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Veröffentlicht am 08.11.2024

Gelungen

Im Nordwind
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Hamburg 1913. Erzählt wird die Geschichte von Alice, die in einem Elendsviertel mit ihrem Mann Henk und ihre Tochter Rosa lebt. Ihr Mann trinkt und misshandelt sie. Irgendwann hält sie es nicht mehr aus ...

Hamburg 1913. Erzählt wird die Geschichte von Alice, die in einem Elendsviertel mit ihrem Mann Henk und ihre Tochter Rosa lebt. Ihr Mann trinkt und misshandelt sie. Irgendwann hält sie es nicht mehr aus und will die Scheidung einreichen. Doch das ist riskant, denn damit wird sie vermutlich das Recht auf ihre Tochter verlieren. Sie sucht sich einen Anwalt. John lebt in einer reichen Familie, die eine Bank besitzt und auch eine Brauerei. Doch auch in dieser Familie gibt es Probleme. Der Vater und gleichzeitig Geschäftsführer der Firmen erkrankt schwer. Sein Vater und sein Sohn glauben, dass bald ein Krieg ausbricht. Damit sind sie in der Familie die einzigen. Und auch in den Ehen gibt es große Probleme

Das Buch ist für mich sehr gut gelungen. Zum einen erzählt es eine historische Geschichte aus der Sicht der unteren Klassen, aber auch der reichen. Zum anderen erzählt es sehr differenziert. Alices Mann ist zwar ein Alkoholiker und Schläger, aber der Autorin gelingt es, die Gründe dafür aufzuzeigen, so dass man einen nicht nur einseitigen Menschen geboten bekommt. Trotzdem haben die Frauen damals so gut wie keine Rechte gehabt und auch das kommt in dem Buch sehr gut rüber. Ebenfalls die Einschränkungen, die die gehobenen Schichten haben. Dies und noch mehr wird angesprochen. Das Ende des ersten Teils lässt sehr vieles offen und ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Ein zauberhafter Sommer

Ein zauberhafter Sommer
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Wiebke erfährt, dass ihr Freund untreu ist. In Folge dessen versemmelt sie eine wichtige Prüfung komplett. Und da sie auch nicht viel Geld hat, beschließt sie, den Sommer bei ihrer Tante Larissa an der ...

Wiebke erfährt, dass ihr Freund untreu ist. In Folge dessen versemmelt sie eine wichtige Prüfung komplett. Und da sie auch nicht viel Geld hat, beschließt sie, den Sommer bei ihrer Tante Larissa an der Müritz zu verbringen. Nur sind die Familienverhältnisse nicht einfach. Denn ihre Mutter und ihre Tante haben sich seit 12 Jahren verstritten und keinen Kontakt mehr miteinander. Doch aus dem ruhigen Sommer wird nichts, denn da gibt es noch andere Probleme und auch nette Männer …

Zuerst an dem Buch aufgefallen ist mir das wunderschöne und zum Titel und Inhalt passende Cover. Dazu noch die abgerundeten Buchecken – eigentlich eine ganz einfache Sache, aber sie machen das Buch so insgesamt zu etwas besonderem. Der Autorin ist es auch wieder gelungen, die Probleme der beiden unterschiedlichen Frauen realistisch darzustellen. Die Beschreibungen des Dorfes, der Tiere und der Natur sind wunderbar gelungen und sehr romantisch. Man hat immer so ein Dorf am See vor Augen und auch irgendwie Urlaubsgefühle. Die Schwierigkeiten der beiden sind nachvollziehbar, die Reaktionen wirklich und für mich nicht übertrieben. Ich bedauere nur ein wenig, dass am Ende wieder alle Probleme gelöst sein müssen. Natürlich – das Genre verlangt es wohl irgendwie – aber nach so viel Tiefgang am Anfang finde ich es dann immer schade, dass am Ende nicht etwas mehr Realität den Schluss bildet. Aber trotz allem ist das ein Buch, dass ich jederzeit weiterempfehlen würde und das nicht nur als seichte Sommer-Frauen-Unterhaltung abgetan werden muss.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Die Burg der Könige

Die Burg der Könige
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1524 – Burg Trifels. Im ganzen Land toben die Bauernkriege, die Menschen hungern und die Ablehnung des Adels wird immer größer. Die ehemals reiche Stauferburg Trifels ist verarmt und baufällig. Agnes Vater ...

1524 – Burg Trifels. Im ganzen Land toben die Bauernkriege, die Menschen hungern und die Ablehnung des Adels wird immer größer. Die ehemals reiche Stauferburg Trifels ist verarmt und baufällig. Agnes Vater ist dort der Vogt, doch er trinkt mehr, als dass er sich um die Burg kümmert. Agnes wächst – gerade für diese Zeit – sehr ungebunden auf. Sie jagt mit ihrem Falken, reitet aus, hat lesen und schreiben gelernt. Mit fast 17 Jahren sollte sie eigentlich schon lange verheiratet werden. Doch sie will nicht. Denn da gibt es noch den Sohn des Schmieds Mathis. Und ein Geheimnis um den Trifels, hinter dem verschiedene Mächte her sind. Während Mathis beim Bauernheer landet, muss Agnes den Grafen von Scharfenberg heiraten, der allerdings weniger an ihr, sondern ebenfalls nur am Trifels Interesse hat…
„Die Burg der Könige“ ist mit über 900 Seiten ein richtiger Historien-Schmöker – und das meine ich im positiven Sinn. Der Autor vermischt sehr geschickt historische Begebenheiten mit Legenden und Sagen, mit einem „es hätte so sein können“ und mit Hauptfiguren, denen man das meiste der Erlebnisse auch abnimmt. Er vermeidet größere Aufzählungen von Jahreszahlen und Beschreibungen diverser Könige, sondern konzentriert sich auf einzelne Personen, die man so näher kennen lernen kann. In diesem Zusammenhang lernt man auch viel über die Sitten und Bräuche vom Bauern bis zum König in dieser Zeit kennen, ohne dass es irgendwie nach Sachbuch aussieht. Es ist ein Historienroman vom Feinsten. Die Hauptfiguren sind sympathisch. Mich hat nur gestört, dass viele der Sachen ausschließlich über die Träume von Agnes vermittelt wurden. Und das große Ende in Speyer war mir dann doch etwas zu dramatisch … aber das sind wirklich nur Einzelheiten in einem ansonsten wirklich sehr gut lesbarem Buch. Der Autor vermeidet auch jegliche Wertung: es gibt sowohl auf Seiten der Adligen wie auch der Bauern „Gute und Schlechte“. Gut gefallen haben mir am Ende die Wandertipps zu den diversen Burgen bzw. Orten, die im Buch vorkommen. Alles in allem gibt es von mir absolut eine Empfehlung für dieses Buch.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Wetterleuchten am Roussilon

