Profilbild von oneveganbooknerd

oneveganbooknerd

Lesejury Star
offline

oneveganbooknerd ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit oneveganbooknerd über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2023

Schmales Buch, tiefe Gefühle

Das Liebespaar des Jahrhunderts
0

"In was verwandelt man sich, wenn der andere aufhört, einen zu lieben? Verwandelt man sich in sich selbst zurück? Ist man, wenn man aus einer Liebesbeziehung entlassen wird, noch immer der Mensch, in den ...

"In was verwandelt man sich, wenn der andere aufhört, einen zu lieben? Verwandelt man sich in sich selbst zurück? Ist man, wenn man aus einer Liebesbeziehung entlassen wird, noch immer der Mensch, in den der andere sich einst verliebt hat?" (S 76)
In diesem leisen Roman von Julia Schon drehen sich die Gedanken und Erzählungen einer Frau um jede noch so kleine Einzelheit der Liebe. Die namenlose Protagonistin möchte ihren Mann verlassen und erzählt die Geschichte ihrer Liebe, vom Anfang bis zu ihrem scheinbaren Ende. Dabei setzt sie sich stark mit ihrem Selbstbild auseinander (s.o.) und analysiert sich und ihren Mann gnadenlos.
Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein so intimes Buch gelesen habe. Und obwohl es eine fiktive Erzählung ist, schwang teilweise eine, mir manchmal etwas unangenehme, voyeuristische Grundstimmung mit. Die starke Reflektion der Protagonistin schwappt schnell auf die Leserinnen über und es ist schwer, als solche nicht in eine be- bzw. verurteilende Position zu fallen. Auch, wenn mir die Überlegungen der Frau sehr gefallen haben, war mir der teilweise stark vorwurfsvolle Ton gegenüber ihrem Mann etwas unangenehm. Dieser blieb auch, für mich persönlich, die ganze Erzählung über sehr unscheinbar und als Figur wenig greifbar.
Alles in allem ist "Das Liebespaar des Jahrhunderts" ein sehr ruhiges, hochgradig emotionales Buch, welches zwar leise und schmal daher kommt (190 Seiten!), aber die Leser
innen sofort in die einnehmende Gefühlswelt der erzählenden Frau hineinwirft. Ein sehr gutes Buch, außerhalb meiner sonstigen Komfortzone.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2023

Von Leid und Liebe

Young Mungo
0

Der 15-jährige Mungo ist jemand ganz besonderes. Er hat sich seine liebevolle, unschuldige Art in einem Umfeld bewahrt, welches von Gewalt und Missbrauch geprägt ist. Im Glasgow der 1990er Jahre herrschen ...

Der 15-jährige Mungo ist jemand ganz besonderes. Er hat sich seine liebevolle, unschuldige Art in einem Umfeld bewahrt, welches von Gewalt und Missbrauch geprägt ist. Im Glasgow der 1990er Jahre herrschen Bandenkriege zwischen Protestanten und Katholiken und versetzen die Stadt in Angst und Schrecken. Toxische Männlichkeit prägt nahezu jeden Haushalt und das Aufwachsen von Jungen sowie Mädchen. Das Zuhause von Mungo spiegelt dies wieder, mit seinem gewalttägigen großen Bruder, seiner alkoholkranken, nahezu nicht-anwesenden Mutter und seiner 17-jährigen Schwester, die als Einzige in der Familie wirklich Interesse für ihren kleinen Bruder hegt. Als Mungo eines Tages Gefühle für den gleichaltrigen James entwickelt, löst dies eine Abwärtsspirale im Leben des Jungen aus, welche verheerende Folgen hat.

Der Roman ist wirklich gut geschrieben und er tut weh. Das war wohl auch die Intention des Autors. Manchmal etwas zu sehr. Das Buch war dadurch teilweise wirklich schwer zu lesen. Ich musste es ein ums andere Mal weglegen, weil ich die Hoffnungslosigkeit nicht mehr ertragen konnte. Die Sprache im Buch empfand ich als sehr authentisch und passte gut ins Setting. Ich würde das Buch tatsächlich nur mit Triggerwarnung empfehlen, das es sehr explizite Abschnitte enthält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2023

Spannende Fortsetzung!

Wer die Hölle kennt
0

Zurück zum Yale Campus, zurück zu Alex und ihren Fähigkeiten, zurück in die Hölle. Nachdem in Band 1 ja so einiges schief gegangen ist und "Lethes Goldjunge" Daniel Arlington nun in der Hölle festsitzt, ...

Zurück zum Yale Campus, zurück zu Alex und ihren Fähigkeiten, zurück in die Hölle. Nachdem in Band 1 ja so einiges schief gegangen ist und "Lethes Goldjunge" Daniel Arlington nun in der Hölle festsitzt, muss sich Alex etwas einfallen lassen. Alex' Fähigkeiten haben sich weiterentwickelt und sie kann "die Grauen" nun nicht mehr nur sehen und mit ihnen kommunizieren, sie ist nun auch im Stande, sich ihrer Mächte zu bedienen, was ihr zusätzlich physische Kräfte verleiht. Sie ist zudem nun in der Hierarchie ihrer Tätigkeit für Lethe aufgestiegen und muss sich mit einem neuen Dekan beschäftigen, der ihr ganz genau auf die Finger schaut. Dies bedeutet, unter anderem, keine unangekündigten Experimente bzw. Rituale und sämtliches Hantieren mit Magie ist nun für sie tabu. Wie soll sie nun den armen Darlington aus der Hölle befreien?! Zum Glück hat Alex so gar kein Problem damit, die ein oder andere Regel zu brechen...

Da der zweite Band direkt an die Geschehnisse von "Das neunte Haus" anknüpft war der Einstieg super leicht und die Spannung vom Ende des ersten Bandes wurde direkt wieder aufgenommen. Die Zeitsprünge empfinde ich hier als sinnvoller für dich Geschichte, im Gegensatz zum ersten Buch. Allgemein liest es sich auch viel flüssiger. Ein dicker Minuspunkt, warum ich dem Buch einfach keine 5 Sterne geben kann, ist das letzte Viertel der Geschichte rund um die Figur Tripp. Die Charaktere handeln für mich hier vollkommen unlogisch. Da verschwindet eine wichtige Figur bzw. ein guter Freund und anstatt ernsthaft nach ihm zu suchen, machen die restlichen Personen nahezu gar nichts. Für Darlington gehen sie literally in die Hölle und bei Tripp kommen sie nicht mal auf die Idee zu ihm nach Hause zu fahren und die Tür aufzubrechen?! Das verstehe ich einfach nicht und das macht mich schon ziemlich fassungslos... Lasst mir gerne eine PN oder einen Kommentar da, wie ihr das empfindet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2023

Ein Gegenwartsroman, der einen zu Tränen rührt. Vor Lachen und Weinen.

Not exactly love. Wer braucht schon ein Happy End?
0

Hazel und Alfie verbringen eine Nacht zusammen. Beide verständigen sich darauf, dass es bei einer einmaligen Sache bleibt. Einfacher gesagt, als getan. Haben beide doch heimlich schon für die/den Anderen ...

Hazel und Alfie verbringen eine Nacht zusammen. Beide verständigen sich darauf, dass es bei einer einmaligen Sache bleibt. Einfacher gesagt, als getan. Haben beide doch heimlich schon für die/den Anderen Gefühle entwickelt. Und so ganz nebenbei teilen sie sich auch noch eine Wohnung. Hazel und Alfie sind nämlich Mitbewohnerinnen.

Emily und Daria sind seit ein paar Jahren verheiratet. Emily wünscht sich nichts sehnlicher als ein Baby. Da beide nicht den klinischen, sterilen Weg gehen wollen und einen Besuch im Kinderwunschzentrum meiden wollen, fragen sie Darias Bruder, ob er ihnen evtl. Samen spenden würde. (SPOILER) Als dieser zusagt und es leider nicht gleich beim ersten Mal klappt, suchen Emily und Daria nach einem neuen Spender.

Da kommt der sympathische Mitbewohner von Hazel (Emilys Schwester) gerade recht. Er ist äußerst charmant, liebenswürdig und kann, als Grundschullehrer, gut mit Kindern umgehen.

Ob er sich dazu bereit erklären würde, der biologische Vater ihres Kindes zu werden? Und ob sich die Spannungen zwischen Hazel und Alfie dadurch nicht noch verschlimmern?

Als ich das erste Mal "Not exactly love" in den Händen hielt, habe ich einen leichten Liebesroman erwartet. Dieses Buch ist aber so viel mehr. Neben dem neu definierten Begriff von "Familie" werden genauso gesellschaftlich wichtige Themen wie der Kinderwunsch im Allgemeinen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die persönlichen Entscheidungen eines jeden Menschen und die Kunst an sich beleuchtet und in Frage gestellt. Abgerundet wird der Gegenwartsroman mit seinen zugänglichen und (meist) sympathischen Charakteren. Das Buch hat sich nur so weggelesen und ich möchte so gerne wissen, wie es in den Leben der Vier weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2023

Ein Junge, der auszog um einen Hund zu retten

Fairy Tale
0

Es war einmal...
ein Junge der ein wundersames Land entdeckt und mit einem griesgrämigen alten Mann Freundschaft schließt.
Charlie Reade erzählt von (s)einer Geschichte, wir er auszog um einen Hund zu ...

Es war einmal...
ein Junge der ein wundersames Land entdeckt und mit einem griesgrämigen alten Mann Freundschaft schließt.
Charlie Reade erzählt von (s)einer Geschichte, wir er auszog um einen Hund zu retten und dabei auf Magie und Grauen trifft.
In Fairy Tale hat Stephen King wieder einmal eine Welt erschaffen, die Vertrautes mit Ungewöhnlichem vereint und die Leserschaft in ihren Bann zieht.
Das Buch hat mich seit der Zeit "zwischen den Jahren" begleitet und ist das erste Buch welches ich 2023 beendet habe. Das Buch ist wie geschaffen für lange und gemütliche Lesetage.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere