Was macht uns menschlich?
Ich, die ich Männer nicht kannteIch, die ich Männer nie kannte von Jacqueline Harpman hat mich komplett überrascht. Ich wusste vorher schon, dass das Buch eher ruhig und philosophisch sein soll, aber ich hätte nie gedacht, dass es mich ...
Ich, die ich Männer nie kannte von Jacqueline Harpman hat mich komplett überrascht. Ich wusste vorher schon, dass das Buch eher ruhig und philosophisch sein soll, aber ich hätte nie gedacht, dass es mich emotional und gedanklich so mitnimmt.
Das Buch erinnert an eine Dystopie oder eine postapokalyptische Welt, lebt für mich aber viel mehr von seiner Atmosphäre als von irgendeiner großen Handlung oder Action. Stattdessen geht es um Menschlichkeit, Einsamkeit und existenzielle Fragen — und genau das hat mich so gefesselt.
Die namenlose Erzählerin lebt gemeinsam mit 39 anderen Frauen in einer Art Käfig unter der Erde. Niemand weiß, warum sie dort sind oder was überhaupt mit der Welt passiert ist. Als sich plötzlich alles verändert, begleitet man die Erzählerin dabei, wie sie versucht, diese fremde und leere Welt zu verstehen.
Ich kann gar nicht genau erklären, warum mich dieses Buch so berührt hat. Es passiert eigentlich gar nicht ständig etwas Großes, und trotzdem konnte ich kaum aufhören zu lesen. Diese beklemmende, stille Atmosphäre hat mich die ganze Zeit begleitet. Selbst in den ruhigen Momenten lag immer etwas Unheimliches und Trauriges über der Geschichte.
Besonders faszinierend fand ich die Gedanken über Menschlichkeit und Identität. Immer wieder habe ich mich gefragt, was einen Menschen eigentlich ausmacht und wie sehr unsere Erinnerungen, Beziehungen und Erfahrungen uns prägen. Genau solche Fragen haben das Buch für mich so besonders gemacht.
Auch die Einsamkeit war unglaublich greifbar. Oft hatte ich beim Lesen dieses leere, fast verlorene Gefühl, das die Erzählerin ständig begleitet. Das Buch wirkt dadurch manchmal fast surreal und bleibt einem wirklich im Kopf.
Für mich ist das eines dieser Bücher, die man nicht einfach nur liest und wieder vergisst. Es hat mich nachdenklich gemacht, verstört und gleichzeitig total fasziniert. Ich glaube, mich wird diese Geschichte noch sehr lange begleiten.