Wetterleuchten im Roussillon (Roussillon-Krimi 2)
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Kommissar Sebag ist aus dem Urlaub zurück. Da bittet ihn seine Tochter, einen Verkehrsunfall, bei dem ein Schulkamerad ums Leben kam, zu untersuchen. Er stürzt sich in die Arbeit, denn er möchte seine ...

Kommissar Sebag ist aus dem Urlaub zurück. Da bittet ihn seine Tochter, einen Verkehrsunfall, bei dem ein Schulkamerad ums Leben kam, zu untersuchen. Er stürzt sich in die Arbeit, denn er möchte seine Tochter nicht enttäuschen. Doch er kann nicht lange daran arbeiten, denn es gibt eine Leiche. Ein Rentner wird gefunden, ermordet – und am Tatort stehen die Buchstaben OAS. Alles deutet auf den Algerienkrieg in den 1960er Jahren hin. Kommissar Sebag beginnt seine Ermittlungen, doch sie kommen nicht wirklich vorwärts, denn alle Leute, die irgendwas über die Zeit in Algerien wissen könnten, schweigen. Und dann gibt es einen 2. Toten …

Mir hat der 2. Band um Sebag besser gefallen als der 1. Auch hier spielt die Familie wieder herein, aber nicht mehr so vorherrschend wie im 1. Teil. Es wird sich mehr auf die Untersuchungen und Ermittlungen konzentriert, was dem Buch richtig gut tut. Rein inhaltlich habe ich viel gelernt. Ich wusste fast nichts über den Algerienkrieg und den entsprechenden Hintergründen. Hier wurde das von allen Seiten sehr unaufdringlich beleuchtet – ohne dass für jemanden Partei ergriffen wurde. Für meinen Geschmack litt dadurch zwar etwas die Spannung, aber ich hatte trotzdem nie das Gefühl, ein „Lehrbuch“ zu lesen. Alles in allem ein solider, weiterempfehlenswerter Krimi mit einem außergewöhnlichen Inhalt.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Treuetat

Treuetat
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Leo kommt nach ihrem schweren Motorradunfall zurück ins Team der Kripo und arbeitet wieder mit Verena, allerdings auch mit Christoph, zusammen. Mit letzterem versteht sie sich nicht so gut und Verena muss ...

Leo kommt nach ihrem schweren Motorradunfall zurück ins Team der Kripo und arbeitet wieder mit Verena, allerdings auch mit Christoph, zusammen. Mit letzterem versteht sie sich nicht so gut und Verena muss dauernd vermitteln. Da verunglückt ein Journalist und es stellt sich schnell heraus, dass es Mord war. Kurze Zeit später wird eine Fußpflegerin ebenfalls ermordet aufgefunden und später eine Bibliothekarin. Alles hängt wohl zusammen – auch wenn das erst im Laufe der Ermittlungen deutlich wird. Dabei ist Verena eigentlich nicht voll bei der Arbeit, denn ihr an Alzheimer erkrankte Großmutter macht Probleme. Die polnische Pflegerin muss zurück zu ihrer Familie und Verena muss versuchen, die Oma in eine Pflegeeinrichtung zu bringen. Das alles überfordert sie ziemlich.

Treuetat ist der 2. Krimi um die 3 Ermittler. Man versteht ihn problemlos, auch wenn man das Vorgängerbuch nicht kennt. Aber wie der Vorgänger ist es auch eine Vermischung aus den Ermittlungen und den familiären Umständen der Ermittler. Verena und Christoph haben mittlerweile zu einer guten Zusammenarbeit gefunden, Leo muss sich erst wieder einfügen. Die Ermittlungen selbst reichen weit in die deutsche Vergangenheit, bei Verena allerdings auch in die der eigenen Familie. Das Buch ist gut lesbar, ich habe es fast auf einen Rutsch gelesen. Es ist nicht unbedingt superspannend, aber trotzdem will man schon wissen, wie es weitergeht. Die Hauptpersonen sind gut gezeichnet, die Entwicklung ist nachvollziehbar. Das Ende allerdings hat mich ein wenig enttäuscht – sowohl die Aufklärung des Falls (für mich kam „Täter“ überraschend vor) als auch Verenas Entscheidung. Als Polizistin hätte sie „mehr“ wissen müssen und ich bin gespannt, wie das dann im sicher folgenden 3. Teil gelöst wird. Alles in allem ein guter Krimi und von mir eine Leseempfehlung.

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