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Veröffentlicht am 13.10.2025

Nichts ist, wie es scheint

Der Wortschatz des Todes
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Als Konstantin seine Schwester, die Privatdetektivin Irina, um Hilfe für seinen Freund Oleksi bittet, ahnt diese nicht, worauf sie sich einlässt. Der Versuch, die Unschuld des jungen Ukrainers zu beweisen, ...

Als Konstantin seine Schwester, die Privatdetektivin Irina, um Hilfe für seinen Freund Oleksi bittet, ahnt diese nicht, worauf sie sich einlässt. Der Versuch, die Unschuld des jungen Ukrainers zu beweisen, der einen Mord gestanden hat, löst eine rasante Kette von Ereignissen aus, die Irina schließlich in Lebensgefahr bringt. Mit „Wortschatz des Todes“ hat Martin von Arndt den spannenden Auftakt seiner neuen Reihe mit der ehemaligen BKA-Ermittlerin Irina geschrieben. Mich hat der aktuelle Polit-Thriller schnell in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite gefesselt.

Irina Starilenko war Ermittlerin beim BKA, hat aber diesen Job inzwischen an den Nagel gehängt. Künftig will sie ihre Brötchen als Wirtschaftsdetektivin verdienen. Als ihr kleiner Bruder mal wieder in der Klemme steckt, ist sie wenig begeistert. Doch Konstantin kann Irina überreden, seinem Freund zu helfen, weiß er doch mit absoluter Sicherheit, dass Oleksi unschuldig ist. Zur Tatzeit des Mordes hat er gemeinsam mit ihm einen Brandanschlag auf das leere Haus einer rechtsradikalen Gruppe verübt. Da Konstantin aber noch auf Bewährung ist, kann er keine Zeugenaussage machen. Irina trifft mit Oleksis Pflichtverteidiger eine Übereinkunft und beginnt zu ermitteln.

Irina wirkt trotz ihres ausgeprägten Familiensinns wie eine einsame Wölfin, die taff und unbeirrbar ihren Weg geht. Schon der früh verstorbene Vater hat ihre Stärke gesehen und ihr die Verantwortung für Mutter und jüngeren Bruder übertragen. Irina ist mutig, intelligent und hat sich ein Netzwerk aus nützlichen Kontakten geschaffen. Auch die anderen Charaktere wirken authentisch. Der eher leichtsinnige Konstantin, der sich treiben lässt, aber in entscheidenden Momenten durchaus Verantwortung übernimmt. Der ambitionierte Anwalt Julian Bergmann, der sich für Oleksi einsetzt und der sehr gut mit Irina zusammenarbeitet. Oleksi, der innerlich zerrissene Ukrainer, hat schon viel erlebt. Falsch verstandene Loyalität veranlasst ihn zu einer folgenschweren Falschaussage.

Martin von Arndts Sprache ist flüssig, direkt, schnörkellos. Manchmal blitzt ein Funken Humor darin auf. Die gute Recherche des Autors vermittelt historische Fakten zur Vorgeschichte des Ukraine-Krieges. Stichworte wie Tschernobyl, Maidan, Holodomor, Asow, wären hier zu nennen. Nicht zu vergessen das hitzige Streitgespräch zwischen Irina und Laura, in dem die Argumente beider Kriegsparteien zur Sprache kommen. Die Fülle an Information stoppte immer wieder meinen Lesefluss, weil ich selbst recherchieren wollte. Das ist eine spannende Art, einen Thriller zu lesen, finde ich.

„Wortschatz des Todes“ ist ein temporeicher Polit-Thriller, der bis zur letzten Seite spannend bleibt und mich gefesselt hat. Der Showdown war etwas zu knapp, da haben mir ein paar Seiten gefehlt. Doch der Fall wird logisch aufgeklärt und alle meine Fragen sind beantwortet. Von mir bekommt der Thriller 4, 5 von 5 Sternen. Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Irina und meinem persönlichen Favoriten Shun.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Was ist los im Himmelreich?

Entführung im Himmelreich
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Björn Kupernikus und Hundedame Pinguin haben sich gut in die Campergemeinschaft des „Himmelreichs“ eingelebt. Als plötzlich Bäckermeister Mauske verschwindet, haben der Amateurdetektiv und seine Freundin ...

