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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2026

Unter der Oberfläche

Unter Wasser
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„Unter Wasser“ von Tara Menon ist momentan auf Social Media sehr gehypt – und nachdem ich es gelesen habe, kann ich absolut verstehen warum.

In dem Buch begleiten wir Marissa, die mit ihrem Vater in Thailand ...

„Unter Wasser“ von Tara Menon ist momentan auf Social Media sehr gehypt – und nachdem ich es gelesen habe, kann ich absolut verstehen warum.

In dem Buch begleiten wir Marissa, die mit ihrem Vater in Thailand lebt und dort Arielle kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht eine unglaublich besondere und intensive Freundschaft. Schon relativ früh liegt dabei dieses unterschwellige Gefühl über der Geschichte, weil man weiß, welches Ereignis 2004 die Welt erschüttert hat – und irgendwann beginnt man zu ahnen, in welche Richtung sich alles entwickeln könnte.

Die Geschichte springt immer wieder zwischen 2004 und 2014. Erzählt wird alles aus Marissas Sicht und ich mochte total, wie deutlich man den Unterschied zwischen ihr als Kind und als Erwachsene spürt. Als Kind wirkt sie offen, neugierig und voller Leben, während sie in New York eher orientierungslos wirkt und man merkt, dass die Vergangenheit sie nie wirklich losgelassen hat.

Dieses Buch lebt meiner Meinung nach nicht davon, dass ständig etwas passiert oder die Handlung schnell vorangeht. Es lebt von Gefühlen, Erinnerungen, Trauer und davon, wie Marissa mit Verlust umgeht. Ich glaube genau deshalb hat es mich auch so berührt.

Was mich aber am meisten überzeugt hat, war die Atmosphäre. Die Schreibweise war unglaublich schön und die Beschreibungen vom Meer, vom Tauchen und von den Inseln waren so bildhaft, dass ich komplett in die Geschichte eintauchen konnte. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst dort zu sein.

Auch die Freundschaft zwischen Marissa und Arielle hat mich komplett überzeugt. Arielle wirkt mutig, frei und so eng mit der Natur verbunden und ich mochte sehr, wie präsent sie über das ganze Buch hinweg bleibt.

Besonders spannend fand ich außerdem, dass die beiden Naturkatastrophen zwar immer im Hintergrund stehen, aber für mich eigentlich für etwas viel Größeres stehen: dafür, dass sich Natur nicht kontrollieren lässt – und Gefühle, Trauer und Vergangenheit eben auch nicht.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich so schnell über dieses Buch hinwegkomme. Es war keine Geschichte, die mich durch Spannung gepackt hat, sondern durch ihre Stimmung, ihre Sprache und die Gefühle, die sie hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Die Last der Familie

This Is Going To Hurt
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„This Is Going To Hurt“ von Silvia Maria de Jong ist ein Familienroman mit Cowboy-Vibes, Ranch-Setting und Romance-Elementen. Ich habe mich sehr darauf gefreut, mal wieder eine Geschichte zu lesen, die ...

„This Is Going To Hurt“ von Silvia Maria de Jong ist ein Familienroman mit Cowboy-Vibes, Ranch-Setting und Romance-Elementen. Ich habe mich sehr darauf gefreut, mal wieder eine Geschichte zu lesen, die mich emotional mitnimmt und vielleicht auch die ein oder andere Träne kostet – und genau das hat dieses Buch geschafft.

Jordan McAllister ist hochschwanger und auf dem Weg zum Vater ihres Kindes, als mitten unterwegs die Wehen einsetzen. In dieser Ausnahmesituation hilft ihr Miles Wheeler und gemeinsam schaffen sie diesen Moment. Doch mit dieser Begegnung beginnt ein Konflikt aus Familiengeschichte, alten Verletzungen, Schmerz und Entscheidungen, mit denen niemand gerechnet hat.

Denn Jordan trägt ausgerechnet das Kind von Grayson Colton – dem Mann, mit dessen Familie Miles seit Jahren im Konflikt lebt.

