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Veröffentlicht am 23.09.2025

Das Leben neu überdenken

Drei Tage im Schnee
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Mit „Drei Tage im Schnee“ ist der Autorin Ina Bhatter ein eindrucksvolles Debüt gelungen.

Schon allein das Cover ist wunderschön und ästhetisch ansprechend: Eine Frau, die abends in einer Schneelandschaft ...

Mit „Drei Tage im Schnee“ ist der Autorin Ina Bhatter ein eindrucksvolles Debüt gelungen.

Schon allein das Cover ist wunderschön und ästhetisch ansprechend: Eine Frau, die abends in einer Schneelandschaft auf dem Weg zu einer kleinen Hütte ist. Dies ist auch wesentlicher Inhalt dieses schmalen Romans (166 Seiten). Hannah, eine Frau Mitte 30, braucht eine Auszeit von ihrem trubeligen Alltag, der ihr viel abverlangt. Der Beruf fordert sie und ständig gibt es neue To-Dos, die sie abarbeiten und erfüllen muss. Hannah versucht es immer allen Recht zu machen. Viele Träume, Sehnsüchte und Freundschaften sind dabei mit der Zeit auf der Strecke geblieben. Hannah möchte so nicht mehr weitermachen und mietet sich eine kleine Hütte in einer verschneiten Gegend, um über ihr Leben nachzudenken und es neu zu ordnen. Sie lernt ein kleines Mädchen namens Sophie kennen. Gemeinsam verbringen sie Zeit, trinken weiße Schokolade mit Marshmallows vor dem prasselnden Kamin, bauen „Schneinhörner“ und ein Iglu im Schnee. Durch Sophie wird Hannah an ihre eigene Kindheit erinnert und an all das, was einst wichtig für sie war: die Natur, das Lesen und das Schreiben, Familie und Freunde. Hannah kommt ins Nachdenken und etwas scheint in ihr aufzubrechen, um den schönen und den wirklich wichtigen Dingen wieder mehr Zeit einzuräumen. Wir können dabei in Hannahs Gedankenwelt Einblick nehmen.

Ina Bhatter ist mit „Drei Tage im Schnee“ ein hyggeliger Wohlfühlroman gelungen. Man möchte sich am liebsten mit Hannah und Sophie an den knisternden Kamin setzen und auch eine weiße Schokolade mit Marshmallows trinken und danach raus in den Schnee laufen.
Bhatter erzeugt mit ihrem Schreibstil eine wohlige Atmosphäre. Die bildhafte Sprache trägt vor allem dazu bei.

„Drei Tage im Schnee“ ist vor allem für Leserinnen und Leser geeignet, die ebenfalls mal eine Auszeit von ihrem Alltag benötigen und ein paar inspirierende Gedanken brauchen, um über das eigene Leben nachzudenken.


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Veröffentlicht am 21.09.2025

Eine zu Herzen gehende Geschichte zu Zeiten des Holocausts

Als die gelben Blätter fielen
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Ein Bilderbuch, das Kindern im Grundschulalter die Zeit des Holocaust aufzeigt.

Das Bilderbuch ist, meiner Meinung nach, zurecht für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 nominiert.

Dem litauischen ...

Ein Bilderbuch, das Kindern im Grundschulalter die Zeit des Holocaust aufzeigt.

Das Bilderbuch ist, meiner Meinung nach, zurecht für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 nominiert.

Dem litauischen Schriftsteller Marius Marcinekvičus ist es mit diesem Bilderbuch gelungen, in Kinderperspektive das jüdische Leben im Ghetto zur Zeit des Nationalsozialismus aufzuzeigen. Mit passenden Illustrationen wird die Geschichte unterstützt. Inga Dagilé, die das Buch illustriert hat, spielt hier vor allem mit Farbsymbolik.

Die schwere Thematik wird kindgerecht vermittelt. Kindern wird aufgezeigt, wie schwierig die Situation der Juden in den abgesperrten Bezirken war und oftmals ihren Tod durch die Nationalsozialisten fanden. Aber auch hier gelingt es Marcinekevičus dies angemessen zu vermitteln, vor allem durch eine symbolische und metaphorische Umsetzung.

Ein Bilderbuch, das einfühlsam die grausame Zeit des Holocaust aufzeigt. Das Buch sollte auf jeden Fall von einem Erwachsenen begleitet werden, um aufkommende Fragen zu beantworten. In einem Nachwort findet man eine historische Einordnung.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Vom Loslassen und Neufinden

Das leise Platzen unserer Träume
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Wann ist eine Beziehung zuende gelebt?!
Reicht das was man hat aus, um glücklich zu sein, auch wenn die Träume geplatzt sind?

Vom Loslassen und Neufinden. Jule hatte Träume. Sie träumte von einem Haus ...

