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Veröffentlicht am 15.07.2025

Wenn die Vergangenheit nicht ruht

Das geheime Zeichen
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Der frisch gebackene Hausbesitzer Roland Wilkes erlebt eine böse Überraschung. Als er sein gerade gekauftes Domizil renovieren will, stößt er auf die buchstäbliche "Leiche im Keller". Kommissarin Evelyn ...

Der frisch gebackene Hausbesitzer Roland Wilkes erlebt eine böse Überraschung. Als er sein gerade gekauftes Domizil renovieren will, stößt er auf die buchstäbliche "Leiche im Keller". Kommissarin Evelyn Holm und ihr bewährtes Team finden schnell heraus, dass die Tote vor ca. 30 Jahren eingemauert wurde. Die mit verrostetem Draht gefesselten skelettierten Unterarme legen den Schluss nahe, dass sie einem Mord zum Opfer fiel. Doch erst das bei den menschlichen Überresten gefundene Medaillon verschlägt der Kommissarin den Atem. Das eingravierte Symbol verfolgt sie seit ihrer Kindheit und sorgt zuverlässig für Albträume.

Dreißig Jahre zuvor: Viola, eine talentierte junge Künstlerin, wünscht sich nichts sehnlicher als von ihren Bildern leben zu können. Gerade drücken sie wieder Mietschulden, als sie zufällig eine frühere Mitschülerin trifft, die es offensichtlich weit gebracht hat. Anna, so ihr Name, stellt Viola einen Karriereschub in Aussicht, falls sie von einem geheimnisvollen "Club" als Mitglied akzeptiert wird. Der gemeinsame Plan gelingt und Viola wird als Neuzugang des Netzwerks zugelassen. Umgehend bekommt sie eine Vernissage und verkauft ihre ersten Bilder. Sie könnte überglücklich sein, wäre da nicht ihre Beobachtung, dass Anna jemanden vorsätzlich vergiftet und so im Auftrag des "Clubs" für mehrere Tage schachmatt gesetzt hat. Zwar überlebt das Opfer knapp, aber Viola will nur noch eins: Raus aus diesem Club! Sie weiß nicht, wem sie trauen kann und gerät leider an die Falschen ...

Zwei Zeitschienen, zwei Schicksale? Der Autorin gelingt es mühelos, die beiden Erzählstränge zusammenzuführen. Ein verbindendes Element ist dabei das Titel gebende geheime Zeichen, das die junge Kommissarin seit ihrer Kindheit unheilvoll verfolgt - wie eine schwelende Erinnerung an die Ermordung ihrer Eltern. Die Erzählung gewinnt ständig an Tempo, Spannung und, ja, Grauen. Dass das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven, der von Evelyn, als Kind und Erwachsene, und der von Viola erzählt wird, verleiht dem Roman noch zusätzliche Tiefe und Spannung. Überhaupt schreibt Saskia Calden flüssig und anschaulich. Die beiden Zeitebenen passen schlüssig. Genauso wie ihre gelungenen Charaktere, die individuell und glaubwürdig angelegt sind.

Zum Teil waren Kopfkino und Nervenkitzel schwer auszuhalten, aber ich bin auch nicht die abgebrühte Thrillerkonsumentin. Doch die Geschichte hat mich so gepackt, dass ich einfach weiterlesen musste. Zwar erzählt die Autorin unkaschiert, sie beschreibt Psychoterror und Gewalt schockierend anschaulich, doch dabei steht immer die Erzählung im Mittelpunkt. Es handelt sich nicht um bloßen Thrill für wohlige Gänsehaut. Was mich nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass ich leider zu keiner Zeit daran zweifelte, dass es derart abscheuliche Machtmenschen und ihre perfiden Netzwerke tatsächlich gibt.

Von mir bekommt das Buch die volle Punktzahl und eine Empfehlung an alle Fans nervenaufreibender Thriller, die den Blick in tiefste menschliche Abgründe nicht scheuen.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein Strickclub auf Miss Marples Spuren

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Im kleinen Lüttjekoog an der Nordseeküste kommen regelmäßig donnerstags die Mitglieder des Strickclubs zusammen. Ihr Treffpunkt ist Mettes kleines, aber feines Wollgeschäft. „Strickschick“ ist für sie ...

