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Veröffentlicht am 29.10.2024

Enttäuscht

Die Lungenschwimmprobe
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1681 bekommt die junge Anna in der Nähe von Leipzig auf dem Gut ihres Vaters ein Kind. Sie behauptet, dass das Kind tot geboren wurde. Aber Anna ist ledig und die Bediensteten in ihrem Haus zeigen sie ...

1681 bekommt die junge Anna in der Nähe von Leipzig auf dem Gut ihres Vaters ein Kind. Sie behauptet, dass das Kind tot geboren wurde. Aber Anna ist ledig und die Bediensteten in ihrem Haus zeigen sie und ihre Mutter der Kindstötung an. Ein junger Rechtsanwalt versucht, die Todesursache aufzuklären und Anna zu verteidigen. Dabei benutzt er die sogenannte Lungenschwimmprobe, ein wissenschaftliches, aber sehr neues und umstrittenes Experiment.

Ich mag historische Romane. Noch mehr, wenn sie in meiner Heimat spielen. Und ich hatte von diesem Buch sehr viel erwartet. Doch leider wurde ich mehr als enttäuscht. Die Geschichte wird nicht stringent erzählt. Stattdessen springt sie in den Zeiten hin und her. Und jeder, irgendwie auch nur im Entferntesten an der Geschichte Beteiligte wird sehr ausführlich beschrieben. Jede nur kleine Gegebenheit wird regelrecht ausgewalzt und die eigentliche Geschichte kommt in meinen Augen viel zu kurz. So habe ich mich teilweise regelrecht durch das Buch gequält. Nur wenige Kapitel lesen sich für mich flüssig lesen. Ich würde keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Nur einen Horizont entfernt

Nur einen Horizont entfernt
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Hannah ist eine bekannte TV-Moderatorin mit eigener Sendung. In einer Zeitung findet sie einen Bericht über Fiona, eine ehemalige Mitschülerin, von der sie immer gequält wurde. Fiona hat ein Buch geschrieben ...

Hannah ist eine bekannte TV-Moderatorin mit eigener Sendung. In einer Zeitung findet sie einen Bericht über Fiona, eine ehemalige Mitschülerin, von der sie immer gequält wurde. Fiona hat ein Buch geschrieben über das Vergeben und Verzeihen. Sie verschickt 2 Steine mit der Bitte, einen als Zeichen der Vergebung zurückzusenden und einen an jemanden anderen zu schicken. Hannah erinnert sich, dass sie von Fiona vor 2 Jahren ebenfalls so einen Brief bekommen hat. Doch jetzt denkt sie darüber nach. Sie schickt Fiona den Stein zurück und möchte sie in ihrer Sendung haben. Gleichzeitig überlegt sie, den 2. Stein ihrer Mutter zu geben, mit der sie seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr hat. Denn ihr Freund hat sie wohl belästigt und so hat Hannah den Kontakt komplett abgebrochen und bei ihrem Vater aufgewachsen. Doch jetzt zweifelt sie daran, ob sich alles so zugetragen hat…

Das Thema des Buches hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit den 2 Steinen. Es ist nie zu spät, jemanden um Verzeihung zu bitten. Die Autorin zeigt aber im Verlauf der Geschichte auch auf, dass nicht alles nur einfach schwarz-weiß ist und dass manche Wahrheit mehr Schaden anrichten kann und man sich gut überlegen soll, was man tut.
Was den Stil des Buches angeht, war ich im 1. Viertel sehr enttäuscht. Die Figuren waren mir viel zu klischeehaft und teilweise auch statisch. Dazu kam noch, dass ich das Gefühl hatte, aus dem Buch heraus spricht ein Oberlehrer zu mir mit erhobenem Zeigefinger. Ich war etwas genervt. Obwohl ich nicht weiß, ob es an der Autorin oder an der Übersetzung gelegen hat. Zum Glück hat sich das dann im Verlauf der Geschichte gegeben. Die Figuren durften sich entwickeln, es gab mehr Facetten und man konnte Mitgefühl für fast alle aufbringen. Auch die verschiedenen Probleme, die unterschiedlichen Möglichkeiten des Verzeihens oder eben auch nicht, waren gut gewählt und sind dem Leser sicher schon irgendwo mal begegnet. Das macht die Geschichte menschlich und vor allem verständlich und nachvollziehbar. Die Zweifel der Hauptfigur und ihre Entwicklung sind wunderbar gelungen.
Der Stil ist eher einfach und macht das Lesen leicht. Das Cover passt gut dazu.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Die Falle

