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Veröffentlicht am 18.10.2024

Die Erfindung der Flügel

Die Erfindung der Flügel
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Charleston, 1803: Sarah, Tochter des Richters und Plantagenbesitzers, wird 11 Jahre alt und bekommt zum Geburtstag „ihre“ persönliche Sklavin Hetty/Handful. Sie will das Geschenk ablehnen bzw. Handful ...

Charleston, 1803: Sarah, Tochter des Richters und Plantagenbesitzers, wird 11 Jahre alt und bekommt zum Geburtstag „ihre“ persönliche Sklavin Hetty/Handful. Sie will das Geschenk ablehnen bzw. Handful freilassen. Doch beides wird ihr nicht erlaubt. So wird Handful ihre Zofe und zwischen beiden entwickelt sich eine Art Freundschaft. Sarah ist sehr lernbegierig und liest gern und bringt Handful das Schreiben bei, was natürlich verboten ist. Beide werden dafür hart bestraft. Trotzdem versuchen sie immer wieder, die Grenzen ihrer Zeit und ihres Standes zu durchbrechen …
Das Buch ist sehr berührend. In ihm werden viele starke Frauen geschildert. Ob es Mauma, Handfuls Mutter ist, die auf ihre Art ihrer Herrin trotzt und versucht, genug Geld für ihren Freikauf zu bekommen. Oder Handful selbst, die sich ihre Freiheiten herausnimmt und später sogar einen geplanten Sklavenaufstand unterstützt. Aber auch auf der andere Seite Sarah und ihre Schwester Nina, die beide die Sklaverei verabscheuen und später über die Quäker zu Abolitionisten werden. Die Geschichte wird wechselseitig von Sarah und Handful erzählt. So hat man immer die Sicht von beiden Seiten – der reichen weißen Tochter aus gutem Hause und der Negersklavin. Man erkennt die vielen Quälereien – offen und subtil –, die den Sklaven angetan worden sind. Aber auch die Selbstverständlichkeit, mit der das passiert. Und obwohl Sarah ihrer Zeit weit voraus ist, ist es auch bei ihr ein langer Entwicklungsweg im Kampf gegen die Sklaverei.
Umso mehr war ich erstaunt, dass Sarah und Nina historische Persönlichkeiten waren und keine erfundenen Romanfiguren.
Ich habe nur bedauert, dass die Spannung der Geschichte für mich im Mittelteil des Buches nachgelassen hat. Und dass der Kampf der Schwestern am Ende des Buches relativ kurz abgehandelt wurde. Aber insgesamt war es für mich ein sehr gutes Buch, was ich immer weiter empfehlen würde.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Broken Dolls

Broken Dolls – Er tötet ihre Seelen
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4 junge Frauen werden entführt, bestialisch gefoltert und am Ende nicht ermordet, sondern ein Teil des Gehirns so entfernt, dass die Frauen nur noch Körper sind, aber keine Seele, keine Gefühle mehr haben. ...

4 junge Frauen werden entführt, bestialisch gefoltert und am Ende nicht ermordet, sondern ein Teil des Gehirns so entfernt, dass die Frauen nur noch Körper sind, aber keine Seele, keine Gefühle mehr haben. Jetzt ist eine 5. Frau verschwunden … Ex-FBI Winter wird aus Amerika geholt, um als Profiler den Fall aufzulösen. Er hat selbst eine mehr als bewegte Vergangenheit, denn sein Vater war ebenfalls ein Serienmörder…
Mir hat Broken Dolls sehr gut gefallen. Ich habe es fast in einem Ritt durchgelesen. Die Geschichte wechselt zwischen den Ermittlungen von Winter und der Polizei und den Geschehnissen um den Täter. Und obwohl man weiß, was passiert, erfährt man nicht wirklich die Gründe des Täters. Die Spannung ergibt sich zum einen aus den Ermittlungen und auch aus dem Verhältnis von Winter zur Polizistin Templeton, zum anderen aus dem Geschehen um und bei dem Täter. Man folgt den Ermittlungen, geht die Irrwege mit und manchmal wirkt Winter wie ein Übermensch. Aber seine Einfälle werden meist ziemlich logisch erklärt, sie sind nachvollziehbar. Alles in allem kann ich das Buch nur weiterempfehlen und würde gern weitere Fälle um Winter lesen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sailing Conductors

Sailing Conductors
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Ben und Hannes studieren. Ben ist zum Schluss eine ganze Weile in Australien und kommt auf die Idee, mit einem Segelboot zurück nach Deutschland zu fahren und unterwegs in den verschiedenen Ländern mit ...

