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Veröffentlicht am 02.01.2021

Intrigen und Verrat im 13. Jahrhundert

Die Ehre des Henkersweibs
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Runhild und ihr Mann der Henker Meinulf, haben die Hoffnung nie aufgegeben, ihre Ehre wieder herzustellen. Nur einer Intrige ist es zu verdanken, dass Meinulf als Henker leben muss. Er war einst ein Schildknappe ...

Runhild und ihr Mann der Henker Meinulf, haben die Hoffnung nie aufgegeben, ihre Ehre wieder herzustellen. Nur einer Intrige ist es zu verdanken, dass Meinulf als Henker leben muss. Er war einst ein Schildknappe und stand kurz vor dem Ritterschlag, als er eines schweren Verbrechens beschuldigt wurde. Runhild war eine unfreie Magd, die nur durch die Gnade und die Ehe mit dem Henker ihr Leben retten konnte. Gemeinsam versuchen sie nun mithilfe eines Gnadengesuchs ihre Ehre wieder herzustellen und dem Leben als Henkerspaar zu entkommen. Aber es ist schwieriger als gedacht, diese Gnade zu bekommen. Weitere Intrigen werden um Meinulf gesponnen und Runhild hegt die Befürchtung, diesem Schicksal nicht mehr entfliehen zu können. Einzig die erwachte Liebe zwischen ihr und dem Henker hält sie beide zusammen.

Diese Geschichte spielt im Jahre 1233 in Marburg und erzählt aus dem Leben eines Henkers und seiner Familie. Ute Zembsch schildert durchaus anschaulich, wie sich das Leben dieses Mannes gestaltet hat. Die Höhen und Tiefen, die er durchleiden musste, fließen glaubhaft in die Handlung ein. Allerdings ist Meinulf nicht in diesen Beruf hineingeboren worden, sondern wurde dazu verurteilt. Er fühlt sich zu Unrecht behandelt und setzt alles daran, seine Unschuld zu beweisen, um vielleicht dem Henkersschicksal zu entkommen. Einzig die glückliche Fügung, dass er eine Frau an seiner Seite hat, die ihn liebt und ihm immer wieder das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden, hält ihn am Leben. Ihre gemeinsamen Versuche, diesem Leben zu entkommen, ist der Kernpunkt dieser Geschichte.

„Die Ehre des Henkersweibs“ ist die Fortsetzung zu „Henkersweib“. Ich habe den ersten Teil leider nicht gelesen und auch wenn einige Rückblenden dafür sorgen, dass man die Vorgeschichte der beiden kennenlernt, hatte ich schon das Gefühl, mir sind wichtige Details nicht bekannt. Der Einstieg fiel mir dadurch ein bisschen schwieriger. Ute Zembsch erzählt durchaus glaubhaft aus dem Leben von Meinulf, von seiner Arbeit, seinem Leben mit seiner Frau und vor allem von seinem Kampf um Gerechtigkeit. Ihr Erzählstil ist zu Beginn etwas schwierig zu lesen, da er schon ein wenig der Zeit angepasst ist und nicht zu modern daherkommt, aber nach den ersten Seiten war ich dann doch in der Geschichte gefangen.

Manche Szenen fand ich zwar etwas übertrieben, zum Beispiel stehen er und seine Frau mir zu oft in der Öffentlichkeit und bezeugen sich gegenseitig ihrer Liebe, aber im Ganzen gesehen hat mich diese Geschichte gut unterhalten. Das Leben im 13. Jahrhundert als ehrlose Leute hat Ute Zembsch hingegen wunderbar dargestellt. Sie erzählt authentisch aus dem Leben dieser Zeit und wie schwer es für Menschen war, die von der Gesellschaft nicht wirklich anerkannt waren. Vor allem erzählt sie eine Geschichte von Lügen, Intrigen und Verrat. Einmal als unehrlich betrachtet war es schwer, wieder anerkannt zu werden.

Fazit:

„Die Ehre des Henkersweibs“ ist ein historischer Roman, der eine etwas ungewöhnliche Geschichte erzählt. Das Leben an der Seite eines Henkers war nicht leicht, diesem Schicksal zu entkommen, eine große Herausforderung. Insgesamt hat mir dieser Roman gut gefallen, auch wenn es kleine Schwachpunkte für mich gab. Mir war die Liebesgeschichte ein bisschen zu ausführlich. Dafür die Intrige rundum Meinulf aber wieder spannend. Das Leben im 13. Jahrhundert hat die Autorin auf jeden Fall gut eingefangen und lebendig werden lassen.

