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Veröffentlicht am 18.10.2024

Mörderkind

Mörderkind
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Fiona hatte eine schwere Kindheit. Überall war sie nur das Mörderkind, denn ihr Vater hatte seine Geliebte umgebracht, ihre Mutter kurz danach Selbstmord begangen. Sie wächst bei Verwandten auf, fühlt ...

Fiona hatte eine schwere Kindheit. Überall war sie nur das Mörderkind, denn ihr Vater hatte seine Geliebte umgebracht, ihre Mutter kurz danach Selbstmord begangen. Sie wächst bei Verwandten auf, fühlt sich dort aber nicht glücklich. In der Schule wird sie regelrecht gemobbt. So legt sie sich einen dicken Schutzpanzer zu und blockt jeden Versuch des Vaters, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis mit ihr Kontakt aufzunehmen, vehement ab. Doch dann stirbt ihr Vater und ein Rettungssanitäter steht vor ihrer Tür und überbringt die letzten Worte: Ich bin kein Mörder. Anfangs glaubt Fiona das nicht, doch nach und nach kommen ihr immer mehr Zweifel am Unfalltot des Vaters und als sie nachforscht, auch am Mord …

„Mörderkind“ ist ein typischer Inge Löhning, geradliniger Stil, gut lesbar. Nicht immer kann ich alle Reaktionen von Fiona nachvollziehen, insgesamt ist die Figur aber gut angelegt. Auch die weiteren Figuren sind für mich stimmig. Nicht übertrieben schwarz-weiß, jede hat gute und schlechte Seiten. So verfolgt man die Suche von Fiona zusammen mit „Darcy“ nach der Wahrheit und nach der eigenen Entwicklung anfangs mit großer Spannung. Diese lässt in der Mitte des Buches etwas nach, weil man als Leser durch die vielen Rückblicke viel viel mehr Wissen hat als Fiona. Die Rückblicke sind allerdings sofort verständlich und verwirren nicht. Ich fand es ein wenig schade, dass man so zeitig schon den genauen Ablauf der Taten wusste. Am Ende gibt es dann natürlich ein etwas rasanteres Finale und auch noch mal eine neue Wendung.
Insgesamt ist „Mörderkind“ für mich ein sehr solider Krimi, den man flüssig lesen kann und den ich auch weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Tödlicher Frost

Tödlicher Frost
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In Tromso wird ein Mann ermordet im Kuhstall aufgefunden. Er ist gefoltert worden. Die Polizei hat keine wirkliche Spur und es kommt einem so vor, als ermitteln sich auch nicht richtig. Der Journalist ...

In Tromso wird ein Mann ermordet im Kuhstall aufgefunden. Er ist gefoltert worden. Die Polizei hat keine wirkliche Spur und es kommt einem so vor, als ermitteln sich auch nicht richtig. Der Journalist Alexander Winther, Ex-Elitesoldat und in Afghanistan eingesetzt, nimmt sich der Sache an und versucht zu recherchieren. Es stellt sich heraus, dass der Tote ein Serbe ist. Hat er etwas damit zu tun, dass in der Nähe von Tromso im 2. Weltkrieg ein KZ vorwiegend mit Jugoslawen war? Außerdem geht es noch um eine Konferenz 1949 in Norwegen, an der hochrangige ehemalige SS-Offizieren teilgenommen haben, zwar unter Decknamen – doch jeder wusste, wer sie wirklich waren. Die Recherchen führen Alexander bis nach Holland …