Im kleinen Lüttjekoog an der Nordseeküste kommen regelmäßig donnerstags die Mitglieder des Strickclubs zusammen. Ihr Treffpunkt ist Mettes kleines, aber feines Wollgeschäft. „Strickschick“ ist für sie die Erfüllung ihres Lebenstraums, für den sie ihr Studium abbrach. Die anderen Strickenthusiasten sind die Pastorin Anne, die Friseurin Brunhilde und als einziges männliches Mitglied Bootsverleiher Gustavsen. Die vier verstehen sich prächtig und freuen sich mit Anne, als diese einen Schatz im Watt findet. Ob die goldene Statuette tatsächlich aus dem versunkenen Rungholt stammt? Felix, Annes alter Freund vom Amt für Denkmalschutz, soll das klären, doch vorher möchte Anne ihren Fund in der Kirche für die Lüttjekooger ausstellen. Dazu kommt es nicht, denn die Figur wird geraubt und die Pfarrerin niedergeschlagen. Als Gustavsen kurze Zeit später einen Fremden tot in einem seiner Boote findet, beginnt der Strickklub zu ermitteln, da Dorfpolizist Fiete offensichtlich nichts auf die Reihe bekommt.

Mit „Mörderisch verstrickt – ein Strickklub ermittelt“ erweitert Bestsellerautorin Susanne Oswald das aktuelle Küstenkrimipersonal um einen neuen Ermittlertyp, den strickenden Amateurdetektiv bzw. den kriminalisierenden Strickclub.

Locker-flockig und mit augenzwinkerndem Humor beschreibt die Autorin den ambitionierten Strickklub, der nicht nur einen Mörder sucht, sondern auch einem archäologischen Schatz auf der Spur ist. Das kleine Team ergänzt sich hervorragend. Die neugierige Mette mit ihrer stets hungrigen Hündin Ginger, die besonnene Anne, die für fast alles Verständnis aufbringt, die quirlige Brunhilde, die Farbe einbringt und der ruhende Pol Gustavsen, der ein Naturtalent im Stricken ist. Sie ermitteln in einem idyllischen, kleinen Ort an der Nordseeküste. Ambiente und Gegend sind liebevoll und detailliert beschrieben. Vor allem die gemeinsamen Erholungspausen am Deich haben mir gut gefallen. Neben dem Alltagsleben wird auch ermittelt. So gelingt es dem Strickclub, die Identität des Toten zu lüften und das Verbrechen aufzuklären.

Der Cosy Crime hat mir gefallen, wenn auch für meinen Geschmack die Ermittlungen etwas zu kurz kamen. Ein paar Verdächtige und Verwicklungen mehr, dafür ein paar Strickbeschreibungen weniger, hätten der Spannung gutgetan. Vermutlich ist dies der Tatsache geschuldet, dass die Autorin im Auftaktband zunächst ihre Charaktere und den Handlungsort einführen wollte. „Mörderisch verstrickt – ein Strickklub ermittelt“ ist ein Cosy Crime mit sympathischen Protagonisten an einem heimeligen Ort, der scheinbar aus der Zeit gefallen scheint.

Ein Personenverzeichnis und – wie könnte es anders sein – Strickanleitungen runden den Krimi ab.

Von mir gibt es knappe vier Sterne und eine Leseempfehlung an alle Fans von mehr Cosy als Crime.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Mörderische Vergangenheit

Die Lago Maggiore-Morde - Tod im Camper
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Commissaria Roberta Casanova hat einen neuen Fall. Auf einem Campingplatz in Locarno wurde ein Toter in seinem Wohnmobil gefunden. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Mann an einer Vergiftung ...

