Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2024

Blumentochter

Blumentochter
0

Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ...

Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ändert sich das Verhältnis. Plötzlich sind sie eher Konkurrentinnen, zumal sich Gizia und eine Tante für den gleichen Mann interessieren. Die Einkünfte der Frauen bestehen aus dem Verkauf von Blumen. Giza muss diese auch in der Stadt ausliefern und erfährt so viele Geheimnisse. Mehr und mehr muss Giza alle Arbeit allein machen. Sie fühlt sich unglücklich und als Außenseiterin und hat keine Freunde. Bis sie in die „verbotene“ Vila Morena kommt, einem eher verrufenen Stadtteil, in dem Huren und Säufer wohnen und eine geheimnisvolle Königin als Göttin verehrt wird. Dort findet Giza Aufnahme und Freunde. So schleicht sie sich immer öfter heimlich dahin und trifft sich auch mit ihrem Freund. Dann wird sie schwanger …
Ich bin mit dem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Der Stil ist sehr blumig und sehr ausufernd. Die Autorin hat viel Fantasie, aber sie sprach mich nicht an. Giza wirkt so unnahbar, eigentlich sind alle Figuren irgendwie „schräg“ und die Geschichte war für mich sehr unglaubwürdig. So werden die Tanten als nur wenig älter beschrieben, aber es gibt keine Erwachsenen dabei als die drei aufwachsen. Nur eine Art Dienerin/Haushälterin. Auch konnte ich nie wirklich die Zeit einordnen, in der die Geschichte spielen soll. Giza fährt Auto, also muss es relativ „neuzeitlich“ sein. Doch da werden Menschen umgebracht und niemand interessiert sich dafür. Es war einfach nicht mein Fall. Das Buch ist in sehr kurze Kapitel eingeteilt, doch ich merkte schnell, dass ich die Geschichte schon wenige Kapitel weiter völlig vergessen hatte und mich nicht an Details erinnern konnte. Sie interessierte mich immer weniger. Erst nach gut 2/3 kam so etwas wie ein wenig Spannung auf, was das auf der Buchrückseite angesprochene Geheimnis angeht. Letzteres wurde mit ein paar wenigen Seiten abgehandelt. Alles in allem war ich froh, als ich am Ende ankam. Das Buch ist einfach nichts für mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Die Königin der Orchard Street

Die Königin der Orchard Street
0

Mit ihrer russisch-jüdischen Familie wandert Malka nach Amerika aus. Eigentlich sollte es nach Südafrika gehen, doch der Vater tauscht die Schiffskarten ein und so landet die Familie in New York, sehr ...