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Veröffentlicht am 27.12.2020

Auf der Jagd nach der Wahrheit

Die Wölfe vor den Toren
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Es ist Winter in Freiburg. Frost und Schnee haben diesen Februar des Jahres 1418 fest im Griff. Nachts heulen die Wölfe im Wald, sie beginnen ihren Hunger mit den Schafen der Bauern zu stillen. Doch dann ...

Es ist Winter in Freiburg. Frost und Schnee haben diesen Februar des Jahres 1418 fest im Griff. Nachts heulen die Wölfe im Wald, sie beginnen ihren Hunger mit den Schafen der Bauern zu stillen. Doch dann wird in dem kleinen Dorf Würi, direkt vor den Toren Freiburgs, ein kleiner Junge Opfer der Wölfe. Schnell machen Spukgeschichten die Runde durchs Dorf bis in die Stadt hinein. Von Werwölfen ist die Rede. Das Töten geht weiter. Eines der nächsten Opfer ist dann eine junge Heilerin. Doch so langsam kommen der Armenapothekerin Serafina Zweifel. Auch ihr Mann, der Stadtarzt Adelbert Achaz, begibt sich auf Spurensuche. Gemeinsam versuchen sie dieses Rätsel zu lösen, doch die Bewohner des kleinen Dorfes wollen ihnen nicht so recht helfen und so können sie sich nur auf ihren Spürsinn verlassen.

Bei diesem historischen Roman handelt es sich um den 6. Band der Reihe um die Armenapothekerin Serafina und ihren Mann Adelbert Achaz aus Freiburg. Man kann die Bücher aber problemlos einzeln lesen. Ich kenne auch nicht alle Bücher dieser Reihe und sie unterhalten mich trotzdem sehr gut. Die einzelnen Fälle sind in sich immer abgeschlossen.

In diesem Band spielt der Aberglaube der Menschen eine große Rolle. Wölfe haben ein Kind getötet und das Morden war damit noch nicht beendet. Schnell ist da von Werwölfen die Rede. Astrid Fritz erzählt geschickt davon, warum die Menschen mit dieser Antwort auf ihre Fragen schnell dabei waren. Geschickt lege sie ihre Spuren aus und lässt Serafina und ihren Mann diese Spuren verfolgen. Serafina und Adelbert werden ganz von allein in diese Geschichte hineingezogen. Als Arzt muss er die gefundenen Toten begutachten und seine Frau treibt wie immer die Neugier dazu, ihn zu begleiten.

Der leichte Erzählstil trägt dazu bei, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Die Autorin versteht es, die Spannung aufzubauen und auch zu halten. Gleichzeitig schafft sie es, die Zeit des 15. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. In diesem Fall hat sie sich den Aberglauben der Menschen gewidmet. Die Geschichte rund um Wölfe und Werwölfe hat sie spannend in Szene gesetzt. Genauso wie das Leben in dieser Epoche. Die Probleme, die vor allem dieser kalte und strenge Winter gemacht hat, hat sie sich geschickt zunutze gemacht. Kleine Details, wie zum Beispiel die Jagd nach den Wölfen lassen diesen Roman zum Leben erwachen.

Fazit:

„Die Wölfe vor den Toren“ ist ein weiterer spannender Fall für die Armenapothekerin Serafina Achaz und ihren Mann Adelbert. Einmal mehr hat mich Astrid Fritz mit ihrer Geschichte gut unterhalten. Das Zusammenspiel von Serafina und Adelbert hat mir gut gefallen. Die Mischung aus Krimi und historischer Roman ist der Autorin auch in diesem 6. Band wieder gelungen. Gene mehr davon.

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Veröffentlicht am 21.12.2020

Zwischen Liebe und Eis

Die Eisbaronin
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Katya und ihr Bruder Grischa haben es geschafft, sie sind in Hamburg als die Eisbarone bekannt. Ihr Geschäft mit dem Eis hat sich als Erfolg erwiesen. Auch wenn ihre Idee von Erfolg gekrönt ist, in ihrem ...

