Eine Familiensaga | Das umjubelte literarische Debüt der Bestsellerautorin von »Rebecca« | Erste vollständige Neuübersetzung
Brigitte Heinrich (Übersetzer)
Starke Frauen und der Ruf des Meeres
Janet ist mit dem Werftbesitzer Thomas Coombe verheiratet, sie leben mit ihren Kindern scheinbar glücklich in dem beschaulichen kornischen Hafenstädtchen Plyn. Doch Janet ist ruhelos – immer wieder zieht es sie an die Klippen, und sie träumt davon, ein Mann und frei zu sein und um die Welt zu segeln. Diesen Drang und die unstillbare Liebe zum Meer gibt sie an ihren Sohn Joseph weiter – und als er, wild und ungebärdig, auf einem Schiff anheuert und sein Glück in der Ferne sucht, ist es, als würden ihre Träume wahr. Doch die Rivalität zwischen Joseph und seinem Bruder Philip droht die Familie zu zerreißen …
Daphne du Mauriers umjubeltes literarisches Debüt, das auf Anhieb zum Bestseller wurde und ihren Ruf als eine der besten Schriftstellerinnen ihrer Generation begründete, führt uns tief in die inneren Welten ihrer Protagonistinnen und lässt das raue, romantische Cornwall lebendig werden – eine dramatische Familiensaga über Leidenschaft, dunkle Geheimnisse, Intrigen und eine Liebe, die stärker ist als der Tod.
MEINE MEINUNG
Janet wollte nichts lieber als ein Junge sein und doch gab sie im Jahr 1830 ihr Ja-Wort ihrem Cousin Thomas Coombe aus Plyn. Sie wollte ihm eine gute Frau sein.
Als der erste Sohn, ihr Samuel ...
MEINE MEINUNG
Janet wollte nichts lieber als ein Junge sein und doch gab sie im Jahr 1830 ihr Ja-Wort ihrem Cousin Thomas Coombe aus Plyn. Sie wollte ihm eine gute Frau sein.
Als der erste Sohn, ihr Samuel geboren wurde, waren beide sehr glücklich. Thomas ist über vorsorglich, er sorgt sich immer um seine geliebte Frau.
Das alles ist so ausdrucksstark emotional, gefühlvoll und auch poetisch geschrieben. Man erlebt das Familienleben fast mit, durch die Schreibweise von der Autorin. Die Worte sind hier gut gesetzt und es passt immer zur jeweiligen Situation. Man fühlt dieses Leben und auch die Turbulenzen, die es hier durchaus immer wieder gibt.
Thomas und Janet bekamen noch viele Kinder und Joseph war der wildeste von allen. Die Liebe zu seiner Mutter ging über den Tod hinaus, denn sie war viel zu groß um zu enden. Er vergötterte sie und auch umgekehrt war das so. die beiden hatten eine starke Bindung, denn sie waren Seelenverwandt und sie haben sich ohne Worte verstanden.
Die Autorin hat hier eine sehr aufregende und berührende Geschichte für uns verfasst. Der Hintergrund über dieses Buch macht es dann noch viel emotionaler.
Das Buch ist in 3 Abschnitte eingeteilt und jedes Buch berichtet von einer anderen Person aus dieser Familie. Das Schicksal schlägt hier bei der Familie Coombe unerbittlich zu und jeder hat damit zu kämpfen.
Man sieht hier, wie die Frauen damals zu kämpfen hatten, denn sie waren „nur“ Frauen. Aber die Frauen waren stark und sie kämpfen um ihrer Willen. Jede hier auf ihre eigene Art. Das macht das Buch dann auch so aufregend, denn man sieht, wie die Generationen wachsen und andere Probleme zu bewältigen haben.
Also von mir gibt es hier auf jeden Fall die vollen 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Daphne Du Mauriers Debütroman, im englischsprachigen Original mit dem Titel "The loving spirit", wurde nun von Brigitte Heinrich neu ins Deutsche übersetzt und vom Insel Verlag herausgebracht, diesmal ...
Daphne Du Mauriers Debütroman, im englischsprachigen Original mit dem Titel "The loving spirit", wurde nun von Brigitte Heinrich neu ins Deutsche übersetzt und vom Insel Verlag herausgebracht, diesmal unter dem Titel "Die Frauen von Cornwall". Als großer Fan von "Rebecca", Daphne Du Mauriers bekanntestem Werk, zu dem es auch das gleichnamige Musical gibt, war ich sehr gespannt auf dieses Buch und habe mich auf eine vielschichtige Familiengeschichte mit einem Hauch Mystik gefreut.