Björn Kupernikus und Hundedame Pinguin haben sich gut in die Campergemeinschaft des „Himmelreichs“ eingelebt. Als plötzlich Bäckermeister Mauske verschwindet, haben der Amateurdetektiv und seine Freundin Annabelle einen neuen Fall.
Mit „Entführung im Himmelreich“ geht die Cosy Crime-Reihe von Andreas Winkelmann in die zweite Runde. Mich hat auch das neue Abenteuer gut unterhalten, obwohl mir dieses Mal ein klein wenig die Spannung gefehlt hat.

Im „Himmelreich“ fällt das gemütliche Frühstück aus, da Bäcker Mauske nicht wie gewohnt leckere Brötchen geliefert hat. Auf dem Weg zu Freundin Annabelle entdeckt Kupernikus den verlassenen Bäckerwagen mitten im Wald - von Mauske keine Spur. Nur seine Schuhe stehen verlassen am Ufer des Schwielowsees.

Mord, Entführung oder Suizid? Kommissar Fass fühlt sich einmal mehr überfordert. Gerade noch hat ihm seine Freundin, die taffe Rechtsmedizinerin Dr. Sabrina Petrich, Unterricht im Stand-up-Paddling gegeben. Jetzt sieht er sich mit einem neuen kniffeligen Fall konfrontiert. Während der Kommissar noch den möglichen Tatort inspiziert, rast ein Streifenwagen Richtung „Himmelreich“. Eine der Camperinnen wurde auf ihrem Hausboot überfallen. Platzeigner Roger Groß und die Dauercamper mögen Björn, doch sie erinnern sich, dass es vor seiner Ankunft deutlich ruhiger im „Himmelreich“ zuging.

Es ist wie heimkommen. Kaum zaubert Kaffee-Sommelier Björn ein spektakuläres Heißgetränk, dass er mit Annabelle genießt, geht es auch schon los mit den drei Fragen, die die Ermittlung vorantreiben sollen. Im Fall des verschwundenen Bäckers gibt es einige Verdächtige und bald auch einen Toten ...

Der Mikrokosmos Campingplatz nebst ländlicher Umgebung bildet den passenden Rahmen für unsere Hobbydetektive. Neben dem verhinderten „Tatort“-Kommissar Kupernikus, der jetzt nachholt, was ihm als Schauspieler verwehrt blieb, und seinem Dr. Watson, Annabelle, die unglaubliche Dinge weiß und vorzüglich kochen kann, überzeugen auch die anderen Charaktere wie Roger Groß und seine vorwitzige Tochter Henriette, oder die taffe Rechtsmedizinerin Sabrina Petrich. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Kommissar Edgar Fass. Er hat zwar sein Ziel erreicht und Sabrina erobert, aber dieser Erfolg setzt ihn so sehr unter Druck, dass Mutter Fass eingreift. Sie versucht ihren Sohn mit obskuren Nahrungsmitteln zu unterstützen.

Neben Schauplatz und Protagonisten gefallen mir der flüssige, direkte Schreibstil und der Humor des Autors. Der etwas tollpatschige und unsichere Kommissar wird öfters zur Zielscheibe. Sei es Pinguin, die knurrt, sobald sie seinen Namen hört oder Annabelle, die sich über die Kleidsamkeit von Neoprenanzügen auslässt. Aber auch die Esoterikszene bekommt ihr Fett weg.

In einem amüsanten Showdown während der Halloween-Party im „Himmelreich“ wird der Fall logisch aufgeklärt und der Frieden auf dem Campingplatz und den angrenzenden Ortschaften wieder hergestellt.

Ich habe Interessantes über natürliche psychotrope Substanzen erfahren und mein Wissen bezüglich Horrorfilmklassiker der letzten Jahrzehnte aufgefrischt. Beim hoffentlich nächsten Fall werde ich wieder dabei sein und das Ermittlerteam unterstützen.

Von mir gibt es 4,5 Sterne. Fans von Cosy und Camping-Krimis werden bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Suspekt, äußerst suspekt ...

Mord im Himmelreich
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... findet Björn Kupernikus den Tod eines unbekannten Stand-up-Paddlers im Templiner See. An einen Unfall, wie die Polizei, mag er nicht glauben. Und so fängt alles an:

Seinen Campingurlaub ...

