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Veröffentlicht am 17.10.2024

Is was, Dog?

Is was, Dog?
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Dunja Hayali – die bekannte Fernsehmoderatorin – ist auf den Hund gekommen. Und zwar schon seit 10 Jahren. Emma ist ein Golden Retriever und ihr ganzer Stolz. So beschreibt sie in dem Buch den Weg, bis ...

Dunja Hayali – die bekannte Fernsehmoderatorin – ist auf den Hund gekommen. Und zwar schon seit 10 Jahren. Emma ist ein Golden Retriever und ihr ganzer Stolz. So beschreibt sie in dem Buch den Weg, bis die Entscheidung zum Hund gefallen ist. Wie sie Emma dann bei der Züchterin bekommen hat, die Erziehung des Hundes und des Frauchens, einige Eigenarten und Begebenheiten. Abgewechselt werden diese persönlichen Anekdoten mit Verallgemeinerungen über Hundebesitzer und Hundehasser. Über Vor- und Nachteile von Hunden, Hunderassen und den dazugehörigen Menschen. Das alles ist eigentlich nicht wirklich bierernst zu nehmen und auch nicht so geschrieben. Trotzdem – oder gerade deswegen – werden sich viele Leute darin wiedererkennen (wir haben keinen Hund, aber auch andere Haustiere lösen ähnliche Verhaltensweisen aus) und entweder schmunzeln oder das entrüstet von sich weisen. Das Buch ist einfach gute Unterhaltung, nicht wissenschaftlich gemeint, aber auch eben nicht nur Klamauk. Nichthundebesitzer werden sich darin mit allen ihren Vorurteilen, aber auch teilweise berechtigten Vorwürfen wiedererkennen. Hundebesitzer werden sicher oft einfach nur zustimmen. Leute, die sich einen Hund zulegen wollen, sei die Lektüre zum Überdenken des Ganzen zu empfehlen. Es wird sehr realistisch geschildert, wie das Leben mit Hund ist oder sein kann. Gut gefallen haben mir die zur Unterstreichung einzelner Geschichten eingefügten (leider zu wenig) Fotos. Nicht so gut gefallen hat mir der immer gleiche Stil, was die Einteilungen angeht, und die teilweisen Wiederholungen inhaltlicher Sachen. Aber insgesamt hat mir das Buch viel Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Wenn's am schönsten ist

Wenn's am schönsten ist
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Lukas steht kurz vor dem Abitur. Er lebt allein bei seiner Mutter, hat schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater Peter. Seine Mutter Sabine hat die Trennung von Peter immer noch nicht verkraftet ...

Lukas steht kurz vor dem Abitur. Er lebt allein bei seiner Mutter, hat schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater Peter. Seine Mutter Sabine hat die Trennung von Peter immer noch nicht verkraftet und beurteilt ihn durchweg schlecht. Dadurch hat Lukas auch kein großes Bedürfnis, mit seinem Vater Kontakt zu haben. Dann wird Lukas von seinen Großeltern zum Geburtstag der Oma eingeladen. Eher widerwillig fährt er hin. Peter kommt ebenfalls eher widerwillig zu der Feier und wird sozusagen vor vollendete Tatsachen gestellt. Wutentbrannt verlässt er das Haus, wütend auf seine Eltern, nicht auf Lukas. Der bezieht das natürlich auf sich und verlässt ebenfalls die Feier. Hinterher versucht Peter dann doch, wieder Kontakt mit Lukas zu bekommen. Telefonate blockt Sabine ab, doch ein Brief geht an Lukas. Während Peter auf eine Antwort wartet, erfährt er die Diagnose seiner tödlichen Krankheit. Er will das geheim halten. Lukas entscheidet sich dann doch, Peter zu besuchen. Die ersten beiden Tage verlaufen erst schwierig, dann super - bis Lukas die Arztdiagnose zufällig findet und alles missversteht und den Kontakt wieder abbricht ...
Das Buch ist ein ganz starkes Buch. Es ist wunderbar zu lesen vom Stil her und es ist wunderbar vom Inhalt her. Wohl jedes Scheidungskind hat ähnliches schon einmal erlebt. Anfangs wird im Buch vor allem Sabine ein wenig als Verursacher der Probleme dargestellt. Sie ist maßlos enttäuscht von Peter, verhindert später nach Möglichkeit jeden Kontakt zwischen Vater und Sohn, klammert sich nur an Lukas und lebt fast kein eigenes Leben mehr. Erst im Laufe des Buches macht auch sie eine Wandlung durch (für mich das einzige Manko der Geschichte, dass diese Wandlung nach dem jahrelangen Hass dann auf einmal schnell und relativ problemlos kommt). Lukas ist hingerissen zwischen allen Gefühlen: er möchte den Vater kennenlernen, der Mutter nicht weh tun. Und er hat riesige Vorbehalte und auch Vorwürfe, weil Peter die ganzen Jahre nichts für ihn getan hat. Trotzdem wünscht er sich einen Vater, macht sich aber keine Entscheidung leicht. Zumal er - kurz vor dem Abitur - generell in einer schwierigen Lebensphase ist. Peter wiederum will immer in Freiheit leben, hat die Familie als Einschränkung empfunden, den Sohn nicht - aber er hat auch schnell aufgegeben, als Sabine die Kontakte unterbinden wollte. Erst jetzt hat er das Bedürfnis, da einiges nachzuholen.
Hier werden viele Fragen aufgeworfen, Entscheidungen in den Raum gestellt - aber es wird auch immer wieder betont, dass zu jeder Trennung, zu jeder Entscheidung mindestens zwei Menschen gehören, dass keiner für alles allein die Schuld trägt und dass man sich jederzeit ändern kann, aufeinander zugehen, Entscheidungen revidieren, aber auch akzeptieren kann. Das alles verpackt in eine wunderbare Geschichte - dafür kann es nur die volle Punktzahl geben.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Jäger

