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Veröffentlicht am 22.04.2025

Familie

Beeren pflücken
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1962 ist eine kanadische Mi'kmaq-Familie wie so oft nach Maine gegangen, um bei der Blaubeerenernte Geld zu verdienen. Die größeren Kinder helfen mit, die kleineren verbringen Zeit miteinander. Da verschwindet ...

1962 ist eine kanadische Mi'kmaq-Familie wie so oft nach Maine gegangen, um bei der Blaubeerenernte Geld zu verdienen. Die größeren Kinder helfen mit, die kleineren verbringen Zeit miteinander. Da verschwindet die vierjährige Ruthie spurlos und wird trotz groß angelegter Suche nicht mehr gefunden. Das ist der erste Tiefschlag, den ihre Familie erleidet. Weitere werden folgen. Ruthie wurde entführt und wächst unter dem Namen Norma bei einer amerikanischen Familie auf. Die Mutter behütet sie mehr als über.

Das Buch erzählt eine interessante Geschichte. Zwei völlig gegensätzliche Familien werden durch die Tochter verbunden, obwohl sie nichts voneinander wissen. Das Mädchen und später die junge Frau ahnt, dass etwas in ihrer Familie nicht stimmt. Aber erst mit der Demenz bzw. dem Tod ihrer Mutter erfährt sie die ganze Wahrheit. Das ist sehr gut beschrieben. Man kann sich wahrscheinlich nicht mal annähernd vorstellen, wie das auf einen Menschen wirken muss. Dazwischen allerdings kamen mir einige Beschreibung manchmal etwas sehr distanziert vor und so stockte ab und zu auch mein Lesefluss. Doch alles in allem kann ich eine Leseempfehlung aussprechen

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Mehr erwartet

Flusslinien
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Margrit ist 102 und lebt in einer Seniorenresidenz. Fast täglich lässt sie sich von Arthur zum römischen Garten fahren. Die Gestalterin dieses Gartens war eine Freundin ihrer Mutter. Oft wird sie von Luzie, ...

Margrit ist 102 und lebt in einer Seniorenresidenz. Fast täglich lässt sie sich von Arthur zum römischen Garten fahren. Die Gestalterin dieses Gartens war eine Freundin ihrer Mutter. Oft wird sie von Luzie, ihrer Enkelin, besucht. Dieser versucht gerade, sich aus einem Trauma zu befreien.

Ich hatte gerade am Anfang riesige Schwierigkeiten mit diesem Buch. Ich hatte einfach mehr bzw. etwas anderes erwartet. Aber die Geschichten sind alle sehr abgehackt und wirken durcheinander. Erst nach und nach verbinden sie sich zu einer Art Fortsetzung und diese Teile lassen sich dann sehr gut lesen, während bei anderen für mich Verwirrung und teilweise oft auch Langeweile aufkommen. Außerdem hatte ich mehr über Else, die die Gestalterin dieses römischen Gartens und über diesen selbst, erwartet. Alles in allem war für mich das Buch kein Lesevergnügen und ich würde daher auch keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Sehr angenehm

Die Orchideenfrauen
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Holly ist Immobilienmaklerin und soll das Haus der 72-jährigen Annabel verkaufen. Eigentlich will dieses das nicht, aber die finanzielle Lage lässt ihr keine andere Wahl. Aber sie besteht darauf, dass ...

Holly ist Immobilienmaklerin und soll das Haus der 72-jährigen Annabel verkaufen. Eigentlich will dieses das nicht, aber die finanzielle Lage lässt ihr keine andere Wahl. Aber sie besteht darauf, dass ihr Wintergarten mit seltenen Orchideen erhalten bleibt. Überhaupt ist sie wenig zugänglich und stellt viele Forderungen. Beide Frauen kommen sich trotzdem näher und beginnen eine Reise nach Italien in die Vergangenheit von Annabel und zur wahrscheinlich einzigen Chance, den Hauskauf zu verhindern.

Das Buch ist sehr angenehm zu lesen. Die beiden Frauenfiguren sind gut getroffen, die entsprechenden Gründe jeweils nachvollziehbar. Ebenfalls gut gelungen sind die Beschreibungen von Italien. Alles spielt auf zwei Ebenen, die beide gleich gut sind. Gerade die Vergangenheit hat einigen Überraschungen bereit, die so eigentlich in dieser Art Roman unüblich sind. Aber genau das macht ihn so besonders und hebt ihm weit vom üblichen Kitsch hinaus. Von daher gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Licht und Schatten

Der Wolf im dunklen Wald
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Im Wendland gibt es eine große Jagd. Die örtliche Familie lädt alles dazu ein, was Rang und Namen hat oder mit ihr verbunden ist. Doch am nächsten Tag wird im Wald ein toter Mann aufgefunden. Carla beginnt ...

Im Wendland gibt es eine große Jagd. Die örtliche Familie lädt alles dazu ein, was Rang und Namen hat oder mit ihr verbunden ist. Doch am nächsten Tag wird im Wald ein toter Mann aufgefunden. Carla beginnt wieder zu ermitteln - auf ihre eigene, sehr unkonventionelle Weise. Und es wird nicht der einzige Mord bleiben

Das Buch ist der zweite Teil um die Reihe der Ermittlungen im Wendland. Es beginnt rasant und die Autorin schreibt wirklich sehr gut. So kommt am Anfang auch viel Spannung auf. Doch im Laufe des Buches war ich eigentlich mehr und mehr genervt. Zum einen, weil unheimlich viel Privates hineinspielte- fast mehr als den Ermittlungen. Zum anderen, weil ich immer mehr daran zweifelte, dass so eine Kommissarin in dem Zustand überhaupt auf Dauer ermitteln darf, auch wenn die Vorgeschichte sehr tragisch ist. Aber es gab so viel kaputte Figuren, dass es für mich einfach überhand nahm und nicht mehr glaubwürdig wirkte. Das Ende wiederum birgt eine mehr als überraschende Lösung und war gut durchdacht.

Alles in allem ist das Buch für mich dann leider eher Mittelmaß und konnte nicht restlos überzeugen

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Nicht nur (N)Ostalgie

Die Kinder von der Fischerinsel
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Auf der Fischerinsel in Ostberlin entstanden zwischen 1969 und 1973 mehrere Hochhäuser. Das Wohngebiet war sehr speziell, weil dort viele Künstler, Wissenschaftler, aber auch Politiker und Angehörige der ...

Auf der Fischerinsel in Ostberlin entstanden zwischen 1969 und 1973 mehrere Hochhäuser. Das Wohngebiet war sehr speziell, weil dort viele Künstler, Wissenschaftler, aber auch Politiker und Angehörige der Staatssicherheit wohnten. Die Wohnungen waren für die damalige Zeit sehr modern und begehrt. Der Normalbürger außerhalb von Berlin wusste über dieses Wohngebiet nur wenig oder allenfalls nur etwas, was die dort wohnenden Künstler erwähnten. Das Buch behandelt eine Kindheit in dieser Zeit und sucht die Spuren der damals dort aufgewachsen Kinder.

Für mich ist es sehr gelungen. Nicht nur weil es natürlich mehr als nur einen Hauch von (N)Ostalgie weckt, sondern auch, weil viele Erlebnisse - auch wenn das Wohngebiet besonders war - in anderen Teilen der DDR auch so waren. Ebenfalls sehr interessant ist, wie unterschiedlich die Lebenswege der Kinder waren - vor allem auch nach dem Fall der Mauer. Die relativ kurzen Geschichten lassen sich gut lesen und geben einen realistischen Einblick in die damalige Zeit. Von mir gibt es eine Leseempfehlung

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