Mit ihrer russisch-jüdischen Familie wandert Malka nach Amerika aus. Eigentlich sollte es nach Südafrika gehen, doch der Vater tauscht die Schiffskarten ein und so landet die Familie in New York, sehr zum Ärger und Entsetzen der Mutter. Sie kommen in einer typischen Einwanderermietskaserne unter und die die Eltern suchen sich Arbeit. Auch die Kinder sollen Geld verdienen. So beginnt Malka zusammen mit ihrer Schwester zu singen und kleine Arbeiten auf der Straße zu übernehmen. Auf der Straße hat Malka einen Unfall, sie wird von einem Pferdewagen überfahren. Der Fahrer ist Mr. Dinello – ein Eishersteller und –verkäufer. Der kümmert sich um Malka, die zuerst im Krankenhaus landet. Ihre Familie kümmert sich nicht um sie, denn Malkas Bein wird nie wieder in Ordnung kommen und Malka kann kein Geld verdienen. Inzwischen hat der Vater die Familie auch verlassen. So wächst Malka – die sich später katholisch taufen lässt und den Namen in Lillian ändert – bei der italienischen Familie Dinello auf und lernt das Eis machen von der Pieke auf. Doch trotz allem wird Lillian nie ein vollwertiges Familienmitglied bei den Dinellos und bleibt auf ihre Art immer eine Außenseiterin …
Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Malka/Lillian erzählt in der Ich-Form über ihr Leben. Immer im Wechsel von ihrem „hohen“ Alter aus in Rückblenden von ihrer Kindheit, Jugend, später ihrer Heirat und dem Leben mit ihrem geliebten Mann Bert und natürlich vom Aufbau ihres Eis-Imperiums, mit dem sie zu Amerikas „Eis-Königin“ wird. Sie erzählt ehrlich über ihre Freuden, ihre Vorstellungen und ihre Kämpfe um Anerkennung, die sie als nicht hübsche und behinderte Frau hat, deren Arbeit lange nicht anerkannt wird und die es schwer hat, sich mit ihren guten Ideen durchzusetzen. Sie wird oft von den Geschäftsmännern nicht für voll genommen und muss einige Tricks einsetzen. Auch im privaten Leben ist sie nicht immer ganz ehrlich und macht einige mehr als nicht legale Sachen. Dabei hat sie einen herrlichen Humor und viel (Selbst)Ironie, so dass das Lesen zu einem richtigen Vergnügen wurde. Nebenbei erfährt man viel vom Leben in Amerika von der Einwanderung zum Anfang des 20. Jahrhunderts über den 1. und 2. Weltkrieg und vom Aufbau einer Firma, aber auch von dem möglichen schnellen Niedergang bei Fehlern. Malka ist eine starke Frau, die vor allem an Ende zu ihren Fehlern steht und die Konsequenzen zieht. Das ganze Buch durchzieht ein „Aroma“, man meint förmlich, das Eis zu riechen und zu schmecken – dabei ist es aber auch unheimlich warmherzig und witzig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Verliebt in sieben Stunden

Verliebt in sieben Stunden
0

Paolo ist ein angesehener Wirtschaftsjournalist bei einer seriösen Zeitung. Mit seiner Verlobten Giorgia plant er die Hochzeit. Sein Leben läuft perfekt für ihn: tolle Wohnung, teure Möbel, ein Karrieresprung ...

Paolo ist ein angesehener Wirtschaftsjournalist bei einer seriösen Zeitung. Mit seiner Verlobten Giorgia plant er die Hochzeit. Sein Leben läuft perfekt für ihn: tolle Wohnung, teure Möbel, ein Karrieresprung in Aussicht. Doch da kommt er unerwartet früher nach Hause und erwischt seine Verlobte mit seinem fiesen Chef im Bett. Wutentbrannt kündigt er seinen Job, verletzt versucht er, sich das Leben zu nehmen, landet im Krankenhaus und nach 3 Monaten in einer Wohnung ohne Wasser, Gas und Strom, dafür mit einem Haufen unbezahlter Rechnungen. Seine letzte Rettung ist ein Job bei Macho Man, einer eher banalen Wochenzeitschrift für Männer. Er muss belanglose Interviews führen und Artikel schreiben. Doch als guter Journalist macht er auch das gut und so kommt es, dass er „undercover“ an einem Kurs teilnehmen muss „Kunst der Verführung“. Und die Kursleiterin ist zwar sehr attraktiv, doch er gerät andauernd mit ihr aneinander, denn er kann den Kurs nicht ernst nehmen. Bis seine Artikel einschlagen wie eine Bombe und die Auflage der Zeitschrift unheimlich steigern …
Ich habe das Buch innerhalb von nicht mal 2 Stunden gelesen. Normalerweise würde das bedeuten, dass ich total begeistert bin. In dem Fall bedeutet es einfach nur, dass man es schnell lesen kann. Es gab einige Stellen, die ich ganz witzig fand. Doch insgesamt war es wohl eher nicht meine Art von Humor. Kurze Sätze, sehr einfacher Stil und irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass ich kein Buch lese, sondern eher ein Drehbuch für einen Film (vermutlich wird das Buch auch verfilmt werden). Viele Sachen waren einfach so vorhersehbar. Die Figuren waren teilweise übertrieben klischeehaft, die „Verwechslungen“ meilenweit vorhersehbar, die Figuren teilweise sehr platt. Ich kann nicht verstehen, warum es ein Bestseller geworden ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Eltern, die auf Schaukeln starren

Eltern, die auf Schaukeln starren
0

Das Buch ist in 7 „Kapitel“ nach den Wochentagen eingeteilt. Die Autoren haben auf dem Spielplatz die verschiedenen Elterntypen beobachtet und genau beschrieben: da ist die durchgestylte Mutter, die zu ...