Jäger
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Marina Esposito ist mit ihrem Mann Phil, ihrer Tochter und den Schwiegereltern übers Wochenende am Meer. Doch das Wochenende endet in einer Katastrophe. Das Haus brennt ab, der Schwiegervater ist Tod, ...

Marina Esposito ist mit ihrem Mann Phil, ihrer Tochter und den Schwiegereltern übers Wochenende am Meer. Doch das Wochenende endet in einer Katastrophe. Das Haus brennt ab, der Schwiegervater ist Tod, die Schwiegermutter verletzt, der Mann liegt im Koma und die Tochter wird entführt. Die Entführer melden sich bei Marina und verlangen einiges von ihr, vor allem keine Einschaltung der Polizei. Statt dessen wird sie von einem Ort zum anderen geschickt und soll am Ende die Unschuld eines verurteilten Mörders beweisen. Sie hält sich allerdings nicht ganz an die Vorgaben und so die Rückgabe ihrer Tochter immer schwieriger bis aussichtslos.
Das neue Buch von Tania Carver knüpft an die Vorgängerbände von Marina und Phil an. In diesem Buch spielt allerdings Marina die Hauptrolle. Phil ist aufgrund seines Zustandes eher eine Randfigur. Außerdem rücken einige Mitarbeiter von Phil näher in den Mittelpunkt. Und die verschiedenen Täter natürlich. Tania Carver hat einen guten Stil, so dass man ihre Bücher gern liest. Sie baut verschiedene Handlungsstränge auf, bringt immer mehr Verdächtige ins Spiel. Durch die kurzen Kapitel wechseln die Handlungen ständig. Marina als Hauptfigur ist sehr glaubhaft. Der Anfang (ca. 200 Seiten) des Buches ist sehr spannend, in der Mitte zog es sich für meine Begriffe dann etwas, das Ende wurde dann wieder besser. Insgesamt kann ich das Buch aber wirklich empfehlen und ich denke, weitere Folgen sind sicher in Arbeit, die ich auch gern lesen würde.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Mehr Zeit mit Horst

Mehr Zeit mit Horst
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Gabi steht kurz vor der 60 und arbeitet als Buchhändlerin. Die 3 Kinder sind (fast) erwachsen, nur Sohn Maxi genießt noch Hotel Mama und studiert. Ihr Mann Horst ist Lehrer und steht kurz vor der Pensionierung. ...

Gabi steht kurz vor der 60 und arbeitet als Buchhändlerin. Die 3 Kinder sind (fast) erwachsen, nur Sohn Maxi genießt noch Hotel Mama und studiert. Ihr Mann Horst ist Lehrer und steht kurz vor der Pensionierung. Seine Vorstellung davon ist: Gabi hört ebenfalls mit der Arbeit aus und sie fahren mit dem Camper durch die ganze Welt, bevorzugt erst mal in die USA. Dies teilt er Gabi relativ kurzfristig mit. Diese ist davon gar nicht begeistert. Ihr Vorstellung von Urlaub ist eher weniger Camper, als schönes Hotel in Venedig. Und auch weiterhin zur Arbeit zu gehen. Dazu kommt, dass sie in einem Personalgespräch nicht die erwartete Kündigung erhält – ihr Lieblingsbereich, die Klassiker-Bücher, geht eher schlecht – sondern zur Mitarbeiterin des Quartals wird und sogar einen Aufstieg in Aussicht gestellt bekommt. Diese Aufgabe reizt sie ungemein. Allerdings auch ihren Mann – denn er besteht darauf, dass sie nicht mehr arbeitet. Spätestens zu ihrem 60. Geburtstag im Sommer soll Schluss sein. Und so prallen die arg unterschiedlichen Ansichten aufeinander und ein Ehekrieg beginnt…

