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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2025

Genialer Krimi im historischen Wien 1896

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Die Bücher von Oliver Pötzsch sind ein Garant für spannende Unterhaltung und tolle Aufbereitung von historisch interessanten Themen. Wie gewohnt ist der Schreibstil flüssig zu lesen. Ich habe alle vier ...

Die Bücher von Oliver Pötzsch sind ein Garant für spannende Unterhaltung und tolle Aufbereitung von historisch interessanten Themen. Wie gewohnt ist der Schreibstil flüssig zu lesen. Ich habe alle vier Bücher von der neuen Totengräber-Reihe mit Begeisterung gelesen.
In diesem Buch, das im Jahr 1896 spielt, geht es um Frauen, die im Prater verschwinden und um einen misslungenen Zaubertrick, der tödlich endet. Der jüdische Oberinspektor Leopold von Herzfeldt soll diesen Fall lösen. Zur Seite steht ihm wieder Totengräber Rothmayer und seine Ex-Freundin Julia.
Die durchweg sympathischen Charaktere der Hauptprotagonisten machen es einem sehr einfach, in die Geschichte zu versinken und die spannenden Fälle sowie der Schreibstil tun ihr übriges, um dieses Buch in ein absolutes Lesehighlight und einen tollen Pageturner zu verwandeln.
Positiv ist weiter zu erwähnen, dass das Buch einen historischen Stadtplan von Wien enthält und dass im Nachwort erläutert wird, welche Handlungen historischen Tatsachen nachempfunden wurden und welche der Autor erfunden oder zeitlich anders zugeordnet hat.
Ich kann mir gut vorstellen, dass auch dieses Buch ein Bestseller wird. Klare Kaufempfehlung für Leser, die gerne historische Krimis lesen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Toller Familienroman

Maikäferjahre
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Der Roman beginnt mit einem Brief von Tristan an seine verheiratete Zwillingsschwester Anni, die schwanger ist. Vater Gottlieb hat sich entschlossen, den Halbjuden und Jahrhundertgeiger Adam vor dem Konzentrationslager ...

Der Roman beginnt mit einem Brief von Tristan an seine verheiratete Zwillingsschwester Anni, die schwanger ist. Vater Gottlieb hat sich entschlossen, den Halbjuden und Jahrhundertgeiger Adam vor dem Konzentrationslager zu retten und riskiert sein eigenes Leben. Ihre Mutter, alter preußischer Adel, hat andere politische Ansichten. Als Dresden bombardiert wird, können sich Anni mit ihrer Tochter Clara und Adam im Luftschutzkeller retten. Tristan ist als Kampfpilot vor Portsmouth abgestürzt und wird von der Krankenschwester Rosalie gepflegt. Ich finde Bücher mit Zivilcourage sehr packend und da der Schreibstil von Sarah Höflich sehr eingehend ist, hat mich der Roman bis zum Ende gepackt. Der Autorin gelingt es meisterhaft, die historischen Hintergründe darzustellen, aber auch den Zusammenhalt bzw. die Anfeindungen der Menschen untereinander.
Der Spannungsbogen über beide Erzählebenen wurde bis zum Schluss gehalten. Ich fühlte mich beim Lesen die ganze Zeit über mitten im Geschehen und habe mit den Hauptprotagonisten Tristan, Anni und Adam mitgelitten.
Die Struktur des Buches und die im Anhang aufgeführte Musikliste mit QR-Code haben mir sehr gut gefallen.
Fazit:
Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Montmartre im 19. Jahrhundert

Montmartre - Licht und Schatten
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Das Buchcover ist wunderschön und passt perfekt zum Buchtitel 'Montmartre – Licht und Schatten'. Es geht um Montmartre in der Zeitspanne zwischen 1878 und 1889.
Struktur und Inhalt:
Das Buch ist sehr gut ...

Das Buchcover ist wunderschön und passt perfekt zum Buchtitel 'Montmartre – Licht und Schatten'. Es geht um Montmartre in der Zeitspanne zwischen 1878 und 1889.
Struktur und Inhalt:
Das Buch ist sehr gut strukturiert. Im Prolog wird die Geburt der beiden fiktiven Hauptprotagonistinnen Elise und Valérie im Jahr 1866 beschrieben. Die eigentliche Geschichte beginnt im ersten Teil mit der späten Kindheit der beiden Mädchen im Jahr 1878 und endet im Jahr 1889. Insgesamt gibt es fünf Teile. Die Kapiteln besitzen eine angenehme Leselänge.
Mit der Erzähltechnik des immer wiederkehrenden Perspektivenwechsels schafft es die Autorin sehr geschickt, dass man das Buch kaum weglegen kann, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit Elise und Valérie weitergeht. Nebenbei werden historische Persönlichkeiten, wie die berühmte Tänzerin La Gouluse (Louise Weber) und die Maler der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Henri de Toulouse-Lautrec sehr geschickt in die Geschichte eingebaut. Insgesamt verwebt die Autorin dabei meisterhaft gut recherchierte historische Fakten mit fesselnder Fiktion. Es werden hierbei die sozialen Verhältnisse und moralischen Normen der damaligen Zeit treffend beschreibt. Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und in Szene gesetzt.
Fazit:
Dank der blumigen Sprache mit dem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil habe ich diesen etwas dickeren historischen Roman innerhalb weniger Tage gelesen, da ich diesen nur schwer aus der Hand legen konnte. Dies war mein erstes Buch von Marie Lacrosse, aber sicherlich nicht mein letztes.
Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen, die mehr über die Geschichte von Montmartre des 19. Jahrhunderts wissen möchten. Ich warte ungeduldig auf Band zwei dieser Montmartre-Reihe.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Das achte Weltwunder mit kleinen Schwächen

