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Veröffentlicht am 29.09.2021

„Was für ein Mettsommernachts-Traum." (S. 188)

Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum
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„Neee, überlass das mal uns Profis." (Grin, S. 191)

Diese Reihe pflegt einen sehr speziellen Humor - manche würden ihn auch als überzeichnet bezeichnen und man sollte bei dieser Reihe definitiv vorher ...

„Neee, überlass das mal uns Profis." (Grin, S. 191)

Diese Reihe pflegt einen sehr speziellen Humor - manche würden ihn auch als überzeichnet bezeichnen und man sollte bei dieser Reihe definitiv vorher in eine Leseprobe hineinlesen. Doch mir gefallen gerade diese abgefahrenen Witze und lassen mich immer positiv an diese Reihe zurückdenken. Auch wenn mich der Abschluss nicht in allen Punkten überzeugen konnte, so hatte ich kurzweilige Lesestunden mit einer Märchenclique, die es faustdick hinter den Ohren hat.

Das Cover: Passend zu den anderen und diesmal durfte Dornröschen für das Gewand posieren. Auch die kleinen Mettigel geben einen Vorgeschmack auf den Humor der Geschichte und ich musste gleich ein wenig schmunzeln als ich das Cover das erste Mal gesehen hatte. Ich bin zwar nicht der größte Fan von Menschen auf den Covern, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Die Handlung: Die Bewohner und Bewohnerinnen des Märchenwalds müssen nicht mehr als Zombies durch den Wald streifen und auch das verlorene Kind ist zurückgekehrt. Trotzdem scheint eine Lösung aller Probleme noch in weiter Ferne zu liegen. Ever ist immer noch nicht von den Toten zurückgekehrt und Red sucht verzweifelt nach einer Lösung, doch die Zeit scheint gegen sie zu arbeiten. Zusammen mit der Schneewittchen-Gang macht sie sich auf, um weitere Katastrophen zu verhindern. Und zu allem Übel führen die Prinzen parallel noch etwas im Schilde. Das Chaos scheint perfekt...

Meine Meinung: Dieses Buch hatte ich innerhalb kürzester Zeit ausgelesen - es war die perfekte Urlaubslektüre: locker, fluffig und sehr lustig. Erneut konnte mich das Zusammenspiel der außergewöhnlichen und auch leicht skurrilen Figuren sehr gut unterhalten, doch gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass das Ende nicht ganz „rund" war. Bis jetzt erschließt es sich mir nicht, warum die Mettsommer-Party so groß beworben wurde und dann letztendlich nicht sonderlich weiterführend war. Ebenso hatte ich das Gefühl, dass manche Handlungsstränge, die angeschnitten wurden, nicht richtig zu Ende geführt wurden. Zum Ende hin ging doch alles recht schnell, was ich etwas schade fand. Auch wurde in der Geschichte noch das veraltete Wort für indigene Gruppen verwendet.

Die Charaktere: Erneut konnte mich die Märchenwaldclique mit ihrem Humor und den Eigenarten von jeder/m Einzelnen begeistern. Auf alle einzeln einzugehen, würde definitiv den Rahmen sprengen, doch den Zusammenhalt und die ungewöhnlichen und ungeplanten Freundschaften untereinander zu verfolgen, hat mir sehr viel Freude bereitet.

Hier noch ein kleiner Einblick in den Humor. Zwar sind diese Sätze völlig zusammenhangslos ausgewählt, aber ich wollte sie nicht vorenthalten. :)

„Irgendwo hackt ein Specht mit ungefähr demselben Aggressionspotenzial in einen Ast. Das Ganze hat irgendendwas von der Melodie und Rhythmus des Lieds Highway to hell." (S. 47)

„Der Mettigel hat eine eigene Instagram-Seite." (S. 52)

„Und jetzt gehen wir in die Hölle und zeigen Prinzessin Jasemin, wo der Flamingo seine seine gepunkteten Socken hat." (S.191)

Fazit: Trotz meiner Kritikpunkte kann ich die Reihe empfehlen. Mir hat sie immer viel Freude bereitet und besonders der erste Band konnte mich begeistern. Von mir gibt es hier 3/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Diese Geschichte sollte man nicht auf leerem Magen lesen

Miss en Place
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„Nein, im Ernst. Irgendwelche Töne beliebig zusammengewürfelt ergeben noch keine Melodie, richtig? [...] Wenn du sie aber so zusammenfügst, dass sie als Gesamtheit wirken, miteinander harmonieren, meinetwegen ...