Jordan hat mir wirklich gut gefallen. Sie wirkt nicht wie eine perfekte Hauptfigur und genau das mochte ich an ihr. Sie ist verletzlich, körperlich und emotional erschöpft und versucht gleichzeitig ihre Vergangenheit zu verarbeiten und einen Weg für sich und ihr Kind zu finden. Trotzdem trägt sie sich eine gewisse Hoffnung in sich, die ich sehr berührend fand.

Miles wirkt auf den ersten Blick wie der typische Retter – aber eigentlich hatte ich eher das Gefühl, dass er selbst seit Jahren etwas mit sich herumträgt, das er nie wirklich verarbeitet hat. Er wirkt verschlossen, manchmal schwer greifbar und lebt mit einer Last, die eng mit dem Konflikt rund um die Coltons verbunden ist. Einer meiner Lieblingsgedanken beim Lesen war: Er hilft anderen, aber selbst möchte er nicht gerettet werden.

Für mich war das deshalb keine klassische Liebesgeschichte, sondern viel mehr ein Roman über Verantwortung, Familie und die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt.

Die Cowboy-Vibes haben mir dabei überraschend gut gefallen. Der Ton der Geschichte wirkte oft rau und man hat die Härte des Ranchlebens, aber auch diese besondere Einsamkeit gespürt. Das Setting hat sich nicht wie eine Kulisse angefühlt, sondern als würde es die Figuren mit formen.

Am Ende hat mich nicht die Handlung am meisten berührt, sondern die Figuren – vor allem Miles und Jordan – und alles, was zwischen ihnen unausgesprochen geblieben ist. Dieses Buch lebt für mich weniger von großen Wendungen als von den Emotionen, den Beziehungen und den Dingen, die nie direkt ausgesprochen werden.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Wie weit würdest du gehen, um jemanden zu retten?

The Scorpion and the Night Blossom – Dolch und Blüte
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The Scorpion and the Night Blossom ist der Auftakt einer Dilogie von Amélie Wen Zhao und hat mich vor allem wegen eines Aspekts sofort neugierig gemacht: die Inspiration aus der chinesischen Mythologie. ...

The Scorpion and the Night Blossom ist der Auftakt einer Dilogie von Amélie Wen Zhao und hat mich vor allem wegen eines Aspekts sofort neugierig gemacht: die Inspiration aus der chinesischen Mythologie. Etwas in diese Richtung hatte ich bisher noch nicht gelesen und genau deshalb habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut.

Vor neun Jahren wurde der Vater von Àn’yīng von einem Dämon – einem Mó aus dem Reich der Nacht – getötet. Seit diesem Angriff ist auch ihre Mutter nicht mehr dieselbe und Àn’yīng lebt seitdem mit nur einem Ziel: Sie möchte ihre Mutter retten.

Ihre einzige Hoffnung sind die Unendlichkeitsprüfungen im Reich der Unsterblichen. Der Preis ist die Unsterblichkeitspille, mit der ihre Mutter geheilt werden könnte. Doch schnell wird klar, dass diese Prüfungen viel gefährlicher und komplizierter sind, als Àn’yīng erwartet hat. Auf ihrem Weg begegnet sie Yù’chén und gerät immer tiefer in eine Welt voller Intrigen, Dämonen und Geheimnisse – und muss sich irgendwann die Frage stellen, wem sie überhaupt noch vertrauen kann.

Àn’yīng mochte ich als Hauptfigur wirklich sehr. Sie ist unglaublich familienbezogen, loyal und gibt nicht auf, wenn ihr etwas wichtig ist. Was ich besonders schön fand: Ihre Motivation fühlt sich nie egoistisch an. Sie kämpft nicht für Ruhm oder Macht, sondern nur für ihre Familie. Durch den frühen Tod ihres Vaters musste sie viel zu schnell erwachsen werden und man merkt immer wieder, wie viel Angst, Trauer und Verantwortung sie mit sich trägt. Dadurch wirkte sie auf mich sehr greifbar.