Katya und ihr Bruder Grischa haben es geschafft, sie sind in Hamburg als die Eisbarone bekannt. Ihr Geschäft mit dem Eis hat sich als Erfolg erwiesen. Auch wenn ihre Idee von Erfolg gekrönt ist, in ihrem Leben als Ehefrau sieht es für Katya ganz anders aus. Ihre Ehe ist kinderlos, ihr Bruder immer noch unruhig und die Petersen-Brüder haben es auch nicht besser getroffen. Fast scheint es, als könnten berufliche Erfolge und privates Glück nicht miteinander harmonieren. Als Katya dann, wie so oft, im armen Gängeviertel Hamburgs Lebensmittel verteilt, trifft sie auf Betje. Das Mädchen mit den roten Haaren erbettelt sich ihren Teil und macht daraus ein Geschäft. Die Eisbaronin ist angetan von dem findigen Kind und nimmt sie sogar bei sich auf. Sie gibt ihr ein neues Zuhause und hegt die Hoffnung, in ihr eine Nachfolgerin gefunden zu haben. Doch das Leben hat anderes mit ihr und ihrer Familie vor.

„Durch Sturm und Feuer“ ist der zweite Band aus der Reihe „Die Eisbaronin“ und setzt 2 Jahre nach Teil 1 ein. Als Erstes stellt sich mal wieder die Frage, kann man die Bücher auch einzeln lesen, ich beantworte dies mit ja. Kleine Rückblenden sorgen für den Überblick über die Handlung in Band 1 und neue Charaktere wie Betje und einige mehr erzählen eine ganz neue Geschichte. Natürlich wird auch das Leben der Eisbarone weitererzählt und dieses Leben verläuft nicht in geraden Bahnen, sondern hat so einiges für die Vier parat.

Hier wird gleich von mehreren Paaren die Liebesgeschichte erzählt. Es ist die Liebe zu den Geschwistern, die immer zusammen halten. Es ist die Liebe zwischen den Eheleuten, die zu Freunden werden, und es ist eine neu entstehende Liebe von Menschen, die sich unterwegs gefunden haben und sich nicht mehr loslassen und nicht zuletzt ist es die Liebe zum Eis. Das klingt jetzt sicher nach sehr viel Liebe, aber der Roman hat noch wesentlich mehr zu bieten. Gerade der schöne Erzählstil von Nicole C. Vosseler macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis. Er ist bildgewaltig und facettenreich. Ihre Sprache besticht durch Eleganz und Schönheit, und ihre Beschreibungen der Menschen lassen schnell Bilder entstehen. Sie schafft es, Gefühle zu entfachen und damit selbst Eisberge zum Schmelzen zu bringen.

Mir hat dieser zweite Band von „Die Eisbaronin“ gut gefallen. Leidenschaftlich erzählt die Autorin aus dem Leben von Katya und ihrer Familie. Die Höhen und Tiefen, die ihr Leben mit sich bringen, sind wunderbar in Szene gesetzt worden. Die neu eingeführten Protagonisten fügen sich nahtlos in die Handlung ein und berühren im Herzen. Mit Betje und Hanno erzählt die Autorin eben auch von dem schweren Leben der Menschen in dem Hamburger Gängeviertel des 19. Jahrhunderts. Davon, wie schwer es vor allem die Kinder dieser Zeit hatten. Der schöne Erzählstil der Autorin trägt sehr dazu bei, dass man sich in der Handlung verliert und Raum und Zeit vergisst.

Fazit:

Die Fortsetzung von „Die Eisbaronin“ finde ich gelungen. Die Mischung aus Liebesgeschichte und historischer Roman war genau richtig. Das Leben im 19. Jahrhundert hat Nicole C. Vosseler treffend erzählt. Ihre Protagonisten sind leidenschaftlich, mal laut, mal still und vor allem geben sie niemals auf. Ihr Leben, ihre Lieben und ihre Familien haben mich wunderbar unterhalten und ich bin gespannt, wie es mit Band 3 weitergeht.

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Veröffentlicht am 20.12.2020

Zwei Kulturen, zwei Lieben auf einer Insel vereint

Sturm über Formosa
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Die Händlertochter Griet Verhoeven wächst in Rotterdam auf. Sie weiß ihren Kopf durchzusetzen und schafft es, dass sie den Mann heiraten darf, den sie sich selbst ausgesucht hat. Keine Selbstverständlichkeit ...