Das Buch ist in 7 „Kapitel“ nach den Wochentagen eingeteilt. Die Autoren haben auf dem Spielplatz die verschiedenen Elterntypen beobachtet und genau beschrieben: da ist die durchgestylte Mutter, die zu Hause für alles eine Nanny hat, die Öko-Mama, der Business-Papa oder auch der ganz überzeugte Neodad. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Jeder hat so seine eigenen Vorstellungen und Macken, wie die Kinder zu erziehen sind, was für sie gut und vor allem was ganz schlecht ist, wie sie sich auf dem Spielplatz verhalten sollen und wie sich die Kinder verhalten sollen. Das Ganze ist eigentlich überspitzt dargestellt – als neutraler Beobachter denke ich aber, so überspitzt ist das gar nicht. Diese Typen hat man selbst schon irgendwo beobachtet und entweder amüsiert oder genervt reagiert. Und bei dem ganzen Kult um die Kinder fragt man sich schon mal, wie die Generationen davor überhaupt aufwachsen konnten und doch zuallermeist schadenfrei groß geworden sind. Die Autoren erklären allerdings auch, warum sich das heute so rapide geändert hat – diverse Seitenhiebe auf Erziehungsratgeber inklusive. Das alles ist aber eher humorig geschrieben und lässt sich sehr leicht und flüssig lesen. Natürlich spielt hier der Wiedererkennungswert eine große Rolle – man kennt halt eben genau so eine Person. Die Autoren haben es auch verstanden, das Buch auf genau die Länge zu bringen, die verhindert, dass man sich durch allzu viele Wiederholungen langweilen könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Und morgen Du

Und morgen du (Ein Fabian-Risk-Krimi 1)
0

Kommissar Fabian Risk kehrt in seine Heimat zurück. Nicht ganz freiwillig, denn er hatte Probleme auf der Arbeit und auch familiär läuft es nicht wirklich gut. Beides will er ändern und so soll der Umzug ...

Kommissar Fabian Risk kehrt in seine Heimat zurück. Nicht ganz freiwillig, denn er hatte Probleme auf der Arbeit und auch familiär läuft es nicht wirklich gut. Beides will er ändern und so soll der Umzug ein Neuanfang sein. Doch er ist gerade angekommen, da wird in seiner alten Schule ein Toter gefunden – mit abgetrennten Händen. Daneben ein Foto, das Fabians alte Klasse zeigt. Während Fabian seinen Urlaub gar nicht erst antritt und bei den Ermittlungen hilft, wird ein weiteres Opfer gefunden. Wieder aus der gleichen Klasse. Wieder verstümmelt. Fabian klemmt sich hinter die Ermittlungen, hat erste Erfolge – macht aber so viele Alleingänge, dass seine neue Chefin in dann doch in den Urlaub zurück schickt, denn sie haben einen Verdächtigen ausgemacht – ebenfalls jemand aus Fabians alter Klasse. Doch die Morde gehen weiter und auch Fabian gerät in immer größere Gefahr.
Das Buch hat mir gut gefallen. Fabian ist ein sympathischer Ermittler, der aber auch Ecken und Kanten hat. Seine Ermittlungen sind nachvollziehbar, die Probleme mit den Kollegen und der Familie auch. Die Spannung des Buches trägt sich anfangs vor allem durch die unterschiedlichen Morde, einer nach dem anderen in der Klasse wird aus „nachvollziehbaren“ Gründen ermordet. In der Mitte des Buches lässt die Spannung etwas nach, hier wäre eine Straffung etwas günstiger gewesen. Aber das Ende birgt noch einige Überraschungen, die die Spannung dann wieder erhöhen.
Insgesamt ein guter Krimi, bei dem ich mir eine Fortsetzung wünschen würde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere