Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2024

Dreimal schwarzer Kater

Dreimal schwarzer Kater (Roussillon-Krimi 1)
0

Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge ...

Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge Holländerin vermisst und auch ein Taxifahrer. Scheinbar haben die Fälle nichts miteinander zu tun und Inspecteur Gilles Sebag beginnt, mit seinen Kollegen zu ermitteln. Sie stellen schnell fest, dass die beiden Vermißten sich zumindest kannten. Trotzdem ist Sebag der Meinung, dass die Tote vom Campingplatz nicht dazu gehört. Dann wird versucht, eine weitere junge Holländerin zu entführen. Sie kann sich befreien, aber den Täter nicht wirklich erkennen. Die Polizei tappt auf der Stelle und die Ermittlungen stocken. Gleichzeitig hat Sebag zu Hause Probleme. Es sind Ferien. Seine Kinder sind weggefahren, seine Frau auf eine Kreuzfahrt und er vermutet, dass sie einen Liebhaber hat. Er hat nicht so viel Urlaub und muss zu Hause bleiben. Und der Täter meldet sich und treibt sein Spiel mit der Polizei …

Mich hat das Buch insgesamt enttäuscht. Die Such nach dem Mörder nimmt nur einen verschwindend kleinen Teil ein und oft habe ich mich gefragt, was die Polizei da wirklich macht. Die Aufklärung erfolgt zum großen Teil über das „Bauchgefühl“ und „Eingebungen“ von Sebag. Gleichzeitig herrscht unter den Polizisten zum Teil großer Neid und starkes Konkurrenzdenken, aber keine Teamwork. All das hätte man aber auf nur ganz wenigen Seiten abhandeln können. Der größte Teil es Buches handelt von der familiären Situation von Sebag – seitenweise Auslassungen über seine Kinder, noch mehr über sein Liebesleben und die echten und eingebildeten Probleme mit seiner Frau. Ganz nett zu lesen, aber irgendwie auch zäh und für mich viel zu ausführlich für einen Krimi. So kam für mich während des gesamten Buches überhaupt keine Stimmung auf und mir war es dann irgendwie egal, wer der Täter ist.
Auf der Buchrückseite steht, dass dieses Buch der Beginn einer „neuen hinreißenden Krimiserie“ sein soll. Hinreißend ist für mich etwas anderes und ich bin eher abgeneigt, davon einen 2. Teil zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Der Totschläger

Der Totschläger (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 5)
0

Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Er soll eine Internetseite aufrufen und dort sieht er gemeinsam mit seinem Kollegen Garcia einen Mann in einem Glaskasten. Der Anrufer fordert den Detektiv auf ...

Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Er soll eine Internetseite aufrufen und dort sieht er gemeinsam mit seinem Kollegen Garcia einen Mann in einem Glaskasten. Der Anrufer fordert den Detektiv auf zu entscheiden, wie der Mann sterben soll: ertrinken oder verbrennen. Ein perfides Spiel beginnt und die Detectivs müssen zusehen, wie der Mann auf bestialische Weise stirbt. Doch die Ermittlungen bringen keine Ergebnisse. Tage später wieder ein Anruf: dieses Mal sollen sie eine andere Webseite aufrufen und müssen den nächsten Mord beobachten – dieses Mal können die User entscheiden, wie getötet werden soll. Auch hier bringen die Ermittlungen nur wenige Fortschritte, statt dessen kommt der Täter näher und näher … und bald ist auch Garcias Frau betroffen. Für den Täter ist das alles ein Spiel – für die Ermittler leider blutiger Ernst und auch die Unterstützung des FBI bringt sie nicht wirklich weiter.

