Profilbild von nasa2000

nasa2000

Lesejury Star
offline

nasa2000 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit nasa2000 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2018

Ich muss mit auf Klassenfahrt

Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen!
0

Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen, beschreibt den schon fast unglaubwürdigen Alltag von Helikopter Eltern. Wenn es nicht so real wäre könnte man drüber lachen. Aber ...

Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen, beschreibt den schon fast unglaubwürdigen Alltag von Helikopter Eltern. Wenn es nicht so real wäre könnte man drüber lachen. Aber leider sieht die Realität genau so aus. Wir leben in einer Gesellschaft bei der man vergisst Kinder richtig zu erziehen. Eltern sind von Anfang an unsicher, nehmen ihren Kindern alles ab damit sie ja keinen Schaden nehmen. Aber wehe andere Eltern sind nicht so.

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Das Cover und der Klapptext haben mich neugierig gemacht. Die Erzählungen von den verschiedensten Leuten (Erzieher, Lehrer, Hebammen, andere Eltern etc.) sind kurz und teilweise urkomisch das man sich spontan fragt ob das denn so sein kann. Aber ja es ist so, wenn ich solche Eltern nicht persönlich kennen würde hätte ich das Buch nur als nette, sogar lustige Lektüre gesehen. Aber so habe ich ehrlich gesagt auch etwas Angst. Denn wenn man überlegt was da für Kinder heranwachsen, wie unselbstständig und egoistisch dann bekomme ich das Grauen. Ich muss aber ehrlich sein, denn gerade durch unser Umfeld, was einen stark prägt ist wohl jeder der Kinder hat ein Helikopter. Denn keiner kann sich davon ganz ausnehmen. Auch ich nicht. Aber was hier geschildert wird zieht einem die Schuhe aus. Kinder deren Schlafsachen mit gegeben werden damit sie in der Leseecke weiterschlafen können, weil sie in der Nacht schlecht geschlafen haben. Eltern die mit zu Bewerbungsgesprächen gehen, weil ihre Kinder keine Erfahrung darin haben. Die Lebensläufe und Bewerbungen überarbeiten, sich bei Lehrern über die Hausaufgaben beschweren oder sogar fordern dass die Klobrille vorgeheizt werden damit das Kind nicht friert. Eltern die auf Spielplätzen den Kindern Handschuhe anziehen damit sie nicht dreckig und krank werden… hier werden so viele skurrile Geschichten dargestellt das es traurig und lustig zu gleich ist.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Ich habe es als Hörbuch gehört und fand es für zwischendurch sehr schön. Man kann immer wieder in die Geschichte einsteigen. Auch die Erzählstimme war sehr angenehm und ruhig. Der Leser spielt auch gut mit der Stimmlage und den verschiedensten Dialekten, so das es noch zusätzlich etwas lustiger wird.

Veröffentlicht am 15.10.2018

Der Abgrund in dir

Der Abgrund in dir
0

Der Abgrund in dir von Dennis Lehane aus dem Diogenes Verlag besticht erst ab der zweiten Hälfte des Buches. Im ersten Teil ist es eher ein Roman und ab dem zweiten Teil wird es ein Thriller. Ich muss ...

Der Abgrund in dir von Dennis Lehane aus dem Diogenes Verlag besticht erst ab der zweiten Hälfte des Buches. Im ersten Teil ist es eher ein Roman und ab dem zweiten Teil wird es ein Thriller. Ich muss dazu sagen das es mir schwer fiel beim ersten Teil dran zu bleiben. Aber ich bin froh das ich das Buch fertig gelesen habe. 


Rachel ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Mutter war eine Schriftstellerin die das Geheimnis um Rachels Vater mit ins Grab genommen hat. Es hat den Anschein das Rachel dadurch eher planlos im Leben umhertappt. Sie versucht das Geheimnis ihres Vaters zu lüften, während sie ein Leben als Journalistin beginnt. Als sie auf Haiti einen Nervenzusammenbruch vor laufender Kamera hat, verändert sich ihr gesamtes Leben. Doch dann trifft sie ihren Mann, der ihr immer liebevoll zur Seite steht und ihr hilft. Doch Rachel ahnt nicht das dieser Mann ihr Ende sein kann.


Wie oben schon gesagt fand ich den ersten Teil nicht besonders berauschend. Es war langatmig und teilweise auch langweilig geschildert. Ich habe dort keinen Zugang zu den Protagonisten gefunden und war auch etwas irritiert was das alles mit dem Klapptext und dem Prolog zusammenhängt. Aber mal gut das ich dabei geblieben bin. Denn es war dann doch noch ein Actionreicher Thriller mit einigen Verwirrungen und den unterschiedlichsten Handlungen die mich dann überraschten.


