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Veröffentlicht am 31.01.2026

Lebensgeschichten der herausfordernden Art

Wo das Schweigen wohnt
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Dieses Buch von Lea Söhner ist so berührend, brutal und voller Liebe, das muss man einfach gelesen haben. Gerade die Generation, die jetzt heranwächst, weiß kaum noch etwas von den unwürdigen, brutalen ...

Dieses Buch von Lea Söhner ist so berührend, brutal und voller Liebe, das muss man einfach gelesen haben. Gerade die Generation, die jetzt heranwächst, weiß kaum noch etwas von den unwürdigen, brutalen Seiten des zweiten Weltkrieges und was dies mit und aus den Menschen gemacht hat, die betroffen waren. Freund und Feind hatten Jahrzehnte danach mit den Traumata zu kämpfen, egal ob sie jemandem etwas angetan haben oder ihnen etwas angetan wurde.

Das Buch beschreibt über mehrere Generationen, wie sich das anfühlt, wenn man geliebt werden möchte, es aber nicht zeigen kann und umgekehrt. Da kommen oft recht unschöne Seiten ans Tageslicht. Schon der Titel sagt vieles aus, denn man muss unbedingt reden, je früher, desto besser.

Die Handlung zieht sich von 1944, das Jahr, in dem der Vater der Protagonistin Margarethe von Lortz, wie sie damals hieß, standrechtlich erschossen wurde. Danach war die Welt eine andere. Auch die Mutter wurde abgeholt, sie und ihre Geschwister sahen sie nie wieder.

Danach die Vertreibung, die Flucht, die sie nach Königsberg führte, wo sie nach und nach auch ihre Geschwister verlor. Die Engländer und die Russen ließen keinen Stein auf dem anderen, aber auch die Menschlichkeit kam zum Zug. Margarethe und ihre damals noch lebenden Schwestern, der Bruder war mit einer Hausangestellten eigene Wege gegangen, wurden ausgerechnet von einem Deutschrussen, einem Bär von Mann, aus einem brennenden versperrten Haus gerettet. Auch das hat es gegeben.

Vieles ist inzwischen passiert, dann trifft sie ihn wieder.

Im Jahr 2013 im Schwarzwald endet die Geschichte- vorerst. Mit dem Selbstmord Margret Rasmussens, so nennt sie sich .

Und da erfährt ihre Tochter Alma, die bis dahin gedacht hatte, sie sei das einzige Kind, dass sie einen Bruder hat. Und nicht nur dieses Geheimnis wird gelüftet, man beginnt endlich, miteinander zu sprechen, was jedem einzelnen schwer fällt, aber der Tod Margrets löst so manche Bremse.

So einfühlsam und doch sehr herausfordernd , beinahe trocken erzählt die Autorin diese Geschichte, die fast nicht auszuhalten scheint, und doch liest man fasziniert weiter.

Wo das Schweigen wohnt, hat im Buch die Musikalität aller viel dazu beigetragen, dass nun auch Worte und Sätze, ja ganze Lebensbeichten hervorkommen.

Ein sehr lesenswertes Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Auch eine Triggerwarnung am Ende des Buches ist zu erwähnen.

Auch das Cover hat Aussagekraft.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Benni setzt sich durch

Bennis Weg zur Inklusion / Mord kann nicht jeder. Ein Kriminalfall mit Handicap aus Tutzing
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Die Autorin Maria M. Koch, eine extrem vielschichtige Frau, schreibt in ihrem Roman, wie es Behinderten und nicht behinderten geht, wenn sie miteinander kommunizieren, oder auch nicht.

Benni hat in seiner ...

Die Autorin Maria M. Koch, eine extrem vielschichtige Frau, schreibt in ihrem Roman, wie es Behinderten und nicht behinderten geht, wenn sie miteinander kommunizieren, oder auch nicht.

Benni hat in seiner Arbeitsstelle Probleme mit einer Kollegin, aber die hat selbst mehr als genug davon, es kommt aber zwischen den beiden nicht zu einer Kommunikation. Benni will sich einen neuen Wirkungskreis suchen, dafür fährt er auf Einladung der Freundin seines Bruders Leander mit Amy und Ihm nach Tutzing. Dort will er beim König, einem Geschäftsmann, der selten in Bayern, aber oft in Thailand ist, vorstellig werden.

Das geht aber schief und nun hat Benni vorerst keinen Arbeitsplatz.

Und dann verschwindet Amys Mutter, weil sie auf eine Hausangestellte, mit der sich ihr Mann stark beschäftigt, eifersüchtig ist. Sie nimmt auch seine Hündin Bella mit, um ihn unter Druck zu setzen. Aber Bella wird getötet und nun hat sie ein Problem. Ihr Mann fragt sich allerdings auch schon, wo sie hin ist.

Benni ist also als Hausgast mitten in ein eheliches Drama geraten. Aber er will helfen und manöveriert sich dabei in eine unangenehme Lage. Denn Bella wird gefunden, Maja, Amys Mutter aber nicht. Da wird Benni sogar verdächtigt, etwas angestellt zu haben, was zwar nicht stimmt, aber er kann es nicht beweisen.

Wie komplex die Gedanken eines Behinderten sind, der sich aber keine Namen merken kann, auch kann er weder lesen noch schreiben, darüber macht man sich meistens gar keine Gedanken.

Das Buch führt aber auf behutsame und berührende Weise den Leser so weit, zumindest einmal darüber nach zu denken, mit welchen Schwierigkeiten ein behinderter Mensch oft zu kämpfen hat, welche Missverständnisse da entstehen und wie schwierig es ist, diese auszuräumen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, auch gut als Geschenk ( zum Nachdenken geeignet..

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Erinnerungen

Halber Stein
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Es gibt Bücher, die einen sofort fesseln, ohne dass etwas Spektakuläres, wie Mord oder Totschlag, große Liebe oder Betrug passieren.
Das Buch von Iris Wolff ist genau so eines.
Die junge Sine ...

Es gibt Bücher, die einen sofort fesseln, ohne dass etwas Spektakuläres, wie Mord oder Totschlag, große Liebe oder Betrug passieren.
Das Buch von Iris Wolff ist genau so eines.
Die junge Sine fährt mit ihrem Vater nach Siebenbürgen, weil Agneta, Sines Oma verstorben war.
Und obwohl sie sich oft und erfolgreich geweigert hatte, mit ihrem Vater in den vergangenen Jahren zu besuchen, kann sie sich vor Erinnerungen an Gespräche, Gerüche und Geräusche kaum retten. Auch Julian, der Gespiele aus Kindertagen, inzwischen ein junger Mann, ist sofort wieder präsent, sie macht mit ihm Ausflüge in die nähere Umgebung und findet jedes Mal etwas, das sie an was auch immer, erinnert.
Auch im Haus finden sich Punkte und Stellen, die ihr damals wichtig waren, als sie mit den Eltern noch dort gelebt hatte.
Freundinnen ihrer Oma kommen, um zu kondolieren und alle helfen zusammen, damit das Begräbnis ein würdiger Abschied wird, Sine ist überrascht über den intensiven Zusammenhalt im Dorf, obwohl so viele die Auswanderung vorgezogen haben, aber, wer geblieben ist, war nun da und half mit. Gespräche mit dem Pfarrer und Nachbarn offenbarten ihr eine Wahrheit über das Völkchen der Siebenbürger, die sie so nie wahrgenommen hatte.
Das Buch ist wirklich sehr berührend und interessant geschrieben und sehr lesenswert.
Das Cover und der Titel erklären sich beim Lesen von selbst.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Die Hütte

Ruf der Leere
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Dieser Roman von Daniel Alvarenga ist verstörend.
Er handelt von einem jungen Mann, Felix, der jung seine Mutter verloren hat, als diese seine Schwester gebar. Der Vater, ein Wissenschaftler ...

Dieser Roman von Daniel Alvarenga ist verstörend.
Er handelt von einem jungen Mann, Felix, der jung seine Mutter verloren hat, als diese seine Schwester gebar. Der Vater, ein Wissenschaftler durch und durch, hat nie wirklich den Durchbruch zu seinen Kindern geschafft, dafür ist genügend Geld vorhanden, um Bedürfnisse zu stillen. Felix hat einen Freund, Ben, der für ein Semester nach Australien gegangen ist und nun plant Felix eine Willkommensfeier für Ben, denn er kommt ja wieder zurück.
Am Flughafen stellt sich heraus, dass Ben nicht alleine zurückgekommen ist, in seinem Schlepptau befindet sich Bill.
Auch zu Hause war zuvor bereits Feuer am Dach, denn Felix Vater wollte unbedingt sofort etwas klären. Da war nämlich noch etwas, Felix hat sein Studium geschmissen, der Grund dafür ist Laura, eine Studien-und Seminarkollegin, mit der er befreundet war. War!
Felix meint, ein Meister darin zu sein, andere manipulieren zu können.
Und nun läuft alles völlig anders, als er dies geplant hatte.
Und zu allem Überfluß taucht seine Schwester ebenfalls in der Hütte auf, mit einem alten eigenartigen Mann, der die jugendliche Gesellschaft auffordert, einen auszusuchen, der diesen Abend überlebt.
Wer ist das? Was will er? Warum gerade Felix Party?
Denn Felix Vater ahnt bereits Schlimmes und macht sich auch auf den Weg.

Das Cover läßt eigentlich nichts Gutes ahnen.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Schöne, dekadente Welt der Reichen

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Angesiedelt im Jahr 1872 schreibt die bekannte Autorin historischer Romane, Angela Marina Reinhardt, diesmal über die Welt der Reichen und auch der Armen im aufkommenden Kurort Meran.

Dort spielt sich ...

Angesiedelt im Jahr 1872 schreibt die bekannte Autorin historischer Romane, Angela Marina Reinhardt, diesmal über die Welt der Reichen und auch der Armen im aufkommenden Kurort Meran.

Dort spielt sich sowohl der Heirats- und Vermittlungsmarkt der Reichen aus vielen Ländern, als auch der von ihnen meist ignorierte Kampf ums Überleben der dort Dienenden, oft genug noch Kinder, ab.

Wobei nicht alle wegschauen, manche versuchen sogar zu helfen.

Insgesamt aber sind in der Mehrheit heiratsfähige junge Damen und Herren sowie die dazugehörigen Mütter und Tanten anzutreffen, selten die Väter. Da wird gejagt, getanzt, geflirtet, vermittelt, gearbeitet und gestorben.

Man sieht sich, man kennt sich, man weiß übereinander, alles ist überschaubar und mehrere Schicksale sind stellvertretend für viele, gut beschrieben und in die Handlung eingebettet.

Nicht jeder weiß, dass in der Gegend von Salurn sowohl Baumwolle als auch Seide produziert wurde, hauptsächlich von Frauen und Kindern, unter unmenschlichen Bedingungen, was sich auf die Sterblichkeitsrate natürlich auswirkte.

Aber im Roman geht es auch um etwas sehr menschliches, ein junger korsischer Adeliger, der Vicomte Jean Alexis de Benedetti, der den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 knapp überlebt hat und seither mentale Probleme mit morphinhältigen Substanzen bekämpft.

Er bekommt Hilfe vom eben zugereisten mosaischen Arzt Dr. Hirsch, der sich mit der neu in Mode gekommenen Behandlung der Seele zugewandt hat, nicht unbedingt zur Freude der Ärzteschaft vor Ort, aber geduldet.

Benedetti hat vor dem Krieg etwas getan, das ihm auch heute noch aufs Gemüt drückt und will es bei seinem Aufenthalt in Meran wieder gut machen.

Im Anhang ist sowohl eine komplette Personenliste als auch ein gut gelistetes Glossar zu finden, was ich sehr hilfreich einstufe.

Insgesamt sehe ich den Roman als sehr gut gelungen und besonders unterhaltsam an, ein Markenzeichen der Autorin.

Auch das Cover sieht sehr schön aus und passt zum Inhalt.

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