„Nein, im Ernst. Irgendwelche Töne beliebig zusammengewürfelt ergeben noch keine Melodie, richtig? [...] Wenn du sie aber so zusammenfügst, dass sie als Gesamtheit wirken, miteinander harmonieren, meinetwegen auch mal eine spannende Disharmonie ergeben, dann hast du eine in sich geschlossene Tonfolge." (S. 191)

In „Miss en Place“ wurden zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen vereint: Musik und Kochen. Beides ist in meinem Alltag nicht mehr wegzudenken, weswegen ich hier sehr gespannt auf die Geschichte war. Wer eine Wohlfühlgeschichte mit einer Menge Humor sucht, ist hier genau richtig!

Das Cover: Beim genaueren Hinsehen fällt direkt auf, dass beide Hauptthemen gekonnt im Cover eingebaut wurden: Eine Frau, die Blutorangen-Kopfhörer trägt. Die kleine Anspielung hat mich gleich zum Lächeln gebracht. Auch die Farben wurden sehr angenehm kombiniert, nur finde ich den Schriftzug des Titels dabei etwas zu kontrastreich, die runde und geschwundene Schrift harmoniert in meinen Augen nicht wirklich mit der anderen, eher härteren Schrift, aber das ist nur Geschmackssache. Letztendlich sticht die gelungene Illustration der Protagonistin ins Auge!

Die Handlung: Sofia Sabato liebt ihren Job als Musikjournalistin und geht völlig darin auf. Als ihre Chefredakteurin ihr eines Tages einen Strich durch die Rechnung macht und sie als Gastrokritikerin umfunktioniert, weiß Sofia anfangs nicht, wie sie sich dieser Aufgabe fügen soll. Widerwillig macht sich die Journalistin mit italienischen Wurzeln auf, um über die neusten und außergewöhnlichsten Restaurants und Food-Hotspots zu berichten, die ihr ein völlig neues Terrain näherbringen.

Meine Meinung: Sarah Satt schafft in meinen Augen gekonnt die beiden Thematiken miteinander zu verweben. Seien es die regelmäßig eingeworfenen Musiktipps und musikalischen Anspielungen von Sofia oder die interessanten Locations – der Spagat ist ihr definitiv gelungen! Auch haben mir die Listen zu bestimmten Szenarien im Buch gefallen, das entsprach genau meinem Humor. Wo wir auch bei Letzterem wären. Die Geschichte konnte mich an vielen Stellen zum Schmunzeln bringen, gleichzeitig wurde ich teilweise auch etwas durch die vielen Vergleiche von Sofias zu bestimmten Situationen etwas von der eigentlichen Handlung abgelenkt. Gerade die Einschübe von Erzählungen aus Sofias Vergangenheit, die sie noch einmal humoristisch unterlegte, waren zwar sehr unterhaltsam, jedoch hätte ich mir da manchmal ein wenig Zurückhaltung gewünscht. Auch fehlte mir teilweise das „Ziel“. Sofia angelt sich von einem Event zum nächsten und zwischendurch bekommt man einen Einblick in ihr Privatleben. Mir fehlte das Alleinstellungsmerkmal und teilweise fragte ich mich, wo die Geschichte mich eigentlich hinführen wollte. Dafür war die abschließende Veranstaltung sehr kreativ und hat ein gelungenes Ende ergeben.

Die Charaktere: Da bin ich minimal zwiegespalten. Sofia ist eine coole Socke – anders kann man sie gar nicht beschreiben – an vielen Stellen hätte ich mir jedoch gewünscht, dass sie ihre lässige Fassade etwas fallen lässt und noch mehr Facetten von sich zeigt. Ich bin nie ganz zu ihr durchgedrungen, dabei wurde die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt. Dafür gefiel mir ihre neugewonnene Freundin, Mari, um Einiges besser. Sie hat mit ihrer positiven und lockeren Art das perfekte Gegenstück zu Sofia gebildet und besonders ihre Interaktionen untereinander haben mich gut unterhalten können. Auch Patrick, Sofias bester Freund, war nicht aus der Geschichte wegzudenken und sorgte ebenfalls für eine große Prise Humor!

Fazit: Auch wenn mir ein paar Sachen aufgefallen sind, so wurde ich hier mit einer schönen Wohlfühlgeschichte konfrontiert, die mir auch ein paar neue Facetten der Kochkultur nähergebracht hat. Außerdem hat mich das Buch animiert ein Rezept, welches dort abgebildet wurde, nachzubacken – das finde ich immer sehr positiv, wenn ein Buch es schafft, mich zu etwas zu motivieren. Von mir gibt es hier 3,5/5 Sternen, weil mir noch das gewisse Etwas gefehlt hatte, aber ich spreche hier dennoch eine Leseempfehlung aus!

„Mit den bauchigen Buchstaben war meine Großmutter ähnlich verschwenderisch umgegangen wie mit dem Olivenöl beim Kochen [...]" (S.182)

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Auch beim erneuten Lesen verfalle ich dieser Geschichte

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
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Anmerkung: Ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

"That's a very Dante question, " I said.
"That's a very Ari answer," he replied. (S.213)

Diese Geschichte hatte vor ein paar Jahren mein Bücherherz ...

Anmerkung: Ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

"That's a very Dante question, " I said.
"That's a very Ari answer," he replied.
(S.213)

Diese Geschichte hatte vor ein paar Jahren mein Bücherherz im Sturm erobert. Sie ist nicht sonderlich laut oder dynamisch, trotzdem sind die leisen Töne, die das Buch anschlägt, umso nachhallender. Ari und Dantes Geschichte berührt und regt zum Nachdenken an. Für mich eine der schönsten Geschichten zum Mitfühlen und mittlerweile auch eins meiner Lieblingsbücher.

Das Cover: Hierbei gefällt mir das englische Cover deutlich besser. Das Farbenspiel und die kleinen illustrierten Elemente wirken einfach ansprechender. Außerdem ist Aris ikonisches Auto abgebildet, welches für wichtige Szenen in der Geschichte verantwortlich ist.

Die Handlung: Aristotle, kurz: Ari, hat kaum soziale Kontakte und trägt Wut in sich, die er sich nicht ganz erklären kann. Dante hingegen sprüht vor Freundlichkeit. Als die beiden sich eines Sommers im Schwimmbad kennenlernen scheinen zwei Welten aufeinanderzuprallen. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, umso mehr Gemeinsamkeiten entdecken sie und lernen auch ein oder zwei Dinge über sich selbst, die vorher verborgen blieben...

"I bet you could sometimes find all of the mysteries of the universe in someone's hand." (S. 140)

Meine Meinung: Bitte, bitte lest diese Geschichte. Sie ist berührend, poetisch erzählt (viele wundervolle Zitate zum Herausschreiben) und schlägt auch ernste Untertöne an. Ich habe absolut nichts auszusetzten an dieser Geschichte, obwohl mir absolut bewusst ist, dass dieses Buch über seine kleinen Imperfektionen verfügt. Doch diese machen "Aristotle and Dante [...]" in meinen Augen erst richtig authentisch. Das Buch hatte ich noch einmal als Einstimmung auf den zweiten Band gelesen und hätte niemals gedacht, wie sehr es mich noch mitreißen würde. Rückblickend würde ich sogar sagen, dass das Leseerlebnisse beim zweiten Mal noch intensiver war.

Die Charaktere: Hier sind zwei wundervolle Protagonisten entstanden. Aris Wut und unterdrückte Trauer haben mich wirklich mitfühlen lassen. Natürlich möchte man ihn im Laufe der Handlung gerne mehrmals schütteln, doch gleichzeitig ist er so nachvollziehbar, das man ihm nie böse sein kann. Dante konnte mich mit seiner freundlichen Art und absoluten Lebensfreude einfach nur anstecken. Gleichzeitig hat er noch so viele weitere Facetten, die ihn wirklich zu meinem Lieblingscharakter gemacht haben. Die beiden wirken anfangs wie Feuer und Eis, doch ihr Zusammenspiel war einfach nur perfekt ausbalanciert. Ebenso haben mir die Gespräche mit ihrer Familie gefallen!

