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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Was macht uns menschlich?

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Ich, die ich Männer nie kannte von Jacqueline Harpman hat mich komplett überrascht. Ich wusste vorher schon, dass das Buch eher ruhig und philosophisch sein soll, aber ich hätte nie gedacht, dass es mich ...

Ich, die ich Männer nie kannte von Jacqueline Harpman hat mich komplett überrascht. Ich wusste vorher schon, dass das Buch eher ruhig und philosophisch sein soll, aber ich hätte nie gedacht, dass es mich emotional und gedanklich so mitnimmt.

Das Buch erinnert an eine Dystopie oder eine postapokalyptische Welt, lebt für mich aber viel mehr von seiner Atmosphäre als von irgendeiner großen Handlung oder Action. Stattdessen geht es um Menschlichkeit, Einsamkeit und existenzielle Fragen — und genau das hat mich so gefesselt.

Die namenlose Erzählerin lebt gemeinsam mit 39 anderen Frauen in einer Art Käfig unter der Erde. Niemand weiß, warum sie dort sind oder was überhaupt mit der Welt passiert ist. Als sich plötzlich alles verändert, begleitet man die Erzählerin dabei, wie sie versucht, diese fremde und leere Welt zu verstehen.

Ich kann gar nicht genau erklären, warum mich dieses Buch so berührt hat. Es passiert eigentlich gar nicht ständig etwas Großes, und trotzdem konnte ich kaum aufhören zu lesen. Diese beklemmende, stille Atmosphäre hat mich die ganze Zeit begleitet. Selbst in den ruhigen Momenten lag immer etwas Unheimliches und Trauriges über der Geschichte.

Besonders faszinierend fand ich die Gedanken über Menschlichkeit und Identität. Immer wieder habe ich mich gefragt, was einen Menschen eigentlich ausmacht und wie sehr unsere Erinnerungen, Beziehungen und Erfahrungen uns prägen. Genau solche Fragen haben das Buch für mich so besonders gemacht.

Auch die Einsamkeit war unglaublich greifbar. Oft hatte ich beim Lesen dieses leere, fast verlorene Gefühl, das die Erzählerin ständig begleitet. Das Buch wirkt dadurch manchmal fast surreal und bleibt einem wirklich im Kopf.

Für mich ist das eines dieser Bücher, die man nicht einfach nur liest und wieder vergisst. Es hat mich nachdenklich gemacht, verstört und gleichzeitig total fasziniert. Ich glaube, mich wird diese Geschichte noch sehr lange begleiten.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Fake dating trifft auf große Gefühle

Royal Fake
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Auch der zweite Band der Royal Fake-Reihe von Lena Kiefer* verbindet wieder diese besondere royale Atmosphäre mit vielen Geheimnissen, Spannung und ganz viel Gefühl. Vor allem die Mischung aus Fake Dating ...

Auch der zweite Band der Royal Fake-Reihe von Lena Kiefer* verbindet wieder diese besondere royale Atmosphäre mit vielen Geheimnissen, Spannung und ganz viel Gefühl. Vor allem die Mischung aus Fake Dating und verbotenen Gefühlen hat mir unglaublich gut gefallen.

Ohne zu spoilern lässt sich sagen, dass Band 2 nahtlos an den ersten Teil anschließt und man dadurch sofort wieder mitten in der Geschichte ist. Für mich war direkt wieder dieses Bedürfnis da, Darcys und Tristans Geschichte weiterzuverfolgen.

Darcy hat mir in diesem Band sogar noch besser gefallen als zuvor. Sie wirkte auf mich deutlich nahbarer und emotionaler. Obwohl ihre Gefühle oft hin- und hergerissen waren, blieb sie trotzdem taff, clever und stark. Gerade dieser innere Konflikt hat sie für mich besonders interessant gemacht.

Tristan dagegen wirkte deutlich verletzlicher und ruhiger als noch im ersten Band. Man merkt, wie sehr ihn die Ereignisse aus Band 1 beschäftigen, wodurch er für mich noch greifbarer wurde.

Die Chemie zwischen den beiden war einfach wieder unglaublich. Zwischen ihnen knistert es die ganze Zeit und genau diese Dynamik hat für mich eine totale Sogwirkung erzeugt. Ich wollte einfach immer weiterlesen.