Die Falle
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Die berühmte Autorin Linda Conrads ist 38 und seit fast 12 Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Jahr für Jahr liefert sie ein Buch ab, aber niemand in der Öffentlichkeit hat sie gesehen, Interviews ...

Die berühmte Autorin Linda Conrads ist 38 und seit fast 12 Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Jahr für Jahr liefert sie ein Buch ab, aber niemand in der Öffentlichkeit hat sie gesehen, Interviews erhalten oder kennt sie. Sie hat sich in ihrem Haus eine eigene Welt geschaffen, weil sie nicht mehr raus kann. Sie hat ihre Schwester ermordet aufgefunden und den Mörder sogar kurz gesehen. Seitdem geht nichts mehr normal. Dann sieht sie zufällig im Fernsehen eine Sendung und erkennt den Mörder wieder. Da ihr die Polizei schon damals nicht wirklich geholfen hat, beschließt sie, dem Mörder eine Falle zu stellen. Doch so einfach ist es dann doch nicht …
Das Buch ist als Roman gekennzeichnet, es ist eine Mischung aus Roman, Thriller, Krimi und Liebesgeschichte. Doch genau diese Mischung tut ihm gut. Denn das Buch selbst die die „Falle“: Einmal angefangen mit dem Lesen hatte ich keine Chance aufzuhören. Ich habe das Buch in einem Rutsch lesen müssen. Die Spannung wurde raffiniert geschürt: zum einen durch den Wechsel zwischen realem Geschehen und dem Buch, das Linda schreibt. Zum anderen durch die relativ kurzen Kapitel, die immer dann enden, wenn es wirklich etwas neues gibt. Der Stil ist kurz und direkt, die beteiligten Personen sind auf nur wenige reduziert, dadurch wird man nicht durch unwesentliches abgelenkt. Die Geschichte wird quasi Schlag auf Schlag fortgesetzt und enthält einige Überraschungen. Die Autorin Melanie Raabe hat mich komplett überzeugt und ich freue mich auf ein nächstes (hoffentlich bald erscheinendes) Buch.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Teo

Teo
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Teo ist 8 und unglücklich. Seine Eltern streiten sich nur und alles steuert auf eine Scheidung zu. Seine große Schwester ist in der Situation nicht wirklich hilfreich, zum einen hat sie mit sich zu tun, ...

Teo ist 8 und unglücklich. Seine Eltern streiten sich nur und alles steuert auf eine Scheidung zu. Seine große Schwester ist in der Situation nicht wirklich hilfreich, zum einen hat sie mit sich zu tun, zum anderen hat sie mehr Erfahrungen und will sich bei den Eltern nicht einmischen. Teo möchte aber, dass sich die Eltern wieder verstehen und er will alles tun, damit das passiert. Als er ein Buch über Napoleon bekommt und erfährt, dass der „alle Schlachten“ gewonnen hat, nimmt er sich ihn zum Vorbild. Umso größer das Erschrecken, als er lesen muss, dass Napoleon schon lange tot ist. Trotzdem will er ihn treffen – nur weiß er nicht wo: Himmel oder Hölle oder doch irgendwo auf der Erde?
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mich vor allem anfangs sehr amüsiert über die teils naiven Fragen und Vorstellungen von Teo. Doch mit der Zeit wandelte sich das etwas. Ich hatte das Gefühl, ich lese das ganze auf einmal mit Teos Augen und die Fragen waren gar nicht mehr so naiv. Ja, naiv gestellt – aber der Hintergrund hatte so viel Ernst und so viel wichtige Lebensweisheiten. Mehr und mehr faszinierte mich das Weiterlesen. Das Gefühl des „Spaßes“ blieb und die Lösung am Ende fand ich mehr als genial. Auch wenn Teo seine Schlacht um die Eltern vielleicht nicht gewinnt, er wird oft im Leben „siegen“.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Die Suche

Die Suche
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New York 1845 – die Polizei ist gerade gegründet worden. Sie hängt stark mit der demokratischen Partei zusammen und ist auf keinen Fall unabhängig. Die Brüder Val und Tim Wilde werden beide Polizisten. ...