Commissaria Roberta Casanova hat einen neuen Fall. Auf einem Campingplatz in Locarno wurde ein Toter in seinem Wohnmobil gefunden. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Mann an einer Vergiftung durch Knollenblätterpilze starb und es sich um Mord handelt. Doch schnell ist Roberta den Fall wieder los, denn der Tote ist nicht, wie vermutet, ein französischer Tourist, sondern ihr Onkel Valerio Banfi. Der Commissaria war die Existenz eines Bruders ihrer Mutter nicht bekannt. Seine Familie hatte ihn verstoßen, nachdem er sich vor 40 Jahren den "Roten Brigaden", einer italienischen Terrororganisation, angeschlossen hatte. Da die Commissaria wegen Befangenheit hier nicht tätig werden darf, setzt ihr Chef sie auf den Cold Case Leutenegger an, einen Fall, den sie seinerzeit nicht lösen konnte. Mit dem Mord an Robertas Onkel bekommt die gerade beförderte Ispettrice Marta Ravelli ihre erste eigene Ermittlung.

Im dritten Fall der Lago Maggiore-Krimi-Reihe von Annemarie Regez ermittelt Ispettrice Ravelli zum ersten Mal in eigener Regie, während sich Commissaria Casanova mit ihrem ungelösten Mordfall aus Band eins konfrontiert sieht. Trotzdem lässt sich Teil drei "Tod im Camper" ohne Vorkenntnisse lesen.

Erfreut über das Vertrauen ihres Chefs, stürzt sich Marta hoch motiviert in die neuen Ermittlungen und unterdrückt ihre leichten Selbstzweifel. Roberta fällt es dagegen schwer, sich erneut mit dem Mord an Jacques Leutenegger auseinanderzusetzen. Offensichtlich schreckt sie den Täter durch die Neuaufnahme des Falls auf, den sie erhält zeitnah Drohbriefe, die in einem Giftanschlag auf ihre Frau und ihre Tochter gipfeln. Die Ermittlungen erweisen sich in beiden Fällen als fordernd. Während Marta u.a. bei der Verfolgung eines Tatverdächtigen beinahe ertrinkt und die Dienste einer Wahrsagerin in Anspruch nehmen muss, gelingt es der Commissaria einen neuen perfiden Mordanschlag im Zuge ihrer Ermittlungen zu verhindern. In beiden Fällen wird auch der sympathische, wegen seiner fehlenden Ambitionen chronisch unterschätzte, Agente Francesco Chiesa tätig. Und zumindest für Roberta erweist sich diese Zusammenarbeit als sehr hilfreich.

Annemarie Regez schreibt flüssig und bildhaft. Ihre Charaktere sind überzeugend und wirken authentisch. Sie schildert das Ambiente detailliert und lässt uns hautnah an den Gedanken und Schlussfolgerungen ihrer Ermittler teilhaben. Und nicht nur an deren. Einige Passagen des Buchs schildert die Autorin aus der Perspektive der schuldigen Person im Mordfall Leutenegger, die sich mit Hybris, Psychopathen und dem zugehörigen Themenbereich intensiv beschäftigt. Durch diesen Kunstgriff bekommt der Leser spannende Einblicke in die verstörende Gedankenwelt dieses Menschen.

Die Autorin hat erneut einen packenden Krimi vor der attraktiven Kulisse des Lago Maggiore geschrieben. Nicht nur die Ermittlungen, auch die für den Fall erforderlichen Hintergrundinformationen empfand ich als sehr aufschlussreich. So war mir bspw. nicht bekannt, dass Mitterrands Frankreich den roten Brigadisten Asyl gewährte.

Der aktuelle Fall bietet erneut fesselnde Unterhaltung mit Verwicklungen und Wendungen. Am Ende löst Marta ihren ersten Fall mit Bravour, während Roberta im Cold Case die Zusammenhänge aufdecken kann, ihr aber Beweise für eine Verhaftung (noch?) fehlen. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung, in der es Roberta, Marta und Francesco gelingt, den Fall Leutenegger erfolgreich abzuschließen. Genauso wie es dem Agente der Polizia Comunale von Locarno endlich glückt, den Dieb von Hundemäntelchen (!) zu fassen.