Auch der Schreibstil konnte mich wieder komplett überzeugen. Er war sehr bildhaft, emotional und gleichzeitig temporeich, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam. Das Buch hat mich wirklich nicht losgelassen.

Und dann dieses Ende … der Cliffhanger war wirklich fies und hat mich mit so vielen offenen Fragen zurückgelassen. Ich freue mich jetzt schon unglaublich auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Zwischen Lügen und Gefühlen

Liars all around me
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Liars All Around Me von Clara Bais ist ein Jugendthriller, der mich vor allem durch die Mischung aus Spannung und ein bisschen Romance sofort gepackt hat.

In der Geschichte geht es um Avery, die den Bad ...

Liars All Around Me von Clara Bais ist ein Jugendthriller, der mich vor allem durch die Mischung aus Spannung und ein bisschen Romance sofort gepackt hat.

In der Geschichte geht es um Avery, die den Bad Boy Ryle bittet, ihr eine Waffe zu besorgen. Kurz darauf wird ihre Mitschülerin Sheila Parker erschossen aufgefunden. Für Ryle ist schnell klar, dass Avery etwas damit zu tun haben könnte. Trotzdem beschließen die beiden, gemeinsam herauszufinden, was wirklich passiert ist.

Ich fand besonders spannend, wie unterschiedlich die beiden Hauptfiguren sind. Avery wirkt am Anfang wie die perfekte Musterschülerin, die alles unter Kontrolle hat. Aber je mehr man über sie erfährt, desto mehr merkt man, dass hinter dieser Fassade etwas nicht stimmt. Genau das hat sie für mich interessant gemacht.

Ryle mochte ich auch mehr, als ich am Anfang gedacht hätte. Er ist zwar der typische Außenseiter, über den viele schlecht reden, aber im Laufe der Geschichte versteht man ihn immer besser. Für mich wurde er dadurch zu einer der stärksten Figuren im Buch.

Am besten gefallen hat mir die Dynamik zwischen den beiden. Man merkt richtig, wie sie sich eigentlich nicht vertrauen, sich aber trotzdem näherkommen. Diese Mischung aus Misstrauen und Anziehung hat die Geschichte für mich besonders gemacht.

Auch die Spannung war durch das schnelle Tempo und die vielen emotionalen Momente durchgehend da. Ich wollte oft einfach weiterlesen, weil ich wissen wollte, was wirklich passiert ist.

Das Ende hat mich allerdings nicht ganz überzeugt. Die Auflösung war mir etwas zu unklar, sodass ich eher verwirrt als richtig überrascht war. Da hätte ich mir gewünscht, dass alles noch etwas genauer erklärt wird.

Trotzdem fand ich das Buch insgesamt spannend und unterhaltsam. Für mich ist es ein solider Jugendthriller, den ich vor allem wegen der Figuren und der Atmosphäre weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Wenn Nähe zur Gefahr wird

Masked by Nightfall
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Masked by Nightfall von Kim Nina Ocker hat mich direkt abgeholt. Man ist super schnell in der Geschichte drin und merkt sofort: Hier geht’s ums Überleben.

Elodie tritt bei der Auslese an, einem brutalen ...

Masked by Nightfall von Kim Nina Ocker hat mich direkt abgeholt. Man ist super schnell in der Geschichte drin und merkt sofort: Hier geht’s ums Überleben.

Elodie tritt bei der Auslese an, einem brutalen Trainingslager, um später als Schattensoldatin am Bruch eingesetzt zu werden. Sie macht das vor allem für ihre Familie, weil ihre Mutter krank ist und sie das Geld dringend brauchen. Dieser Druck ist die ganze Zeit spürbar.

Ich mochte Elodie echt gern. Sie ist stark, aber eher ruhig und vorsichtig. Sie versucht, nicht aufzufallen und hält bewusst Abstand zu allen, weil sie niemandem vertraut. Das hat für mich total Sinn gemacht.

Bei Jax wusste ich lange nicht, woran ich bin. Er wirkt selbstbewusst, irgendwie gefährlich und beobachtet Elodie viel zu genau – was sie natürlich gar nicht feiert. Ich mochte, dass man ihn nach und nach besser kennenlernt, aber so ganz vertrauen konnte ich ihm trotzdem nicht.

Die Dynamik zwischen den beiden fand ich richtig gut. Viel Misstrauen, viel Spannung und gleichzeitig merkt man, dass da mehr ist. Es fühlt sich oft so an, als könnte alles jederzeit kippen.