Auch Yù’chén fand ich als Figur spannend. Er bleibt lange geheimnisvoll und man weiß nie so richtig, was hinter seinem Verhalten steckt oder welche Absichten er verfolgt. Gleichzeitig wirkt er sehr beschützend gegenüber Àn’yīng und ich mochte die Dynamik zwischen den beiden total gerne. Die Gefühle stehen nicht ständig im Mittelpunkt, waren für mich aber trotzdem deutlich spürbar.

Am meisten begeistert haben mich aber tatsächlich das Worldbuilding und das Magiesystem. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, gemeinsam mit Àn’yīng immer tiefer in diese Welt einzutauchen. Die verschiedenen Reiche, die Legenden und besonders die Beschreibungen der Dämonen haben meine Neugier immer weiter geweckt. Ich hatte nie das Gefühl, mit Informationen überladen zu werden, sondern konnte die Welt Stück für Stück entdecken.

Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist sehr bildhaft und atmosphärisch, gleichzeitig aber leicht zu lesen. Es gibt spannende Szenen, dramatische Wendungen und viel Bewegung in der Handlung, aber die emotionalen Momente kommen trotzdem nicht zu kurz.

Für mich war The Scorpion and the Night Blossom ein wirklich gelungener Auftakt, der mich vor allem mit seiner besonderen Welt und Atmosphäre überzeugen konnte. Ich habe sehr gerne Zeit mit den Figuren verbracht und bin gespannt, wie sich alles in Band 2 weiterentwickeln wird.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Zurück in eine Stadt voller Schatten

Queens Cartel (Band 2) - With All Your Fears
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Auch der zweite Band von Queens Cartel – With All Your Fears von Anne Lück hat mich direkt angesprochen. Ich habe wieder eine düstere Romantic Suspense mit Mafia- und Gang-Elementen erwartet – und genau ...

Auch der zweite Band von Queens Cartel – With All Your Fears von Anne Lück hat mich direkt angesprochen. Ich habe wieder eine düstere Romantic Suspense mit Mafia- und Gang-Elementen erwartet – und genau dieses Gefühl von Gefahr und Geheimnissen in einer Küstenstadt hat sich auch schnell eingestellt.

Im Mittelpunkt steht Jenna, die zur Beerdigung ihres Vaters nach St. Ives zurückkehrt. Nach drei Jahren Abwesenheit fühlt sich ihre Heimat jedoch nicht mehr vertraut an: Die Stadt wird inzwischen vom Queens Cartel kontrolliert und wirkt deutlich bedrohlicher und verschlossener als früher.

Auch Ira, ihre ehemalige Jugendliebe, spielt wieder eine große Rolle in ihrem Leben. Er hatte sie damals ohne Erklärung verlassen, und nun scheint er tief in die Strukturen des Cartels verwickelt zu sein. Gleichzeitig häufen sich in der Stadt Vermisstenfälle, was Jennas Misstrauen weiter verstärkt und sie dazu bringt, selbst nach Antworten zu suchen.

Jenna war für mich eine sehr greifbare Protagonistin. Als Psychologiestudentin wirkt sie zunächst sehr klar, analytisch und kontrolliert, aber je mehr sie in ihre alte Heimat zurückkehrt, desto mehr gerät sie innerlich aus dem Gleichgewicht. Genau dieser Konflikt – zwischen Verstand und Emotion – hat sie für mich sehr authentisch gemacht. Man merkt, wie sehr sie nach Klarheit sucht, aber gleichzeitig von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

Ira hat mich ebenfalls sehr interessiert, gerade weil er so widersprüchlich wirkt. Nach außen hin kalt, distanziert und schwer greifbar, aber in seinen eigenen Perspektiven merkt man schnell, wie viel er eigentlich in sich trägt. Diese innere Zerissenheit hat ihn für mich besonders spannend gemacht, auch wenn man ihm nicht immer leicht vertrauen kann.

Der Schreibstil von Anne Lück hat mich erneut abgeholt. Er ist emotional, atmosphärisch und sehr nah an den Figuren. Besonders durch die wechselnden Perspektiven konnte ich die inneren Konflikte gut nachvollziehen und habe oft genau diese Spannung zwischen Nähe und Distanz gespürt, die sich durch die ganze Geschichte zieht.

Im Vergleich zum ersten Band hatte ich jedoch das Gefühl, dass dieser Teil etwas weniger intensiv aufgebaut ist. Vor allem das gefährliche, bedrohliche Umfeld des Cartels war im ersten Band stärker spürbar und hat dort mehr Wirkung entfaltet. Trotzdem hat mich auch dieser Band wieder gut unterhalten und emotional mitgenommen.

Am Ende bleibt für mich eine gelungene Fortsetzung, die vielleicht nicht ganz an die Intensität des ersten Bandes herankommt, aber dennoch mit starken Figuren und einer dichten Atmosphäre überzeugt.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Zwischen Magie und Monstern

Anathema
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Anathema von Keri Lake ist eine Gothic Dark Fantasy, die mir von der Atmosphäre und den Beschreibungen teilweise starke One Dark Window-Vibes gegeben hat. Genau diese düstere, mystische Stimmung hat mich ...

Anathema von Keri Lake ist eine Gothic Dark Fantasy, die mir von der Atmosphäre und den Beschreibungen teilweise starke One Dark Window-Vibes gegeben hat. Genau diese düstere, mystische Stimmung hat mich von Anfang an komplett abgeholt.

Maevyth lebt in Foxglove Parish direkt neben den gefürchteten Eating Woods — einem Wald, aus dem niemand jemals zurückkehrt. Als ein tragisches Ereignis sie dazu zwingt, den Wald zu betreten, gerät sie in eine dunkle und gefährliche Welt voller Magie und Grauen, wo sie auf den geheimnisvollen Assassinen Zevander trifft.

Maevyth hat mir als Protagonistin unglaublich gut gefallen. In ihrem Dorf wird sie wie eine Verfluchte behandelt und als Außenseiterin abgestempelt. Gerade diese Ungerechtigkeit macht sie aber emotional stark, weil sie nie aufgibt und immer versucht, einen Ausweg zu finden. Gleichzeitig wirkt sie trotzdem verletzlich und menschlich. Besonders mochte ich, dass sie nicht perfekt ist und im Laufe der Geschichte immer weiter wächst. Dadurch hat sie sich für mich sehr echt angefühlt.

Zevander hingegen gehört für mich genau zu diesen typischen düsteren MMCs, die man gleichzeitig faszinierend und irgendwie beängstigend findet. Als gefürchteter Assassine wirkt er brutal, geheimnisvoll und oft fast unmenschlich. Trotzdem zeigt er Maevyth gegenüber immer wieder eine überraschend beschützende Seite. Gerade diese Mischung aus Gefahr und Verletzlichkeit hat seine Figur für mich so spannend gemacht.

Das absolute Highlight des Buches war für mich aber die Atmosphäre und das Worldbuilding. Die Welt wirkt düster, brutal und mystisch zugleich. Die Beschreibungen waren so intensiv, dass ich manchmal selbst das Gefühl hatte, durch diese unheimliche Welt zu laufen. Besonders spannend fand ich die Magie, die Monster und die Geschichten hinter dieser Welt. Dadurch wirkte alles unglaublich lebendig und geheimnisvoll.

Das Worldbuilding war am Anfang allerdings ziemlich komplex. Ich habe öfter im Glossar oder in den Anhängen nachgeschaut, um alles besser zu verstehen. Aber sobald ich richtig in der Geschichte angekommen war, wollte ich immer mehr über diese Welt erfahren und hatte richtig Spaß daran, alles Stück für Stück zu entdecken.

Auch die Chemie zwischen Maevyth und Zevander hat mir richtig gut gefallen. Die Slow-Burn-Romance entwickelt sich langsam, passt aber perfekt zu dieser düsteren Atmosphäre. Zwischen den beiden herrscht ständig Spannung, Misstrauen und gleichzeitig eine starke Anziehung, wodurch ich ihre Szenen besonders gerne gelesen habe.

Anathema ist definitiv kein leichtes Fantasybuch für zwischendurch. Die Geschichte verlangt Aufmerksamkeit und zieht einen komplett in ihre düstere Welt hinein. Für mich war es vor allem wegen der Atmosphäre, der intensiven Stimmung und der Figuren ein Buch, das mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen hat.

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