu dieser Reihe, auch wenn ich Eddie, Zombie und ihre Familie und Freunde sehr vermissen werde.