Diese Erwartung hat das Buch auch durchaus erfüllt und ich habe es sehr gerne gelesen. Es ist ein umfangreiches Werk, für das man sich Zeit nehmen sollte: nicht nur ist es fast 500 Seiten lang, sondern es ist auch auf eine Art und Weise geschrieben, die mich dazu eingeladen hat, länger bei manchen Kapiteln zu verweilen und so habe ich für die Lektüre dieses Buches deutlich länger gebraucht als sonst für ein Werk in diesem Umfang. Das heißt aber nicht, dass es langweilig zu lesen gewesen wäre - das war es überwiegend nicht und ich bin gerne den Geschichten der verschiedenen Familienmitglieder gefolgt.
Das Buch ist in vier große Teile geteilt, die jeweils ein Familienmitglied der Familie Coombe in den Mittelpunkt stellen: es beginnt mit Janet Coombe, geht weiter mit deren Sohn Joseph Coombe, danach folgt dessen Sohn Christopher Coombe und schließlich dessen Tochter Jennifer Coombe. Damit wird insgesamt eine Zeitspanne von 1830 (Beginn Janet) bis 1930 (Ende Jennifer) abgedeckt und somit genau ein Jahrhundert.
Janet ist ein Freigeist und träumt davon, zur See zu fahren, doch im frühen 19. Jahrhundert ist das für eine Frau undenkbar, und so verbringt sie ihr Leben damit, sich nach einem freieren Leben zu sehnen und sich zu wünschen, sie wäre ein Mann und könnte so leben, wie sie sich das wünscht, auch wenn ein Teil von ihr sich durchaus auch nach einer Liebesbeziehung sehnt.
Dieses Zitat zeigt ihre innere Zerrissenheit zu diesem Thema: "Janet war immer noch auf dem Hügel und blickte aufs Meer, und es hatte den Anschein, als gebe es zwei Seiten ihr; eine, die Ehefrau eines Mannes sein, ihn umsorgen und zärtlich lieben wollte, und eine andere, die sich einzig und allein danach sehnte, Teil eines Schiffs zu sein, Teil des Meeres und des Himmels, mit dem frohen, freien Leben einer Möwe." (S. 18)
Janet heiratet schlussendlich und bringt sechs Kinder zur Welt, eines davon ihr Sohn Joseph, dem sie sich am nächsten verbunden fühlt, in dem sie sich wiedererkennt und der ihre Sehnsucht nach dem Meer mit ihr teilt und schließlich Kapitän wird, auf dem nach ihr benannten Schiff "Janet Coombe", das in der familieneigenen Werft gebaut wurde.
Joseph verbringt sein Leben auf See, doch auch er ist ein unruhiger Geist und die berufliche Erfüllung macht ihn nicht glücklich, er wird sich zeitlebens nach der engen Verbindung mit seiner Mutter zurücksehnen und sich trotz vieler Affären und mehrerer Ehen auf keine Frau wirklich einlassen können. Dennoch hofft er, dass sein Sohn Christopher seinen Weg als Seemann fortsetzt.
Doch Christopher fühlt sich am Meer gar nicht wohl und zu einem anderen Leben berufen. Lange hadert er mit dem Erwartungsdruck seines Vaters, versucht, diesen zu erfüllen, scheitert daran und bricht aus diesem vorgeplanten Leben aus und flieht nach London. Doch dafür zahlt er einen hohen Preis: es kommt zum Bruch mit dem Vater.
Jennifer wiederum, Christophers jüngstes Kind und einzige Tochter, liebt ihren Vater auch sehr, wird ihn aber leider nur kurz in ihrem Leben haben. Sie wächst als kleines Kind teilweise in der alten Familiengegend im Cornwall auf, wird sich ihre ganze Jugend, die sie dann in London verbringen muss, danach zurücksehnen, und schließlich zurückkehren, um ihre Seelenruhe zu finden, aber auch, um eine alte familiäre Rechnung zu begleichen.