Wann ist eine Beziehung zuende gelebt?!
Reicht das was man hat aus, um glücklich zu sein, auch wenn die Träume geplatzt sind?

Vom Loslassen und Neufinden. Jule hatte Träume. Sie träumte von einem Haus auf dem Land, eigenen Kindern, die durch den wilden Garten toben, schönen lauen Sommerabenden mit Freunden und einer glücklichen Beziehung. Die Träume - geplatzt.

Wir erhalten in dem Buch Einblicke in Jules Gedankenwelt. Sie muss sich eingestehen, dass Vieles nicht so eingetroffen ist, wie sie erträumt hatte.

Dann ist da noch Hellen. Sie hat eine Affäre mit Jules Mann David. Auch in ihre Gedankenwelt können wir schauen. Etwas skurril fand ich, wie sie versucht, die Beziehung zwischen David und Jule zu analysieren oder einfach nur zu verstehen.

Interessant fand ich Jules Entwicklung. Das Zerbrechen und Eingestehen, dass eine Beziehung zu Ende ist, ist nicht leicht, aber es entsteht ein Raum für neue Träume und einen Neuanfang.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Poetisches und kunstvolles Bilderbuch

BRAVO!
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Das Bilderbuch ist etwas ganz Besonderes. Geschrieben hat es die israelische Dichterin und Kinderbuchautorin Orit Gidali. Die kunstvollen und einmaligen Illustrationen hat die Künstlerin Keren Katz gestaltet.

Die ...

Das Bilderbuch ist etwas ganz Besonderes. Geschrieben hat es die israelische Dichterin und Kinderbuchautorin Orit Gidali. Die kunstvollen und einmaligen Illustrationen hat die Künstlerin Keren Katz gestaltet.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Es geht um einen außergewöhnlichen Theaterbesuch, in dem das Publikum und nicht die Schauspielerinnen und Schauspieler im Mittelpunkt stehen. Die Botschaft dieses ungewöhnlichen Vorgehens steht im Vordergrund. Es regt Groß und Klein zum Nachdenken an, die Personen um einen herum mehr wahrzunehmen und ihnen Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen.

Mithilfe dieses Buches kann ich auch schon mit jüngeren Kindern in den Austausch kommen, um zum Nachmachen zu motivieren und sie in ihrer Empathiefähigkeit und Selbstwertschätzung zu unterstützen.


Ein wundervolles poetisches Bilderbuch mit kunstvollen Illustrationen, auf denen es viel zu entdecken gibt. Ein BRAVO! für das Buch!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Tief bewegender und emotionaler Roman

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Das ist eine geballte Portion an Emotionen, die uns Susanne Abel hier bietet.

In diesem Roman gibt es zwei Handlungsstränge. Ein Handlungsstrang spielt in dem Zeitraum zwischen 2006 und 2017. Emily wächst ...

Das ist eine geballte Portion an Emotionen, die uns Susanne Abel hier bietet.

In diesem Roman gibt es zwei Handlungsstränge. Ein Handlungsstrang spielt in dem Zeitraum zwischen 2006 und 2017. Emily wächst bei ihren Ur-Großeltern Margret und Hardy auf, da ihre Mutter Julia sich immer wieder sehr verantwortungslos zeigt. Auch bei ihrer Oma Sabine findet sie keinen richtigen Halt und so sehen sich Margret und Hardy in der Pflicht, sich um das junge Mädchen zu kümmern. Immer wieder kommt es zu großen und kleineren Streitereien. Emily hält es irgendwann nicht mehr aus bei ihren Großeltern und sehnt sich den Tag ihrer Volljährigkeit herbei, um endlich alleine wohnen zu können. Sie versteht das Handeln ihrer Ur-Großeltern oftmals nicht.

Im zweiten Handlungsstrang bekommt der Leser immer wieder Rückblicke in die Zeit, in der Hardy und Margret Kinder waren. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kommen Hardy und Margret in ein katholisches Kinderheim, in dem sie schlimmste Misshandlungen erleben. Nach und nach erschließt sich dem Leser, warum zum Beispiel Margret oftmals impulsiv handelt und alles dafür tut, ihre kleine Enkelin zu schützen. Ihre Sprachlosigkeit und das Verdrängen der grausamen Zeit steht aber immer zwischen ihnen.


Susanne Abel ist ein tief bewegender Familienroman gelungen, der einen nicht loslässt. Sie schafft es mit diesem Roman, die grausamen Verbrechen an Kindern in christlichen Kinderheimen nach dem Zweiten Weltkrieg ins Blickfeld zu rücken. Die Sprachlosigkeit, das Verdrängen dieser grausamen Zeit schafft sie zu transportieren und nachvollziehbar zu machen.

Der Roman ist definitiv keine leichte Kost, dennoch steckt er auch voller Hoffnung und Zuversicht.

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