Die Händlertochter Griet Verhoeven wächst in Rotterdam auf. Sie weiß ihren Kopf durchzusetzen und schafft es, dass sie den Mann heiraten darf, den sie sich selbst ausgesucht hat. Keine Selbstverständlichkeit in den Jahren der Mitte des 17. Jahrhunderts. Doch schon bald muss sie feststellen, dass ihre Wahl wohl nicht die klügste war. Ihr Mann trauert immer noch seiner ersten Frau nach und seine Kinder stehen der neuen Mutter nicht wohlwollend gegenüber. Doch dann bekommt er das Angebot einer Handelsgesellschaft, auf die ferne Insel Formosa zu gehen und dort für sie zu arbeiten. Für Griet öffnet sich eine völlig neue Welt. Die Insel verspricht ihr das Abenteuer ihres Lebens.

Im weit entfernten China kämpft gleichzeitig eine junge Frau um ihr Leben und Ihre Freiheit. Qianqian verliert ihre Familie im Bürgerkrieg und sieht für sich nur die Flucht. Gemeinsam mit ihren letzten Freunden wagt sie die Flucht auf eine entfernte Insel. Hier hofft sie auf ein neues Leben und findet in den Armen eines Mannes die Liebe, nach der sie sich so gesehnt hat. Aber hat sie auch eine Zukunft mit ihm? Denn erneut droht der Krieg sie einzuholen.

„Sturm über Formosa“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Tereza Vanek. Ich lese die Bücher dieser Autorin sehr gern und wurde auch hier nicht enttäuscht. Die Autorin nimmt ihre Leser mit ins weit entfernte Taiwan, wie Formosa heute heißt. Die niederländische Ostindien Kompanie hatte sich auf dieser Insel eingerichtet und dabei nicht bedacht, dass es auch andere geben könnte, die Interesse an dieser Insel haben könnten.

Vanek beginnt ihre Geschichte allerdings zunächst in Rotterdam und stellt Griet und ihre Familie vor. Die junge Frau weiß genau, was sie will und auch wie es bekommen kann. Ihre Familie lässt ihr viele Freiheiten, was im 17. Jahrhundert nicht unbedingt üblich war, aber so gelingt der Sprung auf die ferne Insel.

In einem zweiten Handlungsstrang, ein Kapitel später, geht es weiter nach China. Dort kämpft eine junge Frau ums Überleben. In China tobt ein Bürgerkrieg und keiner weiß, wer die Macht erringen wird. Für die junge Qianqian aus gutem Haus macht es keinen Unterschied mehr, sie muss fliehen und hat alles verloren. Es war interessant zu lesen, wie das Leben dieser jungen Frauen am Anfang ihrer Reise ausgesehen hat. Die Autorin hat es brillant verstanden, Bilder entstehen zu lassen. Auch wenn sich die ersten Kapitel wie zwei verschiedene Bücher gelesen haben und erst später zu einem Ganzen wurden, hat mir gut gefallen, wie sich die Geschichte im Laufe der Handlung entwickelt hat. Das Leben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen wurde glaubhaft beschrieben. Die politische Lage im Land fügte sich nahtlos in die fiktive Handlung um die jungen Paare.

Im Mittelpunkt stehen Griet und ihre Familie mit ihrem Bruder Ruben. Ihr Leben und ihre Liebe werden lebhaft geschildert. Als zweiter Handlungsstrang kommt das Leben von Qianqian dazu. Die junge Chinesin bringt eine völlig andere Art zu Leben zum Ausdruck. Ihre Geschichte fand ich sogar noch aufregender als die der jungen Holländerin. Die Einblicke in die Kultur dieser jungen Frau waren spannend.

Mir hat gut gefallen, wie hier zwei so unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallten und sich zu einem Ganzen zusammenfügen wollten. Die Liebe kennt keine Grenzen und Konventionen. Die Autorin hat dies lebhaft geschildert und mich damit gut unterhalten. Zugleich hat sie es verstanden, die politischen Ereignisse rund um Taiwan und China mit einzubinden und somit ein Stück Geschichte aus dem 17. Jahrhundert erzählt. Aber auch die Ureinwohner von Formosa hat Tereza glaubhaft mit ihrer Geschichte verwoben und so die Erzählstränge zu einem Ganzen werden lassen.

In ihrem Nachwort geht Tereza Vanek noch einmal ausführlich auf Fiktion und Wahrheit ein, was mir gut gefallen hat. Es gibt nochmal einen anderen Blick auf das Gelesene.