Die Brücke von London
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Das kunstvoll gezeichnete Buchcover zeigt die beiden Hauptprotagonisten, den Straßenjungen Alder und die verwitwete Tuchhändlerin Juliana, die 1749 auf der London Bridge ihren Laden hat. Nachdem Juliana ...

Das kunstvoll gezeichnete Buchcover zeigt die beiden Hauptprotagonisten, den Straßenjungen Alder und die verwitwete Tuchhändlerin Juliana, die 1749 auf der London Bridge ihren Laden hat. Nachdem Juliana Alder das Leben rettet und sie sich gegenseitig sympathisch finden, will Alder ihr helfen, aus ihren Geldsorgen herauszukommen und gleichzeitig ein neues Zuhause finden. Doch Juliana muss schnell feststellen, dass sie den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben hat. In der zweiten Zeitebene geht es um den Brückenbau der London Bridge im Jahr 1202.
Der Klappentext und der geheimnisvolle Prolog weckten auch gleich mein Interesse. Ich hatte aber danach bis zum Ende von Kapitel Sieben mehr oder weniger Probleme überhaupt in diese Geschichte zu kommen. Dies lag nicht nur daran, dass ein Personenverzeichnis gefehlt hat. Mich hat auch gestört, dass ein Nachwort fehlt, indem beschrieben wird, ob die im Roman erwähnten historischen Informationen real oder fiktiv sind. Das fand ich schade, weil mich die Informationen über dieses achte Weltwunder, das mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, an sich sehr interessiert hat. Obwohl das Buch sehr gut strukturiert ist, ich also genau wusste, in welcher der beiden Zeitebenen die Handlung gerade spielt, hatte ich gerade beim Wechsel von einer Zeitebene in die vorherige, Schwierigkeiten, wieder zurück zukommen. Dies hemmte dann auch meinen Lesefluss, da anfänglich Personen erwähnt werden, wie zum Beispiel Brona, die zuerst einmal gesichtslos blieben und ein direkter Zusammenhang zur Geschichte nicht (sofort) erkennbar war. So erfährt der Leser erst auf Seite 375, in welchem Verhältnis Brona zu Estrid stand.
Ab Kapitel Acht (Seite 84) war ich dann endlich in der Geschichte drin und mein Lesespaß hat sich dann entsprechend erhöht. Gestört hat mich trotzdem auch danach, dass ich die Laufwege von Alder aufgrund des fehlenden historischen Stadtplan von London nicht nachvollziehen konnte.
Fazit:
In diesem Buch gibt es wenige Überraschungen und die Handlung war meistens vorhersehbar. Da die Umsetzung des interessanten Themas einige kleinen Schwächen hatte, vergebe ich noch drei von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Berührender Generationenroman

Vor hundert Sommern
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Diese fiktionale Erzählung beinhaltet auch die eigene Familiengeschichte der Autorin Katharina Fuchs, von der ich bisher noch kein Buch gelesen hatte. Mit ihrer Erzähltechnik schafft es Katharina Fuchs ...

Diese fiktionale Erzählung beinhaltet auch die eigene Familiengeschichte der Autorin Katharina Fuchs, von der ich bisher noch kein Buch gelesen hatte. Mit ihrer Erzähltechnik schafft es Katharina Fuchs sehr geschickt, dass ich das Buch kaum aus der Hand nehmen konnte, weil ich unbedingt wissen wollte, ob die Großmutter Elisabeth das Familiengeheimnis lüftet und um welches Geheimnis es sich handelt. In der ersten Zeitebene wird die Geschichte der Großtante Clara während der Weimarer Republik erzählt. Die Atmosphäre dieser Jahre 1924 und 1925 sowie des Jahrs 1933, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatten, wurde sehr gut eingefangen. Da ich sehr gerne historische Romane lese, war ich vor allem von dieser Zeitebene begeistert. Die aktuelle Zeitebene handelt im Jahr 2024 und hier wird das damaligen Verhalten der Ahnen analysiert und die Bewertungen werden erläutert. Mir war das manchmal etwas zu viel.
Die klare Struktur des Buches mit angenehmen Kapitellängen und die erläuternden Überschriften haben mir sehr gut gefallen. Ich empfand den Schreibstil sehr flüssig und leicht lesbar. Das Nachwort fand ich auch sehr interessant.
Fazit:
Ich vergebe für die historische Zeitebene 5 Sterne und für die Gegenwart 3 Sterne, also insgesamt 4 Sterne und kann das Buch weiterempfehlen.

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