Das Buch ist Klasse. Wieder ein Chris Carter vom Feinsten. Wer den Autor kennt, weiß auch, dass die Todesarten und die Beschreibung oft sehr detailliert und hart sind. Aber von der ersten Seite an ist hier absolute Spannung da. Man kann die Ermittlungen direkt verfolgen. Es gibt nur kleine „Ablenkungen“, wie das Privatleben der Ermittler, aber immer die direkte „Sicht“ auf die Opfer. Gnadenlos geht es vorwärts. Dazu kommt, dass die Ermittlungen gut nachvollziehbar sind, nur ein Mindestmaß an technischen Erklärungen ist nötig. Die Lösung des Falls und damit die Motive des Täters sind verständlich. Für mich das einzige Manko ist der deutsche Titel, den ich überhaupt nicht verstanden habe. Das Original „One by one“ beschreibt den Inhalt um Längen besser. Trotzdem: absolut spannend für Leute, die auf „harte“ Thriller stehen, absolut empfehlenswert. Eigentlich sind 5 Punkte noch zu wenig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Blutiger Engel

Blutiger Engel (Ein Alice-Quentin-Thriller 2)
0

London im Sommer, es ist drückend heiß. In der U-Bahn wird ein Mann auf die Gleise gestoßen. Zuerst vermuten alle, es ist ein Unfall. Doch die Polizei findet bei ihm weiße Federn und ein Engelsbild und ...

London im Sommer, es ist drückend heiß. In der U-Bahn wird ein Mann auf die Gleise gestoßen. Zuerst vermuten alle, es ist ein Unfall. Doch die Polizei findet bei ihm weiße Federn und ein Engelsbild und auf der Überwachungskamera sehen sie, der Mann wurde auf die Gleise gestoßen. Kommissar Burns holt sich bei den Ermittlungen Hilfe von Alice, einer Psychologin. Beide haben schon einmal in einem Fall zusammengearbeitet. Doch Alice stößt nicht überall auf Gegenliebe. Burns Stellvertreter mobbt sie regelrecht, Burns Chefin sieht eher die Kosten als die Hilfe. Doch nach und nach werden weitere Tote gefunden. Sie alle haben Federn und Engelsbilder bei sich. Ein Serienmörder geht um und Alice ist gefährdeter, als sie glaubt …



Die Beurteilung des Buches fällt mir ein bißchen schwer. Es ist insgesamt gut und flüssig lesbar. Allerdings fand ich es für einen Thriller nicht spannend genug. Für einen normalen Krimi fehlte die Ermittlungsarbeit. Man muss die Ergebnisse von Alice einfach so hinnehmen, auch wenn ich mich manchmal gefragt habe, wie sie überhaupt darauf kommt. Außerdem ging es mir in dem Buch ein wenig zu viel um das Privatleben von Alice, das ausführlich ausgebreitet wurde, auch wenn manches davon gar nichts mit dem Fall zu tun hat. Die zwischendurch aufgeführten Verdächtigen fand ich überhaupt nicht verdächtig. Die Lösung des Falls dann allerdings war eine gute Idee. Insgesamt ist das Buch nicht schlecht, hat aber definitiv noch Luft nach oben. Für richtige Thriller-Fans sicher etwas zu „zahm“, aber auch kein totaler Fehlgriff.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Moin

Moin
0

Böris Kröger ist in einem kleinen Nest am Oderhaff Polizist. Seine zwei Kollegen sind ständig beim Angeln oder beim Hausbau. So bleibt „alle“ Arbeit an ihm hängen – doch die besteht allenfalls aus gestohlenen ...

Böris Kröger ist in einem kleinen Nest am Oderhaff Polizist. Seine zwei Kollegen sind ständig beim Angeln oder beim Hausbau. So bleibt „alle“ Arbeit an ihm hängen – doch die besteht allenfalls aus gestohlenen Handtaschen oder weggelaufenen Hunden. So halten sich die Anstrengungen in Grenzen. Und er hat Zeit, mit seinem Freund in See zu stechen – um seine ausgeprägte Seekrankheit zu bekämpfen. Denn darunter leidet er stark und schwimmen kann er auch nicht. Doch die beschauliche Ruhe hat ein Ende. Zuerst steht das Dorffest an und Kröger wird vom Bürgermeister zu einer Vorführung verdonnert. Danach findet sich eine Yacht ohne Skipper, dafür voll mit Ratten. Dann taucht die berühmte Krimischriftstellerin Dora Pan auf und will Kröger bei der täglichen Arbeit begleiten. Und zu guter Letzt gibt es einen Toten – ganz nebenbei hat Kröger noch Stress mit seiner Oma … alles doch ein bißchen viel auf einmal.