Die Figuren sind liebevoll und tiefgründig gezeichnet und ich habe insbesondere deren Entwicklung über das Jahrhundert sehr spannend gefunden: alle sehnen sie sich auf ihre Art nach Freiheit und Selbstverwirklichung, eigentlich ein sehr modernes Thema. Und alle haben sie ihre Begrenzungen darin, wie sie damit umgehen und was für sie im Leben möglich ist, welche Hoffnungen und Träume sich erfüllen und welche enttäuscht bleiben... doch insgesamt ist über die vier Figuren eine Entwicklung hin zur Moderne und hin zu freieren, selbstbestimmteren Menschen sichtbar. Das zeigt sich am allerstärksten im Vergleich von Jennifer mit ihrer Urgroßmutter Janet.
Das Buch ist somit nicht nur ein lesenswerter Klassiker, sondern auch ein durchaus aktuelles Werk, das auch für die heutige Zeit wertvolle Fragen stellt und zum Nachdenken anregt.
Schade finde ich allerdings, dass der Verlag sich dazu entschieden hat, es dermaßen stark als "Frauenbuch" zu positionieren: ein Titelbild mit rosa Wölkchen im Hintergrund, und dazu der unpassende Titel "Die Frauen von Cornwall", während das Buch bekanntlich zwei Männer und zwei Frauen, also ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, mit ihren Lebensgeschichten thematisiert, und keineswegs ausschließlich oder überwiegend Frauen.
Ich finde es bedauernswert, dass mit dieser Positionierung wohl noch mehr als ohnehin schon ein weibliches Lesepublikum angesprochen und Männer eher abgeschreckt werden und damit der schon vorhandene Trend, dass viele Frauen "alles" lesen, also Bücher weiblicher und männlicher Autoren, aber die Werke von Frauen oft als "Frauenliteratur" positioniert und nur von einem Geschlecht gelesen werden, verstärkt wird - das hätte ich mir im Jahr 2025 anders gewünscht, und das hat dieses hervorragende Werk so nicht verdient.
Für diese Positionierung kann dieses tolle Werk aber nichts und ich kann es ansonsten allen, die sich für Klassiker und tiefgründige Familiensagas interessieren, sehr empfehlen.
Der Debütroman der bekannten und berühmt gewordenen Autorin Daphne du Maurier, „Die Frauen von Cornwall“, ist eine Familiensaga, erschienen als Deutsche Erstausgabe 2025 im Insel Verlag, in englischer ...
Der Debütroman der bekannten und berühmt gewordenen Autorin Daphne du Maurier, „Die Frauen von Cornwall“, ist eine Familiensaga, erschienen als Deutsche Erstausgabe 2025 im Insel Verlag, in englischer Originalausgabe bereits im Jahr 1931 unter dem Titel „The Loving Spirit“.
Aufgeteilt in vier Bücher stehen vier Menschen im Mittelpunkt der dramatischen Familiengeschichte, die sich erstreckt über einen Zeitraum von hundert Jahren. Sie beginnt im Jahr 1830 mit der jungen Janet Coombe, die eine brennende Sehnsucht nach dem Meer in sich spürt und nur den einen Wunsch hat, wie ein Mann um die Welt segeln zu können – bei der strengen Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern zu der damaligen Zeit undenkbar.
Mir gefällt der Schreibstil von Daphne du Maurier, weil ich mich ganz hineinfallen lassen kann in die Geschichte. Ich bin fasziniert und kann kaum glauben, dass sie bereits vor nahezu einhundert Jahren geschrieben wurde.
Janet wird Ehefrau, Hausfrau und Mutter mehrerer Kinder. Zu ihrem Sohn Joseph hat sie eine ganz spezielle Verbindung. Auch er denkt und fühlt wie sie. Von Joseph erzählt das zweite Buch.
Jedes der vier Bücher beginnt mit übersetzten Versen von Emily Bronte aus der Gedichtsammlung „Ums Haus der Sturm“. Diese Verse sind den einzelnen Büchern sehr passend zugeordnet. Gern habe ich sie auch am Ende eines jeden Buches noch einmal gelesen und mit der Geschichte verbunden.
Insgesamt habe ich das Buch gern langsam gelesen, dabei einige Stellen auch mehrmals, denn die Autorin hat mich mit ihrem ganz speziellen Schreibstil beeindruckt und tief berührt. Sehr gern gebe ich eine Leseempfehlung für diesen Literaturklassiker.
