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Veröffentlicht am 14.08.2025

Leben

Die Welt war so groß
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1957 in der Nähe von Boston beginnen Daphne, Emily, Chris und Annabell ihr Collegestudium. Jede hat eigene Pläne, doch letztendlich geht es für sie in den 1950er Jahren vor allem darum, einen präsentablen ...

1957 in der Nähe von Boston beginnen Daphne, Emily, Chris und Annabell ihr Collegestudium. Jede hat eigene Pläne, doch letztendlich geht es für sie in den 1950er Jahren vor allem darum, einen präsentablen passenden Mann zu finden, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Vorher zwar auch in den engen, damals möglichen Grenzen ihr Leben zu genießen. Sie werden zum Teil Freundinnen und sehen sich 20 Jahre später zu einem Klassentreffen wieder.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Und obwohl es schon vor rund 40 Jahren geschrieben wurde, ist es erstaunlich modern und gut lesbar. Auf jeden Fall eine gelungene Übersetzung. Doch auch inhaltlich finde ich es sehr modern. In der heutigen Zeit versuchen viele junge Mädchen und Frauen, sich ganz schnell einen reichen Mann zu suchen, und denken, damit wären sie versorgt und glücklich. In diesem Buch sieht man, was aus solchen Vorstellungen werden kann und mit welchen Widerständen die Frauen in der damaligen Zeit zu kämpfen hatten (aber auch homosexuelle Menschen). Man kann die verschiedenen Entwicklungen gut nachvollziehen und es ist auf jeden Fall eine sowohl interessante Zeitreise wie auch eine menschliche Entwicklung.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Gelungener Erstling

Das andere Haus
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Caroline hat mit ihrem Mann Francis wegen einer Woche Urlaub in der Nähe von London ihre Wohnung getauscht. Sie haben schwere Zeiten hinter sich, die Ehe lief nicht gut. So wollen sie ohne Sohn Eddie im ...

Caroline hat mit ihrem Mann Francis wegen einer Woche Urlaub in der Nähe von London ihre Wohnung getauscht. Sie haben schwere Zeiten hinter sich, die Ehe lief nicht gut. So wollen sie ohne Sohn Eddie im Urlaub auftanken. In der Wohnung angekommen wird sie bald misstrauisch, denn alles erinnert sie an einen vergangenen Seitensprung. Und mehr und mehr fühlt sie sich bedroht...

Ich finde, das Buch ist ein gelungener Erstling, auch wenn es für mich kein typischer Psychothriller ist. Spannung ist die meiste Zeit vorhanden, sei es der Ex, sei es die eigenartige Nachbarin oder der Ehemann. Die Autorin hat einige Überraschungen eingebaut. Allerdings fand ich die Beschreibungen der Eheprobleme und des Seitensprunges ein wenig zu ausführlich und ausschweifend. Hier hätte eine Straffung oder das Vermeiden von Wiederholungen mehr gebracht. Doch insgesamt gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Heftig

Rachewinter
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Zwei Bauarbeiter beobachten ein Pärchen beim Sex. Plötzlich ermordet die Frau den Mann. Und plötzlich ist die Frau gar keine Frau. Die Bauarbeiter haben alles gefilmt und auf den Film ist der Mörder zu ...

Zwei Bauarbeiter beobachten ein Pärchen beim Sex. Plötzlich ermordet die Frau den Mann. Und plötzlich ist die Frau gar keine Frau. Die Bauarbeiter haben alles gefilmt und auf den Film ist der Mörder zu erkennen. Michael von Kotten, Sohn eines reichen Unternehmers in Wien. Er sucht sich Evelyn Meyers als Anwältin zu seiner Verteidigung.
Derweil hat in Leipzig Kommissar Walter Pulaski den Tod des Vaters der Freundin seiner Tochter aufzunehmen. Doch es kommt ihm einiges komisch vor. Aber der Fall gehört ihm nicht und so ermittelt er auf eigene Faust weiter.

Rachewinter ist ein gelungener Thriller. Ich kenne die beiden Vorgängerbände nicht, doch das ist zum Verständnis auch nicht nötig. Anfangs tappt man noch eine ganze Weile im Dunklen, später kennt man zwar den Täter, doch das mindert die Spannung nicht, weil man kein wirkliches Motiv erkennen kann. Das Ende fand ich ein bisschen zu viel und auch zu heftig. Und nicht mehr wirklich realistisch, doch mit viel Fantasie. Alles in allem eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Realistisch

Mit der Faust in die Welt schlagen
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Ein kleines Dorf im Osten Sachsens im zweisprachigen Gebiet, nicht weit von der polnischen Grenze entfernt. Tiefste Provinz. Nach der Wende verlieren die Menschen ihre Arbeit, ihre Freunde, ihre Ziele. ...

Ein kleines Dorf im Osten Sachsens im zweisprachigen Gebiet, nicht weit von der polnischen Grenze entfernt. Tiefste Provinz. Nach der Wende verlieren die Menschen ihre Arbeit, ihre Freunde, ihre Ziele. Jedes neu gebaute Autohaus wird als Aufschwung bejubelt. Dort wachsen die Brüder Philipp und Tobias auf. Erleben den Hausbau der Eltern, das Schließen der Schule und der Geschäfte im Ort, den Tod des Großvaters und die Scheidung der Eltern. Ein Dorffest ist der Jahreshöhepunkt.

Das Buch ist pure Realität von den abgehängten Dörfern ohne blühende Landschaften, von dem Ausbluten der Dörfer durch den Wegzug in den Westen oder wenigstens in größere Städte und von den übriggebliebenen abgehängten Menschen, besonders ältere Leute und junge perspektivlose Männer. Es ist sehr trocken geschrieben, meistens ohne Bewertung. Es ist eine Beschreibung der wirklichen Entwicklung und der Gefühle der Menschen. Ich fürchte nur, es wird von den Verantwortlichen nicht gelesen werden und es wird weiterhin nur eine schwarz-weiße Beurteilung geben.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Sehr zäh

Alchimie einer Mordnacht
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Christian Stern ist ein junger Wissenschaftler und kommt Ende 1599 nach Prag. Am ersten Abend trinkt er im Wirtshaus zu viel und auf dem Heimweg stolpert er über die Leiche einer jungen Frau. Erst wird ...

Christian Stern ist ein junger Wissenschaftler und kommt Ende 1599 nach Prag. Am ersten Abend trinkt er im Wirtshaus zu viel und auf dem Heimweg stolpert er über die Leiche einer jungen Frau. Erst wird er als Mörder verhaftet, doch durch wundersame Umstände steigt er in der Gunst des Kaisers ganz hoch und wird mit der Aufklärung des Mordes beauftragt. Und es bleibt nicht bei dem einen Mord...

Ich mag Krimis. Ich mag historische Romane. Ich liebe Prag. Also freute ich mich sehr auf diese Verbindung und das Buch. Doch es wurde eine große Enttäuschung. Es hat sich furchtbar zäh gelesen und ich musste mich jeden Moment zum Weiterlesen zwingen. Alles wurde ausführlich breitgetreten und beschrieben. Doch mit einem Krimi und entsprechenden Ermittlungen hatte es gar nichts zu tun. Stattdessen viele philosophische Ausführungen, Bettszenen, ganz wenig Prag und ein so langweiliger Stil, dass ich nach 2/3 quergelesen habe, um überhaupt bis zum Ende zu kommen. Das war definitiv nicht mein Buch.

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