Profilbild von oceanloveR

oceanloveR

Lesejury Star
offline

oceanloveR ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit oceanloveR über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2025

Merklich du Mauriers Debüt

Die Frauen von Cornwall
0

Merklich du Mauriers Debüt: Erzählkunst war schon da und die Rahmenkonzeption war im Nachhinein auch klasse, dazwischen aber doch einige Längen und Schwächen, gerade bei den Figuren.




Von Daphne du ...

Merklich du Mauriers Debüt: Erzählkunst war schon da und die Rahmenkonzeption war im Nachhinein auch klasse, dazwischen aber doch einige Längen und Schwächen, gerade bei den Figuren.




Von Daphne du Maurier habe ich ja schon einige Bücher gelesen und vor allem Rebecca geliebt; als bei LovelyBooks eine Leserunde zu ihrem neu-übersetzten Debüt angekündigt wurde, musste ich einfach mein Glück versuchen - und die Losfee war mir hold :)

Das Buch gliedert sich in vier natürliche Abschnitte - ideal für eine Leserunde! Anders als der Titel es vermuten lässt, geht es in diesem Roman nämlich nicht hauptsächlich um Frauen, sondern zwei der vier Hauptfiguren sind Männer. Das hat mich enttäuscht und ich wurde tatsächlich auch mit den Männern bedeutend weniger warm, als mit den Frauen. Aber von Anfang.

Während ich Janet prinzipiell mochte, war die Mutter-Sohn-Beziehung doch merkwürdig eng, beinahe liebespaarähnlich und die schwülstige Sprache zu Beginn machte mir den Einstieg auch schwerer, als bei anderen Büchern du Mauriers. Dann packte mich aber ihr foreshadowing; ihre Art, Vorahnungen zu wecken.

Ihren Sohn Joseph wollte ich so gerne mögen, gerade wegen unseres geteilten Meerbezuges und hatte mich auf die Seefahrt gefreut. Davon gab es dann weniger, als erhofft und mit seinem rücksichtslosen Verhalten, vor allem Frauen gegenüber, war Joseph mir ausgesprochen unsympathisch - stellenweise konnte ich zwar sehen, woher das rührte; entschuldigt ist sein Gebahren dadurch jedoch nicht! Und auch wenn mir der Schreibkontext bewusst ist: Spätere Frauen schrieb du Maurier deutlich facettenreicher und die Typen weniger bärbeißig. Bereits in ihren jungen Jahren konnte sie jedoch beeindruckend schreiben und das hielt mich bei Stange; ganz dichter Schreibstil, voller Bilder und Vergleiche... Ich liebe ja besonders, wie sie es schafft, zu zeigen, was hätte sein können und dadurch alles so viel tragischer macht, weil glücklichere Umstände möglich gewesen wären.

In der englischen Ausgabe gibt es einen Stammbaum - den hätte ich mir hier auch gewünscht, da ich spätestens bei Christopher begann, den Überblick über die Coombe-Familie zu verlieren; es waren einfach zu viele Cousins, Vettern und Neffen geworden. Ihn fand ich auch den schwächsten Charakter des Buches und sein Leben relativ langweilig; Arbeit und Familie. Überhaupt fehlte mir den Großteil des Buches der Konflikt - die schwelende Missgunst und die familieninternen Reibereien waren mir nicht Handlung genug. Und auch von den Frauen war mir zu wenig zu hören und zu lesen, die meisten spielten eine untergeordnete Rolle und kamen nur am Rande vor. Spannung kam erst mit der Seenotrettungsszene auf, die hat du Maurier auch gewohnt nervenaufreibend geschrieben.

Jennifers Abschnitt versöhnte mich dann mit der Geschichte - ich bin begeistert von dem Kreis, den der Roman geschlossen hat (vor allem mit der Galionsfigur), von Jennifers genialer "Rache", ihrer süßen Liebesgeschichte und auch der ganzen Dramatik am Ende; da kamen fast schon Rebecca-vibes bei mir auf ^^

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2025

liebs <3

Percy Jackson 7: Der Zorn der dreifachen Göttin
0

Ich habe es von der ersten Seite an geliebt und bin voller Vorfreude auf das nächste Abenteuer!



Was soll ich sagen?! Riordan hat es einfach drauf. Von Anfang an Action, wunderbare Freundschaften, Humor ...

Ich habe es von der ersten Seite an geliebt und bin voller Vorfreude auf das nächste Abenteuer!



Was soll ich sagen?! Riordan hat es einfach drauf. Von Anfang an Action, wunderbare Freundschaften, Humor und Situationskomik. Ich lieb's einfach, wie süß Percy und Annabeth sind, wie Percy und Grover kommunizieren, wie schön die Mutter-Sohn-Beziehung ist, wie viel Fantasie Riordan jedes Mal hat und immer neue Gottheiten, Monster und Abstrusitäten erfindet und wie seine Bücher nie langweilig werden. Mögen seine Figuren nie erwachsen werden - ich bin zwar begeistert von ihren Entwicklungen und wie sie reifen, möchte ihre jugendlichen Abenteuer aber auch nicht mehr missen!