Die Frauen von Cornwall - im englischen Original "The loving spirit" erschien im Jahr 1931 und wurde 2025 neu aufgelegt. Trotz des Alters des Textes ist es eine wirklich sehr lesbare Familiensaga, die ...
Die Frauen von Cornwall - im englischen Original "The loving spirit" erschien im Jahr 1931 und wurde 2025 neu aufgelegt. Trotz des Alters des Textes ist es eine wirklich sehr lesbare Familiensaga, die hauptsächlich in Daphne du Mauriers geliebtem Cornwall spielt.
In 4 Büchern wird die Geschichte der Familie Coombe erzählt - beginnend mit der jungen Janet, einer Frau, die eine starke Sehnsucht nach dem Meer verspürt und nicht immer perfekt in die Rolle einer Frau ihrer Zeit (1830) passen will. Sie wird 6 Kinder bekommen und das 2. Buch handelt von ihrem Lieblingssohn Joseph, der das Meer genauso heftig liebt wie seine Mutter. Josephs ältestem Sohn Christopher widmet sich das 3. Buch und das letzte Buch schließlich endet mit der Geschichte seiner Tochter Jennifer, der Urenkelin Janets und dem Jahr 1930 - womit die Saga genau 100 Jahre umfasst.
Der Schreibstil ist sehr gut lesbar trotz des Alters der Geschichte und kommt natürlich ohne moderne Ausdrücke aus, was ich beim Lesen als sehr erfrischend empfunden habe. Der Autorin merkt man in ihrem Debut bereits die Liebe an, die sie für ihre Wahlheimat Cornwall empfunden haben muss - die Schilderungen der Landschaft sind wirklich herausragend und untermalen die Geschichte perfekt. Wie in einer Saga üblich begleiten wir viele Menschen über die 4 Generationen, von denen nur wenige herausstechen und wichtig bleiben. Es gibt eine zutieft "böse" Figur, die wie eine Art böser Geist die Familie heimsucht und Intrigen spinnt. Und es gibt übersinnliche Elemente und den guten Geist, der Janets Wesen beinhaltet und die Familie bis zum Ende der Geschichte begleitet.
Ich habe die Lektüre wirklich genossen und kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen, es ist ein Roman, in dem man im besten Sinne versinken kann!
Cover
Das Cover weckt sofort das Gefühl, nach Cornwall reisen zu wollen, mit seiner rauen Küste und der ungezähmten Natur. Es passt perfekt zur Geschichte und spiegelt die Sehnsucht der Figuren wider. ...
Cover
Das Cover weckt sofort das Gefühl, nach Cornwall reisen zu wollen, mit seiner rauen Küste und der ungezähmten Natur. Es passt perfekt zur Geschichte und spiegelt die Sehnsucht der Figuren wider. Besonders, wenn man Daphne du Maurier kennt, fühlt man sich direkt in ihre literarische Welt eingeladen.
Handlung
„Die Frauen von Cornwall“ erzählt die bewegende Geschichte der Familie Coombe über vier Generationen hinweg – von 1830 bis 1930. Im Mittelpunkt steht Janet, eine Frau mit einer tiefen Sehnsucht nach Freiheit und dem Meer, die in ihrer Zeit jedoch an gesellschaftliche Grenzen stößt. Ihre Liebe zum Meer und ihre Träume vererben sich wie ein Geist durch die Familie, bis hin zur Urenkelin Jennifer.
Die Handlung hat alles, was man sich von einer Familiensaga wünscht: Liebe, Verlust, Intrigen und übernatürliche Elemente, die dem Ganzen eine besondere Note verleihen. Was mich besonders fasziniert hat, ist, wie Daphne du Maurier es schafft, die Stimmung Cornwalls lebendig werden zu lassen – man spürt förmlich die salzige Luft und die stürmischen Klippen. Trotz des Alters des Buches liest es sich frisch und zeitlos, was den großartigen Schreibstil der Autorin unterstreicht.
Empfehlung
Ein Muss für Fans von Familiensagas und Cornwall! Die tiefgründige, emotionale Geschichte zieht einen sofort in ihren Bann, und die Beschreibungen der Landschaft sind atemberaubend. Die Gedichte von Emily Brontë, die den Kapiteln vorangestellt sind, ergänzen die melancholische und dennoch hoffnungsvolle Atmosphäre perfekt. Ein Buch, in dem man sich verlieren kann – und will.
Tropes GenerationalDrama / OceanSoul / FoundFamily