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Veröffentlicht am 03.03.2025

Hoffnungsvoll

Von hier aus weiter
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Marlenes Mann ist gestorben. An einer schweren Krankheit und durch Selbstmord. Doch das ist noch nicht alles. Marlene verschließt sich vor der Welt, bleibt in ihrem Haus und will nur ihre Ruhe. Anrufe ...

Marlenes Mann ist gestorben. An einer schweren Krankheit und durch Selbstmord. Doch das ist noch nicht alles. Marlene verschließt sich vor der Welt, bleibt in ihrem Haus und will nur ihre Ruhe. Anrufe werden nicht entgegengenommen, Freunde und Familie nicht hereingelassen. Erst als es ein handwerkliches Problem gibt, ruft sie einen Klempner. Nicht ahnend, dass der bei ihr einziehen wird.

Das Buch ist sehr schön. Das beginnt mit dem passenden Cover und geht weiter mit dem wunderbaren Schreibstil. Außerdem verbreitet es trotz des sehr schweren Themas unheimlich viel Hoffnung. Die Wandlung von Marlene in den verschiedenen Phasen der Trauer und Wut ist nachvollziehbar. Auch gibt es einige Überraschungen und sehr humorvolle Ereignisse. Das alles macht das Lesen zu einem Erlebnis und von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Schockiert

Meine wundervollen Schwestern
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Khalida will Fußball spielen. Doch das ist so gut wie unmöglich im Afghanistan Mitte der 1990er Jahre. Dort ist Frauen so gut wie nichts erlaubt. Die Mädchen probieren trotzdem, zumindest hinter hohen ...

Khalida will Fußball spielen. Doch das ist so gut wie unmöglich im Afghanistan Mitte der 1990er Jahre. Dort ist Frauen so gut wie nichts erlaubt. Die Mädchen probieren trotzdem, zumindest hinter hohen Mauern etwas zu spielen. Doch das funktioniert nicht. Khalidas Familie muss vor den Taliban nach Pakistan fliehen. Als die Taliban nicht mehr an der Macht sind, kommt die Familie zurück. Die Mädchen und Frauen haben kleinere Freiheiten. Sie können endlich wieder zur Schule gehen und eine Universität besuchen. Khalida beginnt sofort, wieder Fußball zu spielen und später auch eine Nationalmannschaft aufzustellen. Das ist 2007 und immer noch nicht werden Frauen anerkannt. Sie bekommt eine Arbeit im Sportmanagement der Nationalmannschaft. Doch sie wird massiv bedroht und flieht im letzten Moment 2011 letztendlich nach Dänemark.

Die Geschichte von Khalida und ihren Mitspielerinnen berührt sehr. Aber sie schockiert auch. Während der Zeiten der Taliban waren die Mädchen und Frauen komplett unterdrückt. Allerdings war ich der Annahme und es wurde uns auch zur damaligen Zeit so rübergebracht, dass in der Zwischenzeit die Frauen relativ frei waren. Khalida erzählt eine sehr persönliche, aber ganz andere Geschichte. Bis auf ganz, ganz wenige Lockerungen hatte sich für die Frauen so gut wie nichts verändert und sie lebten immer noch in großer Gefahr, was allein ihre Flucht beweist. Mit dem Erstarken der Taliban müssen auch andere Fußballspielerinnen fliehen und dies geschieht auch sehr dramatischer. Die Beschreibung ist aus persönlicher Sicht, inhaltlich mag es die eine oder andere kleinere Sache geben, die für mich nicht nachvollziehbar erscheint und bei allem Verständnis für Khalida war ich manchmal überrascht, dass sie so gar keine Rücksicht auf die Sicherheit ihrer Familie nahm. Aber wie gesagt, es waren dramatische Zeiten und es waren persönliche Erlebnisse und jeder hat seine eigene Sicht. Insgesamt ist es ein Buch, das zwar gleichzeitig vielen jungen Frauen und Mädchen Mut machen soll, für die eigenen Ziele einzustehen, es ist aber auch ein Buch, das aufzeigt, wie gefährlich das ist. Egal wie man es nimmt, es ist ein sehr wichtiges Buch und sollte von möglichst vielen gelesen werden.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Schwächer

Ein Schimmern am Berg
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Saltapepe und Silvia machen Urlaub in den USA und Greiner bekommt ausgerechnet jetzt einen neuen Fall. Eine Künstlerin wurde ermordet. Die Spuren führen in den Marmorbruch nach Laas. Doch die Verdächtigen ...

Saltapepe und Silvia machen Urlaub in den USA und Greiner bekommt ausgerechnet jetzt einen neuen Fall. Eine Künstlerin wurde ermordet. Die Spuren führen in den Marmorbruch nach Laas. Doch die Verdächtigen haben entweder ein Alibi oder kein Motiv und Grauner auch noch zu Hause große Probleme.