... findet Björn Kupernikus den Tod eines unbekannten Stand-up-Paddlers im Templiner See. An einen Unfall, wie die Polizei, mag er nicht glauben. Und so fängt alles an:

Seinen Campingurlaub im "Himmelreich" hat sich Björn Kupernikus anders vorgestellt. Gleich an seinem ersten Ferientag rettet er noch vor dem Frühstück einen kleinen Hund, findet eine Leiche und lernt die charmante Künstlerin Annabelle kennen. Eine Vernehmung durch den überforderten Ermittler Edgar Fass schließt diese turbulenten Stunden ab. Da Kupernikus schon immer mal als „Tatort“- Kommissar ermitteln wollte, ist seine kriminalistische Neugier geweckt. Als die polizeilichen Ermittlungen stagnieren, beschließen er und seine neue Freundin die Kriminalbeamten zu unterstützen. Werden sie den Killer entlarven?

Bestsellerautor Andreas Winkelmann wagt sich nach zahlreichen spannenden Thrillern zum ersten Mal ins Cosy-Crime-Genre. Als begeisterte Leserin seiner Bücher, war ich gespannt, wie sich der Autor auf dem neuen Terrain schlägt.

Björn Kupernikus, ein ehemaliger Schauspieler spezialisiert auf Nebenrollen, kommt mit seinem betagten Wohnmobil Otto auf den Campingplatz Himmelreich. Obwohl er Zweifel an seiner Kondition hegt, eilt er Annabelle sofort zu Hilfe, um den kleinen Hund mitten auf dem See zu retten. Auch sonst hat er das Herz am rechten Fleck, liebt guten Kaffee und genießt sein Leben. In der Künstlerin Annabelle findet er eine gute Freundin, die unkonventionell ist und erstaunliche Dinge weiß. Zusammen ergeben sie ein ziemlich taffes Ermittlerteam, das die kleine Hündin Pinguin komplettiert.

Der Mikrokosmos Campingplatz spielt in diesem Krimi eine wichtige Rolle. Ob Platzkönig Kolki, Eigner Roger Gross und sein altkluges Töchterchen Henriette oder der vielseitig begabte Thiago, sie alle tragen zur speziellen Atmosphäre dieses Ortes bei. Der Autor hat seine Charaktere auch in den Nebenrollen individuell ausgestattet, egal ob sie Dialekt sprechen, Latzhosen tragen oder eine Bürgerwehr befehligen. Ich hatte schnell das Gefühl, jeden einzelnen zu kennen und fühlte mich im Himmelreich rasch heimisch. Dabei bin ich gar keine Camperin. „Mord im Himmelreich“ entpuppt sich als unterhaltsamer Wohlfühlkrimi, wofür der leise Humor und die anschauliche Sprache des Autors sorgen. Während des Lesens musste ich oft schmunzeln, wozu unter anderem die„David-Hasselhoff-Gedenkbadehose“, (rot), beitrug. Trotzdem wird der Krimi an keiner Stelle seicht oder albern. Auch die Spannung wird nicht vernachlässigt. Dazu tragen die Kapitel aus der Sicht des „Beobachters“ entscheidend bei und einige überraschende Wendungen. Bis zuletzt wusste ich nicht, wer den Paddler ermordet hat. Auch das von mir vermutete Motiv erwies sich nur als mittelbar zutreffend.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es mit Kaffee-Sommelier Björn, Künstlerfreundin Annabelle und der kleinen Pinguin weitergeht. Der Autor verrät erfreulicherweise im Nachwort, dass er bereits am zweiten Fall des Himmelreichteams schreibt. Dieses Mal müssen wir uns um den Bäckermeister sorgen.

Mein Fazit: Yes, he can! Andreas Winkelmann kann auch Cosy Crime. Ich wurde bestens unterhalten. Für mich als Leser war jederzeit spürbar, dass dieses Buch sorgfältig recherchiert und mit Liebe zum Detail geschrieben wurde. Die leckeren Rezepte am Buchende, das bunte, fröhliche Cover und der Auftritt realer Personen runden das Gesamtwerk ab. „Mord im Himmelreich“ erhält von mir 5 von 5 möglichen Sternen. Für Freunde des Genres ein absolutes Muss!