Ich bin ja keine Jahreszeiten-Leserin, würde dieses Buch aber klar für den Herbst empfehlen, so präsent sind die herbstliche Stimmung und das Halloween-Fest. Und während die Geschichte durchweg witzig-spritzig und rasant ist, begeisterte mich auch Percy wieder damit, was für ein lieber Junge er ist, der zwischendurch zwar alle(s) ins Chaos stürzt, am Ende sogar für Verbesserungen sorgt. Und Nö! Finde ich ja sogar noch süßer und lustiger als den englischen nope; einfach ein Höölenhundwelpe, awwwh.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2025

Cute, aber Riordans Leichtigkeit fehlte

Nico und Will – Reise ins Dunkel
0

Deutlich düsterer als erwartet und bisweilen zu viel Aushandlung zwischen Nico und Will; ansonsten spannend und süß.



Nico und Will sind wohl mein liebstes Paar aus Riordans Büchern und so habe ich mich ...

Deutlich düsterer als erwartet und bisweilen zu viel Aushandlung zwischen Nico und Will; ansonsten spannend und süß.



Nico und Will sind wohl mein liebstes Paar aus Riordans Büchern und so habe ich mich riesig auf ihr erstes gemeinsames Abenteuer gefreut. Und hach, wie cute sind die beiden bitte?!

Ich finde es auch klasse, dass sich Riordan hier einen queeren Co-Autor ins Boot geholt hat; merkte es jedoch am Schreibstil. Irgendwie fehlte der drive, der Witz und die Leichtigkeit. Klar, das liegt auch am Setting Tartarus und an den ernsten Gesprächen, die die beiden führen (müssen). Ich fand diese Reflektionen auch wichtig und richtig, ich hätte mir jedoch weniger davon gewünscht. Und auch die ganzen Spitznamen der beiden waren mir doch zu kitschig. Gleichzeitig war ich begeistert von der queeren Repräsentation: Nicht-binäre Dämonen, das Gespräch mit Persephone über Liebe, in dem sie auch auch das Ace-Spektrum miteinbezieht, die Erwähnung anderer Leute im Camp, die sich nach Nicos Comingout dazu getraut haben... Und das alles ganz nebenbei, natürlich und nicht betont im Vordergrund; richtig gut! Ich wüsste ja gerne, wie Riordan und Oshiro das Schreiben aufgeteilt haben; wie viel Anteil jeder hatte...

Worauf ich mich erst einlassen musste, waren die Zeitsprünge, Einschübe und Perspektivwechsel; letztlich trugen sie zur Spannung bei und nachdem ich einordnen konnte, wie die Handlungsstränge verlaufen, mochte ich vor allem die Geschichten auf dem Fluss gern. Genauso wie ich mich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren wie Bob oder den Trogs, Erwähnung von Charakteren wie Piper und auch die Neueinführung wie etwa der Kako-Dämonen freute.

Gut hat mir auch gefallen, wie Nico Will nach und nach zeigen konnte, dass die Unterwelt nicht per se furchtbar ist und auch dort gelebt, geliebt und gelitten wird und wow, das Verhältnis zu Hades ist auch wundervoll; scheint der einzige göttliche Elternteil zu sein, der ehrlich und regelmäßig Anteil am Leben seiner Halbgottkinder nimmt ^^

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2025

Großartig - nicht nur für Kinder!

Auf den Spuren unserer Vorfahren
0

Ein wunderbar illustriertes Buch über Weltgeschichte, mit und aus dem nicht nur Kinder lernen und einen (neuen) Blick auf unsere Vergangenheit werfen können.



Um die siebte Klasse herum wollte ich ja ...

Ein wunderbar illustriertes Buch über Weltgeschichte, mit und aus dem nicht nur Kinder lernen und einen (neuen) Blick auf unsere Vergangenheit werfen können.



Um die siebte Klasse herum wollte ich ja Archäologin (am liebsten Ägyptologin) werden und bis heute habe ich da ein Faible für - als ich also dieses Buch bei vorablesen entdeckte, schlug mein Herz höher!

Denn die ganzen Stories von Jägern und Sammlerinnen, Frauen, die nur zuhause saßen und den mutigen Kriegern - die sind auserzählt! Die Fakten sprechen eine andere Sprache; viel zu lange haben wir Geschichte so gelesen, wie sie zu unserem Weltbild passt. Umso wichtiger, gerade Kindern schon ein Verständnis mit auf den Weg zu geben, dass es nicht "schon immer so war" und Vergangenheit und Gegenwart voller inspirierender Figuren sind.