Allerdings werden hier auch einige Klischees abgedeckt und es kommen einige Zufälle zusammen die das alles dann auch unglaubwürdig werden lassen. Auch die Wesensänderung von Rachel war mir zu krass dargestellt. Sie hat sich innerhalb von wenigen Seiten um 180 Grad geändert. 


Alles in allem kann man sagen das Dennis Lehane in einer sehr anspruchsvollen Sprache, einen lesenswerten aber nicht überragenden Thriller geschrieben hat. Trotz seiner Höhen und Tiefen, hat mir nette Lesestunden gebracht.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Die Sonnenschwestern

Die Sonnenschwestern
0

Die Sonnenschwestern von Tracy Rees ist ein leichter Roman, der auf zwei Zeitebenen die Geschichte einer Mutter und die der Tochter aufzeigt. Zudem ist es der dritte Roman der Autorin.

2006 Nora ist ...

Die Sonnenschwestern von Tracy Rees ist ein leichter Roman, der auf zwei Zeitebenen die Geschichte einer Mutter und die der Tochter aufzeigt. Zudem ist es der dritte Roman der Autorin.

2006 Nora ist fast 40 und irgendwie gefangen in der Routine ihres Lebens und ist damit unzufrieden. Sie wagt einen Neuanfang und kehrt London den Rücken. Sie kündigt ihren Job, verlässt ihren Partner und vermietet ihre Wohnung. Sie reist nach Tenby einen kleinen idyllischen Ort in Wales.

In den 1950iger Jahren verbringt Chloe ihre Sommerferien in Tenby bei ihrer Tante. Die drei Wochen sind für sie das Highlight des Jahres. Vor allem wegen ihren 2 Jahre jüngeren Freund Llew der mit Chloe durch dick und dünn geht, bis eines Tages was unfassbares geschieht was das Leben aller verändert.

Da ich die anderen beiden Bücher von Tracy Rees gelesen habe, war ich gespannt auf diesen Roman. Dieser ist allerdings ganz anders als die beiden andern. Hier spielt die Geschichte in der neuern Vergangenheit und nicht im 18 Jahrhundert. Aber genau das fand ich sehr faszinierend. Ich lese sehr gerne Geschichten die auf verschiedenen Zeitebenen spielen und bei der es auch ein Geheimnis zu lüften gibt.

Der Schreibstil ist gewohnt leicht gewesen. Man kam gut in die Geschichte rein, auch wenn es etwas gedauert hat bis man bei der eigentlichen Handlung ankam. Tracy Rees legt großen Wert darauf dem Leser die Charaktere näher zu bringen. Sie beschreibt diese sehr plastisch und authentisch. So konnte man sich Nora und Chloe gut vorstellen und hat mit beiden mitgefühlt und war mit ihnen zusammen in Tenby.

Was die Geschichte an sich angeht war sie nicht sonderlich innovativ. Es gab solche Geschichten schon von anderen Autoren, was mich aber nicht sonderlich gestört hat, da ich diese Art von Büchern gerne lese. Es war ein tolles Buch was ich empfehlen kann. Aber Vorsicht wer die anderen Bücher der Autorin kennt sollte sich bewusst machen, das es sich hier um ein anderes Genre handelt.

Veröffentlicht am 08.10.2018

The Secret - Er weiß, wer du wirklich bist

Er weiß, wer du wirklich bist - The Secret
0

The Secret – Er weiß, wer du wirklich bist, ist der zweite Teil des Ermittlerduos Miley/Grey. Man kann den ersten und zweiten Teil gut separat lesen, da in dem zweiten Teil alles wichtige nochmal erwähnt ...

The Secret – Er weiß, wer du wirklich bist, ist der zweite Teil des Ermittlerduos Miley/Grey. Man kann den ersten und zweiten Teil gut separat lesen, da in dem zweiten Teil alles wichtige nochmal erwähnt wird. In dem vorliegen Band wird näher auf die Vergangenheit der Ermittlerin Imogen Grey eingegangen.

Brigdet Reid arbeitet Undercover als Prostituierte. In ihrem Beisein werden zwei Prostituierte und ein Freier ermordet und sie selbst wird entführt. Ihr Freund Sam Brown will sie unbedingt findet und wendet sich dafür an Imogen Grey. Doch Imogen arbeitet nur ungern mit ihrem Ex-Partner zusammen, da sie ihn für ihre Verletzungen verantwortlich macht. Zudem vertraut sie ihm nicht, denn innerhalb ihrer Ehemaligen Einheit spielt jemand ein doppeltes Spiel. Für Imogen steht fest das es Sam sein muss.

Mir hat der zweite Teil wesentlich besser gefallen als der erste. Der Schreibstil war gewohnt flüssig und leicht. Ich kam gut in die Geschichte rein. Auch die Personenwechsel fand ich hier nicht so schlimm wie im ersten Teil, da gab es einfach zu viele. Was mir auch besser gefallen hat, ist dass der Täter nicht von Anfang an ersichtlich war. Man konnte so seine eigenen Gedanken machen und selbst auf Spurensuche gehen. Mir hat es auch gut gefallen das in diesem Teil in die Vergangenheit zurück gegangen wurde und man so mehr über Imogen und ihre Verletzungen erfährt. Im ersten Teil gab es dazu immer nur Andeutungen.

Die Charaktere waren hier gut dargestellt und wurden so lebendig. Außerdem konnte man einen Wandel bei Imogen feststellen und das sie sich weiter entwickelt hat. Gerade durch ihre Vergangenheit und dem aktuellen Fall kommt die Spannung sehr gut zum tragen. Diese bleibt auch über das gesamte Buch erhalten. Zum Ende flaute sie dann etwas ab.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war wieder das Ende mit der Selbstjustiz. Diese scheint von der Autorin immer wieder gebilligt zu werden. Ich persönlich bin kein Freund davon, gerade wenn es um solche schweren Verbrechen geht. Da hatte ich auch leicht das Gefühl dass der Autorin nichts besseres eingefallen wäre.

Dieser Teil hat mir zwar besser gefallen, aber am Ende kann man noch Pfeilen. Ob ich den dritten Teil lesen würde weiß ich nicht, da ich Angst habe beim Ende wieder mit der Selbstjustiz konfrontiert zu werden. Diesen Teil kann ich aber empfehlen, er ist lesenswert. Nur ein kleiner Hinweis, für Zartbesaitete ist dieser Thriller nichts, denn es werden die Morde und auch die Folter sehr authentisch und blutig beschrieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.09.2018

Madame le Commissaire

Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer
0

Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer ist der erste Band einer Serie die in der kleinen beschaulichen, französischen Stadt Fragolin spielt. Es ist eher ein gemütlicher Krimi mit Urlaubsfeeling ...

Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer ist der erste Band einer Serie die in der kleinen beschaulichen, französischen Stadt Fragolin spielt. Es ist eher ein gemütlicher Krimi mit Urlaubsfeeling und Lokalloriot als mit Spannung und Action. Obwohl er zwischendrin schon mal spannende Momente aufweist.

Isabelle Bonnet, Leiterin einer Spezial Einheit in Paris, reist nach einem Bombenattentat in ihre Heimat Fragolin um sich dort von ihren Verletzungen zu erholen. Doch schon am Tag ihrer Anreise erfährt sie von einem Verbrechen. In der Villa eines zurückgezogenen Engländers findet man die Leiche einer jungen Frau. Vom Engländer fehlt jede Spur. Von ihrem Chef wird sie gebeten den Fall zu untersuchen und den Engländer zu finden. Gleichzeitig versucht Isabelle auch noch einen ganz Privaten Fall zu lösen, nämlich den Tot ihrer Eltern.

Der Schreibstil war teilweise etwas gewöhnungsbedürftig da es viele französische Wörter oder Redewendungen mit eingeflossen sind die dahinter nochmal auf Deutsch standen. Das hat den Lesefluss für mich etwas gehemmt. An sich bin ich aber gut in die Geschichte reingekommen und habe mich mit dem Buch wohl gefühlt. Ich bin mit Isabelle auf Ermittlungstour gegangen und habe mich gefragt was hinter allem steckt. Der Autor versteht es den Leser auf eine falsche Spur zu locken um ihn am Ende zu überraschen. So bin ich erst recht spät darauf gekommen wer der Täter war.

Die Charaktere sind authentisch und sympathischen beschrieben. Gerade Isabelle entwickelt sich im Laufe des Buches weiter, und das in eine ganz andere Richtung. Auch ihr Assistent Apollinaire gefiel mir sehr gut. Er war mir von Anfang an sympathisch und hat mich immer wieder zum schmunzeln gebracht. Genauso die Landschaft, obwohl es schon ab und zu störend war, dass das Wasser scheinbar immer azurblau ist. Allerdings spielt der Roman im Sommer und da es sich hierbei um einen leichten sehr gemütlichen Krimi handelt schaue ich da gerne drüber weg.