Ich muss sagen, dass ich nicht so richtig in das Buch hineingekommen bin. Am Anfang wechseln die Kapitel zwischen dem Auffinden des Toten in der Gegenwart (danach folgt lange erst mal in dieser Richtung nicht viel) und dem Geschehen in dem KZ im 2. Weltkrieg. Dazu kommen ausführliche Erklärungen zu der Situation und ein weiterer Wechsel zu dieser Konferenz 1949 mit wiederum ausführlichen Erklärungen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass ich 3 völlig unterschiedliche Bücher gemischt wurden. Dann kommen noch die Geschehnisse aus dem Krieg in Jugoslawien in der Gegenwart dazu, Kriegsverbrecherverhandlungen in Den Haag und die persönlichen/gesundheitlichen Probleme von Winther sowie sein eher schlechtes Verhältnis zu seinem Vater. Am Ende vermischt sich das zwar alles zu einer runden Sache, doch bis dahin hatte ich bis etwa zur Mitte des Buches ziemlich zu kämpfen und war immer kurz davor, mit dem Lesen aufzuhören. Hier war vieles gut gemeint, doch die Umsetzung war am Ende nicht wirklich mein Geschmack. Dabei war das Buch rein vom Stil her gut zu lesen, doch ich fand zu kaum einer der handelnden Personen irgendwie einen Draht, sie blieben für mich blass.
Gut gelungen fand ich allerdings die Vermischung der verschiedenen Kriege. Ich meine damit, wie weit Handlungen aus der Vergangenheit in das Heute hineinreichen und damit das Leben von Menschen verändern können. Und wie sich Menschen (im Buch im 2. Weltkrieg ein Beamter und im Jugoslawien-Krieg ein Lehrer) und wie sich Menschen unter dem Gefühl von Macht in regelrechte Bestien verändern können. Leider auch erschreckend, dass die Menschheit wohl nichts aus den vergangenen Kriegen und Gräueln gelernt hat.
Alles in allem ist das Buch für mich lesbar, aber nicht unbedingt der ganz große Wurf.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Oesterreichische Küche - Reloaded

Österreichische Küche
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Bernie Rieder hat ein wirklich Super-Kochbuch geschrieben. Traditionelle Rezepte aus Österreich modern gekocht – man staunt, was so aus alten Hausmannskostrezepten alles Tolles werden kann. Dabei ist das ...

Bernie Rieder hat ein wirklich Super-Kochbuch geschrieben. Traditionelle Rezepte aus Österreich modern gekocht – man staunt, was so aus alten Hausmannskostrezepten alles Tolles werden kann. Dabei ist das Buch eigentlich ganz traditionell aufgebaut mit Vorspeisen, Suppen, Salate, Gemüse, Knödel usw. Zu jedem Rezept gibt es ein Foto, bei dem man das Endergebnis gut erkennen kann. Auch der Aufbau ist klassisch: Zutatenliste für das Grundgericht, Zutatenliste für evtl. Dressing oder ähnliches, Zubereitung. Dann oft noch ein Tipp, was man dazu reichen kann, welches Rezept aus dem Buch kompatibel wäre, was man bei einem Essen mit bzw. ohne Kindern weglassen sollte (oder eben dazutun).
Man bekommt schon beim Lesen Hunger und die Fotos machen noch mehr Appetit. Ich habe nur einige Rezepte probiert, alle waren gelungen, wenn auch nicht immer so gut aussehend wie in der Vorlage. Als angenehm empfand ich, dass keine Kalorienangaben dabei waren. Auch der Vermerk „Klassiker“ bei einem richtig traditionellen und für meine Begriffe nicht veränderten Gericht gefiel mir gut. Für einen Nicht-Österreicher unbedingt hilfreich und auch öfter nötig ist das angefügte Übersetzungsverzeichnis.
Für mich ein kleines Manko ist die Größe des Buches und auch das Gewicht. Nicht sehr geeignet für kleine Küchen oder Ablage neben dem Herd.
Insgesamt hat mich das Buch aber überzeugt und macht einen hochwertigen Eindruck. Einzig irritierend ist das Cover mit dem schwarzen Hintergrund und der rot-weißen Schrift mit dem roten Stern. Man vermutet dahinter alles Mögliche – nur kein Kochbuch. Andererseits: so fällt es im Regal zwischen den vielen anderen Kochbüchern natürlich auch sofort auf. Auf jeden Fall wünsche ich dem Buch ganz viele Leser und Nachkocher.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Ewige Buße

Ewige Buße. McAvoys dritter Fall
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Zwei Frauen werden ermordet, auf ziemlich brutale Weise. Die Polizei von Hull tappt im Dunkeln, weil so gar keine Zusammenhänge erkennbar sind. Bis sie herausfinden, dass beide Frauen vor Jahren einem ...