Fazit:

Der Auftakt dieser neuen Trilogie hat mir gut gefallen und mich gut unterhalten. Die Protagonisten sind mir schnell ans Herz gewachsen. Man konnte mit ihnen mitfiebern, bangen und hoffen. Die Liebesgeschichte, die erzählt wird, ist dank der gelungenen Erzählweise der Autorin wunderbar in die Handlung eingebettet. Das Ende dieses Teils ist zwar in gewisser Weise offen und ich möchte schon wissen, wie es mit Griet, ihrem Bruder und Qianqian weitergeht, aber es könnte auch durchaus so stehen bleiben und der Fantasie der Leser überlassen bleiben, was weiter geschieht.

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Veröffentlicht am 16.12.2020

Gelungenes Versteckspiel

Das Geheimnis der Reformatorin
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Jonata hat sich ihr Leben neu eingerichtet. Sie lebt weit weg von Köln und den Scheiterhaufen, doch dann muss sie in die Heimat zurück. Ihr Vater wurde ermordet und die junge Frau will ihm unbedingt die ...

Jonata hat sich ihr Leben neu eingerichtet. Sie lebt weit weg von Köln und den Scheiterhaufen, doch dann muss sie in die Heimat zurück. Ihr Vater wurde ermordet und die junge Frau will ihm unbedingt die letzte Ehre erweisen. Auch hat sie es sich zum Ziel gesetzt, den Mörder zu finden. Ihre Reise ist nicht ungefährlich. In Köln des Jahres 1522 ist immer noch die Inquisition unterwegs und auf der Suche nach ihr. Aber nicht nur Jonata ist gefährdet, auch Figen, die Magd aus dem Haushalt des Vaters, wagt sich auf ein Gebiet, welches die Kirche nicht gern sieht. Anhand der neu übersetzten Lutherbibel will sie den Mädchen Kölns lesen und schreiben lehren. Keine von ihnen ahnt, wie na sie den Scheiterhaufen sind.

Bei dem Roman „Das Geheimnis der Reformatorin“ handelt es sich um den Nachfolgeband zu „Die Reformatorin von Köln“ allerdings kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen. Ich kenne Band 1 (noch) nicht, kam hier aber wunderbar zurecht. Die Autorin hat in den Handlungsverlauf immer mal wieder kleine Rückblenden einfließen lassen, sodass mir beim Lesen keine Information fehlte. Der schöne Erzählstil von Bettina Lausen erlaubt zudem ein zügiges Lesen und die Dialoge sorgen für die nötige Unterhaltung.

Jonata will unbedingt herausfinden, wer ihren Vater ermordet hat und begibt sich damit selbstlos in Gefahr. Allerdings war ihr Handeln nachvollziehbar, wenn auch nicht immer vernünftig. Sie ist eine Protagonistin, der man gerne folgt. Auch die anderen Frauen dieser Geschichte tragen zum Gelingen dieses historischen Romans bei. Das Thema der Bildung von Frauen wird behandelt und vor allem, wie die Kirche dazu stand. Ich fand es interessant zu lesen. Den Mut, den diese Frauen aufgebracht haben, um ihre Ziele zu erreichen und sich auch der Gefahr bewusst waren, was auf sie zukommen konnte, muss man einfach bewundern.

Gleichzeitig hat die Autorin aber auch die Suche nach dem Mörder spannend gestaltet. Das Versteckspiel der Protagonisten, um ihn zu finden oder eben nicht entdeckt zu werden, erhöht noch einmal den Spannungsbogen. Bettina Lausen ist es gelungen, eben diesen Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten. Sie hat eine gelungene Mischung zwischen Krimi und historischem Roman vorgelegt und mich damit gut unterhalten.

Die Epoche des 16. Jahrhunderts war ja geprägt von Martin Luther und die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache, ich fand dieses Thema gut eingebunden in diesen Roman. Bettina Lausen ist es durchaus gelungen, ein stimmiges Bild dieser Zeit wiederzugeben. Sie erzählt davon, wie die Menschen sich dem neuen Glauben genähert haben oder eben dagegen gearbeitet haben. Ein Mönch spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Fazit:

Mir hat das Buch „Das Geheimnis der Reformatorin“ gut gefallen. Bettina Lausen hat einen angenehmen Erzählstil, der einen regelrecht in die Geschichte zieht. Einmal begonnen konnte ich schwer wieder innehalten. Dies war mein erstes Buch dieser Autorin, aber sicher nicht mein letztes. Mir hat gut gefallen, wie sie hier Krimi mit historischem Roman verbunden hat. Sie hat ein stimmiges Bild dieser Epoche entstehen lassen und mich damit gut unterhalten.

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