Ben und Hannes studieren. Ben ist zum Schluss eine ganze Weile in Australien und kommt auf die Idee, mit einem Segelboot zurück nach Deutschland zu fahren und unterwegs in den verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Musikern Lieder aufzunehmen. Hannes ist begeistert. Der Plan ist: ca. 3 Wochen auf See, dann 3 Wochen an Land – und in etwa 6 bis spätestens 12 Monaten zu Hause nach Deutschland zu kommen. Aus diesen geplanten Monaten werden erst mal mehr als 3 Jahre – die meiste Zeit verbringen Ben und Hannes allein auf der „Marianne“ , ihrem Segelboot. Ab und zu begleiten sie Gäste ein Stück auf der Reise. Anfangs sind beide völlige Laien und haben keine Ahnung, im Laufe der Reise eignen sie sich mehr und mehr Kenntnisse an.
Das Buch handelt von der gesamten Seereise. Ben und Hannes schreiben abwechselnd ihre Erlebnisse nieder, ab und zu sind die (B)Logbücher der Gäste eingefügt. Das Ganze ist ganz nett geschrieben, manchmal witzig, oft flapsig (mir anfangs vor allem zu flapsig). So restlos begeistern konnte mich das Buch aber nicht. Zum einen wiederholt sich vieles, weil Ben und Hannes über gleiche Vorfälle erzählen. Zum anderen kommen die immer wiederkehrenden Probleme, vor allem mit dem Motor, ausführlich vor. Einige der Fachbegriffe beim Segeln sind im Anhang erklärt, viele nicht. Als Laie habe ich ab und zu nicht verstanden, was damit gemeint ist. Der Teil Musik kommt im Buch relativ kurz. Es geht vor allem ums Segeln, Bier trinken, Spaß haben. Ich bin beeindruckt, mit wie wenig Wissen und auch Geld die beiden starten und was sie am Ende zustande bringen. Aber insgesamt hat mich das Buch nicht besonders beeindruckt (von vielen Schreibfehlern mal abgesehen). Mir kam es ein wenig vor wie der übliche Schulaufsatz „Wie hast Du die Ferien verbracht“ – nur halt ausführlicher. Alles in allem: nett zu lesen, für Segler und noch mehr für solche, die eine Segeltour planen, sicher interessanter als für jemanden wie mich, der das nie vorhat.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Kuckucksmörder

Kuckucksmörder
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Die Polizistin Eva wird von der Mutter ihrer Freundin angerufen, weil diese sich nicht meldet. Als Eva das Haus aufsucht, findet sie ihre Freundin, deren Mann und beide Kinder ermordet und verstümmelt ...

Die Polizistin Eva wird von der Mutter ihrer Freundin angerufen, weil diese sich nicht meldet. Als Eva das Haus aufsucht, findet sie ihre Freundin, deren Mann und beide Kinder ermordet und verstümmelt vor. An den Ermittlungen ist sie dann nicht beteiligt, macht sich aber trotzdem Gedanken und ist ziemlich erschrocken, als sie erfährt, dass ihre Freundin von ihrem Mann geschlagen worden sein soll. Zu allem kommt noch, das Eva starke gesundheitliche Probleme hat. Doch scheinbar ist die Familie ihrer Freundin nicht die einzige, die ermordet wurde …
„Kuckucksmörder“ hat mich nicht richtig überzeugt als Thriller. Fast das gesamte Buch wird aus der Sicht des Mörders erzählt und beschreibt den Grund seiner Morde und das Vorgehen in der nächsten Familie. Dadurch fehlte mir fast jede Spannung. Eva kam nur als Randfigur vor. Ermittlungen der Polizei fast gar nicht. Statt dessen wird ausführlich die neue Familie und deren Situation beschrieben, die sich der Mörder ausgesucht hat. Auch er selber bleibt als Figur für mich eigenartig blass. Ich konnte für ihn keine Antipathie aber auch keine Sympathie empfinden.
Das Ende des Buches war für mich dann mehr als unglaubwürdig, weshalb ich mich für max. 3 Punkte entschieden habe.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Lotusblut

Lotusblut
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„Lotusblut“ ist der zweite Fall für Emilia (Em) Capelli und Mai Zhou. In einem Hotel wird ein Ehepaar ermordet. Bei den Untersuchungen stellt sich heraus, dass sie ein chinesisches Kind entführt haben. ...

„Lotusblut“ ist der zweite Fall für Emilia (Em) Capelli und Mai Zhou. In einem Hotel wird ein Ehepaar ermordet. Bei den Untersuchungen stellt sich heraus, dass sie ein chinesisches Kind entführt haben. Dieses ist vorerst verschwunden, wird dann aber von der Polizei gefunden. Doch das Mädchen antwortet auf keine Frage, es spricht nicht. Kurze Zeit danach meldet sich der Onkel des Mädchens und holt es sich zurück.
Die Ermittlungen vom Em und Zhou werden so ziemlich von allen verhindert. Auch eine Befragung des Mädchens wird unterbunden und kurz danach verschwindet es zum 2. Mal. Und die ganze Sache wird immer mysteriöser …

Das 2. Buch schließt nahtlos an den 1. Band an, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ich fand es schwächer als den ersten Band. Zum einen hat es mich ein wenig genervt, dass sich Em bei jeden Fall immer und so ziemlich mit jedem anlegt und das Verhältnis zwischen den beiden Ermittlerinnen immer noch so stark angespannt ist. Zum anderen sind die Fähigkeiten des 10-jährigen Mädchens für mich nicht immer nachvollziehbar und somit teilweise doch unglaubhaft. Die Spannung des Buches resultiert vor allem aus dem fehlenden Motiv der Morde. Die Auflösung hat mich dann etwas enttäuscht. Auch hatte ich das Gefühl, dass durch einige Nebenhandlungen, die für meine Begriffe nichts mit dem Fall zu tun hatten, das Buch etwas in die Länge gezogen wurde.

Mein Fazit: Ein solider Krimi, der aber Luft nach oben hat.

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