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Die Vergangenheit ruht nicht

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
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Polizeihauptkommissarin Hannah Bülow steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Vor neun Monaten hat sie ihren Mann durch einen Unfall verloren. Da ihre Töchter längst flügge sind und sie in Münster alles ...

Polizeihauptkommissarin Hannah Bülow steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Vor neun Monaten hat sie ihren Mann durch einen Unfall verloren. Da ihre Töchter längst flügge sind und sie in Münster alles an den toten Malte erinnert, hat Hannah das Jobangebot ihrer Freundin Constanze angenommen. Künftig wird sie in der Polizeiwache Ostersande als Dienstgruppenleiterin arbeiten. Kurz nach ihrer Ankunft wird ein Toter aufgefunden. Wurde er ermordet oder ist er Opfer eines Unfalls?
Nach etwas langatmigem Beginn gewinnt der Krimi allmählich an Fahrt. Bald konnte mich die Geschichte packen und mit Hannah auf eine spannende Tätersuche schicken.

Jan F. Wielpütz hat den Auftaktband seiner neuen Ostsee-Krimireihe nach Grundidee und Konzept der 2020 verstorbenen Autorin Nina Ohlandt realisiert.

Hannah startet in Ostersande mit einem Knöllchen und trifft dabei ihren Jugendfreund Philip wieder. Ihr Vater Uwe empfängt seine Tochter wenig begeistert. Infolge eines großen Unglücks hat Hannah ihren Heimatort vor 32 Jahren verlassen. Der Unfall hat damals ihr Verhältnis zum Vater beschädigt und dabei ist es bis heute geblieben. Zudem befürchtet Uwe, dass ihn seine Tochter kontrollieren und bevormunden will. In Hannah weckt die Rückkehr verdrängte Schuldgefühle und Zweifel an ihrer Entscheidung. Wird sie die Vergangenheit hier wieder einholen? Ein verdächtiger Todesfall beendet diese Grübelei und ruft sie zurück an die Arbeit. Der Tote ist ausgerechnet Philip Langmar, ihr Jugendfreund, der als Psychotherapeut in der angesehenen Klinik Ostersande-Wismar arbeitete. Ist er unglücklich gestürzt oder wurde er ermordet? Hannah wird von ihrer Chefin Constanze als Kontaktperson für die Kripo Wismar ausgewählt. Gemeinsam mit Hauptkommissar Grewe und seiner Kollegin Mara Steyn, versucht sie die Umstände, die zu Philips Tod führten, aufzuklären. Trotz verschiedener Spuren erscheint bald klar, dass die Geschehnisse der Vergangenheit eine wichtige Rolle für den Fall spielen könnten.

Hannah mit ihrer direkten Art war mir bald sympathisch. Anfangs konnte ich nicht verstehen, was sie nach Ostersande zurückgeführt hat, aber Uwes Situation hat das erklärt. Auch die anderen Charaktere überzeugen. Ob der von privaten Problemen leicht überforderte Greve, die forsche Mara, Philips charmanter Kollege Henry oder der auf seine Unabhängigkeit bedachte Uwe, sie alle wirken authentisch. Die Sprache des Autors ist flüssig und direkt. Die Region fand ich anschaulich beschrieben, ebenso Hannahs Heimatort, wo zeitweise der Tourismus dominiert und wo die Umweltschützer oft einen schweren Stand haben.

Trotz der übersichtlichen Zahl an Verdächtigen habe ich lange gerätselt und war mir bis zum Schluss nicht über das Tatmotiv im Klaren. Der Autor schafft es mühelos, die Spannung mithilfe von überraschenden Wendungen bis zum Schluss hochzuhalten. Ein besonders kluger Schachzug war der rätselhafte Prolog, der mich lange grübeln ließ. Die Zusammenarbeit zwischen der Kripo Wismar und der Polizeiwache Ostersande schien mir nicht immer realistisch zu sein. Aber das habe ich als literarische Freiheit akzeptiert. Zuletzt wird der Fall überzeugend aufgeklärt und alle offenen Fragen beantwortet. Am Buchende kündigt eine gerade aufgefundene Leiche Hannahs nächsten Fall an. Ich werde bei den Ermittlungen wieder dabei sein und hoffe, dass die Wismarer Kripo dann wieder zum Team gehört.

Für den Auftaktband der neuen Ostsee-Krimireihe, der mich überzeugen konnte, vergebe ich 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle Fans dieses Genres.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.09.2025

Bombenalarm - Nik Pohl ermittelt wieder

Die unversöhnliche Vergangenheit
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Eine unbekannte Frau erzwingt sich den Zugang zur Münchner Staatsanwaltschaft mittels einer Bombe. Sie fordert die Wiederaufnahme eines seit Jahren abgeschlossenen Falls. Doch bevor die zuständigen Personen ...

Eine unbekannte Frau erzwingt sich den Zugang zur Münchner Staatsanwaltschaft mittels einer Bombe. Sie fordert die Wiederaufnahme eines seit Jahren abgeschlossenen Falls. Doch bevor die zuständigen Personen die Verhandlungen überhaupt aufnehmen können, explodiert der Sprengsatz. Die Kripo steht vor einem Rätsel und Nik Pohl fallen ein paar Ungereimtheiten auf, die ihn veranlassen zu ermitteln. Auch der 7. Fall des unangepassten Privatermittlers erweist sich als spannend, doch der aufregende Plot hält nicht ganz, was er verspricht.

Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Warum verlangt eine bis dahin unbescholtene Frau die Wiederaufnahme eines Verfahrens, das seit 12 Jahren abgeschlossen ist? Der Verurteilte ist vor 5 Jahren gestorben und anscheinend besteht keinerlei Verbindung zwischen ihm und der Frau. Und warum sprengt sie sich in die Luft, bevor die Verhandlungen begonnen haben? Die Polizei kann sich darauf keinen Reim machen, die Medien rasten wie immer aus und Nik Pohl beginnt zu ermitteln, da er ahnt, dass viel mehr hinter dem vermeintlichen Anschlag steckt.

Das Team bestehend aus Nik, Balthasar mit Kara und Jon ist sich einig, dass hier etwas ganz und gar nicht passt. Die Kripo kommt zum selben Schluss. Dieses Mal sind sogar der Privatdetektiv und sein ungeliebter ehemaliger Chef, Hauptkommissar Naumann von der Kripo München, einer Meinung und das ermöglicht eine lose Zusammenarbeit. Jon und Nik finden heraus, dass jemand einen beträchtlichen Aufwand betreibt, um an vergleichsweise harmlose Daten zu kommen. Bald gibt es die nächste Tote, die ebenso ein Zufallsopfer zu sein scheint wie die erste Ermordete. Nik kommt einem unglaublichen Plan auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn des Killers beste Chance sein eigentliches Ziel zu erledigen führt über Nik.

Die Sprache ist gewohnt flüssig und präzise. Niks Team, der schrullige Pathologe Balthasar und der fähige Computernerd Jon, helfen dem Privatdetektiv ein unglaubliches Komplott aufzudecken und der Kripo auf die Sprünge zu helfen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass sich der unkonventionelle Nik nicht immer an die Regeln hält und oft auf verschlungenen Wegen ermittelt. Sein Instinkt und das Wissen seiner beiden Freunde helfen ihm, überraschende Ergebnisse zu erzielen.

Von Beginn an war ich begeistert von Niks 7. Fall und mochte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Der Plot ist hervorragend und der Fall entwickelte sich spannend und mit einigen Wendungen. Aber im letzten Drittel des Buches als die Person, die hinter allem steckt, sich an Nik heranmacht und ihn zu benutzen versucht, kippt der Krimi. Die Spannung lässt nach, die Logik ebenso. Es erschien mir nicht stimmig, dass diese Person das Superhirn sein soll, dass sich den genialen Plan ausgedacht hat und ihn knallhart ohne Rücksicht auf Verluste umsetzt. Denn jetzt machte sie plötzlich Fehler. Zuletzt wird der Fall logisch aufgeklärt und Nik glänzt einmal mehr, aber es wäre noch mehr drin gewesen. So ist „Die unversöhnliche Vergangenheit“ ein spannender und guter, aber kein herausragender Krimi.

Ich wurde gut unterhalten und vergebe am Ende des Buches vier Sterne, Ende des zweiten Drittels wäre es noch die volle Punktzahl gewesen.

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