Tango, viel zu viel Tango
Hundstage für GreetsielJan kann einfach nicht ruhig in Ostfriesland leben. Erst findet er mit seinem Team zufällig beim Schlickschlittenrennen eine Leiche im Watt, dann fällt ihm kurz darauf die nächste Leiche fast vor die Füße. ...
Jan kann einfach nicht ruhig in Ostfriesland leben. Erst findet er mit seinem Team zufällig beim Schlickschlittenrennen eine Leiche im Watt, dann fällt ihm kurz darauf die nächste Leiche fast vor die Füße. Als sein Kumpel Onno unter Verdacht gerät beginnt er zu ermitteln….
Eigentlich, ja eigentlich hatte ich mich auf eine Fortsetzung der Jan-de-Fries-Reihe gefreut. Ich mag den Schreibstil und die Charaktere. Ostfriesland (Land, Leute, Gepflogenheiten) werden wie immer sehr anschaulich und vertraut geschildert. Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung hat einige unerwartete Wendungen.
Aber… ein wirklicher Spannungsbogen kam bei mir leider nicht auf. Das lag nicht an der Geschichte selbst sondern an den ewigen und gefühlt endlosen Beschreibungen und Wiederholungen. Jaaaa, Jan und wohl auch Dirk Trost lieben den Tango. Ist akzeptiert. Aber ich muss nicht wirklich jede Schrittfolge erklärt bekommen. Wie man den echten Ostfriesentee zubereitet hätte ich mir (wenn ich es nicht bereits kenne) nach dem zweiten Mal auch garantiert gemerkt. Das Verhalten von Hund Motte… das Verhalten von Kommissar Mackensen… die Details der Kleidung diverser Personen… Sorry das war mir für einen Krimi leider viel zu viel.
Manches ist auch ziemlich unrealistisch. Auf der einen Seite wird Jan etwas bequem, er muss dringendst abnehmen aber dann wiederum ist er so sportlich. Steigt mal eben durch Fenster ein bzw. kann sich gefesselt befreien oder macht die wildesten Verfolgungsjagden. Wieviele körperliche Strapazen und Blessuren er mal eben so wegsteckt – Respekt.
Ich werde dem nächsten Band sicherlich noch eine Chance geben (die Schilderungen von Ostfriesland sind wirklich sehr gut) aber wenn ich noch einmal das Wort TANGO lesen muss….