Spannend und warmherzig, aber nicht ganz überzeugend
Wo der Himmel uns berührtMein erster Roman von Tracie Peterson konnte mich leider nicht so richtig überzeugen. Doch zuerst einmal zu den Aspekten, die ich als gelungen empfinde:
Der Roman ist definitiv spannend geschrieben: Immer ...
Mein erster Roman von Tracie Peterson konnte mich leider nicht so richtig überzeugen. Doch zuerst einmal zu den Aspekten, die ich als gelungen empfinde:
Der Roman ist definitiv spannend geschrieben: Immer wieder tauchen offene Fragen auf, die man gerne beantwortet haben möchte, oder man hält in gewissen Szenen unwillkürlich die Luft an und liest schneller. Ebenfalls habe ich die Charaktere sehr gemocht. Cassie scheint eine sehr besonnene, im Glauben verankerte junge Frau zu sein. Auch der historische Einblick ist sehr interessant.
Leider gab es einige Aspekte, die für mich nicht stimmig waren und das Leseerlebnis getrübt haben:
DIe Beschreibung der Charaktere habe ich als sehr schwankend empfunden: Beispielsweise wird Cassie direkt auf der ersten Seite als sehr traurig und einsam dargestellt. Nur 20 Seiten später erfährt man, dass sie in der Gemeinde und Stadt so sehr eingebunden und bekannt ist, dass alle ihr helfen möchten (mit ihrer gebrochenen Hand kann sie weder Essen kochen, noch arbeiten oder sich um Feuerholz kümmern). Nun ist mir natürlich bewusst, dass all das die Einsamkeit nicht zwingend lindert, dennoch ist das ein starker Kontrast.
Auch im weiteren Verlauf gibt es meines Erachtens sich widersprechende Aussagen.
Man könnte sagen, dass es mir schwergefallen ist, der Charakterentwicklung zu folgen.
Der zentrale Konflikt wurde nicht so richtig deutlich, weshalb die Geschichte auch lange nicht so wirklich an Fahrt aufgenommen hat: Erst auf Seite 95 kommt eine dritte Perspektive ins Spiel (was ich als merkwürdig spät empfunden habe) und dadurch wird so richtig klar, welcher Konflikt und welche Spannung (natürlich neben der Frage, wie es mit Cassie und Brandon weitergehen soll) hier vorliegt.
Mein Fazit:
Ein Roman, der mit seinen liebenswerten Charakteren und spannenden sowie tiefgehenden Szenen punktet.
Nicht überzeugend waren für mich allerdings die Entwicklung der Charaktere und letztlich die Darstellung und Lösung des zentralen Konflikts.
Somit war es für mich ein mit Einschränkungen freudiges Leseerlebnis.