Wichtig ist auch: Der Großteil der Geschichte spielt im Trainingslager. Der Bruch selbst kommt erst gegen Ende richtig ins Spiel, was für mich aber gut funktioniert hat, weil dadurch erstmal der Fokus auf das Training und die Figuren gelegt wird.

Das Setting mochte ich insgesamt sehr. Diese düstere Welt, die Vorbereitung auf den Einsatz und das Wissen, was am Bruch passiert, sorgen die ganze Zeit für eine unterschwellige Bedrohung.

Der Schreibstil ist super angenehm, ich bin richtig schnell durch die Seiten gekommen. Die Spannung entsteht vor allem durch die Dynamik zwischen den Charakteren und dieses ständige Gefühl, dass etwas passieren könnte.

Klar, viele Tropes kennt man schon und manches war vorhersehbar, aber mich hat das ehrlich gesagt nicht gestört. Es war einfach unterhaltsam.

Und der Cliffhanger… wirklich fies 😭 jetzt will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Dark Vibes & Slow Burn

Weavingshaw
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Weavingshaw von Heba Al-Wasity ist eine düstere Gothic-Romantasy mit einem extrem langsamen Slow Burn – und genau das habe ich beim Lesen auch sehr stark gespürt.

Leenas Bruder Rami ist todkrank, und ...

Weavingshaw von Heba Al-Wasity ist eine düstere Gothic-Romantasy mit einem extrem langsamen Slow Burn – und genau das habe ich beim Lesen auch sehr stark gespürt.

Leenas Bruder Rami ist todkrank, und aus purer Verzweiflung wendet sie sich an Saint Silas, den „Saint der Stille“. Der Preis für seine Hilfe ist ihr Geheimnis: dass sie die Toten sehen kann. Im Gegenzug soll sie für ihn einen Geist auf einem verfluchten Anwesen aufspüren – ein Ort voller dunkler Vergangenheit und unheimlicher Präsenz.

Ich mochte Leena wirklich gern. Man merkt einfach, wie sehr sie von ihrer Vergangenheit geprägt ist – der Verlust ihrer Mutter, ihr Vater im Gefängnis – und trotzdem tut sie alles für ihren Bruder. Diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit hat sie für mich sehr greifbar gemacht.

Mit Saint Silas hatte ich dagegen eher meine Probleme. Er war mir von Anfang an zu manipulativ, zu kontrollierend, einfach irgendwie… unangenehm. Klar, genau das macht ihn interessant, aber ich konnte emotional nie wirklich Zugang zu ihm finden. Für mich hatte er eher etwas Toxisches, und ich habe beim Lesen oft gedacht: Bitte geh einfach auf Abstand.

Die Dynamik zwischen den beiden ist genau das, was man erwartet – und gleichzeitig auch nicht. Es ist ein sehr langsamer Slow Burn, aber keiner, der sich „romantisch“ anfühlt. Vielmehr ist es angespannt, intensiv und manchmal auch echt unangenehm. Es geht weniger um Liebe und mehr um Macht, Abhängigkeit und diese gefährliche Anziehung, die man eigentlich hinterfragen sollte.

Was für mich aber richtig gut funktioniert hat, war das Setting. Dieses verfluchte Anwesen, die düstere Stimmung, dieses Gefühl, dass ständig etwas Unheimliches im Hintergrund lauert – das hat mich total abgeholt. Die Atmosphäre ist wirklich die größte Stärke des Buches.

Der Schreibstil passt perfekt dazu: sehr dicht, sehr düster, teilweise fast ein bisschen schwer. Die Geschichte nimmt sich Zeit, manchmal vielleicht sogar etwas zu viel. Der Plot geht eher langsam voran, und ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass mir etwas mehr Entwicklung guttun würde. Auch emotional bin ich nicht zu allen Charakteren richtig durchgedrungen – vor allem bei Silas.

Trotzdem fand ich das Buch insgesamt echt spannend und vor allem interessant, einfach weil es sich anders anfühlt als viele andere Romantasy-Bücher. Es ist düsterer, unangenehmer und weniger „romantisch“, als man vielleicht erwartet.

Mir hat nur an ein paar Stellen noch das gewisse Etwas gefehlt, um komplett überzeugt zu sein.

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