New York 1845 – die Polizei ist gerade gegründet worden. Sie hängt stark mit der demokratischen Partei zusammen und ist auf keinen Fall unabhängig. Die Brüder Val und Tim Wilde werden beide Polizisten. Val, weil er stark mit der Partei verbunden ist. Tim ist eigentlich Barkeeper, doch nach einem Brand sind seine Arbeit und alle Ersparnisse weg und damit auch die Aussicht, seine Angebetete Mercy zu heiraten. Er ist nicht glücklich, als Polizist zu arbeiten, doch er hat keine andere Wahl. Wenigstens findet er jetzt ein Zimmer über einer Bäckerei und muss auch nicht hungern. Die Polizei läuft anfangs nur Streife und soll eher für Ordnung auf den Straßen sorgen. Die Kriminalpolizei, wie wir sie heute kennen, gibt es nicht mal ansatzweise. Da läuft Tim bei einer seiner Streifen ein kleines Mädchen – völlig mit Blut überströmt – in die Arme. Bei weiteren Nachforschungen werden 19 grausam zugerichtete Kinderleichen gefunden und Tim erhält den Auftrag, die Sache möglichst heimlich aufzuklären, denn neben den Problemen zwischen den politischen Parteien gibt es noch die Probleme zwischen den verschiedenen Einwanderernationen, zwischen Protestanten und Katholiken, Schwarzen und Weißen … Und Tim erhält auch eher wenig Unterstützung…

Was nach einem richtig guten Krimi klingt, hat mich eher enttäuscht. Das Buch wurde als „Thriller“ und „historischer Roman“ beworben, wobei der Verlag es selbst einfach „Roman“ nennt. Letzteres trifft es wohl am ehesten, denn Thriller ist die völlig falsche Bezeichnung. Im Gegenteil – die ersten Seiten lasen sich für mich einfach nur zäh. Ausgewalzte Erklärungen zu allem und jeden, kaum Handlung und Null Spannung. Ich war mehrfach versucht, das Lesen aufzugeben. Dazu kam noch die Verwendung der Gaunersprache. Ich weiß nicht, ob es nur an der Übersetzung lag – aber die seitenlangen Dialoge in der Sprache nervten mich irgendwann einfach nur. Es gibt ein Glossar am Ende des Buches, doch ein dauerndes Nachblättern störte meinen ohnehin eher langsamen Lesefluss noch mehr, so dass ich es irgendwann gelassen habe. Die meisten der auftretenden Figuren (bis auf Tim, zum Teil Val und vor allem Bird) blieben blass oder klischeehaft, nicht immer überzeugend. Vor allem Mercy wurde am Anfang zum nur „helfenden Engel“ stilisiert und wirkte wie eine Fee und nicht wie ein Mensch, die Änderung im Laufe des Buches war für mich nicht glaubhaft. Die Reaktion von Tim darauf auch nicht wirklich. Alles in allen bin ich im Mittelteil sogar mehrfach eingeschlafen und erst im letzten Teil gab es mehr Handlung, eine Art Ermittlung und damit auch etwas Spannung. Das Ende war nicht wirklich überraschend für mich, wenn es dazwischen auch einige Wendungen gab. Die Autorin hat sicherlich viele Recherchen zum Hintergrund und zur Geschichte von New York angestellt. Doch mir war es insgesamt zu viel Detailverliebtheit und zu wenig Handlung (für Fachwissen würde ich eher ein Sachbuch lesen), eine sicherlich geplante Fortsetzung werde ich eher nicht lesen.

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