Zwei Frauen werden ermordet, auf ziemlich brutale Weise. Die Polizei von Hull tappt im Dunkeln, weil so gar keine Zusammenhänge erkennbar sind. Bis sie herausfinden, dass beide Frauen vor Jahren einem Menschen das Leben gerettet haben. Doch soll das wirklich der einzige Zusammenhang sein? Und warum müssen sie für die Hilfe sterben? Detective Aector McAvoy kommt der Sache nicht wirklich näher – und es geschieht ein weiterer Mord. Zusätzlich ist er aber auch noch privat schwer beschäftigt – er steckt mit seiner Familie mitten im Umzug und er muss sich auch dauernd zur Sitzung bei einer Psychologin melden, obwohl er das überhaupt nicht will. So merkt er nicht, dass einige seiner Kollegen schwere Probleme haben.

Ich bin anfangs nur sehr schwer in das Buch hineingekommen. Die vielen Nebenstränge der Haupterzählung lenken sehr ab und erst sehr sehr spät merkt man, wie sie sich in den Ablauf eingliedern. Bis dahin hat man nicht das Gefühl, einen spannenden Krimi zu lesen. Hier ist in meinen Augen manchmal auch einfach zu viel gewollt worden. Erst im weiteren Fortgang klärt sich das Ganze auf und man merkt, wie die einzelnen Fäden sich verflechten und zueinander passen. Bis dahin fand ich allerdings keinen der Protagonisten wirklich richtig sympathisch. Selbst die Polizisten wirkten teilweise eher wie Verbrecher und nicht wie die „Guten“. Im Laufe des Buches wird die Handlung dann aber wirklich richtig gut und das Ende birgt mehr als eine Überraschung. Daher habe ich mich dann doch für 4 Punkte entschieden.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Tote trinken keinen Whisky

Tote trinken keinen Whisky (Ein Pippa-Bolle-Krimi 5)
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Pippa verschlägt es nach Schottland. Sie fährt zur Hochzeit von Duncan und Anita und möchte als Geschenk das Haus hüten, damit die beiden auf Hochzeitsreise gehen können. Dort angekommen, merkt sie aber, ...

Pippa verschlägt es nach Schottland. Sie fährt zur Hochzeit von Duncan und Anita und möchte als Geschenk das Haus hüten, damit die beiden auf Hochzeitsreise gehen können. Dort angekommen, merkt sie aber, dass die beiden mit ihrer Whiskydestillerie große Probleme haben. Es gab einen schweren Unfall und ihr Brennmeister liegt im Koma. Einige Bewohner des kleinen Ortes sind nicht gerade freundlich, Familienmitglieder bereiten Probleme und es gibt weitere Leichen … nichts neues für Pippa, wenn da nicht noch der attraktive Morris wäre.

Der 5. Band über Pippa Bolle ist für mich der beste. Gut gelungen ist wie immer die Einbeziehung einiger Figuren aus den Vorgängerbänden, ohne dass es irgendwie bemüht wirkt. Es passt einfach. Auch wieder gut gelungen die immer wichtige Katze. Es ist kein Krimi, in dem die Spannung im Vordergrund steht, obwohl man wirklich lange nicht weiß, wer der Täter ist. Wie immer wird die Landschaft und die Menschen wunderbar beschrieben und einbezogen. Und daher ist dieses Buch in der Reihe mein Favorit, denn ich bin ein absoluter Schottland-Fan und liebe Whisky und in dem Buch habe ich all das wiedergefunden. Ich hatte sofort die Landschaft und die Menschen vor Augen mit allen ihren Liebenswürdigkeiten und auch teilweise skurrilen Ideen. Schottland – wie es wirklich ist.
Und jetzt bin ich schon gespannt, wohin es Pippa demnächst verschlagen wird.

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