Das Buch nennt sich nicht Kriminalroman und das ist gut so. Denn auch wenn es um Polizei und um Tote geht – ein Krimi ist es wirklich nicht. Statt dessen hätte es richtig witzig werden können – wenn, ja wenn es nicht in so vielen Details der erfolgreichen Serie von Rita Falk ähnelt. Auch dort kämpft ein Dorfpolizist mit widrigen Umständen, seiner Oma, diversen eigenartigen Dorfbewohnern und schwierigen Fällen. Was bei Rita Falk aber eben das Original ist, wirkt dieses Buch wie der 3. oder 4. Abguss davon. Es gibt einfach zu wenig eigene Einfälle und nur das Verlegen der Geschichte in den Norden reicht nicht wirklich. Einzig das Ende und die Auflösung des Falls ist dann eine gute Idee. Alles andere war für mich einfach zu überzogen.

Mein Fazit: wer nie eins der Bücher von Rita Falk gelesen hat, wird sicher viel Spaß an diesem Buch haben. Wer die Bücher kennt, ist wohl eher enttäuscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Als wir unsterblich waren

Als wir unsterblich waren
0

November 1989: Die Grenzen sind gerade offen und im Taumel dieses ersten Stunden fährt auch Alexandra mit ihrer Freundin nach Westberlin. Eigentlich will sie da nicht wirklich hin und fühlt sich in den ...

November 1989: Die Grenzen sind gerade offen und im Taumel dieses ersten Stunden fährt auch Alexandra mit ihrer Freundin nach Westberlin. Eigentlich will sie da nicht wirklich hin und fühlt sich in den Menschenmassen auch sehr unwohl. Als sie fast stürzt, fällt sie Oliver in die Arme. Er ist Westberliner Student – und es ist für beide Liebe auf den ersten Blick. Nach einigen Tagen voll Glück fährt Alexandra zurück nach Ostberlin. Dort wohnt sie mit ihrer Oma, weitere Familienangehörige gibt es nicht. Die Oma ist schon 93 und als ihr endlich Oliver vorgestellt wird, bricht sie zusammen und muss ins Krankenhaus. Versuche von Alexandra, die Gründe der Ablehnung zu erfahren, blockt sie ab. Erst nach und nach erzählt sie ihre Geschichte: diese beginnt vor dem 1. Weltkrieg und es ist die Geschichte von einigen Freunden, von Familie, von ganz viel Politik und dem Zeitgeschehen bis zur Machtergreifung der Nazis …

Die Autorin Charlotte Roth hat in dem Buch auch einen Teil der eigenen Familiengeschichte verarbeitet. Ich hatte bis ungefähr Mitte des Buches ein wenig Probleme damit. Mir erschienen die vielen politischen Ausführungen ein wenig zu lang und die Geschichte ging für mich etwas zäh vorwärts. So verlor ich etwas die Lust am Weiterlesen. Ab der Mitte des Buches änderte sich das aber. Die Handlung verlagerte sich mehr auf die vielen Familienmitglieder und auf die Freunde. Natürlich wurde die Politik auch mit einbezogen, aber sie war mehr in den Auswirkungen für die Menschen spürbar, nicht ganz so allgemein wie am Anfang. So begann mir das Buch mehr und mehr zu gefallen. Ich wollte wissen, wie es mit den Menschen weiterging und wie dann alles in der Wendezeit mit Alexandra und Oliver zusammenhing. Diese Wechsel zwischen Vergangenheit und relativer Gegenwart sind gut gelöst. Die Figuren des Buches sind zum größten Teil sehr gut beschrieben, die Handlungen nachvollziehbar. Gerade die auch hier beschriebenen 20er Jahre werden oft als die „goldenen“ gezeigt, doch hier werden auch die Auswirkungen auf die einfachen Leute und deren Schwierigkeiten beschrieben. Auch die Schwierigkeiten der damaligen Linke, die Trennung, das gegenseitige Nichtverstehen. Das Buch ist ein Teil guter Geschichte, gleichzeitig ist es aber auch Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere