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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2025

Montmartre im 19. Jahrhundert

Montmartre - Licht und Schatten
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Das Buchcover ist wunderschön und passt perfekt zum Buchtitel 'Montmartre – Licht und Schatten'. Es geht um Montmartre in der Zeitspanne zwischen 1878 und 1889.
Struktur und Inhalt:
Das Buch ist sehr gut ...

Das Buchcover ist wunderschön und passt perfekt zum Buchtitel 'Montmartre – Licht und Schatten'. Es geht um Montmartre in der Zeitspanne zwischen 1878 und 1889.
Struktur und Inhalt:
Das Buch ist sehr gut strukturiert. Im Prolog wird die Geburt der beiden fiktiven Hauptprotagonistinnen Elise und Valérie im Jahr 1866 beschrieben. Die eigentliche Geschichte beginnt im ersten Teil mit der späten Kindheit der beiden Mädchen im Jahr 1878 und endet im Jahr 1889. Insgesamt gibt es fünf Teile. Die Kapiteln besitzen eine angenehme Leselänge.
Mit der Erzähltechnik des immer wiederkehrenden Perspektivenwechsels schafft es die Autorin sehr geschickt, dass man das Buch kaum weglegen kann, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit Elise und Valérie weitergeht. Nebenbei werden historische Persönlichkeiten, wie die berühmte Tänzerin La Gouluse (Louise Weber) und die Maler der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Henri de Toulouse-Lautrec sehr geschickt in die Geschichte eingebaut. Insgesamt verwebt die Autorin dabei meisterhaft gut recherchierte historische Fakten mit fesselnder Fiktion. Es werden hierbei die sozialen Verhältnisse und moralischen Normen der damaligen Zeit treffend beschreibt. Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und in Szene gesetzt.
Fazit:
Dank der blumigen Sprache mit dem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil habe ich diesen etwas dickeren historischen Roman innerhalb weniger Tage gelesen, da ich diesen nur schwer aus der Hand legen konnte. Dies war mein erstes Buch von Marie Lacrosse, aber sicherlich nicht mein letztes.
Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen, die mehr über die Geschichte von Montmartre des 19. Jahrhunderts wissen möchten. Ich warte ungeduldig auf Band zwei dieser Montmartre-Reihe.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Das achte Weltwunder mit kleinen Schwächen

Die Brücke von London
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Das kunstvoll gezeichnete Buchcover zeigt die beiden Hauptprotagonisten, den Straßenjungen Alder und die verwitwete Tuchhändlerin Juliana, die 1749 auf der London Bridge ihren Laden hat. Nachdem Juliana ...

Das kunstvoll gezeichnete Buchcover zeigt die beiden Hauptprotagonisten, den Straßenjungen Alder und die verwitwete Tuchhändlerin Juliana, die 1749 auf der London Bridge ihren Laden hat. Nachdem Juliana Alder das Leben rettet und sie sich gegenseitig sympathisch finden, will Alder ihr helfen, aus ihren Geldsorgen herauszukommen und gleichzeitig ein neues Zuhause finden. Doch Juliana muss schnell feststellen, dass sie den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben hat. In der zweiten Zeitebene geht es um den Brückenbau der London Bridge im Jahr 1202.
Der Klappentext und der geheimnisvolle Prolog weckten auch gleich mein Interesse. Ich hatte aber danach bis zum Ende von Kapitel Sieben mehr oder weniger Probleme überhaupt in diese Geschichte zu kommen. Dies lag nicht nur daran, dass ein Personenverzeichnis gefehlt hat. Mich hat auch gestört, dass ein Nachwort fehlt, indem beschrieben wird, ob die im Roman erwähnten historischen Informationen real oder fiktiv sind. Das fand ich schade, weil mich die Informationen über dieses achte Weltwunder, das mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, an sich sehr interessiert hat. Obwohl das Buch sehr gut strukturiert ist, ich also genau wusste, in welcher der beiden Zeitebenen die Handlung gerade spielt, hatte ich gerade beim Wechsel von einer Zeitebene in die vorherige, Schwierigkeiten, wieder zurück zukommen. Dies hemmte dann auch meinen Lesefluss, da anfänglich Personen erwähnt werden, wie zum Beispiel Brona, die zuerst einmal gesichtslos blieben und ein direkter Zusammenhang zur Geschichte nicht (sofort) erkennbar war. So erfährt der Leser erst auf Seite 375, in welchem Verhältnis Brona zu Estrid stand.
Ab Kapitel Acht (Seite 84) war ich dann endlich in der Geschichte drin und mein Lesespaß hat sich dann entsprechend erhöht. Gestört hat mich trotzdem auch danach, dass ich die Laufwege von Alder aufgrund des fehlenden historischen Stadtplan von London nicht nachvollziehen konnte.
Fazit:
In diesem Buch gibt es wenige Überraschungen und die Handlung war meistens vorhersehbar. Da die Umsetzung des interessanten Themas einige kleinen Schwächen hatte, vergebe ich noch drei von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Berührender Generationenroman

Vor hundert Sommern
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Diese fiktionale Erzählung beinhaltet auch die eigene Familiengeschichte der Autorin Katharina Fuchs, von der ich bisher noch kein Buch gelesen hatte. Mit ihrer Erzähltechnik schafft es Katharina Fuchs ...

Diese fiktionale Erzählung beinhaltet auch die eigene Familiengeschichte der Autorin Katharina Fuchs, von der ich bisher noch kein Buch gelesen hatte. Mit ihrer Erzähltechnik schafft es Katharina Fuchs sehr geschickt, dass ich das Buch kaum aus der Hand nehmen konnte, weil ich unbedingt wissen wollte, ob die Großmutter Elisabeth das Familiengeheimnis lüftet und um welches Geheimnis es sich handelt. In der ersten Zeitebene wird die Geschichte der Großtante Clara während der Weimarer Republik erzählt. Die Atmosphäre dieser Jahre 1924 und 1925 sowie des Jahrs 1933, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatten, wurde sehr gut eingefangen. Da ich sehr gerne historische Romane lese, war ich vor allem von dieser Zeitebene begeistert. Die aktuelle Zeitebene handelt im Jahr 2024 und hier wird das damaligen Verhalten der Ahnen analysiert und die Bewertungen werden erläutert. Mir war das manchmal etwas zu viel.
Die klare Struktur des Buches mit angenehmen Kapitellängen und die erläuternden Überschriften haben mir sehr gut gefallen. Ich empfand den Schreibstil sehr flüssig und leicht lesbar. Das Nachwort fand ich auch sehr interessant.
Fazit:
Ich vergebe für die historische Zeitebene 5 Sterne und für die Gegenwart 3 Sterne, also insgesamt 4 Sterne und kann das Buch weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Frei leben oder sterben

Die Farben der Revolution. Éléonore und Robespierre
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Die Autorin Jeanette Limbeck beschreibt in ihrer Romanbiographie „die Farben der Revolution“ vor allem die zweite Phase der französischen Revolution, die 1792 bis 1794 mit der Gründung der Republik und ...

Die Autorin Jeanette Limbeck beschreibt in ihrer Romanbiographie „die Farben der Revolution“ vor allem die zweite Phase der französischen Revolution, die 1792 bis 1794 mit der Gründung der Republik und der Schreckensherrschaft durch die Jakobiner, die aus der Sicht der Malerin Éléonore Duplay „die Malerin der Revolution“, die gleichzeitig die Verlobte von Robespierre war, erzählt wird.
Ich konnte mir alle Szenen bildlich sehr gut vorstellen und habe mit der Hauptprotagonistin Éléonore mitgelitten. Es werden die sozialen Spannungen, die moralischen Normen der damaligen Zeit und die sich ändernden Stimmungslagen der Pariser Bevölkerung treffend beschrieben
Des Weiteren gibt es eine weitere Zeitebene, die in Paris im Jahr 2017 handelt und die Motivation der Autorin für diesen Roman dem Leser erläutert.
Der Schreibstil ist flüssig, detailliert und einfühlsam. Auch die Struktur mit dem Inhaltsverzeichnis, der Überschriften mit Datumsangaben und die optimalen Kapitellängen haben mich restlos überzeugt. Abgerundet wird dies durch einen umfangreichen Anhang mit Verzeichnis der historischen Persönlichkeiten, eine ausführliche Auflistungen, an welchen Stellen im Roman Abweichungen zur Realität gab, und ein Quellenverzeichnis, das ich nur selten bei Romanbiographien finde und mir persönlich umso mehr gefreut hat. Ich habe viel über diese Zeit gelernt, da mir die ganzen komplexen Hintergründe, die sehr gut recherchiert und leicht verständlich beschrieben wurden, nicht bekannt waren.
Fazit:
Es ist eine empfehlenswerte historischer Romanbiographie, die uns Robespierre in einem anderen Licht sehen lässt.

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Veröffentlicht am 17.01.2025

Dieses Buch sollte man unbedingt lesen

Blumen im Schuh
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Dieser packende Roman gehört zur Genre Gegenwartsliteratur. Dieses Genre lese ich im Allgemeinen eher sehr selten. Umso mehr war ich überrascht, dass dieses Buch mich so mitgerissen hat und ich es kaum ...

Dieser packende Roman gehört zur Genre Gegenwartsliteratur. Dieses Genre lese ich im Allgemeinen eher sehr selten. Umso mehr war ich überrascht, dass dieses Buch mich so mitgerissen hat und ich es kaum aus den Händen legen konnte.
Die beschriebene Thematik klingt sehr spannend und mir hat die Umsetzung durch die Autorin Annette Spratte total gut gefallen. Ich war von Anfang an von der Geschichte gefesselt. Ich hätte am liebsten den narzisstischen Wolfgang des öfteren kräftig geschüttelt. Mir hat die gläubige Elisabeth teilweise sehr leid getan, da sie aufgrund ihres Glaubens wohl gutmütiger als die Durchschnittsfrau ist und daher von ihrem Ehemann viel zu lange ausgenutzt, manipuliert und kontrolliert wurde.
Alle Protagonisten handeln authentisch und die Dialoge passend herrlichen zu den beschriebenen Situationen. Die einzelnen Kapitel hatten auch eine angenehme Länge.
Besonders bewundernswert fand ich die Gratwanderung der Autorin zwischen diesem ernsten Thema und dem leichten, flüssigen und humorvollen Schreibstil.
Fazit:
Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Das ist eine absolute Pflichtlektüre!

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