4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Sylter Morde

FriesLandGier (Küstenkrimi)
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Im Sylter Luxushotel Villa Veronica wird ein Gast so grausam ermordet, dass die Tötung an eine Hinrichtung erinnert. Da die Kriminalabteilung der Insel unter akutem Personalmangel leidet, wird die Mordkommission ...


Im Sylter Luxushotel Villa Veronica wird ein Gast so grausam ermordet, dass die Tötung an eine Hinrichtung erinnert. Da die Kriminalabteilung der Insel unter akutem Personalmangel leidet, wird die Mordkommission des LKA Kiel um Amtshilfe gebeten. Mit List und Tücke gelingt es Kommissar Fabiu Covaci seinen Vorgesetzten und Teampartner Carsten Wolf aus dessen Auszeit wegen Überstundenabbaus zurück an die Arbeit zu locken. Gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan möchte er nämlich nicht gern ermitteln. Also fahren Wolf & Covaci nach Sylt, um den Fall des ermordeten Unfallchirurgen Dr. Alexander Neubert zu übernehmen. Noch während das Spurensicherungsteam am Tatort beschäftigt ist, wird ein zweiter Mord gemeldet. Die bekannte Journalistin Frauke Simon wurde mit derselben Methode umgebracht wie Dr. Neubert. Geht ein Serienmörder auf Sylt um?

Seit ich ihr Buch „FriesLandFang“ gelesen habe, bin ich ein Fan von Nele Bruuns Ermittlerduo Carsten Wolf und Fabiu Covaci. Ihren neuen Fall „FriesLandGier“ wollte ich mir deshalb nicht entgehen lassen. Es ist die dritte Mordermittlung dieses Teams und der achte Küstenkrimi der Autorin insgesamt. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.

Der junge Kommissar Covaci, der wegen seiner rumänischen Wurzeln an seiner ersten Stelle beim LKA München gemobbt wurde, ist jetzt seit einem Jahr in Kiel. In seinem neuen Team fühlt er sich wohl und schätzt seine Kollegen, bis auf einen. Allmählich gewinnt er an Selbstvertrauen und bewahrt jetzt seinen gelegentlich unbesonnen agierenden Chef vor einigen, aber nicht allen Fehlern. Das Team Covaci und Wolf ergänzt sich hervorragend und arbeitet gut zusammen. Trotzdem gehen die Ermittlungen nur zäh voran. Mit Unterstützung der bewährten Teammitglieder Susanne und Manu, sowie der kompetenten Rechtsmedizinerin Dr. Dunkel, können die Ermittler Hintergrundmaterial sammeln und das Hotelpersonal sowie die Gäste durchleuchten. Den ersten Durchbruch verzeichnet Fabiu.

Nele Bruun schreibt flüssig und bildhaft. Schnell kann sich der Leser ein Bild von Sylt und seinen Gegebenheiten machen. Trotz der fordernden Ermittlungsarbeit kommt der Humor nicht zu kurz, der sich nicht auf den Flachwitzwettstreit zwischen Manu und Carsten beschränkt. Die Stimmung im Team ist gut.

Das Motiv ist bei diesem Fall nicht offensichtlich und es kostet die Kommissare einiges an Arbeit, Mühe und Intuition, um den auslösenden Impuls für die Morde aufzudecken. Deshalb und dank einiger Wendungen hält die Spannung an und macht das Miträtseln Spaß. Am Ende werden alle Fragen beantwortet und der Fall ist gelöst.

Mir hat der Ausflug nach Kiel und Sylt wieder viel Spaß gemacht. Vielleicht hätten ein paar Verdächtige mehr der Spannung gut getan, aber letztendlich war der neue Einsatz von Wolf & Covaci wieder sehr unterhaltsam. Nicht zuletzt weil die Chemie in diesem Team einfach stimmt. Ich schätze das toughe Ermittlerduo samt Flachwitzen und den wiederkehrenden Diskussionen, welche Vorgehensweise legal ist. Vielleicht besinnt sich auch noch Sandalen-Stefan und mutiert zu einem angenehmen Kollegen für Fabiu?

Ein Flachwitz von Manu am Ende muss noch sein: Wie heißt der Bruder vom Werwolf? Na?

Von mir bekommen Covaci & Wolf 4,5 Sterne und beim nächsten Fall bin ich mit Sicherheit wieder dabei. Auf welche Insel nach Föhr, Sylt und Baltrum uns Nele Bruun wohl das nächste Mal schicken wird?

Manus Auflösung? Warumwolf!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Mord im Ferienparadies

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
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Markus Fischer wagt den totalen Neubeginn. Frisch geschieden, hängt er seinen Job als Kriminalhauptkommissar an den Nagel und verlässt Deutschland. Ein fetter Lottogewinn macht es möglich. Als seine neue ...

Markus Fischer wagt den totalen Neubeginn. Frisch geschieden, hängt er seinen Job als Kriminalhauptkommissar an den Nagel und verlässt Deutschland. Ein fetter Lottogewinn macht es möglich. Als seine neue Heimat wählt er Gran Canaria. Nach sechs Monaten Auszeit hat er Freunde gewonnen und sich gut eingelebt. Da schwimmt morgens eine Leiche im Pool seiner Wohnanlage. Frederico, der Sohn der Besitzerin der Ferienhäuser, wird als dringend tatverdächtig festgenommen. Aber ist er wirklich ein Mörder?

„Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ ist der Auftaktband zu Daniel Veranos neuer Krimiserie „Der Gran-Canaria-Mordclub ermittelt“.

Der Autor hat einen unterhaltsamen Sommerkrimi mit leichter Hand geschrieben. Er lässt die Ferieninsel vor dem inneren Auge seiner Leser so anschaulich erstehen, dass die Sonne auf der Haut zu spüren ist und der spezielle Duft des Meeres in der Luft liegt. Seine Protagonisten hat Daniel Verano glaubwürdig gezeichnet. Da sind Markus, der ehemalige Polizist, den sein Lottogewinn vor dem Burnout rettet und der trotz bester Vorsätze gleich wieder in die Rolle des Ermittlers rutscht, Petra, die Meisterdetektivin, die eher das Cluedo-Spielbrett fallen lässt, als eine Niederlage zu akzeptieren, Andreas, der joviale Bademeister im zu engen roten Baywatch-Höschen und Marianne, auch "Speedy Mary" genannt, mit dem grünen Gürtel in Karate, die immer ein paar Kabelbinder zur Hand hat. Sie sind eine diverse, aber harmonische Gemeinschaft, die nicht nur ihre Leidenschaft fürs Detektiv spielen, ob bei Cluedo oder im realen Leben, verbindet.

Mir hat der Krimi gut gefallen. Ambiente, Setting und Atmosphäre sind hervorragend beschrieben. Die Chemie im Team stimmt und die vier Freunde ergänzen sich gut. Manchmal waren mir die Ortsbeschreibungen ein wenig zu ausführlich, dafür hat mich das leckere Essen entschädigt. Insgesamt bekommt man Lust auf eine Stippvisite nach Gran Canaria. Das Tatmotiv fand ich einigermaßen seltsam, aber der Mord erfolgte aus mehreren Gründen. Zuletzt wird das Verbrechen dank der tatkräftigen Hilfe unserer Freunde restlos aufgeklärt und die nächste Party kann steigen.

Der Krimi endet mit mehreren kleinen Cliffhanger. Was hat Marianne früher gemacht? Polizei, Security, Detektei oder Justizangestellte? Was ist mit ihren Söhnen los? Wie geht es mit Markus und Eva weiter? Outet sich „unser Held“ als Expolizist oder lädt er seinen früheren Kollegen, der so lustiges Südhessisch spricht, wieder aus?

Fragen über Fragen, die hoffentlich in „Inspector Pescadores und der Mord im Mandeldorf“, dem zweiten Fall des Gran-Canaria-Mordclubs, beantwortet werden.

Von mir gibt es gute vier Sterne und eine Leseempfehlung an alle Fans leichter, eher unblutiger Sommerkrimis in traumhafter Umgebung.

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