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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Eine eigensinnige Protagonistin

Nightblood Prince
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Wir tauchen in eine Welt voller Prophezeiungen, Magie, Kämpfen, Krieg und verfeindeter Reiche ein. Mittendrin Fei. Aufgrund einer Prophezeiung wird sie gezwungen im Kaiserpalast aufzuwachsen. Sie hat nur ...

Wir tauchen in eine Welt voller Prophezeiungen, Magie, Kämpfen, Krieg und verfeindeter Reiche ein. Mittendrin Fei. Aufgrund einer Prophezeiung wird sie gezwungen im Kaiserpalast aufzuwachsen. Sie hat nur eine Aufgabe im Leben, nämlich die Kaiserin aller Kaiserinnen zu werden. Dies an der Seite Siwangs, dem Kronprinzen des mächtigsten Reiches. Dort lebt auch gezwungenermaßen ein weiterer Kronprinz aus einem verfeindeten Reich. Lan Yexue ist nicht leicht zu durchschauen. Fei fühlt sich zwischen beiden hin- und hergerissen. Wer ist gut und wer ist böse? Wer verfolgt welche Absichten? Nur eines steht für Fei fest, sie will frei sein und ihre eigenen Entscheidungen treffen und kein Spielball von machtbesessenen und gierigen Männern sein. Ihre feministischen Ansichten in Ehren, aber die Autorin hat mir diesen Aspekt zu oft betont. Ich war ziemlich überrascht, dass in diesem Fantasyroman plötzlich Vampire auftauchen. Das war aus dem Klappentext nicht zu erahnen. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin und so habe ich das Buch zügig durchgelesen. Gerade bis zur Mitte hat mir der Roman wirklich gut gefallen. Dann lässt der Spannungsbogen leider nach. Der Schluss ist in Ordnung, da es der erste Band einer Reihe ist, bleiben natürlich noch viele Fragen offen. Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte, die allerdings keinen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Bewegende Familiengeschichte

Die Verlorene
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Der Roman spielt abwechselnd im Jahr 2019 und zwischen 1941 und 1947. In der heutigen Zeit begleiten wir Laura und ihre Mutter Elena aus Frankfurt. Änne, Lauras Großmutter, liegt nach einem schweren Sturz ...

Der Roman spielt abwechselnd im Jahr 2019 und zwischen 1941 und 1947. In der heutigen Zeit begleiten wir Laura und ihre Mutter Elena aus Frankfurt. Änne, Lauras Großmutter, liegt nach einem schweren Sturz im Krankenhaus. Als Laura in ihrer Wohnung Bilder, Briefe und Unterlagen aus der Vergangenheit ihrer Großmutter findet, stellen sich ihr einige Fragen. Aber sie kann sie Änne nicht mehr stellen und so begibt sie sich selbst auf eine Reise, um Antworten zu erhalten. Sie fährt spontan nach Polen, dem ehemaligen Schlesien, um Nachforschungen zu Ännes Herkunftsfamilie anzustellen. Parallel erfahren wir die Geschichte des Pappelhofes in Schlesien. Miriam Georg hat einen sehr schönen und flüssigen Schreibstil. Ihre Geschichte ist spannend, historisch interessant, sehr emotional, dramatisch und die Figuren sind lebendig gezeichnet. Der ständige Wechsel von der Gegenwart zur Vergangenheit hat mir gut gefallen. Das Setting ist ebenfalls besonders. Insgesamt ein sehr bewegendes Buch, das sich mit einem traurigen Kapitel der deutschen Geschichte beschäftigt. Allein der Schluss war mir zu viel Drama und es gab zu viele Verwicklungen. Dennoch auf jeden Fall eine Leseempfehlung von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Kranke Beziehungen

Schattengrünes Tal
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Kristina Hauff hat ihren dritten Roman in einem fiktiven Dorf im Schwarzwald angesiedelt. Dort lebt Lisa zusammen mit ihrem Mann Simon. Lisa ist bestens in das Dorfleben eingebettet. Ihr Leben ist bestimmt ...