Der 10. Teil der Reihe war für mich einer der schwächsten. Leider muss ich sagen. Gut gelungen ist wie immer die Beschreibung von Land und Leuten, den speziellen Sitten und vor allem dieses Mal von dem Ort Laas. Man bekommt Lust, ihn sich mal anzusehen.
Ansonsten waren mir einige der Ereignisse und Ermittlungen nicht nachvollziehbar, speziell was die Teile in den USA anging und die Einbeziehung von Saltapepe. Das war für mich in der Form leider nicht glaubhaft und so kommt das Buch nicht über Mittelmaß hinaus.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Der Traum vom Fliegen

Unsere Hälfte des Himmels
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1935, Frankfurt/M. Johanna und Amelie sind allerbeste Freundinnen und haben einen gemeinsamen Traum. Sie wollen fliegen, was in dieser Zeit nur als Segelfliegerinnen möglich ist. Doch die beiden wollen ...

1935, Frankfurt/M. Johanna und Amelie sind allerbeste Freundinnen und haben einen gemeinsamen Traum. Sie wollen fliegen, was in dieser Zeit nur als Segelfliegerinnen möglich ist. Doch die beiden wollen mehr. Am liebsten berühmt werden, Motorflugzeuge fliegen und damit Geld verdienen.
Das ist an sich schon nicht leicht, doch mit dem Erstarken des Nationalsozialismus wird es Frauen fast unmöglich gemacht. Dann verliebt sich Amelie in Felix, dem Fluglehrer von Johanna, und damit beginnt die Katastrophe.
1971, Frankfurt/M. Amelie ist ins Koma gefallen und ihre Tochter Lieselotte kommt nach Frankfurt und entdeckt durch Unterlagen und Recherchen, dass sie von ihrer Mutter nichts weiß...

Das Buch hat mir gut gefallen. Das Cover erinnert an die beiden Jugendfreundinnen. Der Titel bezieht sich einerseits natürlich auf die Anfänge der Frauenfliegerei. Aber auch auf die beginnende Emanzipation der Frauen Anfang der 1970er Jahre. Lieselotte nimmt ihre eingefahrene Ehe mit den Vorstellungen ihres Mannes als gegeben hin und erst mit Hilfe der Nachbarin ihrer Mutter stellt sie sich Fragen zum Leben der Mutter und zu ihren eigenen Vorstellungen.
Anfangs kam ich etwas schwierig in die Geschichte herein. Ich empfand den Stil als spröde und hatte oft das Gefühl, ich schaue auf die Figuren und die Geschichte drauf und bin nicht im Geschehen drin, das änderte sich später. Auch wenn die Figuren stellenweise etwas platt wirkten und teilweise sehr klischeehaft. Auch wurden ab und zu einige Namen verwechselt. Doch insgesamt ist es eine gute Geschichte, bei der man nebenbei viel über die ersten Fliegerinnen lernen kann.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Kalt

Minus 18 Grad
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Nach einer Verfolgungsfahrt landet ein Auto im Hafenbecken und der Fahrer kann nur tot geborgen werden. Nur komischerweise ist er nicht ertrunken, sondern schon einige Monate vorher tot. Was wiederum nicht ...

Nach einer Verfolgungsfahrt landet ein Auto im Hafenbecken und der Fahrer kann nur tot geborgen werden. Nur komischerweise ist er nicht ertrunken, sondern schon einige Monate vorher tot. Was wiederum nicht sein kann, denn er wurde erst kurz zuvor mehrfach gesehen. Die Polizei, so auch Fabian Risk, bekommt das einfach nicht zusammen. Dazu kommen noch die Alkoholprobleme mit der Chefin und Fabian hat auch viele familiäre Probleme. Für die hat er nicht viel Zeit, denn sie finden weitere Leichen – in Gefriertruhen. Trotzdem dauert es lange, bis sie überhaupt ein Muster erkennen.
In Dänemark hat die Polizistin Dunja, die schon mit Fabian zusammengearbeitet hat, ganz andere Sorgen. Obdachlose werden grausam ermordet, doch ihr früherer Chef macht ihr viel mehr Probleme und schikaniert sie. Und Fabians Sohn ist die die Fälle involviert und gerät auf die schiefe Bahn …

Diese verschiedenen Handlungsstränge werden anfangs parallel erzählt und man hat nicht das Gefühl, dass sie irgendwie zusammenhängen. Vor allem Fabians familiäre Probleme nehmen zuerst einen sehr breiten Raum ein, das hat ein wenig die Spannung herausgenommen. Doch im Laufe des Buches ändert sich das. Auch wenn Fabians Familie für meine Begriffe ein bißchen viel in die Fälle eingebunden ist. Die Idee, warum und vor allem wie die Täter vorgehen, hat mir gut gefallen und wurde interessant umgesetzt, teilweise schon Thriller-Qualität. Auf jeden Fall eine gute und gelungene Fortsetzung der Reihe um Fabian Risk und das Ende lässt schon auf die nächsten Fälle ahnen.

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