Fazit: Für mich ein rundum gelungenes Buch, welches mich nie ganz losgelassen hat. Mich konnte es sehr berühren und ich kann es nur immer wieder und wieder weiterempfehlen. Von mir gibt es hier 5/5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

"And it seemed to me that Dante's face was a map of the world. A world without any darkness. Wow, a world without darkness. How beautiful was that?" (S. 56)

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Wichtig, mutmachend und berührend!

Felix Ever After
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Anmerkung: Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

"You know Felix, [...] I think that it's fine to keep questioning your identity. You don't owe anyone any answers." (S. 149)

Diese Geschichte musste ...

Anmerkung: Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

"You know Felix, [...] I think that it's fine to keep questioning your identity. You don't owe anyone any answers." (S. 149)

Diese Geschichte musste sich erst entfalten. Anfangs hatte ich für einige Augenblicke überlegt das Buch zur Seite zu legen, doch ab der Hälfte habe ich es in einem Rutsch durchgelesen und wurde sogar an machen Stellen vom Fortlauf der Handlung überrascht. Bitte gebt dieser Geschichte eine Chance - sie macht Spaß, regt zum Nachdenken an und ist gleichzeitig etwas für das Herz (TW: Deadnaming).

Das Cover: Hier gefällt mir das englische Cover etwas besser als das Deutsche. Die Farben sind knallig, wohingegen der gräuliche Hintergrund auf dem deutschen Cover die Dynamik etwas ausbremst . Normalerweise bevorzuge ich Cover, auf welchen nicht die Personen abgebildet sind, da ich immer das Gefühl habe, das es die Vorstellungskraft raubt - in diesem Fall sehe ich es aber auch als Anspielung auf eines der Selbstportraits, die Felix im Laufe der Geschichte malt.

Die Handlung: Felix Love möchte sich endlich verlieben. Doch obwohl er offen mit seiner Transsexualität umgeht, befürchtet ein kleiner Teil von ihm, dass er als schwarzer, queerer Transgender mehr Probleme haben wird die wahre Liebe zu finden. Als eines Tages Fotos von ihm vor seiner Transition öffentlich gemacht werden, sein Deadname publik gemacht wird und er auf Instagram transphobe Nachrichten von einer anonymen Person bekommt, versucht er den/die Täter/in zu entlarven. Dass ihm während all der schlimmen Sachen plötzlich die Liebe über den Weg läuft, hätte er jedoch nicht gedacht...

Meine Meinung: Wie oben bereits erwähnt, hatte ich bis zur ersten Hälfte kleinere Startschwierigkeiten. An bestimmten Punkten kann ich das nicht festmachen, jedoch dauerte es einfach, bis die Atmosphäre bei mir ankam, die Charaktere mir ans Herz wuchsen und ich mich an den Schreibstil gewöhnte. Letzterer ist sehr locker und sehr jugendlich, das muss man mögen, passt aber gleichzeitig zum Alter der Charaktere. Nach und nach wurde die Geschichte jedoch greifbarer, bis ich am Ende wirklich mitgefühlt, auch mal laut „neinneinneinnein" gerufen oder mit Felix mitgelitten habe. Für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Ebenso fand ich auch die Auseinandersetzung mit Ablehnung in der LGBTQIA+ Community interessant. Ich habe viel aus der Geschichte mitgenommen und bin froh über den Input und wie begreiflich mir vorher Unbekanntes vermittelt wurde.

Die Charaktere: Felix und ich hatten es anfangs nicht leicht. Kacen Callender hat es wirklich geschafft, dass man Felix auf der einen Seite in den Arm nehmen wollte, auf der nächsten Seite jedoch über seine Pläne den Kopf schüttelte. Felix ist keinesfalls makellos (wer ist das schon?), dafür sehr authentisch und sympathisch. Aber auch Ezra, Felix bester Freund und Leah haben mir sehr gefallen und die Geschichte bereichert.

Fazit: Am Ende wollte ich das Buch mit allen Charakteren inklusive einfach nur umarmen. Eine Wohlfühlgeschichte mit ernsten Untertönen und authentischen Charakteren, die mir erneut gezeigt hat, dass die Gesellschaft immer noch zu viel Wert auf Geschlechter legt. Von mir gibt es aufgrund der längeren Startschwierigkeiten 4/5 Sternen, aber eine große Leseempfehlung!

"I want to be in love. I've never, you know - felt the kind of passion great artists talk about. I want that. I want to feel that level of intensity [...]." (S.56)

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Die Wartezeit hat sich absolut gelohnt!

Lady of the Wicked
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„Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen war es tatsächlich, den Klatsch anderer Leute zu sammeln und wiederzugeben. Gepflückte Blumen, die er zu einem Strauß zusammensetzte, um sie dann in all ihrer Pracht ...

„Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen war es tatsächlich, den Klatsch anderer Leute zu sammeln und wiederzugeben. Gepflückte Blumen, die er zu einem Strauß zusammensetzte, um sie dann in all ihrer Pracht zu präsentieren." (S.181)

Wie sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Lange, lange habe ich dem Veröffentlichungstermin entgegengeblickt, als Einstimmung auf die Geschichte alle ungelesenen Bücher von Laura von meinem Stapel befreit und das Buch sofort angefangen, sobald es bei mit eintraf. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Das Cover: Anfangs konnte es mich nicht ganz überzeugen, doch je länger ich es betrachtete, umso besser gefiel es mir. Der dunkeltürkise Nebel und die sich daraus windende Schlange wurden sehr dynamisch in Szene gesetzt. Die floralen Elemente nehmen dem Ganzen das „Kantige" und bilden einen angenehmen Kontrast. Ein Blickfang! Auch das Cover des zweiten Bandes kann sich sehen lassen!

Die Handlung: Darcia Bonnet hat ihre Schwester verloren und versucht diese aus dem Jenseits zu befreien. Um dies zu bewerkstelligen, muss sie zur Herrin der Wicked werden, welches jedoch große Opfer fordert: das Töten von dreizehn Hexen. Doch für ihre Schwester würde sie alles tun, weswegen sie sich auf Hexenjagd in New Orleans begibt. Bei einem ihrer Streifzüge kreuzt sich ihr Weg mit Valens, auf welchem ein mächtiger Fluch lastet und Daria mag die Einzige sein, die diesen brechen könnte. Zusammen schließen sie einen Pakt.

Meine Meinung: Diese Geschichte startet so unfassbar stark! Die Beschreibungen der wichtigsten Schauplätze in New Orleans waren so greifbar, dass sich in meinem Kopf sofort Bilder verfestigten, die mich durch die Geschichte getragen haben. Es steckte so viel Liebe zwischen den Zeilen und ich hatte kurzweilige Lesestunden, die jedoch nicht nur unterhaltsam waren, sondern mit einer außergewöhnlichen Geschichte punkten konnten, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Die verschiedenen Handlungsstränge werden gekonnt miteinander verknüpft und auch die drei verschiedenen ErzählerInnenperspektiven waren gut voneinander zu unterscheiden. Zum Ende hin entstanden jedoch ganz kleine Längen und die Perspektive von Ruth wurde mir etwas zu abrupt aufgelöst (um diese im 2. Band weiterzuführen), aber das sind nur minimale Anmerkungen.

Die Charaktere: Neben den Hauptcharakteren Darcia, Valens und Ruth gab es noch eine Menge an Nebencharakteren, die im Laufe der Geschichte sehr geglänzt haben. Nicht etwa, weil sie besonders sympathisch waren, sondern weil sie undurchschaubar und spannend blieben mit all ihren Macken und Fähigkeiten. Hierbei mochte ich besonders Tieno. Keine und keiner von ihnen ist hierbei nur „gut" oder „böse", sondern die Grenzen verschwimmen vollends und lassen die Charaktere undurchschaubar werden - was die Geschichte umso spannender macht. Ich mochte sie und ihre Eigenarten sehr gerne, besonders auch die vielfältige Auswahl der Wesen!

Fazit: Für mich ein gelungenes Leseerlebnis. Zwar sind mir zwei Kleinigkeiten aufgefallen, die jedoch die Geschichte als Ganzes nicht wirklich trüben konnten. Von der Autorin kann ich auch die „Von-Göttern-und-Hexen-Reihe" wärmstens empfehlen, wenn man nicht weiß, mit welchem Buch man von der Autorin weitermachen möchte. Von mir gibt es hier 4,5/5 Sternen! Danke Laura, für diese spannende Fantasy-Geschichte!

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