Kristina Hauff hat ihren dritten Roman in einem fiktiven Dorf im Schwarzwald angesiedelt. Dort lebt Lisa zusammen mit ihrem Mann Simon. Lisa ist bestens in das Dorfleben eingebettet. Ihr Leben ist bestimmt von ihrer Arbeit im Tourismusbüro, ihrer Chormitgliedschaft und ihrer Unterstützung im Hotel ihres Vaters. Eines Tages taucht eine Fremde im Dorf auf und drängt sich immer mehr in Lisas Leben. Während die Fremde sich überall schnell integriert, fühlt sich Lisa immer mehr ins Abseits gedrängt.
Der Roman beginnt interessant, da die Autorin geschickt eine psychologische Spannung aufbaut. Man spürt, dass etwas nicht stimmt und ein unangenehmes Gefühl macht sich breit. Für mich konnte der Spannungsbogen ab der Mitte leider nicht gehalten werden und der Schluss wurde für meinen Geschmack zu schnell und zu schwach abgehandelt. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir wiederum sehr gut gefallen hat, wie auch der flüssige und angenehme Schreibstil der Autorin. Besonders gelungen sind vor allem die Naturbeschreibungen. Ebenso finde ich es fesselnd zu erfahren, wie ein eingefahrenes Leben plötzlich durch einen Menschen von außen aufgebrochen wird. Dennoch fehlt es mir an Tiefe bei den einzelnen Persönlichkeiten. Insgesamt ist es ein kurzweiliges Lesevergnügen, das aber keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Rundum gelungen

Mika Mysteries 1: Der Ruf des Nachtraben
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Wir befinden uns im Jahr 1880 in Stockholm. Es ist ein bitterkalter Winter. Essen und Heizmittel sind knapp, ganz besonders im Waisenhaus. Dort lebt Mika schon ihr ganzes Leben. Inzwischen ist sie 12 Jahre ...

Wir befinden uns im Jahr 1880 in Stockholm. Es ist ein bitterkalter Winter. Essen und Heizmittel sind knapp, ganz besonders im Waisenhaus. Dort lebt Mika schon ihr ganzes Leben. Inzwischen ist sie 12 Jahre alt und arbeitet mit, um die jüngeren Kinder zu versorgen. Eines Nachts wird ein frisch geborenes Baby unter mysteriösen Umständen abgegeben. Zeitgleich wird ein Toter aufgefunden und alles deutet auf einen bestimmten Täter hin, der jedoch bereits für seine Taten mit dem Leben büßen musste. Valdemar Hoff, der die Ermittlungen übernimmt, erkennt schnell, welch scharfe Auffassungsgabe Mika besitzt und macht sie zu seiner Assistentin. Das Hörbuch ist spannend, düster und schaurig, wobei die Sprecherin diese Atmosphäre hervorragend zum Leben erweckt. Das Leben damals wird authentisch dargestellt, auch die gesellschaftlichen Verhältnisse, wie Kinderarbeit, und das raue Leben als Waisenkind. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Buch tatsächlich schon für 10 Jährige geeignet ist. Zu zart besaitet sollten sie auf jeden Fall nicht sein. Der Fall ist am Ende abgeschlossen, aber es bleiben noch Fragen bzgl. Mika offen und so kann man sich über den kommenden Teil der Reihe freuen. Insgesamt ein empfehlenswertes Hörbuch mit zwei sympathischen Protagonisten, die sich nicht scheuen sich in gefährliche Situationen zu begeben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Ein etwas anderer Fall

Riccardino
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Alles beginnt mit einem Anruf zu früher Stunde. Angerufen wird Montalbano, der den Anrufer aber gar nicht kennt. Kurz darauf liegt genau dieser Anrufer, ein gewisser Riccardino, ermordet auf offener Straße ...

Alles beginnt mit einem Anruf zu früher Stunde. Angerufen wird Montalbano, der den Anrufer aber gar nicht kennt. Kurz darauf liegt genau dieser Anrufer, ein gewisser Riccardino, ermordet auf offener Straße und Montalbano übernimmt die Ermittlungen. Bei seinem letzten Einsatz darf der Commissario noch einmal seinen widerspenstigen Charakter zeigen, seinen Unmut über die Einmischungen aus Politik und Kirche offenbaren und seine Ansichten kundtun. Die Ermittlung wird immer undurchsichtiger und Montalbano kämpft sich durch den Fall und genießt zwischendurch kulinarische Leckereien. Dieses Buch ist nicht so sehr ein spannender Krimi, ich würde eher von einem literarischen Krimi sprechen. Der Autor zeigt sich den Lesern und lässt einen Blick auf die Beziehung zwischen ihm und seiner von ihm erschaffenen Figur zu. Mir hat dieser Kunstgriff und der Blick aus der Metaebene gefallen. Allerdings leidet die Lösung des Mordfalles ein wenig darunter. Der Sprecher hat noch einmal alles aus diesem besonderen und letzten Fall herausgeholt und einen tollen Job gemacht. Ich würde dieses Hörbuch nur Kennern von Montalbano empfehlen, als Einstieg ist es sicher nicht geeignet. Mit einem lächelnden und einem weinenden Auge habe ich mich von der Serie verabschiedet und denke, dass Camilleri seiner Figur ein würdiges Ende geschenkt hat.

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