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Veröffentlicht am 28.07.2025

Großartig - nicht nur für Kinder!

Auf den Spuren unserer Vorfahren
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Ein wunderbar illustriertes Buch über Weltgeschichte, mit und aus dem nicht nur Kinder lernen und einen (neuen) Blick auf unsere Vergangenheit werfen können.



Um die siebte Klasse herum wollte ich ja ...

Ein wunderbar illustriertes Buch über Weltgeschichte, mit und aus dem nicht nur Kinder lernen und einen (neuen) Blick auf unsere Vergangenheit werfen können.



Um die siebte Klasse herum wollte ich ja Archäologin (am liebsten Ägyptologin) werden und bis heute habe ich da ein Faible für - als ich also dieses Buch bei vorablesen entdeckte, schlug mein Herz höher!

Denn die ganzen Stories von Jägern und Sammlerinnen, Frauen, die nur zuhause saßen und den mutigen Kriegern - die sind auserzählt! Die Fakten sprechen eine andere Sprache; viel zu lange haben wir Geschichte so gelesen, wie sie zu unserem Weltbild passt. Umso wichtiger, gerade Kindern schon ein Verständnis mit auf den Weg zu geben, dass es nicht "schon immer so war" und Vergangenheit und Gegenwart voller inspirierender Figuren sind.

Das aufzuzeigen gelingt Raksha Dave anhand von 50 Funden aus 14 verschiedenen Orten und Zeiten ganz wunderbar - und ich liebe es, wie sie dabei wirklich world history erzählt und nicht unsere eurozentrische Version aus dem Geschichtsunterricht. Sie nimmt uns mit nach Australien, Frankreich, China, Griechenland, Peru, Deutschland sowie in die Türkei und USA, aber auch nach Simbabwe, Indien, Grönland, Pakistan und den Sudan. Dabei widmet sie jedem Ort zwei Doppelseiten - zunächst ein kleiner Überblick und Einstieg in die Kultur und Epoche und anschließend einige Funde, die ihre jeweilige Aussage bzw. Widerlegung von landläufigen Meinungen unterstützen. Hier ist sie manchmal zu optimistisch und modern, wenn sie zum Beispiel die Aborigines als "Naturschützer" bezeichnet oder in Ashoka einen gütigen und guten König sieht, obwohl durch seine Eroberungen 100.000 Menschen getötet wurden und Monarchie immer Fremdbeherrschung bleiben wird. Der Grundtenor jedoch, aufzuzeigen, dass Leben im Einklang mit der Natur, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit und friedliches Miteinander keine "neuen" Konzepte sind - das vermittelt die Autorin ganz wunderbar.

Und die Illustrationen! Das Buch ist großartig gestaltet; es gibt so viel zu entdecken und sehen; es ist eine wahre Freude! Da hat Kimberlie Clinthorne-Wong grandiose Arbeit geleistet!

Am Ende des Buches beantwortet die Autorin noch ein paar oft gestellte Fragen über Archäologie und darüber, wie es ist, Archäologin zu sein - hätte ich das damals gelesen, hätte ich sicher noch mehr Lust gehabt, Archäologin zu werden. Eine gelungene Heranführung! Außerdem gibt es ein Glossar, das Begriffe kindgerecht erklärt.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Kabelbruch mit Ansage

Twist
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Ein zum Nachdenken anregendes Buch, das viele Themen anreißt und mir als unkonventionell in Erinnerung bleiben wird; ein besonderes Leseerlebnis trotz Längen und Fehler.




Auch wenn ich mich bisher wenig ...

Ein zum Nachdenken anregendes Buch, das viele Themen anreißt und mir als unkonventionell in Erinnerung bleiben wird; ein besonderes Leseerlebnis trotz Längen und Fehler.




Auch wenn ich mich bisher wenig mit Unterwasserkabeln beschäftigt habe, interessiert mich ja prinzipiell alles Maritime, mit den gegenwärtigen Sabotagen ist das Thema aktuell und Arbeitsschiffe wie Kabelleger finde ich sowieso faszinierend.

Gleich vorweg: Was die Seefahrtsaspekte angeht, enttäuschte bin Colum McCaan - nicht nur empfand ich die Szenen auf See als die zähesten; es schlichen sich auch einige Fehler ein...

Zunächst einmal wurde ich von der ersten Seite an in den Bann gezogen; der irische Autor hat einen unglaublich ausdrucksstarken und vielseitigen Schreibstil - mal staccatoartig in kurzen, knappen Sätzen, die Dramatik und Atemlosigkeit vermitteln, mal in ausschweifenden Absätzen voller Doppeldeutigkeiten und Tiefe. Denn im Kern ist die Handlung wenig komplex, wird von nur einer Handvoll Figuren getragen und ist deutlich unaufgeregter, als Klappentext und Erzählstil das vermuten lassen - McCann lässt das Kabellegen aber zu einer gesellschaftlichen Analyse und tiefem Blick in die Psyche von Menschen werden. Viele wichtige Themen, von Kolonialismus und bleibendem Rassismus über Umweltzerstörung und Digitalisierung, spricht er dabei an.

Wenige handlungstragende Charaktere also, die jedoch charakterlich vielschichtig waren; gerade der Protagonist lädt nicht unbedingt dazu ein, ihn zu mögen und auch der mysteriöse Conway ist nicht gerade der strahlende Held. Überhaupt: Das ganze Buch ist ausgesprochen maskulin; von den Figuren über den Stil bis hin zu den filmischen Referenzen. Und unnahbar. Ich habe niemanden ins Herz geschlossen, konnte mich mit den Figuren nicht identifizieren und wollte aber dennoch wissen, was Fennell, Conway und Zanele verbergen.

Gerade die Szenen auf See und im ghanaischen Ferienhaus erzählt McCann überaus dramatisch - dabei passiert wenig und am Ende des Buches schlich sich bei mir Enttäuschung darüber ein, keinen großen Knall erlebt zu haben. Also irgendwie ja schon, ohne hier spoilern zu wollen, aber mir fehlte trotzdem etwas; dass die Handlungsfäden stärker verwebt werden. Dieses Gefühl von "hmm, und warum hab ich das jetzt gelesen, was will mir der Autor damit sagen". Don´t get me wrong; das Lesen hat mir große Freude bereitet, da die große Stärke des Buches definitiv der Schreibstil ist, der in seiner Intensität fesselt und atemlos durch das Buch peitscht und auch in seiner Nachdenklichkeit glänzt das Buch - seine Schwäche sind jedoch Handlung und Figuren. Vor allem ein Nachwort zu Recherche, Wahrheitsgehalt und überhaupt Einordnung seitens des Autors habe ich mir gewünscht, um das Buch abzurunden.

Thematik und Setting wie gesagt ausgesprochen interessant; was den Seeteil angeht jedoch, wie zu Beginn angesprochen, leider fehlerhafte/fehlende Recherche bezüglich Wind/Sturm/Seegang und Schiffsgeschwindigkeit.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

MUSTREAD!

Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen
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Leute, ich bin so begeistert. Ihr MÜSST dieses Buch einfach lesen oder euch die Hörbuchfassung, von der Autorin selbst eingesprochen, zu Gemüte führen.



Feminismus ist oft (verständlicherweise) wütend. ...

Leute, ich bin so begeistert. Ihr MÜSST dieses Buch einfach lesen oder euch die Hörbuchfassung, von der Autorin selbst eingesprochen, zu Gemüte führen.



Feminismus ist oft (verständlicherweise) wütend. Das ist Mareike Fallwickl auch. Und zugleich so versöhnlich, so ermutigend, so verständnisvoll... Sprachgewandt und einfühlsam zeichnet sie auf, warum Männer (auch) Opfer des Patriarchats sind und zugleich sich mit dem Verweis auf fehlende (bessere) Vorbilder sich ihrer Verantwortung nicht entziehen können; ihre Worte sind so stark und hoffnungsvoll und ich liebe dieses Format des an eine enge Freundin gerichteten Briefs. Lest/hört diesen Essay unbedingt; ich werde ihn mir auf jeden Fall noch als Buchformat zulegen, um ihn ausleihen und erneut lesen zu können ♥

Viel mehr kann ich dazu gerade nicht sagen; ich bin dankbar für die Worte dieses Essays und wünsche mir, dass sie viele erreichen.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus....

Ein Raum zum Schreiben
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Nicht der große Wurf, sondern zwischen Sinnsuche und Sachbuch über Autorinnen und die Orte, an denen sie schrieben - leichte Lektüre und Anregung für weitere.




Mit diesem Buch habe ich eine ganze Weile ...

Nicht der große Wurf, sondern zwischen Sinnsuche und Sachbuch über Autorinnen und die Orte, an denen sie schrieben - leichte Lektüre und Anregung für weitere.




Mit diesem Buch habe ich eine ganze Weile lang geliebäugelt, mich zunächst gegen das Lesen entschieden und mich dann kurz vor knapp doch noch bei vorablesen beworben - und gewonnen!

Und ich muss sagen, die ersten Kapitel lang habe ich das bereut und sogar darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Mit der Autorin und Protagonistin verband mich in ihrer midlife crisis nichts; ich empfand sie als wehleidig und entscheidungsschwach.

Irgendwann kratze sie dann jedoch die Kurve, wurde entschlossener und das Vorankommen mit ihrem Haus interessierte mich dann doch. Besonders gefielen mir die Einflechtungen von anderen Autorinnen und ihrem Erfahrungen mit Eigenheim, Privatsphäre und Rückzugsort. Hier hätte ich mir nur ausführlichere Vorstellungen gewünscht, gerne auch als Kurzbiographien im Anhang - denn während mir einige Autorinnen wie Virginia Woolf, Maya Angelou, Selma Lagerlöf, Vita Sackville-West oder Annette von Droste-Hülshoff zumindest namentlich bekannt waren, ich von oder über Daphne du Maurier, Christine de Pizan, Jeanette Winterson, Agatha Christie, George Sand, Karin Blixen sowie Charlotte und Emily Brontë schon was gelesen habe, waren mit der Großteil der Namen neu: Amalue Skram, Juliana von Norwich, Leïla Slimani, Patti Smith, Alice Walker, Marguerite Duras, Suzanne Brøgger, Chimamanda Adichie, Vigdis Hjorth, Toni Morrison, Patricia Highsmith, Edith Wharton, Frances Hodgson Burnett, Bjørg Vik, Halldis Moren Vesaas, Sigrid Undset, Doris Lessing, Buchi Emechetta, Serine Regine Normann, Margery Kempe, Kerstin Thorvall, Annie Proulx, Halldis Moren Vesaas, Louisa May Alcott. Ganz viel literarische Recherche wurde für dieses Buch also betrieben - es wäre schön gewesen, wenn davon mehr als nur die (zumeist norwegischsprachigen) Quellen geteilt worden wären!

Ich habe jetzt auf jeden Fall große Lust, in das Leben und Werk einiger dieser Frauen hineinzulesen, meine nächste Wohnung mental zu planen und sowieso niemals auf einen eigenen Raum zu verzichten. Und nachdem ich mir auf Instagram einige Bilder des französischen Hauses angeschaut habe, möchte ich am liebsten auch direkt losreisen ♥

Wem ich dieses Buch empfehlen würde, darüber bin ich mir nicht sicher - letztlich hat es mir durchaus gefallen und es liest sich auch flott und leicht; weltbewegend oder erleuchtend war es jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Humorvoll, kreativ und abenteuerlich

Die Kinder des verlorenen Fischers
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Ich habe eine Weile gebraucht, um reinzukommen - aber dann hab ich´s geliebt, viel gelacht, stets mitgefiebert und kann die Fortsetzung(en) kaum abwarten.



Ich bin mir gar nicht sicher, welchem Genre ...

Ich habe eine Weile gebraucht, um reinzukommen - aber dann hab ich´s geliebt, viel gelacht, stets mitgefiebert und kann die Fortsetzung(en) kaum abwarten.



Ich bin mir gar nicht sicher, welchem Genre ich diese zuordnen würde - alternative history? Abenteuerroman? Das Setting ist der Mittelmeerraum des 17. Jahrhunderts, mit fiktiven Inseln und Figuren. Foe de Mar gelingt dabei ein ansprechender Weltenentwurf, bei dem ich mich freue, ich den nächsten Bänden noch mehr zu entdecken - in diesem ersten Teil hatte ich zu anfangs noch Schwierigkeiten, mich einzufinden. In den Klappen der Printausgabe sind nautische Begriffe erklärt - ich hätte dort eher Worldbuilding-Erklärungen gebraucht.

Auch wenn ich mir schon mehr Piraterie und Segelszenen erhofft hatte, hielt mich die Handlung bei Trapp; gerade durch die wechselnden Perspektiven und Handlungsstränge, die erst nach und nach zueinander laufen, ließ die Spannung für mich nie nach. Zudem gibt es viele Beschreibungen, sodass Orte und Ereignisse mir bildlich vor Augen standen. Und überrascht wurde ich auch immer wieder; Langeweile kam also wahrlich nie auf! Denn obwohl die vielen kleinen Ereignisse und Abenteuer wie side quests anmuten mögen, schwebt über allem doch ein zu lösendes Rätsel und eine drohende Gefahr, sodass mir diese Szenen auf Märkten, in Arenen und Hinterhofcafés oder Spelunken nicht nur einen lebhaften Einblick in das pulsierende Tunis ermöglichten, sondern auch den Spannungsbogen aufrechterhielten.

Highlight waren ganz klar die berlinernden Piraten und überhaupt die Situationskomik; ich habe viel und oft bei diesem Buch lachen können! Auch sonst waren die Figuren wunderbar individuell und gerade Leah, unsere kleine Feministin und Hauptprotagonistin, habe ich ins Herz geschlossen. Aber auch die Stumpf-Sätze ihres jüngeren Bruders Willin machten Figur wie Buch einzigartig. Und auch die Dynamiken zwischen den Figuren waren wunderbar; mir gefielen die sich entwickelnden Freundschaften; mehr davon!

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