Das Thema ist sehr interessant und trifft wohl früher oder später fast jeden. Was mache ich während meiner Rentenzeit? Was hat mein Partner vor? Die Autorin versucht, das ganze auch recht witzig und locker rüberzubringen. Das ist ihr ganz gut gelungen. Das Buch liest sich locker und leicht und sehr flüssig. Ich habe es in einem Zug gelesen. Allerdings habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum reden Horst und Gabi nicht mal vernünftig miteinander? Nach 30 Jahren Ehe sollte das doch möglich sein. Warum finden sie keinen vernünftigen Kompromiss, indem Gabi z. B. kürzer arbeitet oder ähnliches.
Erschreckt hat mich auch das für meine Begriffe doch überholte Frauenbild: Gabi kocht und Horst setzt seine Vorstellungen durch am Ende. Und eigentlich hatte ich nicht den Eindruck, als ob beide in Zukunft damit glücklich werden.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Mandela

Mandela
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Der weiße Südafrikaner Christo Brand hat eine unbeschwerte Kindheit. Er wächst auf dem Land in einer eher armen, aber toleranten Familie auf. So hat er auch in Zeiten der tiefsten Apartheid Kontakte zu ...

Der weiße Südafrikaner Christo Brand hat eine unbeschwerte Kindheit. Er wächst auf dem Land in einer eher armen, aber toleranten Familie auf. So hat er auch in Zeiten der tiefsten Apartheid Kontakte zu farbigen Südafrikanern und empfindet das als normal. Um nicht in die Armee zu müssen, entscheidet er sich für eine Ausbildung als Gefängniswärter und kommt mit 19 Jahren als Wärter in das berüchtigte Gefängnis Robben Island. Dort versieht er seinen Dienst genau nach Vorschrift und kommt bald auf einen Posten, bei dem er die Post der Gefangenen kontrollieren muss. Kurze Zeit später wird er direkter Wärter von Nelson Mandela und seinen miteingekerkerten Freiheitskämpfern. Obwohl diese politischen Häftlinge in ganz strenger Isolation gehalten werden, schafft es das Regime nicht, sie zu brechen. Sie bewahren sich über Jahre ihren Mut, Kampfgeist und ihre Menschenwürde. Anfangs ist Brand eher davon begeistert, wie „leicht“ diese Häftlinge zu bewachen sind, dass sie keine Probleme machen und immer freundlich zu den Wärtern sind. Umgekehrt versucht Brand dann auch, den politischen Häftlingen so menschlich wie möglich zu begegnen, sie nicht zu schikanieren und im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten zu unterstützen und ihnen die schweren Bedingungen zu erleichtern. Später wird er mehr und mehr in den Bann dieser so außergewöhnlichen Menschen – und gerade von Nelson Mandela – gezogen. Aus einer Wärter-Häftling-Beziehung entwickelt sich gegenseitige Hochachtung und spätere Freundschaft, die auch nach der Freilassung über Jahre anhält.
Das Buch erzählt in direktem einfachen Stil die Geschichte von Brand, angefangen über seine Jugend, seine Entwicklung und auch sein privates Leben. Dies allerdings nur in wenigen Worten . Hier hätte ich mir manchmal etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Der überwiegende Teil des Buches handelt von der Haftzeit Mandelas und auch von der Zeit seiner Freilassung. Es ist beeindruckend, wie diese außergewöhnliche Persönlichkeit die Bedingungen der Haft überstanden hat, immer Mensch geblieben ist, trotzdem ganz normale Schwächen hatte. Aber noch viel mehr Stärken. Man kann ihn nur als Vorbild haben. Es ist auch interessant, über die wirklichen Zeiten und Bedingungen der Haft zu lesen – geschrieben von jemandem, der direkt dabei war, nicht von Hörensagen, sondern aus eigenem Erleben. Das Buch beschreibt gut die so außergewöhnliche und anrührende Beziehung zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen. Ergänzend dazu gibt es 2 Blöcke mit Fotos – sowohl von Mandela wie auch von Brands Familie. Ich kann das Buch jederzeit weiterempfehlen.

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