Das aufzuzeigen gelingt Raksha Dave anhand von 50 Funden aus 14 verschiedenen Orten und Zeiten ganz wunderbar - und ich liebe es, wie sie dabei wirklich world history erzählt und nicht unsere eurozentrische Version aus dem Geschichtsunterricht. Sie nimmt uns mit nach Australien, Frankreich, China, Griechenland, Peru, Deutschland sowie in die Türkei und USA, aber auch nach Simbabwe, Indien, Grönland, Pakistan und den Sudan. Dabei widmet sie jedem Ort zwei Doppelseiten - zunächst ein kleiner Überblick und Einstieg in die Kultur und Epoche und anschließend einige Funde, die ihre jeweilige Aussage bzw. Widerlegung von landläufigen Meinungen unterstützen. Hier ist sie manchmal zu optimistisch und modern, wenn sie zum Beispiel die Aborigines als "Naturschützer" bezeichnet oder in Ashoka einen gütigen und guten König sieht, obwohl durch seine Eroberungen 100.000 Menschen getötet wurden und Monarchie immer Fremdbeherrschung bleiben wird. Der Grundtenor jedoch, aufzuzeigen, dass Leben im Einklang mit der Natur, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit und friedliches Miteinander keine "neuen" Konzepte sind - das vermittelt die Autorin ganz wunderbar.

Und die Illustrationen! Das Buch ist großartig gestaltet; es gibt so viel zu entdecken und sehen; es ist eine wahre Freude! Da hat Kimberlie Clinthorne-Wong grandiose Arbeit geleistet!

Am Ende des Buches beantwortet die Autorin noch ein paar oft gestellte Fragen über Archäologie und darüber, wie es ist, Archäologin zu sein - hätte ich das damals gelesen, hätte ich sicher noch mehr Lust gehabt, Archäologin zu werden. Eine gelungene Heranführung! Außerdem gibt es ein Glossar, das Begriffe kindgerecht erklärt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.06.2025

Kabelbruch mit Ansage

Twist
0

Ein zum Nachdenken anregendes Buch, das viele Themen anreißt und mir als unkonventionell in Erinnerung bleiben wird; ein besonderes Leseerlebnis trotz Längen und Fehler.




Auch wenn ich mich bisher wenig ...

Ein zum Nachdenken anregendes Buch, das viele Themen anreißt und mir als unkonventionell in Erinnerung bleiben wird; ein besonderes Leseerlebnis trotz Längen und Fehler.




Auch wenn ich mich bisher wenig mit Unterwasserkabeln beschäftigt habe, interessiert mich ja prinzipiell alles Maritime, mit den gegenwärtigen Sabotagen ist das Thema aktuell und Arbeitsschiffe wie Kabelleger finde ich sowieso faszinierend.

Gleich vorweg: Was die Seefahrtsaspekte angeht, enttäuschte bin Colum McCaan - nicht nur empfand ich die Szenen auf See als die zähesten; es schlichen sich auch einige Fehler ein...

Zunächst einmal wurde ich von der ersten Seite an in den Bann gezogen; der irische Autor hat einen unglaublich ausdrucksstarken und vielseitigen Schreibstil - mal staccatoartig in kurzen, knappen Sätzen, die Dramatik und Atemlosigkeit vermitteln, mal in ausschweifenden Absätzen voller Doppeldeutigkeiten und Tiefe. Denn im Kern ist die Handlung wenig komplex, wird von nur einer Handvoll Figuren getragen und ist deutlich unaufgeregter, als Klappentext und Erzählstil das vermuten lassen - McCann lässt das Kabellegen aber zu einer gesellschaftlichen Analyse und tiefem Blick in die Psyche von Menschen werden. Viele wichtige Themen, von Kolonialismus und bleibendem Rassismus über Umweltzerstörung und Digitalisierung, spricht er dabei an.

Wenige handlungstragende Charaktere also, die jedoch charakterlich vielschichtig waren; gerade der Protagonist lädt nicht unbedingt dazu ein, ihn zu mögen und auch der mysteriöse Conway ist nicht gerade der strahlende Held. Überhaupt: Das ganze Buch ist ausgesprochen maskulin; von den Figuren über den Stil bis hin zu den filmischen Referenzen. Und unnahbar. Ich habe niemanden ins Herz geschlossen, konnte mich mit den Figuren nicht identifizieren und wollte aber dennoch wissen, was Fennell, Conway und Zanele verbergen.

Gerade die Szenen auf See und im ghanaischen Ferienhaus erzählt McCann überaus dramatisch - dabei passiert wenig und am Ende des Buches schlich sich bei mir Enttäuschung darüber ein, keinen großen Knall erlebt zu haben. Also irgendwie ja schon, ohne hier spoilern zu wollen, aber mir fehlte trotzdem etwas; dass die Handlungsfäden stärker verwebt werden. Dieses Gefühl von "hmm, und warum hab ich das jetzt gelesen, was will mir der Autor damit sagen". Don´t get me wrong; das Lesen hat mir große Freude bereitet, da die große Stärke des Buches definitiv der Schreibstil ist, der in seiner Intensität fesselt und atemlos durch das Buch peitscht und auch in seiner Nachdenklichkeit glänzt das Buch - seine Schwäche sind jedoch Handlung und Figuren. Vor allem ein Nachwort zu Recherche, Wahrheitsgehalt und überhaupt Einordnung seitens des Autors habe ich mir gewünscht, um das Buch abzurunden.

Thematik und Setting wie gesagt ausgesprochen interessant; was den Seeteil angeht jedoch, wie zu Beginn angesprochen, leider fehlerhafte/fehlende Recherche bezüglich Wind/Sturm/Seegang und Schiffsgeschwindigkeit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere